Amerikanische Health-Care-Reform entscheidet sich zugunsten von Pro-Lifelern

Die US-amerikanische Gesundheitsreform ist nun doch unter Dach und Fach und Präsident Obama zeigt sich zufrieden, war diese Reform doch ein zentrales Versprechen seiner Wahlkampagne und bis zuletzt wurde er für dieses Vorhaben scharf kritisiert.
Dass die notwendige Reform nun endlich abgesegnet wurde, ist aber auf keinen Fall ein Schritt zu einem offeneren oder sozialeren Amerika. Den wesentliche Bestandteile seiner Versprechung hat Obama einfach ausgestrichen oder wie im Fall von Abtreibungen seinen Gegner überlassen.
Im Bezug auf Abtreibungen wird dieses Nachgeben Obamas für viele Frauen bittere Konsequenzen haben, denn nach dieser Gesundheitsreform ist es Frauen nicht mehr möglich sein, ihre Abtreibung von einer Krankenversicherung zahlen zu lassen. Den Kassen wird es mit der Reform sogar ausdrücklich verboten, solche Dienst weiterhin anzubieten.
Dazu Nancy Keenan von NARAL

Nancy Keenan, president of NARAL Pro-Choice America, called House passage of a stunning last-minute anti-choice amendment to health reform an outrageous blow to women’s freedom and privacy — and she vowed to fight to remove this provision as the process goes to the Senate.

The amendment, offered by anti-choice Reps. Bart Stupak (D-Mich.) and Joe Pitts (R-Penn.), was adopted late tonight by a margin of 240-194.

The Stupak-Pitts amendment makes it virtually impossible for private insurance companies that participate in the new system to offer abortion coverage to women. This would have the effect of denying women the right to use their own personal private funds to purchase an insurance plan with abortion coverage in the new health system — a radical departure from the status quo. Presently, more than 85 percent of private-insurance plans cover abortion services.

Die Gesundheitsreform verbessert die Lage also nicht, sondern verschlechtert sie.


39 Antworten auf “Amerikanische Health-Care-Reform entscheidet sich zugunsten von Pro-Lifelern”


  1. 1 dodo 09. November 2009 um 18:07 Uhr

    Noch ein Grund mehr, das Abtreibungstabu weiter zu brechen, damitv Frauen sich nicht dafür schämen müssen und den mitverantwortlichen Mann die Hälfte der Abtreibung zahlen zu lassen.
    Wenn’s an den eigenen Geldbeutel geht, ändert sich vielleicht auch die Einstellung gegenüber sowas und es wird bissel Rabatz gemacht!
    [/hilflos naive Hoffnung]

  2. 2 Mausflaus 10. November 2009 um 8:32 Uhr

    Verhütung? Geschlechtskrankheiten? Abtreibung? dafür gibts in den USA doch den „Virginity Pledge“…

  3. 3 karrierefrau 10. November 2009 um 12:11 Uhr

    Soso.

    Weil abtreibungswillige Frauen die Abtreibung nicht mehr von der Kasse bezahlt bekommen hat sich „die Lage“, ich denke mal, das ist insgesamt gemeint, verschlechtert?

    Auf der einen Seite steht: Medikamente, Krebsvorsorge und Behandlung, Untersuchungen etc. für alle.

    Auf der anderen Seite steht: für abtreibungswilige Frauen, die das Geld nicht beschaffen können und nicht in den 25% KV versichert waren, die ohnehin keine Abtreibungen bezahlt werden, bezahlt die Kasse nicht mehr.

    Und die feministische Antwort lautet: Es wäre insgesamt besser, wenn es diese Reform nicht gegeben hätte. Das ist bezeichnend.

  4. 4 leonie 10. November 2009 um 12:22 Uhr

    liebe Karrierrefrau, ich habe nicht gesagt, dass sie per se schlcht ist, nein ich schreib von einer notwendigen Reform. Aber sie ist eben nicht perfekt. Es ist nunmal verdammt wichtig dass alle Frauen Zugang zu Abtreibungen haben, nicht nur die Reichen.

