Archiv für August 2009

Heftige Debatte um 30-Jahr-Feier der Abtreibungsklinik Pro:Women in Wien

In Wien hat sich aufgrund der 30-Jahr Feier für die Abtreibungklinik pro:women ein heftiger Widerstand der katholischen Kirche, vertreten durch den Wiener Erzbischof Christoph Schönborn, formiert.
„Das 30-jährige Bestehen einer Abtreibungsklinik, in der tausende Kinder ums Leben gekommen sind, kann doch kein Grund zum Feiern sein“, lässt der St. Pöltener Diözesanbischof Klaus Küng verlauten.
Eingeladen wurde das Ambulatorium durch die Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely, SPÖ. Der Empfang sollte am kommenden Donnerstag im Stadtsenatssitzungssaal des Rathauses stattfinden. Ein erzürnter Brief des Erzbischofes an den amtierenden Bürgermeister Michael Häupel reichte aber aus, um die Feier aus technischen Gründen, selbstverständlich, von Stadtsenatssitzungsaal in den Radhauskeller zu verlegen. Außerdem lud der Geistliche den Staatsmann auf ein Gespräch ein „um über die Umsetzung der flankierenden Maßnahmen zur Fristenlösung zu reden.“ Dieses Treffen soll nun am 9.9 stattfinden.

Durch die erneute Diskussion um die österreichische Fristenlösungen scheinen vor allem Abtreibungsgegner_innen wieder im Aufwind zu sein. So brachen dieses Wochenende Unbekannte in die Klinik am Fleischmarkt ein.
Auch die ÖVP Familienstaatssekretärin Christine Marek macht sich öffentlich Gedanken über eine „Bedenkzeit“ vor Abbrüchen.

Die praktizierenden Ärzte fordern hingegen Schutzzonen, um den Frauen einen Abbruch fern ab vom „psychischen Terror“ durch Lebensschützer_innen zu ermöglichen, und halten nur wenig von „Bedenkzeiten“.

Eine Bedenkzeit hält der Gynäkologe Fiala für nicht notwendig: „Die Frauen, die zu uns kommen, haben ihre Entscheidung getroffen.“

In dieser aufgeheizten Stimmung dürfte den katholischen Abtreibungsgegner_innen der angekündigte Papstbesuch vom 7-9.September sehr gelegen kommen.

Vermeidbarer Tod

Über einen erschütternden Todesfall berichtet heute die taz.
Julio Canales, ein 42jähriger Venezolaner, ist am Wochenende in einem Berliner Krankenhaus an Aids gestorben. Was nach einem traurigen, aber nicht ungewöhnlichen Todesfall klingt, ist ein skandalöses Beispiel für die rassistische Politik der BRD. Julio Canales lebte seit zwanzig Jahren illegal in Deutschland. Aus Venezuela war er unter anderem geflohen, weil seine Familie ihn wegen seiner Homosexualität verstoßen hatte. Als Papierloser hatte er Angst, einen Arzt oder eine Ärztin aufzusuchen – falls diese ihn meldet, hätte ihm die Abschiebung gedroht. (mehr…)

Satire-Fail

Böses Satire Fail bei der „Welt“: Warum Frauen nicht Amok laufen können.

Via Bikini Kills Keller

Bevölkerungspolitik

Schon war infolge besserer Hygiene und geringerer Sterblichkeit ein großer Teil des Planeten überbevölkert.
In zwei Dritteln von China, in weiten Gebieten Indiens gab es kein Land mehr zur Bebauung. Schon hatten die Straßen durch die Reisfelder eine Breite von kaum noch neunzig Zentimetern, und auch an diesen schmalen Pfaden nagten die Bauern, bis die unterhöhlten Pflastersteine absanken.
Sogar im weiträumigen Russland, da die Sexualmoral Geburten nicht beschränkte, befürchtete man Mangel an Land schon für die übernächste Generation.
Dennoch drängten überall Industrieführer, imperialistische Politiker auf Bevölkerungszuwachs. Leben musste für ihre Zwecke im Überfluss vorhanden sein, musste billig sein. War billig. Finanzierte zum Beispiel einer einen Ozeanflug, ein Freikorps oder sonst dergleichen, so konnte er sich kaum retten vor dem Gedränge derer, die bei schlechter Chance bereit waren, ihr Leben zu wagen für ein bisschen Geld oder Tagesruhm.[…] Der Staat selber tat alles um den Kurswert des Lebens zu drücken. Seine Justiz, die Tötungen vornahm und politischen Mord kaum bestrafte, die Art, wie er falsch verstandenen Patriotismus, wie er den Wehrgedanken hätschelte, das alles untergrub die Idee vom Wert des Lebens. Schätze der Staat das entstandene Leben sehr gering ein, so verteidigte er mit um so größeren Nachdruck das entstehende, das keimende Leben. Eine solche Gesetzgebung schien unlogisch, war es aber nicht. Gerade um den Kaufpreis der Ware Leben niedrig zu halten, bestand der Staat auf Gebärzwang statt auf Gebärverhinderung.

Lion Feuchtwanger „Erfolg“ 1927-1930, Aufbau Taschenbuch

Fanzine from Israel

Im aktuellen Missy Mag wird „Fallopian Falafel“, ein feministisches Fanzine aus Jerusalem vorgestellt. Die aktuelle Ausgabe zu Schwangerschaft & Abtreibung gibt es als Download. Eine Facebook-Gruppe gibt auch.

Was wir schon immer über Pornos wissen wollten… oder vielleicht doch nicht

Bis heute hab ich eigentlich nicht verstanden, weshalb es den Begriff „sex positive feminism“ überhaupt braucht. Alles andere wäre ja eigentlich absolut sinnlos.
Und auch, wenn man bei der Emma hin und wieder den Kopf schütteln muß (manchmal mehr, manchmal weniger heftig), so kann man sie doch nicht als sexuell beschränkend abtun.
Ist aber alles harmlos.
Geht nämlich noch besser: auf dem Blog von Luise F. Pusch befindet sich ein Eintrag, der kurz den feministischen Pornofilmpreis sowie die Herkunft des Wortes „prüde“ anspricht. So weit, so gut.
Dann wendet man sich den Kommentaren zu. Die sind um einiges… ähm… naja, sagen wir mal, ich persönlich würde sie jetzt weniger unter sex positive feminism einordnen… *hüstel*

Da werden ganz schön happige Theorien aufgestellt. (mehr…)

nrrrdz!

ihdl & Marlen reden über Feminismus & Netzkultur.

Patriarchat und so.

Hinweis bei „Emanzipation oder Barbarei“ auf weibliche Führungskräfte.

Muschiballett

Frisch online gestellt: Missy-Interview mit Muschiballett.

Heart Core

Trouble X hat ein neues Zine gemalt und läd jeden Tag eine Seite hoch. Juhuuuuuuu!