Frauenhaus in Salzburg vor dem Aus

In Österreich steht mit dem „Haus Mirjam“ erstmal seit 30 Jahren ein Frauenhaus vor dem Aus. Die Einrichtung im ländlichen Hallein war bis zuletzt zu 80% ausgelastet die Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (SPÖ) lässt sich davon aber nicht beeindrucken. Für sie ist es „zumutbar“, dass die Frauen um ein Frauenhaus aufzusuchen in die Stadt, Salzburg, fahren.
Das Netzwerk Frauenarmut kritisiert die Pläne scharf.

„Gerade am Land sind die Hemmschwellen, sich an ein Frauenhaus zu wenden, groß. Ein Frauenhaus in der Stadt Salzburg ist für Tennengauerinnen in akuten Notsituationen keine gute Alternative, bedeutet vielmehr eine weitere Hürde und bringt angesichts der Mobilitätsprobleme weitere Belastungen für die Opfer“

Wer genauso denkt, kann dies Frau Burgstaller via Mail, Brief oder Anruf gerne wissen lassen.
Vorlage


4 Antworten auf “Frauenhaus in Salzburg vor dem Aus”


  1. 1 leonie 26. November 2009 um 15:23 Uhr

    eine kleine Vorlage von mir

    Sehr geehrte Frau Burgstaller,

    ihre Einstellung zur Schließung des Frauenhauses „Haus Mirjam“ im Bundesland Salzburg ist mehr als unverständlich. Gerade zum internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen sollt man mehr Courage zeigen um Frauen vor häuslicher Gewalt zu schützen. Wie wichtig Frauenhäuser im Bezug auf dieses Thema sind, hat die Vergangenheit mehrfach gezeigt. In Österreich sterben jährlich 30-40 Frauen durch die Gewalt von (Ex-) Partnern. Stündlich wird in Österreich eine Frau vergewaltigt. Aufgrund dieser Zahlen sind Schließungen von Einrichtungen in denen Frauen Zuflucht finden unverantwortlich.
    Jede und jeder von uns sollte dafür Verantwortung übernehmen – auch Sie.

    Mit freundlichen Grüßen

  2. 2 dodo 27. November 2009 um 10:05 Uhr

    erledigt

  3. 3 leonie 27. November 2009 um 11:57 Uhr

    :)

  4. 4 leonie 30. November 2009 um 16:23 Uhr

    Antwort auf meine EMAIl

    Sehr geehrte Frau !

    Die Berichterstattung der letzten Tage über die geplanten Veränderungen im Bereich der Salzburger Frauenhäuser hat vor allem auch bei betroffenen Frauen große Unsicherheit hervorgerufen. Als Landeshauptfrau und zuständiges Regierungsmitglied ist mir die Erhaltung und der Ausbau an Unterstützungsangeboten für Frauen und Kinder, die in ihren Familien Gewalt erfahren, ein wichtiges Anliegen. Es steht ohne Wenn und Aber an erster Stelle in meiner Tätigkeit als
    Frauenreferentin der Salzburger Landesregierung. Es ist richtig, dass das Doppelbudget 2010/11 weniger Mittel für diesen Bereich vorsieht. Dies spornt uns umso mehr an, die vorhandenen Mittel richtig und nach Bedürfnissen der Frauen einzusetzen. Das Frauenhaus Hallein ist jedenfalls im Jahr 2010 trotz der Budgetkürzung in der Übergangsphase bis zur Schaffung eines neuen Angebotes abgesichert. Ich darf betonen, dass das Frauenhaus Mirjam nicht geschlossen wird, sondern mögliche Zukunftskonzepte überlegt werden. Ich weiß aus vielen Rückmeldungen aus den Salzburger Frauenberatungseinrichtungen, dass familiäre Gewalt leider nach wie vor massiv vorhanden ist. Viele BeraterInnen berichten mir, dass es für einen Großteil der betroffenen Frauen eine große Hürde, ja eine Barriere ist, ihre „Zelte“ gänzlich abzubrechen, ihre sozialen Netze aufzugeben. Es geht um Arbeitsplatz, Kindergarten, Schule, Freundinnen/Freunde – alles, was zum eigenen Leben gehört. Nicht jede betroffene Frau fasst den Entschluss diesen großen Schritt zu tun. Gerade diese Frauen will ich aber in
    ihrer schwierigen Gewaltsituation nicht alleine lassen.

    Ich bin davon überzeugt, dass es ein richtiger Schritt ist, wenn diesen Frauen ambulante Beratung und Begleitung in ihrer Situation zur Verfügung steht.

    Diese Entwicklung entspricht übrigens auch jenen Empfehlungen, die der Verein autonomer österreichischer Frauenhäuser für Salzburg ausspricht: Das Bundesland Salzburg liegt mit 82 Plätzen für Frauen und Kinder in Gewaltsituationen gut 30 Plätze über der Empfehlung des Europäischen Parlaments und
    damit Spitzenreiter im Bundesländervergleich. Gleichzeitig empfiehlt der Verein dringend die regionale Beratung und Begleitung auszubauen. Und genau dies tue ich mit den vorgeschlagenen Veränderungen in den folgenden zwei Jahren. Damit werden wir Schutzeinrichtungen für jene Frauen, die den Schritt in ein Frauenhaus tun wollen, mit den Kapazitäten im Frauenhaus Stadt und Frauenhaus Pinzgau erhalten. Gleichzeitig möchte ich das Angebot für jene Frauen ausbauen, die die Situation ohne radikale Veränderung meistern wollen oder müssen – mit einem kompetenten und regional verfügbaren Beratungsangebot. Jeder Euro aus dem Budget der Frauenhäuser steht weiterhin Frauen in Gewaltsituationen zur Verfügung.

    Ich darf Ihnen versichern, dass mir das Wohl der betroffenen Frauen und Kinder sehr am Herzen liegt.

    Das Büro für Frauenfragen ist mit dem Frauenhaus Mirjam in gutem Kontakt und wird gemeinsam mit dem Frauenhaus Konzepte erarbeiten, die einen verantwortungsbewussten Weg für die Frauen in der Region ebnen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Mag. Gabi Burgstaller
    Landeshauptfrau

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