    Und verdammt nochmal mir platzt jetzt echt der Kragen, wenn du keinen Bock auf Feminsmus hast dannn verpiss dich! Echt, was soll das „uhhh ihr seid so scheiße, Feminsmus ist blöd“ und dann die ganze Zeit auf Femblogs abhängen oder was?
    Deine MEinung geht mir persönlich echt am Arsch vorbei und was für dich bezeichned für den Feminsmus ist auch! Also geh dich ein bißchen in der sexistischen Welt da draußen austoben, die du ja anscheinend so super findest.
    Viel Spaß, aber geh mir nicht mehr auf die Nerven, danke!

  5. 5 karrierefrau 10. November 2009 um 14:11 Uhr

    post: „Die Gesundheitsreform verbessert die Lage also nicht, sondern verschlechtert sie.“

    leonie: „ich habe nicht gesagt, dass sie per se schlcht ist“

    Da ich gefragt habe, ob Sie die Gesamtlage gemeint haben, was übrigens unwidersprochen ist, also gehe ich davon aus, haben Sie genau das gesagt. Oder ist etwas eine Verbesserung, dass die Gesamtlage verschlechtert?

    Ich bin durchaus überzeugte Feministin. Anders als Sie bin ich jedoch gerade an der Meinung derer interessiert, die anderer Meinung sind. Denn diese gilt es zu überzeugen. Nicht diejenigen, die ohnehin schon gleicher Meinung sind. Jeder, der sich abschottet und mit Menschen, welche die eigenen Meinung nicht teilen, verhindert eine Verbreitung dieser Meinung. Vor allem, wenn er sich nur noch durch Beleidigungen und Rechtschreibfehler ausdrücken kann.

    Höchstwahrscheinlich sind Sie noch sehr jung, und am liebsten würden Sie jede andere Meinung gewaltsam unterdrücken im Wissen, dass es gerechtfertigt ist, da Ihre Meinung ja die Richtige ist. Deswegen sehe ich es Ihnen nach, sich im Tonfall zu vergreifen und der Ansicht zu sein, dass Mitglieder einer Bewegung in jedem Punkt einer Meinung sein müssen.

    Selbstverständlich entschuldige auch ich mich, wenn ich den Eindruck erweckt haben sollte, gegen den Feminismus zu sein. Gestört hat mich lediglich, dass im Post mitschwang: entweder eine Gesundheitsreform mit Übernahme der Abtreibungskosten, da das die Gesamtlage verbessern würde oder gar keine.

    Ihrem Kommentar entnehme ich neben all den verbalen Entgleisungen, dass Sie tatsächlich der Ansicht sind, dass die Gesundheitsreform die Lage insgesamt erheblich verbessert, jedoch die Lage ärmerer Frauen verschlechtert. Damit gehe ich vollkommen konform, auch wenn Sie mir deutlich gemacht haben, dass Sie meine Meinung nicht interessiert.

    Es ist nur schade, dass noch ein Blog entstanden ist, bei dem den Betreibern die Meinung anderer „am Arsch vorbeigehen“ anstelle sich mit anderen Meinungen auseinanderzusetzen.

  6. 6 karrierefrau 10. November 2009 um 14:13 Uhr

    Auch diese Ansicht:

    „Das die notwendige Reform nun endlich abgesegnet wurde, ist aber auf keinen Fall ein Schritt zu einem offeneren oder sozialeren Amerika.“

    Erscheint merkwürdig, wenn Sie davon ausgehen, dass die Reform notwendig war. Wie kann eine Reform notwendig sein, die nicht zu mehr Offenheit und sozialer Sicherheit führt?

