Archiv für Oktober 2009

Das „ungeborene Leben“ und die Klospülung

Wäre die befruchtete Eizelle wirklich ein fertiger Mensch, müsste jeder Spontanabort (rund 10% aller Schwangerschaften) der ins Klo geht, zu umfangreichen Suchaktionen in den Abwasserleitungen und anschließenden Trauerfeiern führen.

Wären bereits Ei oder Sperma menschliches „Leben“ dann beginge jeder onanierende Mann millionenfachen Massenmord und der zölibatäre Klerus stünde womöglich als kriminelle Vereinigung vor dem „Gottesgericht“.

Jutta Ditfurth

via RAW – .at/tack

Antisexismus & Männlichkeit

Im Rahmen der Wiener Studierenden Proteste sind binnen kürzester Zeit regelrechte Grabenkämpfe um (Anti-)Sexismus und (Anti-)Feminismus entbrannt. Die Thematisierung von androzentrischen Podien, Redner(sic!)listen, Machoverhalten, Unsichtbarmachung von Frauen, akuten Übergriffen, homophoben Beleidigungen und Wandinschriften, grenzüberschreitenden Männlichkeitsinszenierungen, heterosexistischen Ansagen usf. lässt derzeit auf der unibrennt-Homepage, Facebook und Twitter ebenso wie im besetzten Hörsaal die Emotionen hochkochen.1 Konkrete Beispiele der AG Frauen* für das sexistische Standardrepertoire:

* „Ausziehen“, „Schleich dich du Hure“, Buh – Rufe aus dem Plenum während (antisexistische) Redebeiträgen von Frauen
* Sexistische Wortmeldungen am Mikrophon während und nach dem Plenum
* Nackte Männerkörper und Schwänze auf der Bühne
* Sexistische Wortmeldungen im Chat während dem Livestream
* Sexistische Angriffe gegen Frauen: „Ihr seid sogar zu schiach [dh. zu hässlich] um euch zu missbrauchen“
* Sexisten auf der Bühne, bei Reden, als Musiker
* Sexuelle Übergriffe im Schlafsaal
* Sprüche zur sexuellen Verfügbarkeit von Frauen während der Besetzung, in Foren, im Chat,…zb.: „Ich habe gehört es gibt hier ein Puff“
* Vortragende am Podium sind ausschließlich männlich (Quote fordern aber selbst nicht einhalten??)

Das sind keine Wienspezifischen Zustände, sondern begegnen in vielerlei politisierten Strukturen ebenso wie im Alltag. Besonders interessant fand ich in diesem Zusammenhang jedoch ein indymedia Posting eines „Mannes“, den ich zumindest in seiner virtuellen Identität als solchen ernst nehmen möchte und den Text euch nicht vorenthalten möchte, weil ich denke, dass er Bände spricht. Und weil ich denke, dass es eine Aufgabe profeministischer Männlichkeiten sein kann, nicht nur sexistisches Verhalten zu vermeiden, sondern Männlichkeitsdynamiken aktiv zu thematisieren und sich selbst dabei nicht auszusparen: (mehr…)

Männerkongreß 2010

Nächstes Jahr in Düsseldorf soll ein Männerkongreß stattfinden. Thema:
„Neue Männer – muß das sein? Über den männlichen Umgang mit Gefühlen.

Ich muß sagen, schon das Bild irritiert mich ein wenig… der Titel auch. Aber egal.
Allerdings mischen da auch Leute von der „Niersteiner Erklärung: Befreiungsbewegung für Männer“ mit. Diese Autorengruppe hat des Buches Befreiungsbewegung für Männer fabriziert, das beispielsweise die Kapitel „Die Opferverliebtheit des Feminismus
oder: Die Sehnsucht nach traditioneller Männlichkeit“,
und (ganz groß!!!) „Gender Mainstreaming
oder: Die Hydra im trojanischen Pferd“
, enthält.

Nix gegen einen Männerkongreß per se – aber braucht die Welt wirklich so einen???

Über Bikini Kills Keller.

