It´s in the blood

Ein Guardian Artikel beschäftigt sich mit dem Thema Menstruation. Genauer gesagt mit „menstrual activism“. Dieser Begriff beschreibt eine Bewegung die das Tabu-Thema Periode aufgreift und zeigt, das es weder ekelig noch peinlich ist zu bluten, sondern einfach normal.


29 Antworten auf “It´s in the blood”


  1. 1 Anne 07. Oktober 2009 um 10:56 Uhr

    Dieser Begriff beschreibt eine Bewegung die das Tabu-Thema Periode aufgreift und zeigt, das es weder ekelig noch peinlich ist zu bluten, sondern einfach normal.

    Dann bin ich wohl krank…

  2. 2 msau 07. Oktober 2009 um 11:37 Uhr

    @Anne
    Wie kommst du drauf?

  3. 3 laylah 07. Oktober 2009 um 11:58 Uhr

    wegen „normal“.

  4. 4 msau 07. Oktober 2009 um 14:10 Uhr

    Mhm, aber schließt das in dem Fall denn wirklich aus dass jemand der nicht blutet nicht auch normal ist?

  5. 5 Brunhilde B. 07. Oktober 2009 um 15:42 Uhr

    [gelöscht]

  6. 6 laylah 07. Oktober 2009 um 15:44 Uhr

    keine ahnung, ich dachte, das wär ne verständnisfrage. für mich ist menstruation nicht peinlich oder eklig, sondern schlicht nervig.

  7. 7 laylah 07. Oktober 2009 um 15:45 Uhr

    der schon wieder.. löschen bitte

  8. 8 Mausflaus 11. Oktober 2009 um 8:05 Uhr

    doch, es ist eklig, auch wenns „normal“ ist und man muss auch nicht ständig drüber reden. Ich möchte auch nicht über Pinkeln im Stehen, Kacken, Ohrenschmalz oder Achselbehaarung reden, und das ist alles „normal“ und betrifft alle.

  9. 9 heidrun 13. Oktober 2009 um 13:21 Uhr

    @ mausflaus: word.
    ich finde solche aktionen ziemlich überspannt, nach dem motto: „hey, wir brechen jetzt voll das tabu und machen uns damit interessant!“ wusste gar nicht, dass menstruation in unseren breiten ein tabu ist, aber vielleicht lebe ich ja auch schon in utopia.
    weil da ein mülleimer steht, der vielleicht zu groß geraten ist, wird einem suggeriert, man sei ein „biohazard“? haben die nichts anderes zum drüber-nachdenken?
    wenn ich mir aus versehen in den finger schneide, kleb ich doch auch ein pflaster drüber. ich kacke auch jeden tag, whooohooo. kann ich mir auch ins gesicht schmieren, weil es irgendwie total zu mir gehört.

  10. 10 laylah 13. Oktober 2009 um 13:42 Uhr

    heidrun: natürlich isses nen tabu. manche männer schämen sich, binden oder tampons zu kaufen. manche frauen schämen sich, andere nach binden oder tampons zu fragen und machen das dann ganz leise und diskret. manche menschen finden menstruationsblut so eklig, dass sie deswegen keinen sex haben in der zeit.