  7. 7 n.n. 10. November 2009 um 14:13 Uhr

    „Und verdammt nochmal mir platzt jetzt echt der Kragen, wenn du keinen Bock auf Feminsmus hast dannn verpiss dich! Echt, was soll das „uhhh ihr seid so scheiße, Feminsmus ist blöd“ und dann die ganze Zeit auf Femblogs abhängen oder was?“

    Ja, genau wie du und deinesgleichen. Oder wo kommen ständig diese Nachrichten her, die dann mit Entrüstung gewürzt als „Blogbeiträge“ herhalten sollen? Kein Bock auf das Patriarchat haben, aber ständig blahblahblah…

  8. 8 Clara 10. November 2009 um 15:13 Uhr

    „Das die notwendige Reform nun endlich abgesegnet wurde, ist aber auf keinen Fall ein Schritt zu einem offeneren oder sozialeren Amerika.“

    Echt unglaublich was für ein Müll hier verzapft wird. Das Millionen AmerikanerInnen Zugang zur Gesundheitsversorgung bekommen spielt natürlich keine Rolle. Ist schließlich egal, ob man an behandelbaren Krankheiten verreckt oder nicht. Bürgerlicher Feminismus at its best…

  9. 9 n.n. 10. November 2009 um 15:15 Uhr

    Zum Kotzen!

  10. 10 Pro 10. November 2009 um 19:26 Uhr

    [Edit]

  11. 11 schokolade 10. November 2009 um 19:40 Uhr

    igitt, bitte löschen!

  12. 12 rododent 10. November 2009 um 21:33 Uhr

    ich finde es auf jeden fall sehr wichtig, dass sich der artikel mit dieser lücke in der reform befasst. mir war das nämlich noch gar nicht bekannt und das ist auch beschissen. weil es dein leben als frau mit wenig geld radikal beeinflusst.

    aber die reform dadurch als gescheitert zu verurteilen, ist wie das kind mit dem bade auszuschütten. denn das ist eben politik in der westlichen demokratie, es ist und bleibt ein schmutziges geschäft.

    dennoch sehe ich hier einen großen fortschritt, insgesamt.

    lg

  13. 13 leonie 11. November 2009 um 10:21 Uhr

    Breaking news: more than three dozen House Dems have signed a letter to Nancy Pelosi firmly pledging to vote against the bill if it contains an anti-abortion amendment.

    http://theplumline.whorunsgov.com/health-care/obtained-in-letter-to-pelosi-41-house-dems-pledge-to-vote-against-bill-with-abortion-amendment/

  14. 14 Mondfee 12. November 2009 um 12:55 Uhr

    „Und verdammt nochmal mir platzt jetzt echt der Kragen, wenn du keinen Bock auf Feminsmus hast dannn verpiss dich! Echt, was soll das „uhhh ihr seid so scheiße, Feminsmus ist blöd“ und dann die ganze Zeit auf Femblogs abhängen oder was?“

    Danke, Leonie, diese ganzen antifeministischen Trolle gehen mir auch total auf die Nerven…mein Tip: löscht einfach alle entsprechenden Kommentare, dann gehen sie woanders spielen…:d