Mein Resümee (4 Thesen + 4 Anti-Thesen) zu den Diskussionen in den threads zu „Feminismus und BDSM“ sowie „Sex wars beim Mädchenblog“

Da ich zur Abwechselung auch mal wieder arbeiten muß, hier mein Resümee der Diskussionen in den threads zu „Feminismus und BDSM (Sadomasochismus) – unvereinbar“ (Mirabella am 30.09. – bisher 619 Kommentare) sowie „Sex wars beim Mädchenblog“ (TaP am 15.10. – bisher 380 Kommentare)

[Da es in dem sex wars-thread auch schon wieder unübersichtliche nahezu 400 Kommentare gibt und sich die Diskussion mittlerweile um Knast und Lohnarbeit und welche wann was zu diesem Thema (Knast/Lohnarbeit) gesagt und gemeint hat, dreht, und ich auch schon eine mail erhalten habe, daß sich in dem thread nur noch mühselig scrollen lasse, poste ich mein hiesiges Resümee als neuen Beitrag.]

I. Dissenspunkte

Thesen des möchte-gern-„emanzipatorische[n] Kollektiv[s]“ meiner KritikerInnen:

1. An dem, was wir sind, können wir nur wenig bis gar nichts ändern.
2. Deshalb ist politische Agitation (im sexuellen Bereich) zu unterlassen.
3. Sexualität ist nicht an politischen Maßstäben zu messen.
4. Die Spiel-Realität von BDSM und die sonstige Realität lassen sich trennen.

Meine Anti-These:
1. Wir sind Produkte der widersprüchlichen und daher immer dynamischen gesellschaftliche Verhältnisse. Alles, was geworden ist, ist – vielleicht nicht immer ‚rückgängig‘ zu machen, aber sehr wohl – erneut änderbar.
2. Politische Agitation kann in jedem Feld – nicht nur im Feld der Sexualität – fehlschlagen und unerwünschte Effekte hervorrufen. Dies spricht aber nicht dafür, politische Agitation schlicht zu unterlassen.
3. Das Private und damit auch das Sexuelle ist politisch.
4. Die Trennungsthese ist Wunschdenken. Die empirischen Belege und auch die Ausführungen von Seiten meiner KritikerInnen selbst (seltene ironische Brechungen; häufig eindeutig fixierte Rollenpräferenz für den sub- oder dom-Part) deuten eher darauf hin, daß BDSM die herrschenden Verhältnisse reproduziert.

Es folgen die Begründungen zu den Thesen und Antithesen (dies – leicht gekürzt – als tabellerische Übersicht auf 3 Seiten als .pdf-Datei gibt es hier) sowie die Abschnitte:

II. Der schwache Konsenspunkt
III. Die politisch-theoretischen Grundpositionen meiner „emanzipatorischen“ KritikerInnen
(Ich ziere schon mal:
earendil: „‚Überzeugter Christ‘ bin ich bekanntlich auch.“; ADA: ‚Ich bin kein Feminist‘; l: „das zentrale problem ist der kapitalismus. sehr viele probleme in bezug auf das männer-frauen-verhältnis erledigen sich mit seiner abschaffung.“; laylah: „abgesehen davon, dass ich überhaupt keinen feministischen maßstab habe: […]“; -
weitere Zitate dann dort)
IV. Noch mal kurz zur Erinnerung – Was war eigentlich die Position, für die ich argumentierte und an der ich festhalte?
(Springe bei Interesse alternativ sogleich dort hin:
TaP – 23. Oktober 2009 um 17:48 Uhr und dort hin:
TaP – 09. Oktober 2009 um 0:23 Uhr)
V. Abschlußbemerkung

Vorab sei aus den Reihen derjenigen, die nicht einer der beiden Positionen zuzuordnen sind, die Position von dodo (17.10.; 22:25 h) zitiert:

Sie hatte aber nicht gesagt, daß BDSM außerhalb feministischer Kritik stehe, sondern, daß „BDSM […] nicht ‚antifeministischer‘ als sex im allgemeinen“ sei.
Und sie hat außerdem gesagt:
„[…] das heißt ja nicht, daß man sich keine (selbst-)kritischen gedanken machen kann/soll. […]. allein die erkenntnisse, die man dadurch über sich selber und gleichzeitig auch über das umfassendere thema (reproduktion von herrschafts/rolle/…-verhalten im sexuellen bereich) gewinnt, sind…nunja, ein gewinn eben. sicher mag das nicht immer der fall sein: es dreht sich darum, wie man damit umgeht, ob man bezüglich des eigenen (auch sexuellen) verhaltens scheuklappen anlegt oder ob man mit sich ehrlich ist, ob man angst vor neuen erkenntnissen hat oder lernt, diese (und die daraus resultierenden konsequenzen) zu begrüßen.“

