Archiv für Oktober 2009

25.11. – Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen

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Zyklisch kommt er wieder, der spätherbstliche Tag, der sich gegen Gewalt an Frauen2 ausspricht. Es finden Aktionswochen, Ausstellungen, Demonstrationen, Provokationen, Feste, Ansprachen, Konferenzen oder aber auch gar nichts statt. NGOs packen ihre Fahnen aus, FrauenLesben-Gruppen re-aktivieren sich, Diskussionen mit notorischen Antifeminist(inn)en werden geführt…

Mich würde, eine Weile im Vorhinein, wirklich interessieren: Wie sieht es bei euch aus? Ist der 25.11. ein Tag für demokratische Zivilgesellschaft oder gibt es Raum für linke Kritik? Wer darf demonstrieren, wer nicht? Welche Forderungen stellen sich in euren Zusammenhängen nach außen und an euch selbst? Findet ihr sie weitreichend genug? Was wäre eine angemessene Form, Wut und Kritik auf die Straße zu bringen? Wer wird angesprochen und wie? Was stört oder gefällt euch an den Aktivitäten anderswo oder der letzten Jahre?

  1. Fotocredit: Kecko [zurück]
  2. aufschlussreich bzgl aktueller Zahlen ist der Wave-Country Report [zurück]

Somalia: Islamisten peitschen Gendernormen ein

In Mogadischu lassen angeblich Mitglieder der die islamistische Bewegung Al-Shabaab BH-Trägerinnen sowie bartlose Männer öffentlich auspeitschen. Die militante Gruppe kontrolliert weite Teile von Somalia. Mehr…

STOP TRANS PATHOLOGIZATION

Bilder vom heutigen „Stop Trans Pathologization“ Aktionstag in Berlin: stp2012berlin. Weltweit demonstrieren heute rund 160 Gruppen. (Mehr)

Mädel im Frack? Keine Chance…

Veronica Rodriguez, eine amerikanische Schülerin, wird ihr Foto als einzige nicht im Jahrbuch ihrer Highschool vorfinden. Warum? Weil sie als (lesbisches) Mädchen für das Foto im Frack posiert hat.

She also is gay and feels more comfortable in boy’s clothes. So, Rodriguez said she supported her daughter’s decision to wear a tuxedo, rather than the drape customary for girls, when she had her senior portrait made in July.

But Rodriguez said school officials at Wesson Attendance Center, a K-12 school in the Copiah County School District, were not as supportive and have refused to include the picture in the school yearbook.

Die Schule selbst hüllt sich in dieser Angelegenheit in Schweigen.

Via feministing community.

Statistik und (feministische) Kritik

Im Ramen des Sex War-threads hat sich eine Nebendiskussion zum Thema (Repräsentativität von) Statistiken entwickelt, die mittlerweile gar nichts mehr mit dem Ausgangsthema zu tun hat und aus jedem anderen Anlaß genauso geführt werden könnte. Ich lagere daher diese Diskussion zwecks Fokussierung der dortigen Diskussion auf die dortige Ausgangsfrage hierher aus.

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Vorstellung: “Nicht allein” von Christine Striebel

Buchcover „Nicht allein“, Engelsdorfer Verlag„Nicht allein“ zeigt, wie Betroffene sexueller Gewalt Wege finden können mit ihren schrecklichen Erfahrungen und im Zusammenhang stehenden Problemen umzugehen. Die Autorin Christine Striebel spricht dabei nicht nur aus eigener Erfahrung sondern sammelt auch Ratschläge von anderen Betroffenen. Für die Autorin ist die Aufarbeitung einer Vergewaltigung wie das Zusammensetzen eines kaputten Puzzles, bei dem einige Teile wieder geklebt werden müssen und andere ganz fehlen und zeichnerisch ergänzt werden müssen. Ein_e Überlebende_r muss dabei den eigenen Weg finden und sich Schritt für Schritt mit dem erlebten auseinandersetzen. (mehr…)

Update 1000 Kreuze Marsch München – „Lebensschützer“ ohne Kirche

„Die Haltung der katholischen Kirche zum Thema Abtreibung (und diversen anderen Themen) ist definitiv nicht cool. Aber ganz nett und praktisch ist folgende Ansage:

Die Erzdiözese München und Freising distanziert sich von dem diesjährigen „Gebetszug 1000 Kreuze für das Leben“, der am 24. Oktober durch die Münchner Innenstadt ziehen soll. Nach Informationen der Erzdiözese planen rechtsextreme Gruppierungen wie bereits im vergangenen Jahr, die Veranstaltung zu unterwandern und für ihre Zwecke zu missbrauchen. Aus diesem Grund ist den Teilnehmern der Veranstaltung die Nutzung des Kirchenraums der Pfarrei St. Paul und anderer Kirchenräume nicht gestattet. Entgegen anders lautender Ankündigungen des Veranstalters „Euro Pro Life“ wird es deshalb weder eine Heilige Messe noch ein Rosenkranzgebet in St. Paul geben.