  15. 15 heidrun 12. November 2009 um 16:37 Uhr

    hier gehts ja echt lustig zu. ich bin ebenfalls der ansicht, dass du sehr unsauber formuliert hast, leonie. ich weiß jetzt nicht, in welcher form sich karrierefrau sonst noch hier geäußert hat, aber ihre kritik hier war definitiv berechtigt.
    die reform verbessert auch die situation der frauen (denn sie verbessert die lage der us-bürger_innen ganz allgemein erheblich), zum beipiel sämtlicher frauen in meiner amerikanischen familie, die sich das ein oder andere bisschen gesundheit sonst eventuell nicht leisten könnten.
    hast du überhaupt eine ahnung, was für ein unglaublicher schritt nach vorne diese reform ist? die zustände dort sind bisher sowas von weit entfernt von dem, was man in deutschland geboten bekommt. die leute gehen in scharen in die notaufnahmen der krankenhäuser, weil sie nur dort garantiert behandelt werden und es sich anders nicht leisten können. viele werden chronisch krank, weil sie schon den ersten arztbesuch nicht mehr finanzieren können.
    natürlich ist diese abtreibungs-geschichte trotzdem schlimm. und ich bin der ansicht, dass man sich zu recht darüber aufregt. und es wäre fantastisch, wenn das noch geändert würde.
    aber man muss es auch im verhältnis sehen. und erkennen, dass obama irgendwo einen kompromiss machen musste, um an den republikanern vorbeizukommen. und wirklich, lieber bei dieser frage als bei krebsvorsorge etc., da sind einfach mehr leute betroffen. die öffentliche meinung in den usa, was abtreibung angeht, ist leider noch viel viel weiter hinterm mond als bei uns. was die vor allem brauchen, ist anständige sex-ed. ich bin immer wieder überrascht, wie unaufgeklärt dort viele noch sind.
    das hat logischerweise auch mehr abtreibungen zur folge. ich bin mir sicher, dass man die zahl der abtreibungen durch vernünftige aufklärungs-politik erheblich senken könnte.

  16. 16 Cyrano 12. November 2009 um 21:59 Uhr

    Zu Bemerken wäre vielleicht noch, dass der Verweis auf Obamas „Nachgeben“ die Verfasstheit des US Amerikanischen Parlamentarismus doch stark vereinfact. Wer die Debatte um „Sozialismus“, angebliche staatliche Euthansie usw… ein wenig verfolgt hat, sollte erkennend, das nicht subjektiv (durch den Präsidenten) irgendeiner Position nachgegeben wurde, sondern dass die Health Care Frage im Senat vor allem auf Basis antikommunistischer Beisreflexe gefochten wurde. Das hier die Demokraten das Ihrige getan haben, geschenkt. Letztlich verschleiert aber im schlimmsten Fall die Schuldzuweisung einen sexistischen Konsens, oder zumindest die tatsächliche Bedeutung der „Pro-Life“ Gruppen. Demokratieidealismus eben.

    Allen, die auf der gleichen Basis andersherum meckern, dass man den Fortschritt des staatlichen Gesundheitssystems (das nicht wirklich eins ist, but who cares) klein rede: Public Health Care ist sicherlich im humanistischen Sinne Erkämpfenswert, in Vernachlässigung einer kommunistische Perspektive aber zu hoffen, dass der Staat einfach mal ohne Eigeninteresse so eine Gesundheitsvorsorge garantiert, ist Bullshit (verziehung, Humbug…) .
    Und Pro Life passt da doch gar nicht so schlecht rein: Wie schade wäre es, wenn künftige Leistungsträger abgetrieben würden… :-(

    (Ja, das Letzte mag übertrieben sein, und ich unterstelle nicht dass so etwas bewusst gedacht wird. Gesundheitsversorgung und Vernutzbarkeit hängen aber zusammen, das lernen wir aus den Preußnischen Reformen)

  17. 17 laylah 13. November 2009 um 14:09 Uhr

    was die vor allem brauchen, ist anständige sex-ed. ich bin immer wieder überrascht, wie unaufgeklärt dort viele noch sind.
    das hat logischerweise auch mehr abtreibungen zur folge. ich bin mir sicher, dass man die zahl der abtreibungen durch vernünftige aufklärungs-politik erheblich senken könnte.

    und das is dir nen anliegen oder was?

  18. 18 n.n. 13. November 2009 um 14:27 Uhr

    Ich glaube, das eine sachgerecht durchgeführte Verhütung dem Akt der Schwangerschaftsunterbrechung vorzuziehen ist. Einfach weniger Stress, Schmerzen mitunter Belastung (mal abgesehen von dem volkswirtschaftlichen Nutzen des ganzen :)>- ).

