Arbeitslosengeld – Frauen gehen leer aus

Hartz IV ist scheiße, schwarz-gelb auch. Dass beides in Kombination nichts Gutes ergeben kann ist nicht weiter erstaunlich, für alle Interessierten hier aber doch ein paar Background-Infos.

Shirin Eltigani ist sauer. Da ändert die schwarz-gelbe Bundesregierung die Regelungen zu Hartz IV zugunsten der BezieherInnen – und sie hat nichts davon.[…] Die Erhöhung des Schonvermögens sei geschlechterungerecht. Das beklagen zahlreiche Frauenverbände und Frauenrechtlerinnen. Auch zahlreiche Untersuchungen belegen das.
Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit sind nur etwas mehr als die Hälfte der EmpfängerInnen von Arbeitslosengeld II Frauen. Aber im Gegensatz zu Männern haben Frauen seltener die Chance, etwas für die Rente zurückzulegen. Frauen arbeiten öfter als Männer in prekären Jobs mit geringem Einkommen. Seit 1998 ist die Zahl der Teilzeitbeschäftigten um 39 Prozent gestiegen. Von den 6 Millionen Minijobs und von den 4,9 Millionen Menschen, die hauptberuflich in Teilzeit arbeiten, sind zwei Drittel Frauen. Und: Frauen sind sehr viel häufiger als Männer alleinerziehend. 91 Prozent aller Alleinerziehenden in Deutschland sind weiblich. Nach Angaben des Verbandes Alleinerziehender Mütter und Väter beziehen 645.000 Alleinerziehende mit 980.000 Kindern unter 18 Jahren Hartz IV. Insgesamt leben 1,9 Millionen Kinder von Hartz IV.


4 Antworten auf “Arbeitslosengeld – Frauen gehen leer aus”


  1. 1 Wolfgang von Regensburg 24. November 2009 um 13:43 Uhr

    Leonie/Shirin Eltigani: Ein sehr guter Beitrag, ein interessanter Aspekt der geplanten „Verbesserungen“ beim Alg II. Das zeigt, dass es nicht um die Besserstellung der Betroffenen geht. Das höhere Schonvermögen für die Rente nutzt erst einmal längerfristig der Rentenkasse, sonst niemandem. Die allgemeine Erhöhung der Freibeträge ist eine Verhöhnung derjenigen, die in den letzten Jahren ihr Erspartes verbrauchen mussten, bevor sie überhaupt Alg II bekommen konnten.
    Wie die geplante Änderung der aberwitzigen Anrechnungen von Einkommen ausfallen wird, weiß noch niemand. Allgemein habe ich aber den Eindruck, dass nach der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts (die wohl im Januar 2010 kommen wird) die Regierung bei Hartz IV wieder von vorn anfangen kann: Neue Regelsätze, neue Organisation der ARGEn usw. Mit vielen Änderungen und weiteren Unsicherheiten, die immer wieder zu Lasten der Betroffenen gehen. Die ARGEn und Jobcenter werden weiter überfordert sein und die Sozialgerichte weiter überlastet.

    Schwarz-Gelb ist sch…, so ist es, aber Rot-Grün hat den Bockmist angefangen, das darf man nicht vergessen.

  2. 2 karrierefrau 24. November 2009 um 14:44 Uhr

    Hm, aber sie hat doch keine Nachteile durch Erhöhung des Schonvermögens? Es nicht zu erhöhen würde ihr auch nichts bringen, also, warum wird sich nicht für den Teil der Bevölkerung gefreut, dem es jetzt besser geht?

  3. 3 Julinoir 24. November 2009 um 15:24 Uhr

    @karrierefrau:
    weil geschlechtergerechte politik bedeuten würde, maßnahmen zu ergreifen, die männern und frauen gleichermaßen nützen …?
    okay, ich erwarte nicht wirklich, dass das irgendeine regierung oder miss karrierefrau auf dem schirm haben.

  4. 4 bigmouth 24. November 2009 um 17:39 Uhr

    die geschlechtsspezifische dimension halte ich hier für vernachlässigbar – viel bemerkenswerter ist, dass diese groß in zeitungen bejubelte angelegenheit einen extrem kleinen anteil aller hartz 4-empfänger überhaupt betrifft, männer wie frauen. das ist eine nebelkerze, die eine verbesserung suggerieren soll

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