Das „ungeborene Leben“ und die Klospülung

Wäre die befruchtete Eizelle wirklich ein fertiger Mensch, müsste jeder Spontanabort (rund 10% aller Schwangerschaften) der ins Klo geht, zu umfangreichen Suchaktionen in den Abwasserleitungen und anschließenden Trauerfeiern führen.

Wären bereits Ei oder Sperma menschliches „Leben“ dann beginge jeder onanierende Mann millionenfachen Massenmord und der zölibatäre Klerus stünde womöglich als kriminelle Vereinigung vor dem „Gottesgericht“.

Jutta Ditfurth

via RAW – .at/tack


25 Antworten auf “Das „ungeborene Leben“ und die Klospülung”


  1. 1 hn 31. Oktober 2009 um 16:24 Uhr

    ja deshalb ist masturbation doch auch eine todsünde. ihr haltet die kirche wohl auch für von gestern, wa? die haben schon an alles gedacht.

  2. 2 lb 678-12 31. Oktober 2009 um 16:29 Uhr

    und? ist doch korrekt, was die jutta da sagt. hab gerade ihr „zeit des zorns“ gelesen und kann es nur weiterempfehlen! mein liebstes buch von ihr ist allerdings „entspannt in die barbarei“. :)>-

    ps: im januar auch mal wieder im wunderschönen göttingen zu gast!

  3. 3 successless 31. Oktober 2009 um 18:22 Uhr

    ihr setzt einfach die realität als beweis vor eine analyse. das ist ein argument für gar nichts, nur weil wir keine trauerfeiern für spermien veranstalten heißt das nicht, dass es kein menschliches leben ist. das ist es zwar nicht nur ist die aktuelle praxis kein beweis für irgendetwas.

  4. 4 lb 678-12 31. Oktober 2009 um 18:39 Uhr

    moment … ich bin manchmal nicht so fix. also: die aktuelle praxis (keine trauerfeiern für spermien, da sie kein menschliches leben darstellen) ist kein beweis und erst recht keine analyse dafür, dass spermien kein menschliches leben sind, was sie deiner meinung ja auch nicht sind. hmm … sehr interessante analyse! und erst dein argument!

    =))

    ps: hier gits auch ne schöne disko zum thema: http://www.kurzefrage.de/musik-partyzone/32720/Sind-Spermien-Tiere

  5. 5 n.n. 31. Oktober 2009 um 19:00 Uhr

    Die aktuelle Praxis ist schlicht und ergreifend ein Hinweis auf die praktizierte Doppelmoral der SchwangerschaftsunterbrechungsgegnerInnen (41b). Der agitatorische Witz an der ganzen Sache, ist, dass der/die geneigte SchwangerschaftsunterbrechungsgegnerIn über den Hinweis, dass er/sie womöglich doch nicht alles „ungeborene Leben“ als wirkliches Leben betrachtet auf den Gedanken kommen kann, diese Haltung allgemein zu hinterfragen.
    Das ist doch echt nicht so schwer zu begreifen, successless.

  6. 6 dodo 31. Oktober 2009 um 20:43 Uhr

    Hmmm ich dachte, laut der Pro--life theorie gelten spermien/eizellen erst als „leben“, sobald sie zusammenkommen?
    ist ja auch quatsch, aber daß sperma/eizelle=leben hab ich jetzt dann doch nicht gehört. sonst hätten die meisten frauen 1x im monat volkstrauertag um ne unbefruchtete eizelle. und die friedhöfe wären überfüllt mit urnengräber für damenbinden.

  7. 7 n.n. 31. Oktober 2009 um 22:09 Uhr

    Mit der Eizelle hast du sicher Recht, aber ist es bei Euch Papisten nicht so, dass das Spermium an sich schon als schützenswert angesehen wird?

  8. 8 dodo 31. Oktober 2009 um 22:42 Uhr

    bei „Euch Papisten“… ey laß einfach stecken.

  9. 9 n.n. 31. Oktober 2009 um 22:46 Uhr

    Jahaha, ich kann das. Papisten hätten damit ein Problem. Aber ist doch so, bei Euch … „KatholikInnen“? /:)

  10. 10 dodo 01. November 2009 um 1:29 Uhr

    8-|

  11. 11 n.n. 01. November 2009 um 2:20 Uhr

    Bisschen spät, oder?

  12. 12 Zeitblog 01. November 2009 um 9:32 Uhr

    So, nachdem wir uns jetzt alle prächtig über die Abtreibungsgegner lustig gemacht haben… ab welchem Zeitpunkt qualifiziert sich denn ein „ungeborenes Kind“ als „Leben“? (Das BVerfG z. B. wendet das Lebensschutzgebot aus Art. 2 GG bereits auf die eingenistete Eizelle an.)

    Btw, soweit ich weiss, dient das katholische Masturbationsverbot nicht dem Lebensschutz, sondern soll verhindern, dass der Gläubige seinen „tierischen Trieben“ folgt, ohne wenigstens die Zeugungsabsicht als Ausrede zu haben.

  13. 13 Anja 01. November 2009 um 10:03 Uhr

    Das Blamieren des moralisch „begründeten“ WERT LEBEN anhand seiner zeitlichen Definition ist auch reichlich zahnlos, weil die Frage, ab WANN ein werdendes Leben seinen Titel verdient, die Berufungsinstanz „Leben“ gar nicht kritisiert – im Gegenteil. Wenn Politiker oder Kirchenvorstände von „Schutz des Lebens“ reden, geht es denen immerhin um einen Anspruch auf ungeborene Staatsbürger bzw. potentielle Kirchgänger und nicht um einen „Schutz“ derer, deren Leben ggf. für das Vaterland geopfert wird oder der zurecht „von Hiob geprüft“ wird.