  19. 19 laylah 13. November 2009 um 15:35 Uhr

    normal isses vorzuziehen. und wenn man sichs einfach anders überlegt? und wenn man die pille vergessen hat unds zu spät mitkriegt? und wenn das kondom reißt, die beschissene deutsche apotheke einem keine pille danach gibt und man nich krankenversichert ist?
    was mit irgendwelchen zahlen passiert, darf einfach kein maßstab sein. was, wenn durch entkriminalisierung/entstigmatisierung bzw. weil die kassen halt zahlen die zahl der abtreibungen erstmal rasant ansteigt? drauf geschissen, oder?

  20. 20 bigmouth 13. November 2009 um 17:18 Uhr

    n.n.’s anliegen ist es, schwangerschaftsabbrüche, die wegen nichtinformiertheit über verhütung zustande kommen, zu minimieren. um alle anderen ging es gar nicht

  21. 21 laylah 13. November 2009 um 20:12 Uhr

    bigmouth: wat? nee. es ging um heidruns anliegen, die sich dazu noch gar nich geäussert hat. n.n. kam danach.

  22. 22 heidrun 13. November 2009 um 23:09 Uhr

    ja, es ist mir ein anliegen, leute aufzuklären, damit sie besser über verhütung informiert sind. ich habe 2 frauen in meiner us-familie, die insgesamt auf mindestens 5 ungewollte schwangerschaften kommen. und wenn man sich mit denen über verhütung unterhält, wird einem einfach nur schlecht.
    es ist eben nicht jede/r vernünftig aufgeklärt. und ich habe den deutlichen eindruck, dass das in den usa sogar noch mal nen zacken krasser ist als hier. ich will gar nicht wissen, wie viele abtreibungen stattfinden, weil die leute nicht anständig aufgeklärt waren.
    ich bin schwer dafür, dass abtreibungen entkriminalisiert und jeder ermöglicht werden. darum gings mir aber weder noch habe ich das gegenteil behauptet.
    das muss ja jedoch nicht heißen, dass ich dafür bin, dass abtreibung als geeignete verhütungsmethode angesehen wird.
    „und wenn man die pille vergessen hat unds zu spät mitkriegt?“
    dann hat man schwer was verpeilt. ich hatte noch nie ne abtreibung, aber ich denke,man bezahlt damit genug fürs verpeiltsein. und ja, ich wiederhole mich, keine frage, diese möglichkeit sollte jeder zugänglich sein.

    davon abgesehen, dass ich bei der pille sowieso nie so recht verstanden habe, wieso so viele frauen sich diesen hormonterror antun. ein jahr künstliche veränderung meiner libido und meines stoffwechsels plus größere gefährdung meiner gesundheit haben mir persönlich jedenfalls dicke gereicht.

  23. 23 laylah 14. November 2009 um 9:33 Uhr

    ey – ich hab doch nur nachgefragt. die moralscheiße kannste dir aber sparen: ja, ganz dolle „schwer was verpeilt“. schlimm. das gleiche gilt für deine „hormonterror“-kritik. keine argumente, dafür schöne schlagzeile. in meiner „libido“ (freud?!) hab ich diesbezüglich keine veränderungen feststellen können, und wenn ich gesünder leben wollen WÜRDE („gesundheitsterror“!), was ich nicht tu, würd ich erstma drogen durch sport ersetzen oder so.

  24. 24 Miezchen 14. November 2009 um 17:47 Uhr

    Hm, OK, aber so einfach sehe ich es wieder nicht. Denn meiner Meinung nach hat Abtreibung wirklich nichts im Katalog der Gesundheitsleistungen, die zu übernehmen sind, zu suchen. Nicht weil ich gegen Abtreibung bin, sondern weil ich sehr stark für die Wahlmöglichkeit plädiere. Man sollte Abtreibung eben als eine Möglichkeit anerkennen, eine freie Entscheidung, die eine Frau aus sich heraus treffen kann, auch wenn Außenstehende keine Gründe erkennen können. Sonst wird sie in den Bereich der Krankheiten eingeordnet und eine Abtreibung nur als eine Notlösung gesehen. Das kann nicht sein. Wenn, dann sollen eher andere Stellen die Kosten für Abtreibung (und Verhütung!) für sozial schwache übernehmen, aber nicht die Krankenkassen.