Das heißt, die „Lebensschützer“ werden sich nun nach einer anderen Location umschauen müssen oder ihren Zug dann doch wie in Ulm absagen!“

der ganze Beitrag findet sich auf der Seite des Antisexistischen Aktionsbündnis München

On and on and on

In Spanien demonstrieren die „Lebensschützer“ weiterhin gegen die geplante Liberalisierung der Abtreibungsgesetze. Auf der Kundgebung in Madrid werden rund 2 Millionen Menschen erwartet.

Safe and legal

Speak out
Eine irische Kampagne setzt sich für die Entkriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen ein. In Irland sind Abtreibungen nach wie vor nur bei Gefährdung des Lebens der Schwangeren erlaubt.
Gegründet würde die Kampagne 2005 mit dem Ziel den drei Frauen Rückendeckung zu bieten, die gegen die restriktiven Abtreibungsgesetze in Irland vor dem Europäischen Gerichtshof ziehen wollen.
Der Termin der Verhandlung ist für den 9ten Dezember 2009 angesetzt.

Zur Kampagne gibt es auch einen Blog, der laufend über die Geschehnisse in Irland berichtet.
Für alles Facebook-Liebhaber_innen gibt es auch die Option „Fan“ der Kampagne zu werden.

Sex wars beim Mädchenblog?

Was heißt Reproduktion der HERRschenden Verhältnisse? – Ein Diskussionsbeitrag anhand von SM und Pornographie

Am 30. September wurde der Beitrag von Mirbella „Feminismus und BDSM (Sadomasochismus) – unvereinbar?“ veröffentlicht – und hat eine heftige und lebhafte Diskussion ausgelöst. Mittlerweile gibt mehr als 560 Kommentare.

Die vier zentralen Thesen von Mirabella lauteten:

1. „Männer und Frauen sind heute gleichberechtigt, es gibt allerdings noch Nachwirkungen aus der Vergangenheit.“

2. „Gerade in einer Partnerschaft liegt eine gleichberechtigte Machtverteilung vor, […].“

3. Es sind beim BDSM* nicht immer Frauen, die sich Männern unterwerfen: „BDSM beinhaltet schließlich nicht nur die Erniedrigung der Frau, sondern einige Konstellationen kommen vor: Der Mann, der Dom, der die Frau erniedrigt, aber auch die Frau, die sich den Mann unterwirft, selbst zwei Männer oder zwei Frauen.“
* BD – Bondage and Dicipline, DS – Dominance and Submission und natürlich SM – sadism and masochism.

4. Die Schlußfolgerung daraus: „Demnach gibt es keinen Grund, sich bei oder vor den ‚Spielen‘ Gedanken um die äußeren Machtverhältnisse zu machen.“

Die bisherige Diskussion drehte sich vor allem um zwei Fragen:

1. Ist Mirabellas Beschreibung der heutigen Lage in der Gesellschaft im allgemeinen und in PartnerInnenschaften im besonderen zutreffend? Ist GleichbeRECHTigung überhaupt ein ausreichender oder auch nur geeigneter Maßstab für Feministinnen, um die gesellschaftlichen Verhältnisse zu beurteilen?

2. Wie verhält es sich mit BDSM – aus feministischer und/oder antisexistischer (beides wurde von einigen unterschieden) oder auch linker Perspektive –, wenn die ersten beiden Thesen von Mirabella sich als unzutreffend erweisen?

Den ersten beiden These von Mirabella widersprachen einige heftig und ausführlich; andere wollte sich damit nicht lange aufhalten, sondern sogleich über BDSM diskutieren.
Im Verlauf der Diskussion stellte ich die These auf: Der Sexismus / das Patriarchat, die Dominanz von Männern über Frauen, ist auch in der heutigen Gesellschaft nicht nur ein Relikt der Vergangenheit. Und: Sexismus und Patriarchat werden auch durch Sex, durch die Verteilung der Rollen von Aktivität und Passivität, von penetrieren und penetriert werden, und eben auch – und vielleicht sogar in noch extremerer Weise (durch schlagen und geschlagen werden) – bei BDSM reproduziert, indem es nämlich erstens weitaus mehr an BDSM Interessierte Männer als Frauen zu geben scheint und unter den Männern wiederum der Anteil der Dominanten deutlich höher ist als unter den Frauen.
Dem setzte laylah die These entgegen: „dass sich der sexismus im bdsm reproduziert, heißt nicht, dass bdsm sexismus reproduziert.“ (03. Oktober 2009 um 13:15 Uhr – Hv. i.O.)

In diesem Stadium der Debatte fing ich an, den folgenden Text zur Frage „Was heißt Reproduktion der HERRschenden Verhältnisse?“ zu schreiben.

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