Skispringerinnen von der Teilnahme an den olympischen Spielen ausgeschlossen

Ich habe schon einmal darüber berichtet, dass das Internationale olympische Komitee (IOC) noch keine weiblichen Skispringerinnen bei den olympischen Spielen zulässt.
Da sich die Damen dies nicht gefallen lassen wollten legten sie nun Klage ein. Leider wurde diese vom Obersten Gerichtshof in British Columbia abgewiesen.

Richterin Fenlon stellte in ihrem Urteil auch fest, dass es tatsächlich diskriminierend sei, die Skispringerinnen nicht zu den Spielen zuzulassen. Den Klägerinnen werde die Teilnahme „aus keinem anderen Grund als ihrem Geschlecht verwehrt“. Allerdings habe das Internationale Olympische Komitee (IOC) das Recht, Bewerbe ins Programm aufzunehmen oder eben nicht. Das IOC unterstehe „nicht diesem Gericht“.

Menschen die Beteiligung an einer sportlichen Veranstaltung zu untersagen weil sie Frauen sind, ist wirklich das Letzte. Selbst der DFB hat das „schon“ 1970 erkannt.
Für alle die das auch so sehen, hier eine Kontaktadresse der IOC
pressoffice@olympic.org

Zum Schluss noch die Stellungsnahme der IOC zum Thema

While we are pleased that the Games can now proceed as planned, we strongly disagree with the court’s analysis that the IOC acted in a discriminatory manner. As previously explained, our decision was based on technical issues, without regard to gender.
The IOC will continue to follow the development of women’s ski jumping and remains open to considering its possible inclusion in the Sochi Games in 2014. We understand and appreciate how important inclusion is to the dedicated athletes who participate in the sport.

We also welcome the court’s recognition that that “the IOC in recent years has supported the inclusion of women in the Olympics and in amateur sports.“ and the observation that, “The IOC has implemented a wide range of initiatives to increase women’s involvement in leadership and administration within the Olympic movement and the wider sporting community.“

The judgment goes on to say, “VANOC points out that these are not empty words or empty policies; women now compete in approximately 48% of the events at the Winter Olympics and the percentage of female athletes has steadily increased to just over 40%” (quote from pages 34-35 of court decision)


11 Antworten auf “Skispringerinnen von der Teilnahme an den olympischen Spielen ausgeschlossen”


  1. 1 Mia 13. Juli 2009 um 18:59 Uhr

    Ich verfolge Skispringen und auch das Damenspringen seit vielen Jahren und hoffe seit ebenso vielen Jahren, dass den Springerinnen endlich dieselben Möglichkeiten gegeben werden, wie sie die Herren seit jeher haben. Man kann jedoch dabei nicht von oben anfangen und das Damenskispringen von jetzt auf gleich olympisch machen. So leid es mir für die Athletinnen tut, die bei den Spielen in Vancouver 2010 gute Chancen hätten, Medaillen zu holen, und die bei späteren Winterspielen ihre aktive Karriere vermutlich schon beendet haben, so kann ich mich trotzdem nicht für einen Start bei den kommenden Spielen aussprechen, weil das Damenskispringen noch nicht auf olympischem Niveau ist. Eine Handvoll Springerinnen aus noch weniger Nationen hat das Niveau, das für einen solchen Wettbewerb nötig ist. Der Rest des Feldes springt erbärmlich hinterher, wie es sich bei der ersten Weltmeisterschaftsteilnahme der Springerinnen in Liberec letzte Saison gezeigt hat. Die Mehrheit der Teilnehmerinnen sprang schlechter als der männliche C-Kader vieler großer Skisprungnationen. Und dies nicht etwa, weil den Damen die körperlichen Fähigkeiten oder das Talent fehlen würde, sondern weil sich die Skiverbände in vielen Ländern einen feuchten Kehrricht um das Damenskispringen kümmern, sodass es an qualifizierten Trainern, Geld, Material und Trainingsmöglichkeiten mangelt. Darunter leiden die sportlichen Leistungen natürlich. Ein Beispiel dafür, wie man es richtig macht, ist Norwegen. Allerdings kämpfen dir norwegischen Springerinnen auch selbst aktiv in der Presse für ihre Rechte und treffen mit ihren Argumenten fruchtbaren Boden, da Gleichberechtigung vielen Norwegern sehr am Herzen liegt. Die sportlichen Erfolge einer Anette Sagen sprechen für sich. Die Misserfolge der meisten anderen Teilnehmerinnen bei internationalen Wettbewerben leider auch. Ohne das neueste Material, gute Trainingsverhältnisse und ein qualifiziertes Trainerteam kann man trotz gleichem Talents nicht mithalten und muss bei einer Sportart wie Skispringen, wo Kleinigkeiten Großes ausmachen, gnadenlos untergehen. Dementsprechend traurig anzuschauen sind die Wettkämpfe, ohne viel Spannung, da sich die gleichen 4, 5 Damen die Podestplätze immer wieder teilen, und so lange die Verhältnisse so sind, würde die Aufmerksamkeit, die Olympia mitsichbringt, dem Damenskispringen nur schaden, da die Mehrheit der Leute sich nur die (schlechten) Ergebnisse der Mehrheit des Starterfelds anschaut, ohne die Hintergründe zu kennen, und dann den Kritikern des Damenskispringens gern nach dem Mund redet: „Die Damen hätten eh nicht die Fähigkeiten der Herren und überhaupt sei Skispringen ja für Frauen furchtbar ungesund. Am besten lassen man sie gar nicht auf die Schanzen, und wenn es denn sein muss, dann nur auf die kleineren. K60 vielleicht.“ (Als Hinweis: Fast alle Wettbewerbe der männlichen Springer finden auf Schanzen mit mindestens K120 statt).
    Kurz und gut: Wenn das IOC wirklich gegen Diskriminierung ist, so sollte es sich dafür einsetzen, dass den Springerinnen in allen Mitgliedsländern diesselben Möglichkeiten geboten werden. Meinetwegen kann man da gern Druck machen, indem man damit droht, andernfalls auch die Herren von olympischen Wettbewerben auszuschließen.

