Archiv für Juli 2009

drei irische Frauen klagen ihr Recht auf Abtreibung ein

Wie bereits berichtet wollen drei irische Frauen ihr Recht auf einen Schwangerschaftsabbruch vor dem europäischen Gerichtshof für Menschenrechte einklagen. In Irland sind Abbrüche nur bei Lebensgefahr der Schwangeren legal.

Die Frauen Sie sehen in den irischen Regelungen u.a. einen Verstoß gegen das Recht auf Privatleben der Menschenrechtskonvention. Auch stellten sie eine verbotene Diskriminierung dar, weil begüterten Frauen ein Schwangerschaftsabbruch im Ausland leichter möglich sei als mittellosen Schwangeren.[…] Seit einer Verfassungsänderung von 1992 dürfen Frauen für einen Schwangerschaftsabbruch in andere Staaten reisen..

Der Europarat spricht sich zwar laut einer Resolution von 2002 für Abtreibungen aus und forderte jüngst Staaten auf, Frauen dieses Recht zu gewähren, Irland lässt die EU aber trotz restriktiven Abtreibungsgesetz gewähren. Nach dem irischen „Nein“ zum Lissabon-Vertrag betonten die Führungskräfte des Parlaments erneut, dass sich die EU in nationale Fragen zur Handhabung der Abtreibungsfrage nicht einmischen werde und bereit ist den Reformvertrag um weitere Garantien zu ergänzen.

Umso spannender wird also das Urteil, des Gerichtshofs erwartet. Stellt er sich auf die Seite der Menschenrechte oder hinter die Politik?

Der Gerichtstermin ist für Dezember angesetzt worden.

US-Häftlinge in Arizona – kein Recht auf Abtreibung

Sheriff Joseph Arpaio hat eine Mission. Im Südwesten Amerikas, genauer gesagt in Maricopa County/ Arizona, versucht er weiblichen Gefangenen ihr Recht auf eine sichere Abtreibung zu verwehren. Bisher mäßig erfolgreich, aber sein neuster Beschluss könnte dies ändern.

Wie die ALCU (American Civil Liberties Union) berichtet will Arpaio Häftlinge, die eine Abtreibung wünschen, für Transport und Sicherheitskosten selbstständig aufkommen lassen. Wohingegen alle anderen medizinischen Leistungen übernommen werden.

Arpaio ist der ALCU schon früher aufgefallen erstmals klagte sie 2005 gegen den Sheriff, da dieser Frauen erst nach einem Gerichtsbeschluss zur jeweiligen Klinik ließ. Der Prozess ging zugunsten der Insassinnen aus. Auch ein Widerspruch Aparios vor dem Surpreme Court scheiterte.

Nun will die ACLU erneut gegen Arpario vorgehen und wird hoffentlich auch dieses Mal Erfolg haben.

gefunden auf dem Blog „Gegen Abtreibungsverbot und christlichen Fundamentalismus“

Frauenrechtlerin im Iran verhaftet

„Vergangenen Freitag wurde die bekannte iranische Frauenrechtlerin Shadi Sadr auf offener Straße von einer Miliz angegriffen, in ein Auto gezerrt und an einen unbekannten Ort gebracht.“

Gender Happening und „Feminismus – Chancen on- und offline“ – Ein Resümee

Es ist zwar schon über eine Woche her, aber immernoch fällt es mir schwer, ein abschließendes Fazit zum „Gender is Happening“ zu finden. Damit ich aber nicht allen einzeln erzählen muss, wie es war, blogge ich doch mal was. ;) Insgesamt gesehen war das Gender is Happening eine bunt gemischte Veranstaltung, die sich bemüht hat, verschiedene Disziplinen, Menschen und Handlungsfelder einander näherzubringen. Dieses Aufeinandertreffen war gespickt mit Dialogen, Diskussionen und … Discomusik (jedenfalls am Schluss).

Fernab des typischen Kennenlernens (was im wesentlichen im Sushi-Essen, gemeinsam abhängen und dann zu Laura Mérrit gehen bestand) habe ich mir gezielt Veranstaltungen rausgepickt, die mich interessierten. Besonders beeindruckt hat mich „Poesie der schwarzen Frauenbewegung“ über May Ayim und Audre Lorde, sehr erheiternd war „Gegen den Strich lesen – Que(e)r Reading in SciFi und Jugendliteratur „ und „Vom Hardcore-Porno zur Postpornografie?“ aufgrund der Panelbesetzung eher schwierig (wobei ich mir seitdem eine Sitcom mit Manuela Kay als Hauptfigur wünsche).