  11. 11 heidrun 13. Oktober 2009 um 14:58 Uhr

    oh, ich lebe wohl tatsächlich in utopia. in meinem umkreis findet keine solche tabuisierung statt. ich finde es relativ normal, wenn männer sich da jetzt nicht so mit identifizieren können, ich kann das mit, sagen wir mal, ungewollten erektionen ja auch nicht. tampons und binden kaufen sollten sie schon können, aber in alles weitere muss ich nicht unbedingt jemand anderes einbinden (ha ha). es ist in meinem umfeld auch normal und akzeptiert, wenn eine frau sagt, sie hat ihre tage und fühlt sich deswegen nicht so doll.
    und nur weil „manche“ die dinge so machen, wie du beschreibst, ist es doch kein gesellschaftliches tabu, oder? ich sehe, dass die menstruation ein allgemein bekanntes phänomen ist, ich sehe keine ausgrenzung von jemandem, die gerade ihre tage hat, ich sehe tamponwerbung im fernsehen und auf den straßen, hygieneartikel sind nicht im hinterletzten eck des drogeriemarktes versteckt, und das letzte mal, dass ich nen witz über menstruation gehört habe, war mit vielleicht 16. wo ist das tabu? ich finde den umgang damit recht enstpannt.
    ich habe auch nur bedingt gerne sex, wenn ich stark meine tage habe, weil ich keine lust auf blut auf der bettwäsche und überall habe. (je nachdem ist mir das dann aber auch egal)manchmal fühle ich mich auch nicht gerade sexy, wenn es nach einem ganzen tag unterwegs ziemlich müffelt.
    wenn ich aber eine blutende wunde hätte, würde ich die eben auch verbinden, bevor ich ins bett gehe oder mich anziehe. ich würde es auch einem mann nicht so wahnsinnig übelnehmen,wenn er weniger lust auf sex in dieser zeit hätte.
    aber nur weil ich mich nicht so brennend für mein menstruationsblut interessiere, kann ich mich trotzdem weiblich fühlen und emanzipiert sein. für schweiss, popel, sperma, ohrenschmalz, kacke und pisse interessiere ich mich auch nicht besonders.

  12. 12 laylah 13. Oktober 2009 um 15:19 Uhr

    wieso fühlst du dich weiblich? wie kommst du da drauf, wie äußert sich das? seh ich nicht ein. zum sex: gegen den geruch ist man ja glücklicherweise nicht machtlos..? und sich auf vaginale penetration im bett zu beschränken, ist auch ne entscheidung.

    es gibt ja noch was zwischen „total tabuisiert“ und „total entspannt“. inner tampon/binden-werbung ist das blut nach wie vor blau und durchsichtig und man sieht nie auch nur im ansatz, wie jemand sich zb nen tampon reinschiebt – das ginge schließlich auch ohne nudity (tabu). das bleibt immer auf der abstrakten ebene.
    und: frauen wird bei diskussionen auch nach wie vor vorgeworfen, sie hätten ihre tage.

  13. 13 heidrun 13. Oktober 2009 um 17:16 Uhr

    hm, gute frage. das äussert sich in meiner zufriedenheit mit meinem körper und allem, was dazu gehört, denke ich. ich habe gerne brüste, vagina, klitoris, etc. dass ich meine tage habe, muss ich deswegen jetzt nicht gleich toll finden, denke ich.
    ich weiss schon, dass ich duschen kann :) es ist nur ein allgemeines körpergefühl, das ich auch sonst mal haben kann, aber gehäuft an meinen tagen, dass ich mich eben nicht so sexy fühle oder mir nicht so nach sex ist.
    ich beschränke mich nicht unbedingt, orale penetration ginge ja theoretisch auch, nur kann ichs wirklich verstehen, wenn jemand keine lust hat, mein blut im mund zu haben, so wie ich auch nicht besonders auf sperma in meinem mund stehe.

    ich sehe auch in pflasterwerbungen kein blut, und in windelwerbungen keine kacke. ich finde die blaue flüssigkeit zwar auch etwas albern, aber „kein blut sehen können“ ist nicht umsonst ein feststehender ausdruck, und das kann man ja berücksichtigen. werbung eben.
    ich sehe wirklich keine tabuisierung. und mich stört es auch nicht, dass vielleicht nicht alles ins licht gezerrt und bis ins letzte detail auseinandergenommen wird, was mich und meinen eigenen körper betrifft. und bei diesem thema finde ich das in unserer gesellschaft schlicht nicht wichtig genug, da gibts wirklich anderes.
    wenn in anderen gesellschaften eine frau, die ihre tage hat, „unrein“ ist, ist das natürlich was anderes. aber hier?

    wie jemand sich einen tampon reinschiebt, kann man ohne nudity darstellen? wie denn? und möchte ich dann auch in der klopapierwerbung sehen, wie jemand sich den hintern abwischt?
    für mich ist menstruationsblut nur eine weitere körperflüssigkeit. an dem umgang damit ermessen, wie emanzipiert jemand ist, finde ich wirklich überspannt.