    Ob etwas „ein fertiger Mensch“ ist, scheinen ohnehin nur die wissen zu wollen, die sich über die BENUTZBARKEIT von Müttern und Kindern senieren und dabei ins Hadern geraten, weil Mutterinteressen und staatliche/kirchliche Ansprüche auf die Biologie einer Mutter kollidieren. Wer also über den ersten Moment von „Leben“ – in seiner ganzen Abstraktion – moralisiert, ob kritisch oder religiös, weist die ANSPRÜCHE seitens der Politiker oder Kirchenväter nicht zurück.

  14. 14 leonie 01. November 2009 um 12:09 Uhr

    soweit ich informiert bin, ging es bei dem Masturbationsverbot um die Angst, dass der Mann nur eine begrenzte Anzahl an Samen hat und die soll er natürlich nicht einfach zum Spaß verpulvern, denn wie schon erwähnt soll Nachschub für Staat und Kirche rekrutiert werden.

  15. 15 n.n. 01. November 2009 um 12:14 Uhr

    „So, nachdem wir uns jetzt alle prächtig über die Abtreibungsgegner lustig gemacht haben… ab welchem Zeitpunkt qualifiziert sich denn ein „ungeborenes Kind“ als „Leben“?“

    Gar nicht? Bzw. eigentlich irrelevant, weil die Frau so oder so das Bestimmungsrecht über ihren Körper innehat.

  16. 16 n.n. 01. November 2009 um 12:15 Uhr

    Btw.: Der Wiki Eintrag zu Masturbation ist ja mit Bildern ausstaffiert! :o

  17. 17 bigmouth 01. November 2009 um 12:20 Uhr

    enn Politiker oder Kirchenvorstände von „Schutz des Lebens“ reden, geht es denen immerhin um einen Anspruch auf ungeborene Staatsbürger bzw. potentielle Kirchgänger

    quark. warum hätte dann die bush-regierung was gegen abtreibungen in afrika unternommen?

    ganz dumpf ist auch zu unterstellen, dass kirchenleute ihre eigene ideologie gar nicht glauben, und die nur aus nützlichkeitserwägungen (macht/einfluss) hegen. priesterbetrugstheorie

  18. 18 Anja 01. November 2009 um 22:08 Uhr

    „warum hätte dann die bush-regierung was gegen abtreibungen in afrika unternommen?“

    Ich habe mich korrekt ausgedrückt:

    „geht es denen immerhin um einen Anspruch auf ungeborene Staatsbürger“

    Dass der Bush auf der ganzen Welt Menschen sucht, die seine „Hilfe“ brauchen, liegt nicht daran, dass der für das „Leben“ unterwegs wär – dafür muss man nicht einmal dessen Kriegspolitik anführen. Wenn der in Afrika Familienpolitik betreibt, weiß auch jeder, wieso der meint sich einmischen zu müssen. Oder glaubst du wirklich, der Bush täte das WEGEN seiner Moralität?

  19. 19 earendil 02. November 2009 um 0:39 Uhr

    Oder glaubst du wirklich, der Bush täte das WEGEN seiner Moralität?

    In dem Fall eindeutig: Ja. Klar macht der das aus ideologisch-moralischen Gründen – welches Interesse soll der denn sonst an noch mehr Afrikaner_innen haben? Die sind doch für ihn gar nicht nutzbar!

  20. 20 Zarah White 02. November 2009 um 9:09 Uhr

    @ n.n.
    „weil die Frau so oder so das Bestimmungsrecht über ihren Körper innehat. “

    Hat Mann dieses Bestimmungsrecht auch ?
    Ich meine über seinen Körper ?

  21. 21 n.n. 02. November 2009 um 9:30 Uhr

    Klar.

  22. 22 Zarah White 02. November 2009 um 9:58 Uhr

    @ n.n.

    „Klar,“

    also können wir uns darauf einigen, das Mensch das Bestimmungsrecht
    über den jeweils zugehörigen Körper hat.

  23. 23 n.n. 02. November 2009 um 14:21 Uhr

    Das sollten sie zumindest.

  24. 24 successless 04. November 2009 um 14:47 Uhr

    @n.n.: die logische konsequenz aus diesem „agitatorische Witz“ wäre dann aber für Schwangerschaftsunterbrechungsgegner und SchwangerschaftsunterbrechungsgegnerInnen (ne menge b.) kein generelles hinterfragen der eigenen position sondern die forderung, friedhöfe für wichstücher und damenbinden einzurichten. weil eben (vom mädchenblog) kein argument dafür vorgetragen wurde, dass spermien kein „richtiges“ leben sind und darum auch keine trauerfeiern verdienen.
    Ich würde mich da eher Anja anschließen und ihr zumindest was den Staat betrifft Recht geben, schließlich wirkt es etwas eigenartig wenn man zwar bereits lebende und sprechende Menschen an den eigenen Außengrenzen verecken lässt, sich dann aber Sorgen um Embryone macht

  25. 25 Anja 06. November 2009 um 19:32 Uhr

    „Die sind doch für ihn gar nicht nutzbar!“

    Die Frage ist nicht, ob die Antiabtreibungsinitiative dem Wert „Leben“ dient – das soll nicht einmal bestritten werden –, sondern für welchen Zweck der Titel „Leben“ in Anschlag gebracht wird. Wenn Afrikanerinnen „nicht nutzbar“ wären, hätte die Weltmacht No.1 ja auch keinen „Handlungsbedarf“. Selbst wenn man glaubt, das moralische Hadern mit dem „Leben“ sei der Grund für die Weltaufsichtsmacht, in Afrika zu intervenieren, wäre das doch auch schon ein Nutzen.

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