Zu den Nuancierungen zwischen den beiden Positionen siehe auch noch meine Antwort (TaP – 22.10.; 22:44 h) auf Emily (22.10.; 19:39 h).

(mehr…)

11:4

Die MinisterInnen der neuen schwarz-gelben Regierung stehen fest und was sieht man da?
Vor allem Männer, genauer gesagt 11 Männer, 4 Frauen und eine Kanzlerin.

Staatliches Bordell in der Schweiz?

Nicole Wehrle von der Aidshilfe Basel: «Wenn der Staat ein Bordell einrichten würde, in dem Minimalstandards gelten, so wäre allen gedient.».
Die Mädchenmannschaft applaudiert.

Feminismus, Freiheit & Revolution


Die organisierten Frauenbefreierinnen sind eine Minorität mit großer Publicity; wo immer ein feministisches Thema diskutiert wird, sieht man die gleichen Gesichter. Selbstverständlich werden sie als Führer einer Bewegung bezeichnet, die im wesentlichen führerlos ist. Sie sind auf dem Weg zu einer revolutionären Strategie nicht viel weiter als ehedem; Demonstrieren, Zusammenstellen von Leselisten und Komiteearbeit sind nicht in sich selbst befreites Handeln, besonders dann nicht, wenn sie weiterhin im Dunstkreis aus Hausarbeit und weiblichen Tricks gedeihen. Als Mittel zur Erziehung von Menschen, die ihre Befreiung selber aktiv in die Hand nehmen müssen, ist ihre Wirksamkeit begrenzt. Der Freiheitsbegriff dieser Befreiung ist nichtssagend; schlimmstenfalls bemißt er sich an der Situation der Männer, die selber unfrei sind, und bestenfalls bleibt er unartikuliert in einer Welt sehr beschränkter Möglichkeiten. Auf der einen Seite findet man Vorkämpferinnen der Frauenbewegung, die dem Gedanken der Gleichheit dienen, der „sozialen, gesetzlichen, beruflichen, ökonomischen, politischen und moralischen“ Gleichheit; ihr Gegner ist die Diskriminierung, ihre Methoden sind Wettbewerb und Forderung. Daneben gibt es solche, die das Ideal eines besseren Lebens hätscheln, das sich einstellt, wenn durch die richtigen politischen Mittel ein besseres Leben für alle garantiert ist. (mehr…)

Schwedische LutheranerInnen unter lesbischer Führung für Homo-Ehe

Schwedische LutheranerInnen unter lesbischer Führung für Homo-Ehe – die Frankfurter Rundschau berichtet: (mehr…)

Autorin Seyran Ates zieht sich aus der Öffentlichkeit zurück

Die türkischstämmige Autorin und Rechtsanwältin Seyran Ateş will sich nach einer Serie von Morddrohungen komplett aus der Öffentlichkeit zurückziehen. Dies teilte gestern ihr Verlag „Ullstein“ mit.
Ateş war besonders auf dem Gebiet der Frauenrechte aktiv gewesen. Ihr kürzlich erschienenes Buch „Der Islam braucht eine sexuelle Revolution“ soll für die Morddrohungen verantwortlich sein.

Seyran Ateş war Mitglied der Deutschen Islamkonferenz und nahm am Integrationsgipfel der Bundesregierung teil.
Ihr Einsatz galt vor allem, der besseren Prävention von Ehrenmorden und Zwangsverheiratungen. Von sich Reden machte sie auch, als strikte Gegnerin des Kopftuches.

Hier ein Brigitte Interview mit Seyran Ateş , indem sich sich zur Zwangsehe und Integration äußert.

Republicans in Congress

Eine kleine Vorstellungsrunde der miesesten republikanischen PolitikerInnen.