    was den vorwurf angeht, hast du recht, und das ist sexismus erster güte. aber dieser vorwurf geht auch eher in die abstraktere richtung, es heisst ja nicht, weil du blutest, bist du so zickig, sondern weil gerade hormonell einiges stattfindet. ich persönlich habe probleme mit stimmungsschwankungen vor meinen tagen (vielleicht daher auch die nicht so ausgeprägte lust auf sex), aber ich finde es wie du ungerecht, das auf alle frauen zu projizieren und als erklärung für ein verhalten herzunehmen, das einem gerade nicht passt. das ist für mich eher unter „küchenbiologie“ einzuordnen und hat eben mit den körperlichen prozessen nichts zu tun.

  14. 14 dodo 13. Oktober 2009 um 21:22 Uhr

    warum wird hier eigentlich ständig das menstruationsblut mit kacke usw. verglichen???
    ich finde das extrem seltsam, daß man sich gerade diese körperflüssigkeiten zum vergleich aussucht. warum nicht schweiß? oder speichel?
    und wenn wir schon von kacke sprechen wollen – wenn die periode als sowas normales wie stuhlgang angesehen würde, warum findet sich dann auf jeder öffentlichen toilette ganz selbstverständlich klopapier, aber auf so gut wie keiner damentoilette binden/tampons??

    und von wegen „kein blut sehen können“… also bitte, müßten dann nicht zig frauen monatlich von ohnmachtsanfällen heimgesucht werden, sobald sie die tampons umstöpseln oder die binden wechseln?

  15. 15 bigmouth 13. Oktober 2009 um 21:37 Uhr

    bei uns an der uni gibt es sogar vorrichtungen gegen klopapierdiebstahl. ich nehme an, dass kostenlose binden/tampons, von denen frau ja viel weniger pro monat braucht als klopapier, und die ja auch teurer pro nutzung sind, ein attraktives diebesgut wären

  16. 16 heidrun 13. Oktober 2009 um 22:31 Uhr

    @ dodo: schweiss ist ein recht gutes beispiel einer imho eher ls menstrauationsblut tabuisierten körperflüssigkeit. weiter oben habe ich das auch in meinen vergleich einbezogen.
    auf die kacke kam ich wohl eher wegen der räumlichen nähe der körperöffnungen und der analogie windel/binden/klopapierwerbung.
    ok, speichel: in keiner werbung, in der eine schlafende person gezeigt wird, wird gezeigt, wie sie im schlaf herumsabbert.
    schweiss in der werbung: muss entweder sexy sein oder ist objekt des spotts, wie z.b. schweissflecken.
    bin ich deswegen nicht menschlich, weil ich meinen schweiss nicht auflecke? (um das mal analog zu dem in dem verlinkten text verwendeten germaine-greer-zitat zu setzen) weil ich nicht verzückt auf den speichelfleck auf meinem kopfkissen blicke?

  17. 17 heidrun 13. Oktober 2009 um 22:33 Uhr

    und, äh, tampons und binden sind viel teurer als klopapier und würden, wie ja auch schon angeführt, viel eher gestohlen werden?

  18. 18 fariana 14. Oktober 2009 um 1:41 Uhr

    Also mein Freund steht auch nicht gerade auf Sex während ich meine Tage habe. Ich allerdings auch nicht. Bettwäsche wird dreckig, der Mann sieht danach untenrum auch nicht gerade appetitlich aus und ich habe noch mehr Flüssigkeit zwischen meinen Beinen. Da kommt man mit dem wischen ja gar nicht hinterher. Wenn also, dann sollte das Ganze unter der Dusche stattfinden, ist bei einem größeren Größenunterschied allerdings etwas schwierig…

    Klar, wenn frau ihre Menstruation hat ist es etwas normales, aber muss ich es deswegen jeden gleich auf die Nase binden? In der Regel kommen ja nicht nur körperliche Beschwerde dazu (Kopfschmerzen, Bauchkrämpfe, allgemeines Unwohlsein etc) sondern auch noch das Gefühl, dass einem etwas permanent in die Hose läuft. Da kannste noch so einen großen & dicken Tampon nehmen und trotzdem wird frau das Gefühl nicht los, es läuft etwas ins Höschen. Ich wüsste nicht, was es meinem Chef angeht, warum ich Bauchkrämpfe habe oder warum ich mind. einmal die Stunde aufs Klo gehen muss. Aus diesem Grund frage ich auch Freundinnen eher leise, ob sie mir einem Tampon geben kann. Das brauch der Tischnachbar im Café nebenan ebenfalls nicht zu wissen.

