Solange das böse Wort nicht fällt…

… wird Solidarität gewährt.
Das Wort, um das es sich handelt, ist „Vergewaltigung“.
Wer gibt schon zu: „Ich bin ein Vergewaltiger“?
Doch so lange es sich „nur“ um Einstellungen, Handlungen,… handelt, die Vergewaltigungen begünstigen oder nicht ausschließen, hält sich der Strum der Entrüstung in Grenzen.

Listen. The men in your lives will tell you what they do. As long as the R word doesn’t get attached, rapists do self-report. The guy who says he sees a woman too drunk to know where she is as an opportunity is not joking. He’s telling you how he sees it. The guy who says, “bros before hos”, is asking you to make a pact.

Mit „R-Word“ ist natürlich „rape“ gemeint.

Auf dem Yes means yes- Blog wird dazu aufgerufen, diesen Arschlöchern sämtliche Solidarität zu entziehen.
Denn dies geschieht tagtäglich, auch wenn die Mehrheit wohl gleich schreien würde: „Solidarität mit Vergewaltigern? Ich? Niemals!!“ und es wohl auch so meint.

Dennoch: es geht um die sichere Umgebung, die in unserer Rape culture ständig gewährt und bereitet wird.

The Pact. The social structure that allows the predators to hide in plain sight, to sit at the bar at the same table with everyone, take a target home, rape her, and stay in the same social circle because she can’t or won’t tell anyone, or because nobody does anything if she does. The pact to make excuses, to look for mitigation, to patch things over — to believe that what happens to our friends — what our friends do to our friends — is not (…) “rape-rape”.

Es geht darum, unsere eigene Umgebung so zu gestalten, daß sich (potentielle) Vergewaltiger eben nicht mehr so wohl fühlen. Die Dinge beim Namen zu nennen statt zu beschönigen und nicht über alles mögliche hinwegzusehen und abzuwiegeln.

Change the culture. We are not going to pull six or ten or twelve million men out of the U.S. population over any short period, so if we are going to put a dent in the prevalence of rape, we need to change the environment that the rapist operates in. Choose not to be part of a rape-supportive environment. Rape jokes are not jokes. Woman-hating jokes are not jokes. These guys are telling you what they think. When you laugh along to get their approval, you give them yours. You tell them that the social license to operate is in force; that you’ll go along with the pact to turn your eyes away from the evidence; to make excuses for them; to assume it’s a mistake, of the first time, or a confusing situation. You’re telling them that they’re at low risk.

Wie unglaublich wichtig das ist, wird zuvor an zwei verschiedenen Umfragen unter unverurteilten Vergewaltigern aufgezeigt. Aufgrund der Tatsache, daß es sich um viele Wiederholungstäter handelt, die zudem noch einen hohen Prozentsatz an anderen Gewaltformen Frauen gegenüber ausmachen, wird resümiert:

The vast majority of the offenses are being committed by a relatively small group of men, somewhere between 4% and 8% of the population, who do it again … and again … and again. That just doesn’t square with the notion of innocent mistake. Further, since the repeaters are also responsible for a hugely disproportionate share of the intimate partner violence, child beating and child sexual abuse, the notion that these predators are somehow confused good guys does not square with the data. Most of the raping is done by guys who like to rape, and to abuse, assault and violate. If we could get the one-in-twelve or one-in-25 repeat rapists out of the population (that is a lot of men — perhaps six or twelve million men in the U.S. alone) or find a way to stop them from hurting others, most sexual assault, and a lot of intimate partner violence and child abuse, would go away. Really.

Ich weiß, es ist auf englisch, es ist viel zu lesen und auch ziemlich heavy stuff. Trotzdem: unglaublich lesenswert und enorm wichtig.
Wer also Zeit hat: bitte durchlesen.


19 Antworten auf “Solange das böse Wort nicht fällt…”


  1. 1 schubidu 17. November 2009 um 11:02 Uhr

    Woman-hating jokes are not jokes. These guys are telling you what they think. When you laugh along to get their approval, you give them yours. You tell them that the social license to operate is in force; that you’ll go along with the pact to turn your eyes away from the evidence; to make excuses for them; to assume it’s a mistake, of the first time, or a confusing situation. You’re telling them that they’re at low risk.

    sehe ich das richtig, dass demnach als erstes mario barth komplett isoliert werden sollte, da frauenfeindlichkeit ein beweis für vergewaltigung ist?

    allerdings frage ich mich nach der praktikabilität. wenn statistisch gesehen 4% eines freundeskreises potentielle vergewaltiger sind aber jeder bei einem grill und bier männerabend frauenfeindliche witze erzählt, wer ist derjenige, der danach zu seiner ihn liebenden freundin nach hause geht und sie vergewaltigt? alle? oder vielleicht doch eher keiner?

  2. 2 leonie 17. November 2009 um 12:05 Uhr

    Danke für den Beitrag, sehr interessant!

  3. 3 W.I. 17. November 2009 um 21:25 Uhr

    When you laugh along to get their approval, you give them yours.

    Versteh ich das richtig? Wer mal als Mädel über nen schmutzigen Witz lacht ist (mindestens) Helfers-Helfer von Vergewaltigern?

    Habt ihr sie noch alle?!

