Archiv für November 2009

Moralisch einwandfrei – Kirche droht spanischen Politiker_Innen

Der Streit um die Abtreibung in Spanien geht weiter. Die katholische Kirche appellierte erneut an die katholischen Parlamentsabgeordneten, nicht für die Liberalisierung der Abtreibungsgesetze zu stimmen, wie Kathpress am Samstag berichtete. Wer dem neuen Gesetz seine Stimme gebe, begehe öffentlich eine Sünde und könne folglich nicht mehr die Kommunion empfangen; diese Feststellung wiederholte der Sprecher der Spanischen Bischofskonferenz, Juan Antonio Martinez Camino, am Freitag. Anlass war die erste Billigung der Gesetzesreform durch das spanische Parlament.[…]
Die Bischofskonferenz erklärte, die Kirche sei gegen die „Kultur des Todes“; dies erwarte sie auch von den katholischen ParlamentarierInnn. Wer für das Gesetz stimme, könnte erst wieder zur Kommunion zugelassen werden, wenn er öffentlich Reue zeige und eingestehe, einen Fehler begangen zu haben.

via dieStandard.at

Nicht deine Schuld

Gefunden bei Post Secret.

self defense for womyn

neue selbstverteidigungsplakate für frauen*:

plakat

gedruckt gibt es die in wien und zum download hier

Aus der Polanski-Diskussion

Bezugnehmend auf die Kommentare unter diesem Tagesspiegel-Artikel über den Fall Polanski bloggt die Autorin:

Auch bitte dort bei Gelegenheit die Kommentare verfolgen, die meisten Kommentatoren, die darauf beharren, dass die Unschuldsvermutung gelte, solange er nicht rechtmäßig verurteilt sei, kommen von Männern. Die Kommentare, die darauf beharren, dass politisches Kalkül bei all dem mit im Spiel sei, kommen von Männern. Die Kommentare, die darauf beharren, dass es im höchsten Fall Missbrauch und keine Vergewaltigung war, kommen von Männern. Die Kommentare, die das Rechtswesen hoch und runter durch deklinieren, kommen von Männern. Die Kommentare, die dem Mädchen und seiner Mutter die Schuld geben, kommen von Männern. Gegenkommentare kommen von Männern und Frauen.

lantzschi/Medienelite: „It’s the bitches, idiot

(via Mädchenmannschaft)

Darwin mal anders

Ein Tübinger Professor schlußfolgert: Bi- und Homosexualität sind evolutionär wichtig.

Die eine geht die andere kommt

Ursula von der Leyen tritt die Nachfolge von Franz Josef Jung an und wird Arbeitsministerin. Vom Ressort Frauen und Familie hätten wir sie damit weg, wer aber wirklich denkt, dass sich in CDU-Kreisen vernünftige Nachfolger_innen finden lassen, soll sofort eines Besseren belehrt werden.
Neue Familien- und Pseudo-Frauenministerin wird Kristina Köhler. Die 32-jährige machte bisher vor allem durch ihre Islamophobie und Ausländerhetze von sich reden. Aber seht selbst (ab ca 5:25)

Notwendige frauenpoltische Themen werden also auch zukünftig nicht behandelt und wir können gespannt sein, ob es noch schlimmer als Zensursula geht. Dem Differenzialfeminismus dürfe aber damit der Hahn abgedreht werden. Frauen sind doch nicht die besseren Menschen oder Politikerinnen. Wer hätte es gedacht…

Europäische Volkpartei gegen Bestrafung von sexueller Gewalt in Ehe und Partnerschaften

Die EU-Abgeordnete Franziska Brantner bei der Mädchenmannschaft:

Die EVP (Europäische Volkspartei) hat im EP (Europa-Parlament) dagegen gekämpft, dass in allen Mitgliedstaaten sexuelle Gewalt und die Vergewaltigung von Frauen in der Ehe und in informellen Partnerschaften und/oder durch männliche Verwandte als eine Straftat anerkannt wird. Sie sprach sich auch dagegen aus, eine eindeutige Rechtsgrundlage für ein umfassendes Rechtsinstrument zur Bekämpfung aller Formen von Gewalt gegen Frauen in Europa zu schaffen.