  25. 25 heidrun 14. November 2009 um 19:36 Uhr

    habe ich dich angegriffen? moral?
    ich hatte genug abtreibungen in meinem bekanntenkreis, als dass ich hier moralapostel spielen müsste.

    für die pille danach geht man nicht in die apotheke, sondern in die notaufnahme oder zum bereitschaftsdienst, nur mal so. das ding hat so krasse nebenwirkungen, dass ich es sehr begrüße, dass man es nicht einfach so in der apotheke bekommt, sondern dass ein arzt wenigstens ein bisschen kontrolle ausübt.

    und keiner zwingt dich, gesünder zu leben, du willst es ja offenbar auch nicht. (interessanterweise sind es zumindest in meinem bekanntenkreis immer diejenigen, die angeblich so auf ihre gesundheit scheißen, die am meisten herumjammern, wenn sie dann wirklich mal krank sind; aber das ist natürlich keinesfalls repräsentativ)
    wenn du dein thromboserisiko und andere risiken unbedingt erhöhen willst, bitte. und wenn du keine nebenwirkungen spürst: gratulation! da dürftest du eine von wenigen sein bzw. man merkts ja erst hinterher.
    ich hatte nach dem absetzen der pille das gefühl, endlich nicht mehr unter einer käseglocke zu leben, mehr lust auf sex und habe innerhalb von einem monat 5 kilo abgenommen (stoffwechselveränderung und so, weisste schon). damit hatte sich das thema pille für mich auch erledigt.
    die liste der nebenwirkungen findet die geneigte leserin auch in der packungsbeilage, da brauche ich keine argumente.

    mich nervt es ungeheuer, dass ein medikament, das in den natürlichen ablauf deines körpers eingreift, auch unter feministinnen als die errungenschaft schlechthin gefeiert wird.
    die frau hat also an ihrem körper künstliche veränderungen vorzunehmen (und sämtliche nebenwirkungen zu tolerieren),
    der mann braucht sich keinen kopf mehr zu machen, und das ganze ist „befreiend“. aha.
    (und dann regen sich die leute über den schweinegrippe-impfstoff und die böse, böse pharmaindustrie auf…)
    ich kenne genug leute, die die pille gerne mal vergessen. dann frag ich mich schon, ob man wirklich auf diese weise verhüten muss, wenn man sich den ganzen scheiss schon antut und es dann trotzdem nicht hilft.
    und nein, der begriff „libido“ hat nicht nur was mit freud zu tun.

  26. 26 heidrun 14. November 2009 um 19:38 Uhr

    nachtrag: dass die erfindung der pille damals revolutionär war, möchte ich nicht bestreiten. mit all dem, was man inzwischen weiß und teilweise auch entwickelt hat, würde ich mir aber eine kritischere sicht wünschen.

  27. 27 n.n. 16. November 2009 um 14:54 Uhr

    Was wäre denn deiner Meinung nach eine Alternative?

  28. 28 laylah 16. November 2009 um 15:44 Uhr

    für die pille danach geht man nicht in die apotheke, sondern in die notaufnahme oder zum bereitschaftsdienst, nur mal so.

    du, ich brauch keinen aufklärungsdienst: ja, in deutschland ist das leider so. in österreich und der schweiz zb nicht.

    das ding hat so krasse nebenwirkungen, dass ich es sehr begrüße, dass man es nicht einfach so in der apotheke bekommt, sondern dass ein arzt wenigstens ein bisschen kontrolle ausübt.

    aha. wenn du frauenunterdrückung gut findest, was machst du dann hier? die neue zwangsberatung vor schwangerschaftsabbrüchen feierst du auch? ich seh schon die zahl der abtreibungen zusammenbrechen..

