Archiv für August 2009

Chiemsee sexism summer

Mal wieder ein Hinsweis auf anderswo gebloggtes, das sich leider mit dem zurückliegenden Wochenende erledigt hat, gleichzeitig an Aktualität nichts einbüßt: Verschiedene Gruppen aus dem süddeutschen Raum haben den Organisator_innen des Chiemsee Reggae Summer (CRP Konzertagentur GmbH) einen offenen Brief zukommen lassen, in welchem die Einladung von Künstlern, die zu homophober Gewalt auffordern und einen rabiaten Sexismus an den Tag legen, kritisiert wird. Auch die Zustände auf dem Festival sind Thema – was mE einen wichtigen Punkt darstellt, da allzuviele Freund_innen der Reggae- und Dancehall-Szene sich gerne verbal von den problematischen Künstlern distanzieren und damit jeglichen Verdacht auf szeneinterne frauenfeindliche und homophobe Strukturen ablenken.

Im Brief heißt es: (mehr…)

Aktion gegen Kreuz.net

Das rechte Sammebecken Kreuz.net zeichnet sich unter anderem durch extremen Frauenhass und Hetze gegen den legalen Schwangerschaftsabbruch aus. Politblogger will jetzt auf den_die Provider_in Druck machen – zwar weniger aus feministischer Motivation, aber vielleicht interessiert es ja doch die Eine oder den Anderen mitzumachen: http://www.politblogger.net/aktion-gegen-kreuznet/

auf den punkt gebracht

gesehen bei indexed.

Lachen oder weinen? Sexismus und Rassismus auf Wahlplakaten der Grünen Kaarst

Einen triftigen Grund, kein Grün zu wählen, lieferten neulich die Grünen Kaarst mit ihrem Griff ins tiefste rassistische und sexistische Klo auf einem ihrer aktuellen Wahlkampfplakate:

Wahlplakat der Gruenen Kaarst rassistisch

Die Seiten „Der braune Mob“ und „Mut gegen rechte Gewalt“ berichteten, auch von der Initiative Schwarzer Deutscher (ISD) gibt es eine Stellungnahme. Die Grünen Kaarst erdreisten sich sogar noch, das Motiv zu verteidigen und „Überzeugungsarbeit zu leisten“, denn als brave Grüne = Antirassisten sind sie unfehlbar.

Viele unglaublich dreiste Aussagen tummeln sich in der vor 2 Tagen veröffentlichten Stellungnahme der Grünen Kaarst, etwa die Aussage, dass Grüne mit grünen Grundsätzen nicht rassistisch sein können, der Versuch einer Loslösung des Motivs des Schwarzen Pos aus dem Kontext (was nicht geht, wie wir alle wissen), die Betonung von „guter“ Absicht als Gegenüberstellung zur „bösen“ Rezeption (schonmal was von Kommunikationstheorien gehört?) und die Behauptung, dass dieses Motiv gar antirassistisch sei (sic! – Da ist Euch aber ein Coup gelungen… NICHT). So gefährlich können mangelnde Reflektionsfähigkeit und der Glaube an die eigene Unfehlbarkeit sein!

Als ob das „Po-Motiv“ der Grünen Kaarst mit ihrer schockierenden Verschränkung aus Rassismus und Sexismus nicht genug wäre, glänzen sie noch mit einem anderen Motiv zu Schlankheitswahn:

Wahlplakat der Gruenen Kaarst Schlankheitswahn

51 Kilo sind wirklich wenig für den durchschnittlich großen, ausgewachsenen Mensch. Ob sich die Grünen Kaarst jemals Gedanken über Essstörungen, Schlankheitswahn, Lookism und dergleichen gemacht haben? Wohl eher nicht.

Ich bin jedenfalls unglaublich schockiert.

Im Knast wegen Hosen

Anfang Juli wurde im Sudan die Journalistin Lubna Hussein und weitere Frauen wegen Tragen von Hosen verhaftet.

Zehn Hiebe plus umgerechnet 100 Euro setzte der Al-Sagana-Schnellgerichtshof zwei Tage später fest, die sofort vollstreckt wurden. Zehn Frauen, unter ihnen drei minderjährige Mädchen im Alter von 16 und 17 Jahren, akzeptierten das Urteil, weil sie kein Aufsehen wollten und „um die Sache hinter sich zu bringen“, wie eine der Betroffenen später angab. Drei jedoch widersprachen, verlangten einen Anwalt und ein ordentliches Gerichtsverfahren – unter ihnen Lubna Hussein.

Hier kann man eine Petition unterzeichnen, um sich für sie einzusetzen. Und dabei geht es um mehr als nur diesen speziellen Vorfall:

Harassment of women by POP is very common in Sudan, but yet extremely under-reported. PoP are often abusive. Many women lack knowledge of their rights, fear social stigma and therefore do not resist the consequences of going to a police station, having a criminal charge against them and signing a paper that says that they will not repeat the offence. In addition, the bail of $100 is a load that the vulnerable and poorest women cannot pay easily.