Mit von der Partie natürlich auch die CDU/CSU. Wenn ich noch einmal jemanden sagen höre „aber eine Frau ist Kanzlerin“, ich garantiere für nichts…

Halt die Klappe, Ethikrat

Der deutsche Ethikrat, welcher laut Eigenaussage „ein plurales Meinungsspektrum vertreten soll“ sprach sich in einer Pressemitteilung gegen Babyklappen und anonyme Geburt aus. Diese verletzen laut Ethikrat „das Recht des Kindes auf Kenntnis seiner Herkunft und auf Beziehung zu seinen Eltern“.
Das Recht des „Kindes“ – dieser Wortlaut ist bekannt, auch Abtreibungsgegner_innen versuchen Frauen ihr Recht auf ein selbstbestimmtes Leben dadurch abspenstig zu machen, dass sie den Wert des Kindes über den der Frau stellen. Bei dieser Argumentation werden Frauen, die schwanger sind quasi zugunsten des Fötus, vollkommen entrechtet.

Nicht so der Ethikrat, dieser versucht uns unglaublich schlecht glauben zu lassen, dass er im Sinne der Frauen handelt.

Der Deutsche Ethikrat möchte mit seinen Empfehlungen dazu beitragen, dass Schwangeren und Müttern in Notsituationen so gut wie möglich geholfen wird, ohne die Rechte anderer, insbesondere ihrer Kinder, zu verletzen.[…] Um Schwangeren und Müttern in Notlagen darüber hinaus zu helfen, schlägt der Ethikrat ein „Gesetz zur vertraulichen Kindesabgabe mit vorübergehend anonymer Meldung“ vor

Das Angebot an Babyklappen besteht in Deutschland seit 1999. Babyklappen sollen Eltern, die mit der Situation der Geburt nicht zurechtkommen als erste Anlaufstelle dienen. Zudem Kinder vor Ermordung und Aussetzung bewahren und dadurch im Gegenzug Frauen entkriminalisieren.

Auch die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche Bischöfin Käßmann kritisiert die Äußerungen des Ethikrats scharf.

Ein solches Angebot der anonymen Kindsabgabe sei Teil eines umfassenden Netzwerks der Kirche, das in den vergangenen Jahren Dutzenden schwangeren Frauen in Not geholfen habe. Würden Babyklappen und die Möglichkeit der anonymen Geburt abgeschafft, bliebe ein Kreis nicht erreichbarer Hilfebedürftiger zurück

Fristenregelung passiert spanisches Parlament

Ein lautes feministisches YEAH geht heute nach Spanien, dort passierte die geplante Lockerung der Abtreibungsgesetzte die erste Hürde.

Die umstrittene Lockerung des restriktiven Abtreibungsrechts in Spanien hat die erste Hürde im Parlament genommen. Die Abgeordneten billigten am Donnerstag das Vorhaben der sozialistischen Regierung in erster Lesung mit 183 zu 162 Stimmen. Für die Reform stimmten die Sozialisten (PSOE), die baskischen Nationalisten (PNV) und mehrere Linksparteien.

Die sozialistische Regierung ist aber, leider, in einem Punkt gewillt Zugeständnisse zu machen.
So ist nicht sicher ob zukünftig wie vorgesehen, Jugendliche ab 16 Jahren ohne Zugeständnis der Eltern einen Abbruch durchführen lassen können.

Frauenhaus in Salzburg vor dem Aus

In Österreich steht mit dem „Haus Mirjam“ erstmal seit 30 Jahren ein Frauenhaus vor dem Aus. Die Einrichtung im ländlichen Hallein war bis zuletzt zu 80% ausgelastet die Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (SPÖ) lässt sich davon aber nicht beeindrucken. Für sie ist es „zumutbar“, dass die Frauen um ein Frauenhaus aufzusuchen in die Stadt, Salzburg, fahren.
Das Netzwerk Frauenarmut kritisiert die Pläne scharf.

„Gerade am Land sind die Hemmschwellen, sich an ein Frauenhaus zu wenden, groß. Ein Frauenhaus in der Stadt Salzburg ist für Tennengauerinnen in akuten Notsituationen keine gute Alternative, bedeutet vielmehr eine weitere Hürde und bringt angesichts der Mobilitätsprobleme weitere Belastungen für die Opfer“

Wer genauso denkt, kann dies Frau Burgstaller via Mail, Brief oder Anruf gerne wissen lassen.
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