    (interessanterweise sind es zumindest in meinem bekanntenkreis immer diejenigen, die angeblich so auf ihre gesundheit scheißen, die am meisten herumjammern, wenn sie dann wirklich mal krank sind; aber das ist natürlich keinesfalls repräsentativ)

    oh, keinesfalls! ich zum beispiel bin eigentlich fast nie krank; höchstens mal nen kater oder so. und wenn doch, wird darüber gejammert, dass ich für die beschissene AU am ersten tag direkt zum arzt muss, obwohl es überhaupt nicht nötig wäre: weil die firma das von mir verlangt. zur kontrolle, so. findest du bestimmt auch ganz geil – ich könnte ja, verantwortungslos wie ich bin, irgend ne krankheit verschleppen.

    wenn du dein thromboserisiko und andere risiken unbedingt erhöhen willst, bitte. und wenn du keine nebenwirkungen spürst: gratulation! da dürftest du eine von wenigen sein bzw. man merkts ja erst hinterher.

    vielen dank für die fürsorge. „eine der wenigen“: beleg mal bitte. „erst hinterher“: ich hab schon mehrfach abgesetzt und wieder angefangen – kein unterschied in gewicht oder „libido“ (was sonst, wenn nicht freud?). der grund war übrigens jeweils, dass ich keine kohle hatte – auch son hindernis. schon ein hammer: ausbeutung verhindert thrombose!

    der mann braucht sich keinen kopf mehr zu machen, und das ganze ist „befreiend“. aha.

    ach komm, so ein schwachsinn. monogamistenscheiß. pille und kondome schließen sich nicht aus, und wenn son ding mal reißt, spart man sich den „hormonterror“ (praxisgebühr-öffnungszeiten-gesprächs-rezept-apothekenterror’s more like it) der pille danach.

  29. 29 dodo 16. November 2009 um 18:30 Uhr

    meine güte, es geht doch hier nicht darum, ob jetzt einzelne von uns bzw wer welche nebenwirkungen von der pille/pille danach hat.

    es geht um die selbstbestmmung über den eigenen körper. klar sollte damit verantwortlich umgegangen werden – aber wie bitte kann ich selbstverantwortlichkeit ausüben, wenn mir diese verwehrt wird? denn im fall der pille danachn (in dtld) wird die verantwortung (und die kontrolle) auf den arzt übertragen.
    jeder mensch sollte selbst entscheiden können, was er/sie seinem/ihrem körper zumutet.
    sicher sind nicht alle so informiert, wie man sich das wohl wünscht – wäre es da nicht aber besser, auf aufklärung/bessere information (was von seiten der pharmaindustrie und oft auch der ärztInnen nicht grade gefördert wird…) zu setzen, um die EIGENE entscheidung und SELBSTverantwortlichkeit zu unterstützen – statt die kontrolle in fremde hände zu geben? eine kontrolle von seiten eines arztes ist ja nun auch nicht gerade ne garantie dafür, daß ein körper (oder auch die psyche) verantwortungsvoll behandelt wird. wenn ich mir überlege, wie besipielsweise manche ärzte mit antibiotika schon beim kleinsten husten um sich werfen – na danke. da informiere ich mich und entscheide doch lieber selber, auch, ob ich meinem körper die pille (danach) zumuten möchte!
    wenn heidrun für SICH entscheidet, daß die pille ihr nicht gut tut und sie sie absetzt – gratulation!
    wenn laylah entdeckt, daß ihr körper keine/weitaus weniger nebenwirkungen abkriegt als beispielsweise heidrun jetzt und entscheidet, daß die pille mit ihren vorteilen die risiken aufwiegt – auch gratulation!
    beides informierte und verantwortliche entscheidungen, oder nicht?
    juhu und danke frauenbewegung, daß wir bzw ihr diese entscheidung so selbstständig treffen konntet. warum konntet ihr das? weil’s legal, relativ unkompliziert und im bereich eurer (finanziellen) möglichkeiten liegt.
    ist das nicht schön?
    und wäre es nicht schön, wenn diese verhältnisse auch (überall) auf die pille danach bzw. abtreibungen zuträfe? damit jede ihre entscheidungen auch hier, genau wie ihr bei nullachtfuffzehnpille, die möglichkeit hat, das SELBST zu entscheiden, weil sie die finanzielle/informative/legale möglichkeit dazu hat????
    und genau deswegen plädiere ich sehr stark auch in deutschland für vereinfachtes erhalten von notfallpille sowie übernehmen der kosten von abtreibung über die krankenkasse.