Über The F-word

Sexy Abstinenzler


„I‘m sexy enough to keep you waiting“ – den Spruch kann man jetzt auf nem T-Shirt vor sich hertragen, falls man die Welt wissen lassen muß, daß man keinen Sex vor der Ehe will und trotzdem „sexy“ ist.
Gilt natürlich nur für Frauen.
Wer „den Mann nicht zum Warten bringt“, ist dann halt nicht sexy genug. Oder so.
Ich find’s ja schon komisch, daß es vielen wichtig ist, daß Feminismus als „sexy“ gilt (find ich ja auch, aber geht’s darum wirklich?), aber anscheinend muß jetzt auch Abstinenz mit einem „Aberaberaber… wir sind doch auch sexy!!!“ beworben werden.
Frage: Sexy – für wen? Was IST eigentlich sexy? Und warum muß man das überhaupt ständig sein?

Über Feministing.

Restaurantkette „Hooters“ eröffnet in Berlin

Nach Neunkirchen, Bochum und Düsseldorf, darf sich nun auch Berlin damit „rühmen“ ein „Hooters„-Restaurant zu besitzen.
Die amerikanische Kette eröffnete dort kürzlich ihr erstes Lokal. Markenzeichen des Unternehmens sind die „vollbusigen und knapp bekleideten Kellnerinnen“, die Hooters-Girls. Kulinarisch versorgt das Restaurant seine Gäste mit Burgern, Pommes und zahlreichen Softdrinks.
Was man sich unter diesem Burger-Lokal nun genau vorzustellen hat verrät uns jetzt.de-Autor Florian Lamp:

Cola für die Kids, Salat für Mama und Titten für Dad – ein Konzept, das in den USA funktioniert und jetzt mit einer weiteren Filiale in Berlin auch in Deutschland auf seine Funktionalität getestet wird.

Sexismus?
Geschäftführer Uwe Günther sieht die Sache anders:

Die Frauen, die hier arbeiten, werden laut Uwe Günther nach Tarif bezahlt, verdienen aber wesentlich besser als Bedienungen in anderen Restaurants, weil die Trinkgelder weit höher ausfallen als anderswo. Beide Geschäftsführer hätten „keine Probleme, hier selbst zu bedienen“, wenn sie denn Frauen wären. „Und wenn wir irgendwann Töchter hätten, die bei Hooters arbeiten möchten, dann wäre das absolut okay für uns. Das sind doch alles nur blöde Gerüchte, dass hier nach Körbchengröße eingestellt wird. Hier muss sich niemand beim Vorstellungsgespräch in eine Hooters-Uniform zwängen und dann vorm Schreibtisch auf und ab hopsen. Das ist völliger Quatsch.“

Feministing hat schon mehr Erfahrung mit der Kette gemacht und berichtet über nicht so schöne Dinge.

Let’s face it, Hooters is one of my least favorite companies in America. They cater to the lowest common denominator of male arousal via normative white beauty standards and create spaces where women are objectified. They also serve crappy food. And while this story isn‘t surprising (unfortunately), it is disgusting.

A young women suffered a severe life threatening attack and since the physical signs of the attack were apparent, Hooters said she was not fit to work. The world according to Hooters, this is totally logical right? The world according to common sense, I think this is actually-inhumane.

Auch das Handbuch für Hooter-Girls weißt gewisse Unklarheiten auf

I wasn‘t too shocked to find that Hooters restaurant has a statement in their handbook that employees are required to sign stating that — while harassment isn’t tolerated — they acknowledge that the concept of Hooters is based on female sex appeal, and that the environment is one where “joking and innuendo based on female sex appeal is commonplace.”

So they don’t dig harassment, but you can’t complain if you’re harassed.

Wir dürfen also gespannt sein was uns das neue Restaurant bringen wird.

Sex > Religion

Die Mädchenmannschaft macht auf eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts Karlsruhe aufmerksam, nach der sexuelle Aufklärung in Schulen wichtiger sei als die religiösen Gefühle und Belange von Schüler_innen, Lehrer_innen, Familien.

Fixierte Geschlechterrollen

In Österreich hält sich das traditi­o­nelle Rollenverständnis hartnäckig – einer aktuellen Umfrage zufolge hat sich in den letzten 14 Jahren nicht allzuviel verändert. „Immerhin“ befürworten 72% der Befragten berufstätige Frauen… >>>dieStandard.at

Moderner Feminismus: unlogisch, unnötig und böööööse

…laut Satoshi Kanazawa zumindest.
Die Überschrift seines Artikels lautet wirklich und wahrhaftig so: Why modern feminism is illogical, unnecessary, and evil.
Irgendwie fast schon niedlich.
Auf Überraschungen braucht man aber nicht zu hoffen, schon die Unterüberschrift (nennt man das so?) spielt die Uraltleier ab, die man schon tausende Male gesehen hat, diesmal auch noch möchtegernwitzig verpackt:

Feminism is the radical notion that women are men

*gähn*
(mehr…)