Interessant auch fürs Mädchenblog war „Feminismus – Chancen on- und offline“: die Mädchenmannschaft (Verena Reygers und Katrin Rönicke) lud Teresa Bücker (Community-Managerin beim Freitag) und Julia Seeliger (grüne Bloggerin) ein, um über „Wege aus dem Nischendasein“ zu diskutieren. Verena und Katrin ging es dabei vor allem darum, Möglichkeiten des Feminismus aufzuzeigen und potentielle On- und Offline-Chancen zu diskutieren. Die Bestandsaufnahme war ernüchternd: es bloggen genausoviele Frauen wie Männer, bis auf dass die Frauen nicht so sichtbar sind, bzw. nicht in die (von Männern gemachten) Blogcharts kommen (Frage am Rande: hat dazu jmd. ne Quelle?). In dem Zusammenhang wurde auch über die republica09 mit ihren Platzhirschen geredet und neue Anstösse für Verbesserungen gesammelt. Auch wurden ein paar Sätze übers Mädchenblog gesagt (von mir, weil ich doch nicht so anonym unterwegs war, wie ich dachte).

Heraus kamen ein paar gute Ansätze für feministische Chancen in der Netzkultur und darüber hinaus:

  • Frauen sollten mehr bei anderen Frauen kommentieren! Die meisten Kommentare schreiben immernoch Männer.
  • Die Vernetzung muss weiter voran getrieben werden! Ein gutes Beispiel dafür ist die Facebook-Gruppe „Girls on Web Society“
  • Frauen müssen mutiger werden beim Bloggen! Doofe Kommentare ignorieren und trotzdem weitermachen!
  • Der Sprung zurück in klassische Printmedien und Offlinemedien (Tageszeitungen, Veröffentlichungen, …) muss geschafft werden, um das Thema weiter voranzutreiben!

Gefehlt hat mir leider in der ganzen Diskussion der queere Ansatz, zu oft gab es für meinen Geschmack die Ausdifferenzierung in „Frauen“ auf der einen und „Männern“ auf der anderen Seite (ok, ich habs ja auch selber nicht eingebracht). Trotz allem Pragmatismus würde ich vorschlagen, bei der ganzen Debatte in Zukunft eher die dekonstruktivistisch-queere als die differenzfeministische Brille zu wählen. Bei allen Gedanken über „Frauen“ und „Männer“ im Web stelle ich mir immer die Frage, wo denn die ganzen Transbois, -grrrls, Transgender, Intersexpersonen und co.*** abbleiben. Die Heteronormativität schlägt auch dort eine weitere dicke Kerbe ins Kerbholz.

Zu erwähnen wäre auch noch folgendes: Heide Oestreich hat in ihrem eher bruchstückhaften Artikel in taz online ihre Eindrücke geschildert, der für mich wie eine lose Assoziationskette von kontroversen Fetzen anmutet (zumal der Rechtschreibfehler: „THeresa Bücker“). Da ist der Sprung in die Offlinemedien eher nicht so gelungen.

Also doch lieber bei Verena, Katrin, Teresa oder Julia lesen! Oder hier bei uns! Oder gleich den Gender-Planeten! Alternativ könnt Ihr mir auch auf Twitter folgen.

Italien will international gegen Abtreibungsrechte kämpfen

Aus dieStandard.at

Die Abgeordnetenkammer in Rom hat einen Antrag verabschiedet, mit dem die italienische Regierung aufgerufen wird, sich bei der UNO für ein weltweites Moratorium bei Abtreibungen einzusetzen.

Sinn und Zweck der ganzen Sache

Mit einer Resolution soll die UNO den Schwangerschaftsabbruch als Mittel zur demografischen Kontrolle verurteilen und das Recht jeder Frau anerkennen, nicht zur Abtreibung gezwungen zu werden. Die Vereinten Nationen müssen das Recht der Gezeugten anerkennen und Maßnahmen ergreifen, die die wirtschaftlichen und sozialen Ursachen des Schwangerschaftsabbruchs bekämpfen“

Das die italienische Regierung und Menschenrechte nichts gemein haben, dürfte bisweilen jedem bekannt sein. Wenn wundert es also, dass sie sich nun auch die Rechte jeder einzelnen Frau in Frage stellen.
Vielleicht lässt sich vor Italien ja auch eine Insel mit hohen Zaun und wenig Platz für die „bösen Frauen“ finden, die ihr Recht auf Selbstbestimmung doch einforderten oder noch einfordern.[Ironie, für alle die es sich nicht gleich denken konnten]

Meine ungeteilte Verachtung allen (italienischen) „Lebensschützern“ !