  4. 4 dodo 18. November 2009 um 3:37 Uhr

    wieso bloß als mädel???
    und es geht nicht um „schmutzige“ witze, sondern um sexistische, frauenfeindliche, gewaltverharmlosende witze.
    damit macht man sich zwar nicht, wie du es ausdrückst, zum helfeshelfer, aber man hilft mit, eine umgebung zu schaffen, in dem sich täter wohl und opfer unwohl fühlen.

  5. 5 laylah 18. November 2009 um 18:56 Uhr

    bezeichnend, „sexistisch“ mit „schmutzig“ zu übersetzen. das sind doch krasse basics mann..

  6. 6 bigmouth 18. November 2009 um 20:22 Uhr

    W.I. ist glaube ich ein vorrangig ein leser der grauen hefte, die erklären gewisse basics ja nicht

  7. 7 Emily 19. November 2009 um 6:18 Uhr

    graue hefte?

  8. 8 laylah 19. November 2009 um 9:05 Uhr

    mit soner hetze kommste bei mir leider nicht an, bigmouth. die fand ich nämlich schon daneben, bevor ich angefangen habe, graue hefte zu lesen.

  9. 9 n.n. 19. November 2009 um 10:48 Uhr

    @Emily:

    Das ist die Umschreibung für Blogs von Leuten, die ihr Wissen aus den Publikationen das Verlags Gegenstandpunkt beziehen.

  10. 10 bigmouth 19. November 2009 um 10:49 Uhr

    wieso hetze?`“krasse basics“ sind das vielleicht in nem anderen teil der linken

  11. 11 crashintoahouse 19. November 2009 um 10:59 Uhr

    der gsp wird auf altpapier gedruckt?

  12. 12 dodo 19. November 2009 um 14:09 Uhr

    weniger gedisse und zurück zum thema bitte.
    danke

  13. 13 laylah 20. November 2009 um 11:11 Uhr

    dodo: unterscheid mal zwischen disses (bigmouth, n.n.) und dem sich wehren gegen ebensolche (ich). hier wird vom fehler eines als vertreter eines kollektivs ausgemachten einzelnen auf das gesamte kollektiv geschlossen.
    bigmouth: kann sein. an diesem anderen teil der „linken“ hab ich leider deutlich mehr auszusetzen. von antisexismus allein geht der kapitalismus halt nicht weg.

  14. 14 dodo 20. November 2009 um 14:06 Uhr

    dann formulier es eben anders.
    ich finds nur scheiße, wenn unter einem beitrag, der was verdammt wichtiges enthält, wieder alles zerchattet wird, wo’s doch eigentlich zum thema genug zu sgaen, diskutieren und überlegen gäbe.

  15. 15 laylah 20. November 2009 um 15:27 Uhr

    haste recht. hat ja auch am thema angefangen. ich hoffe halt auf ne reaktion von w.i. und muss darüber hinaus darauf bestehen, in meinem leben mehr schmutzige witze erzählt zu haben als er und das original zusammen!
    den text konnt ich mir noch nich geben, find die zitate aber größtenteils gut und wichtig. wobei man das lachen allein tatsächlich nicht verteufeln braucht, da gehts eigentlich eher um die haltung, die man grundsätzlich zu diesem thema einnimmt. spricht ja zb nichts gegen, erstmal herzlich zu lachen – mein gott, das halt ne reaktion auf bestimmte muster – und dann trotzdem noch ne kritik zu machen, wenn mans als nötig erachtet. und wer einen dann deswegen (oder aus anderen gründen) nicht ernst nimmt, ist eh nen feind.

  16. 16 Paula 24. Februar 2010 um 4:31 Uhr

    @schubidu: Da schliesze ich doch lieber einen ekelhaften Witzemacher mehr aus, als einen (potentiellen) Vergewaltiger in meinem Umfeld leben zu lassen. Und mal ehrlich: Wer hat den Lust auf männlich dominierte Grill- und Saufabende, die voll von diesen Witzen sind? Ich persönlich würde jeder Frau raten sich und andere vor sowas zu schützen!

  17. 17 Paula 26. Februar 2010 um 2:36 Uhr

    Mir ist da nochmal ein Gedanke gekommen, der auf Erfahrungen beruht, die ich selbst gemacht habe. Also, erstmal im vorraus: Ich würde jeden Mann der so ätzend rumpöbelt rausschmeiszen.
    Nun mein Gedanke: Was ist denn mit den Männern, die ihre Mackerscheisze nicht offen ausleben? Tun sie das nicht dann schneller im Bett? Diese lieben netten – befriedigen die ihr Machtbedürfnis nicht dann da eben im Verborgenen?
    Mir ist das passiert. Der reflektierteste Feminist. Wie verhindere ich das? Gar keine Männer mehr im Umfeld? Ich denke echt gerade über diese Option nach.

  1. 1 Maedchenmannschaft » Blog Archive » Ja meint nein oder nicht? Pingback am 21. November 2009 um 12:11 Uhr
  2. 2 Medienelite › Living in a rape society Pingback am 22. November 2009 um 22:00 Uhr

Antwort hinterlassen

:) :( :d :"> :(( \:d/ :x 8-| /:) :o :-? :-" :-w ;) [-( :)>- more »

XHTML: Du kannst diese Tags benutzen: <a href=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote> <code> <em> <i> <strike> <strong>


sechs − = drei