    Und sollte es wirklich richtig schlimm sein, besteht ja die Möglichkeit, dass frau die Pille mal durchnehmen kann. Bei längeren ausbleiben sollte frau allerdings mit dem Frauenarzt/der Frauenärztin ihres vertrauens sprechen.

  19. 19 leonie 14. Oktober 2009 um 19:59 Uhr

    @heidrun und bigmouth: das mit dem Tampon-klau auf der Toilette halte ich für ein Gerücht, kenne in Wien und auch in München einige Lokale wo das super funktioniert, mache basieren sogar auf dem Prinzip, dass jeder der grad eins zu viel hat, sie der Allgemeinheit gibt. Super Sache und es klappt!
    Aus Schweden kenn ich auch Tampon-Automaten auf Toiletten…

    wird frau das Gefühl nicht los, es läuft etwas ins Höschen.

    kenn ich nicht, dieses Gefühl.
    Ich habe auch kein Problem wenn der Tischnachbar weiß, das ich aus meiner Scheide blute.
    Sex während der Periode, ich hab die Erfahrung gemacht, das Frauen damit ein größeres Problem haben als Männer.

    @dodo: das mit dem Kacke-Vergleich ist mir auch schon aufgefallen…

  20. 20 heidrun 14. Oktober 2009 um 20:13 Uhr

    @ leonie: das ist doch wunderbar! again: wo findet die tabuisierung statt?

    und zu dem kacke-vergleich, den ja nur ich angestrengt habe (neben den vergleichen mit anderen körperflüssigkeiten, die aber elegant übergangen werden):
    kann mir einer erklären, warum kacke eklig ist, menstruationsblut aber keinesfalls eklig gefunden werden darf? das eine ist der abfall, den mein körper von der aufgenommenen nahrung nicht verwerten kann. das andere sind gebärmutterschleimhautreste, die mein körper dank nicht stattgefundener befruchtung auch nicht mehr gebrauchen kann und deswegen ausscheidet.
    ist der unterschied da so besonders groß? würdige ich den gebärmutterabfall so herab, wenn ich ihn mit dem nahrungsabfall vergleiche?
    klar _kann_ mein tischnachbar es wissen, dass ich aus der scheide blute. er kann eben auch wissen, dass ich gerade gekackt habe oder übermäßig schwitze. oder dass ich inkontinent bin. es stellt sich einfach die frage, ob er das wissen _muss_.inwiefern ist das für andere wissenswert und interessant? abgesehen von einem austausch über beispielsweise methoden der bauchkrampfbekämpfung. mir gibt das kein „speziell weibliches“ gefühl, oder überhaupt kein spezielles gefühl, dass ich aus der scheide blute. denn immerhin teile ich diesen zustand ja mit der hälfte der menschheit. und zeugt es von einem entspannten verhältnis zum eigenen körper, wenn man auf die straße geht und sagt „ich habe meine tage und ein vollgebluteter tampon sieht folgendermaßen aus!“
    „Sex während der Periode, ich hab die Erfahrung gemacht, das Frauen damit ein größeres Problem haben als Männer.“
    sieh mal einer an. und diese frauen dürfen das alle nicht (keine lust darauf haben), oder ist es vielleicht einer jeden einzelnen überlassen und hat mit einem gesellschaftlichen tabu nichts zu tun?
    ich würde es ja gerne verstehen, allein, es gelingt mir nicht.

  21. 21 heidrun 14. Oktober 2009 um 20:14 Uhr

    „wird frau das Gefühl nicht los, es läuft etwas ins Höschen.“
    das gefühl kenne ich allerdings auch nicht. paranoia?