    anständige sex-ed? AUCH voll dafür. wieso soll das eine besser als das andere sein und sich gegenseitig ausschließen, meine güte, BEIDES ist notwendig.

    miezchen: abtreibung/schwangerschaft haben sehr wohl was mit krank/gesundsein zu tun. sowohl in psychischer als auch in physischer hinsicht.

  30. 30 Julinoir 16. November 2009 um 22:07 Uhr

    @ Miezchen:
    Du schreibst, dass Abtreibung eine Wahlmöglichkeit sein soll – allerdings ist diese Wahlmöglichkeit nur dann gegeben, wenn wirklich alle Frauen Zugang zu Abtreibung haben, wenn sie wollen, und nicht nur dann, wenn sie es sich leisten können. Keine Frau sollte bei staatlichen Stellen ihre Bedürftigkeit nachweisen und betteln müssen, um eine Abtreibung haben zu können. Und genau darum ist es wichtig, dass die Kosten für diesen notwendigen medizinischen Eingriff von der Krankenversicherung übernommen werden, genauso wie bei anderen medizinischen Eingriffen auch.

  31. 31 Julinoir 16. November 2009 um 22:19 Uhr

    ach ja, auf Feministe findet sich eine ausführliche Erklärung, wie das Stupak-Amendment sich auswirkt

  32. 32 Gabriele Gerstmeier 16. November 2009 um 23:52 Uhr

    Ich schließe mich karrierefrau an, denn ich habe mir genau das gleiche gedacht, als ich den ersten Eintrag gelesen habe, und mir überlegt, dass ich eventuell einen Kommentar dieses Tenors schreiben will.

    Ich bin heute zum zweiten und zum allerletzten Mal auf diesem Blog, denn: Wer defniert hier, was Feminismus ist und was nicht? Welche Frau Feministin ist und welche nicht? Und warum wird zugelassen, dass anders Denkende, die ihre Meinung sachlich, begründet und höflich äußern, übelst sexistisch beschimpft und diffamiert (als Troll) werden? Warum werden solche Kommentare nicht gelöscht – ich dachte, es gibt so etwas wie eine netiquette, oder gilt sie für die Mädchenblogschreibenden nicht?
    Tschüß, macht’s gut weiterhin …

  33. 33 Gabriele Gerstmeier 16. November 2009 um 23:53 Uhr

    Soso. Dann moderiert mal schön.

  34. 34 bigmouth 17. November 2009 um 3:44 Uhr

    „libido“ (was sonst, wenn nicht freud?)

    Als Synonym zu sexueller Lust und Begehren ist der einstige Fachterminus mittlerweile auch in den allgemeinen Sprachgebrauch eingegangen.

  35. 35 n.n. 17. November 2009 um 9:58 Uhr

    „Ich bin heute zum zweiten und zum allerletzten Mal auf diesem Blog“

    Gott sei’s gelobt und gedankt.

  36. 36 gf 17. November 2009 um 18:59 Uhr

    wieso? du bist doch auch nicht mehr hier? ;) :D

  37. 37 n.n. 17. November 2009 um 21:57 Uhr

    Das war mir beim verfassen des Kommentars auch aufgefallen. Ich bin noch zu sehr in alten Rollenmustern gefangen (damit passe ich hier ja eigentlich ganz gut rein). Ändert sich bestimmt noch.

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