Veranstaltung zu Antivergewaltigungskondom in Berlin

In Berlin gibt es nächste Woche eine Veranstaltung mit Sonette Ehlers, der Entwicklerin von Rape-Axe, dem Antivergewaltigungskondom.

Terre des Femmes präsentiert:

„Ich wünschte, ich hätte da unten Zähne…“,

Dieser verzweifelte und tränenerfüllte Hilferuf eines jungen südafrikanischen Mädchens, das gerade eine Vergewaltigung überlebt hatte, war der bescheidene Anfang eines einzigartigen Produkts: Rape-Axe, das erste Anti-Vergewaltigungskondom für Frauen.
In zahlreichen Ländern der Erde haben Frauen wenige oder gar keine Rechte, während ihre sexuelle Ausbeutung und Misshandlung trauriger Alltag ist und nur selten zu Verurteilungen der Täter führt. Um dagegen ein Mittel zu schaffen, entwickelte Ehlers, die als medizinisch-technische Assistent in in Kleinmond, Südafrika arbeitete, in jahrelanger Arbeit und mit Hilfe von Professoren und Ingenieuren Rape-Axe
Rape-Axe ist eine Art Kondom, welches sich bei einer Vergewaltigung am Penis des Täters feshakt und nur chirurgisch entfernt werden kann. Der immense Schmerz für den Täter und der Überaschungseffekt, geben dem Opfer Zeit zu entkommen. Der Täter muss einen Arzt konsultieren, um das Rape-Axe entfernen zu lassen und lässt sich somit als Vergewaltiger überführen.
Sonette Ehlers sprach mit unzähligen Vergewaltigungsopfern und führte über viele Jahre Interviews mit den Tätern in südafrikanischen Gefängnissen, um herauszufinden, wie diese denken, ihre Opfer auswählen und attakieren. Sie wird an diesem Abend ihre Erfindung vorstellen, berichten welche Erfahrungen sie mit Vergewaltigungsopfern sowie Tätern gemacht und wie die weltweite Öffentlichkeit auf ihre Erfindung reagiert hat. Anschließend gibt es eine offene Fragerunde.

Datum: 20.07.09
Ort: Haus der Demokratie und Menschenrechte, Greifswalder Straße 4, 10405 Berlin
Zeit: 19:00-21:00 Uhr
http://www.antirape.co.za
www.frauenrechte.de

Hier gab es schon mal einen Beitrag im Mädchenblog dazu.

Sexist des Tages – Marcel Reich-Ranicki

Die FAZ fragt und Marcel Reich-Ranicki antwortet. Was er sich in diesem Fall, meiner Meinung nach, hätte sparen können.

Schreiben Männer besser als Frauen?

Marcel Reich-Ranicki: Homer, Sophokles, Euripides, Horaz, Ovid, Vergil, Dante, Petrarca, Molière, Corneille, Racine, Shakespeare, Cervantes, Calderón, Voltaire, Goethe, Schiller, Balzac, Stendhal, Flaubert, Puschkin, Dostojewskij, Tolstoi, Proust, Brecht. Sie alle waren Männer. Genügt die Antwort?

Die Mädchenmannschaft sammelt indessen Namen großer weiblicher Literatinnen.
Und ich frage mich ob man Reich-Ranicki wirklich erklären muss, voran es lag oder liegt, dass vor allem Männer die „großen Schriftsteller“ werden könnten oder können.

Lieber Marcel, schon mal was von struktureller Benachteiligung gehört!

Zu faul, zu blond, zu Frau

Zu faul, zu blond, zu Frau

Heide Oestreich analysiert warum das Geschlecht der FDP-Politikerin Silvana Koch-Mehrin, bei der Wahl ins Präsidium des EU-Parlaments entscheidend war.

FGM

Täglich 8.000 Mädchen genital verstümmelt

DieStandard.at liefert Zahlen und Fakten zu weiblicher Genitalverstümmelung.

lad.i.y.fest berlin – diese woche!!

diese woche findet in berlin das lad.i.y.fest 2009 statt!! vom 16.-19.07. gibt es workshops, konzerte, vorträge, diskussionen, filme, .. in hülle und fülle!! das programm ist jetzt online!