  22. 22 dodo 15. Oktober 2009 um 5:35 Uhr

    moment.
    wer bitteschön verlangt denn, daß du darüber reden MUSST oder während deiner tage sex haben MUSST? les ich hier nirgends.

    ständig kommt der satz „…aber das MUSS ja nicht jeder wissen…“. wer sagt denn, daß du irgendwas MUSST?
    persönlich bin ich ja der meinung, es sollte mehr darüber geredet werden, da ich – nicht so wie du – durchaus ein tabu sehe. aber wenn sich wer unwohl fühlt, wenn sie drüber redet, na, da werd ich doch bestimmt niemanden zwingen.
    aber ob DU, heidrun, jetzt drüber reden willst oder während deiner tage sex hast oder nicht, ist eigentlich ziemlich schnurz für mich und diesen blogeintrag. niemand verlangt etwas von dir.
    aber man KANN drüber reden und wenn einem danach zu mute ist, dann soll sie auch das maul aufmachen können, ohne pikiert angestarrt zu werden oder erzählt zu kriegen, daß sie eklig ist.
    dir geht es vielleicht anders und du meinst es gäbe wichtigeres, gut gut, aber bis die weltrevolution kommt, kann man sich auch mit vermeintlich „unwichtigen“ dingen beschäftigen und es gibt durchaus einige frauen (und nicht nur die), welche das bedürfnis haben, sich ganz frank und frei damit auseinanderzusetzen.

    nochmal der kacke-vergleich: der hinkt auf allen 4 füßen.
    du kannst dein menstruationsblut theoretisch trinken, macht gar nix. scheiße essen ist allerdings nicht so gesund…
    das bißchen gebärmutterabfall im menstruationsblut ist nicht darauf beschränkt, du mußt nicht bluten dazu, daß der rauskommt. wenn dein freund dich leckt, ist es gut mögtlich, daß er schonmal gebärmutterschleim gekostet hat, auch wenn du deine tage gerade nicht hattest. wahrscheinlich hattest du das zeug auch schon selber an den fingern. genau wie blut.
    alles eklig?
    auß0erdem: scheiße stinkt. von anfang an. immer.
    menstruationsblut nicht. erst, wenn bakterien sie zersetzen.

  23. 23 heidrun 15. Oktober 2009 um 11:17 Uhr

    in dem verlinkten artikel ist allerdings so eine haltung zu spüren, dass es jeder wissen muss.
    wenn eine frau ihr blut auf den lippen (oder über den ganzen körper verteilt) trägt oder „bleed-ins“ veranstaltet werden, ist das ziemlich demonstrativ, und wenn germaine greer (zugegebenermaßen in einer anderen zeit, aber in dem artikel wird da ja nochmal aufgefrischt) sagt: „if you think you are emancipated, you might consider the idea of tasting your own menstrual blood – if it makes you sick, you‘ve a long way to go, baby“ dann fühle ich mich davon als „nicht genug emanzipiert“ kritisiert.
    dass _ich_das alles nicht muss, weiss ich (und wenn frauen das tun möchten, sollen sies machen, nur nicht in meiner wohnung) ich hinterfrage lediglich, ob die beschriebene haltung besonders entspannt oder emanzipiert ist, ich halte sie nämlich für verkrampft. und heutzutage in unseren breiten deutlich neben der spur. für mich sagen solche aktionen vor allem was über die schranken in den köpfen der macherinnen aus, nicht über die gesellschaft.
    und diesen satz „Of all the feminist issues in the world, why this one? And might it not prove an invitation for men to talk about their bodily functions too? (Something surely to be avoided.)“ halte ich für sexistisch (wegen des teils in klammern)

    der sex während den tagen kam weiter oben als beispiel für eine tabuisierung auf, die meines erachtens eben nicht stattfindet. ich habe lediglich erklärt, dass das nicht zu meinen vorlieben gehört, dass das aber nichts mit der gesellschaft zu tun hat.