  2. 2 Peter 14. Juli 2009 um 0:28 Uhr

    Ich finde die Begründungen des IOC oder von Einzelverbänden ein Geschlecht von bestimmten Sportarten auszuschließen auch fadenscheinig.

    Es gibt keinen rationalen Grund, warum Frauen nicht auch Skispringen sollten (und dann auch als olympische Disziplin).

    Ebensowenig gibt es rationale Gründe warum Männer kein Synchronschwimmen oder rythmische Sportgymnastik machen sollten. Oder Frauen beim Turnen z.B. vom Pferd ausgeschlossen sind, die Männer dafür vom Barren. Auch gibt es keine rationalen Gründe für die Abweichung der Kleidervorschrift zwischen Männern und Frauen beim Beach-Volleyball und anderer gemeinsamer Disziplinen.

    Man sollte wirklich mal auf Verbandsebene anfangen, den Sexismus der dahinter steckt ad acta zu legen und die sportlichen-athletischen Leistungen in den Vordergrund zu bringen.

    Beim Voltigieren klappt das doch auch.

  3. 3 Mia 14. Juli 2009 um 12:03 Uhr

    Nachtrag: Fällt mir jetzt erst auf. In der Überschrift des Artikels steht WM-Teilnahme. Die Damen wurden jedoch von den olympischen Spielen ausgeschlossen, nicht von der WM. An der haben sie dieses Jahr im Februar erstmals teilgenommen.

  4. 4 Roland 14. Juli 2009 um 13:12 Uhr

    [EDIT]
    Nee mal im Ernst – gibt es eine Begründung warum das IOC keine Damen zulässt ? Ich meine fürs IOC wäre es doch nur gut – noch mehr Zuschauer und davon leben die Olympischen Spiele ja.

  5. 5 leonie 14. Juli 2009 um 13:44 Uhr

    @Mia: Dein Argument das Frauen noch nicht „die Klasse“ haben wie Männer und deshalb nicht springen dürfen ist ein Trugschluss. Denn wenn sie nirgendwo mitmachen dürfen und dadurch auch kein Geld einbringen können, wird auch niemand in ihr Training investieren.

  6. 6 leonie 14. Juli 2009 um 14:08 Uhr

    @Roland:[Edit-Erklärung] Sexismus wird nicht witziger wenn man ein Smiley dahinter setzt!

  7. 7 blacky 15. Juli 2009 um 12:00 Uhr

    @leonie:
    wie Mia schrieb, wurde dieses Jahr die erste Frauen-WM im Skispringen veranstaltet, es geht also schon was.
    Eine erzwungene Olympiateilnahme wäre kontraproduktiv und würde dem Ansehen des Sports eher schaden als nützen.

  8. 8 leonie 15. Juli 2009 um 12:53 Uhr

    Ich weiß dass Frauen bei der WM mitmachen dürfen, ich habe auch schon darüber berichtet, s. oben.
    Ich sehe aber trotzdem nicht ein, warum eine Teilnahme kontraproduktiv wäre. ES WAÄRE GERECHT!
    Wie gesagt wenn sie diese Jahr mitmachen dürften, würde bei den nächsten Spielen keiner mehr auf die Idee kommen nicht in die Damen zu investieren. Was sollte sich denn an der Situation ändern wenn sie dann erst 2014 mitfliegen dürfen?
    Der erste Auftritt wird sicher egal zu welchem Zeitpunkt nicht der glanzvollste!

  9. 9 frankenstein 15. Juli 2009 um 13:08 Uhr

    verstehe auch nicht, wie man auf den gedanken kommen kann, gleichberechtigung an so etwas wie erfolg festzumachen. :-

  10. 10 leonie 18. Juli 2009 um 13:08 Uhr
  1. 1 Sommer in den Blogs « Maedchenmannschaft Pingback am 18. Juli 2009 um 18:24 Uhr

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