    wenn sich westliche frauen auf einen solchen aktivismus (oder aktionismus?) einschießen, hilft das dann den frauen in den ländern, die wirklich diskriminiert werden? ich finde, es gibt tausend feministische themen auch hier, deswegen warte ich nicht auf die weltrevolution, sondern versuche, klischees und vorurteile etc. im alltag zu bekämpfen, wo ich ihnen natürlich permanent begegne, aber was die menstruation angeht, rennt man da doch offene türen ein!
    neulich beim spätkauf: ich wollte kondome haben, aber die gabs nicht, aber tampons, einwegrasierer, haarspray, binden und wattestäbchen und zahnbürsten (lauter sachen, die ich auch gerne umsonst auf allen toiletten hätte, zusammen mit kondomen), standen friedlich vereint direkt neben der kasse über der schokolade. ich glaube, in 90 prozent der welt würden frauen von so etwas träumen (auch wenn sie wohl eher mit beschneidung, burkas, jungfräulicher heirat, hiv und anderen dingen zu kämpfen haben). und hier wird von einem „tabu-thema“ geredet? wenn eine frau sich schämt, tampons zu kaufen, ist das doch ihr problem, nicht das des verkäufers, dem es vermutlich völlig wurscht ist.
    hat jemand einer von euch schonmal gesagt, sie _sei_ „eklig“, weil sie ihre tage hatte? wurde eine von euch schonmal deswegen ausgegrenzt (außer mit dem bereits oben zitierten sexistischen spruch, den ich auch schlimm finde)? ist eine von euch schonmal komisch angemacht worden, weil sie am fließband stand mit einer packung tampons (pubertierende jungs vielleicht mal ausgenommen)? wirklich, ich würde es gerne hören, denn ich fände es in der tat erschreckend.

    zur biologie: kacke stinkt auch nur wegen bestimmter bakterien. soweit ich weiss, stinkt alles, was stinkt, wegen bakterien, und da bakterien überall sind, ist es schwierig, von „an sich“ zu sprechen. ich verstehe aber, was du meinst. bei schweiss ist das auch nicht anders, der riecht ja auch erst nach einiger zeit. dass die bakterien aber irgendwann kommen, lässt sich nicht verhindern. ist deswegen mein blut erst „wow“ und nachher „bäh“?
    bei mir persönlich ist im übrigen der anteil an schleimhautresten recht hoch, gerne auch nochmal beim eisprung. ich fühle mich deswegen nicht wahnsinnig eklig. ich fass das zeug ständig an, weil ich ja tampons benutze, und das ist für mich wie aufs klo gehen, nicht mehr und nicht weniger. mir ist auch klar, dass mein freund das mal im mund hat, danke der aufklärung, aber ich möchte es nicht woanders hinschmieren. und auch nicht in den mund nehmen, ebenso wenig, wie alles andere, was mein körper so absondert (bis auf meine scheidenflüssigkeit, die finde ich lecker).
    wahrscheinlich bin ich einfach schrecklich unemanzipiert und weiss es nur noch nicht. vielleicht muss mir erstmal jemand einen vollgebluteten tampon in den mund stecken, bis ich verstanden habe, wie wichtig menstruationsblut für alle ist.

  24. 24 heidrun 15. Oktober 2009 um 11:18 Uhr

    noch eine frage: was genau sollte „mehr darüber geredet werden“? wo siehst du bedarf und wissenslücken?

  25. 25 heidrun 15. Oktober 2009 um 11:51 Uhr

    man kann seine scheisse übrigens auch essen. schonmal two girls one cup gesehen? eklig gefunden? ach, wirklich.

  26. 26 Stella 16. Oktober 2009 um 17:51 Uhr

    alles, was mir zu diesem thema eingefallen ist und auch alles andere, wurde schon sehr gut von heidrun zusammengefasst.

    manchmal sind die meinungen und artikel solcher hardcore-feministinnen (siehe guardian und auch einige mädchenblogger..) einfach nur höchst amüsant. immer überall tabus aufdecken, wo gar keine sind! so viel zeit möchte ich auch mal haben!

  27. 27 leonie 16. Oktober 2009 um 18:03 Uhr

    Jojo, Stella, es lebe der Postfeminismus!!!

  28. 28 schwanz ab! 16. Oktober 2009 um 20:02 Uhr

    hach ich liebe hardcore feministinnen :x

  1. 1 Perlen aus der Blogosphäre « Maedchenmannschaft Pingback am 10. Oktober 2009 um 15:05 Uhr

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