Halt die Klappe, Ethikrat

Der deutsche Ethikrat, welcher laut Eigenaussage „ein plurales Meinungsspektrum vertreten soll“ sprach sich in einer Pressemitteilung gegen Babyklappen und anonyme Geburt aus. Diese verletzen laut Ethikrat „das Recht des Kindes auf Kenntnis seiner Herkunft und auf Beziehung zu seinen Eltern“.
Das Recht des „Kindes“ – dieser Wortlaut ist bekannt, auch Abtreibungsgegner_innen versuchen Frauen ihr Recht auf ein selbstbestimmtes Leben dadurch abspenstig zu machen, dass sie den Wert des Kindes über den der Frau stellen. Bei dieser Argumentation werden Frauen, die schwanger sind quasi zugunsten des Fötus, vollkommen entrechtet.

Nicht so der Ethikrat, dieser versucht uns unglaublich schlecht glauben zu lassen, dass er im Sinne der Frauen handelt.

Der Deutsche Ethikrat möchte mit seinen Empfehlungen dazu beitragen, dass Schwangeren und Müttern in Notsituationen so gut wie möglich geholfen wird, ohne die Rechte anderer, insbesondere ihrer Kinder, zu verletzen.[…] Um Schwangeren und Müttern in Notlagen darüber hinaus zu helfen, schlägt der Ethikrat ein „Gesetz zur vertraulichen Kindesabgabe mit vorübergehend anonymer Meldung“ vor

Das Angebot an Babyklappen besteht in Deutschland seit 1999. Babyklappen sollen Eltern, die mit der Situation der Geburt nicht zurechtkommen als erste Anlaufstelle dienen. Zudem Kinder vor Ermordung und Aussetzung bewahren und dadurch im Gegenzug Frauen entkriminalisieren.

Auch die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche Bischöfin Käßmann kritisiert die Äußerungen des Ethikrats scharf.

Ein solches Angebot der anonymen Kindsabgabe sei Teil eines umfassenden Netzwerks der Kirche, das in den vergangenen Jahren Dutzenden schwangeren Frauen in Not geholfen habe. Würden Babyklappen und die Möglichkeit der anonymen Geburt abgeschafft, bliebe ein Kreis nicht erreichbarer Hilfebedürftiger zurück


3 Antworten auf “Halt die Klappe, Ethikrat”


  1. 1 earendil 30. November 2009 um 14:10 Uhr

    auch Abtreibungsgegner_innen versuchen Frauen ihr Recht auf ein selbstbestimmtes Leben dadurch abspenstig zu machen, dass sie den Wert des Kindes über den der Frau stellen. Bei dieser Argumentation werden Frauen, die schwanger sind quasi zugunsten des Fötus, vollkommen entrechtet.
    „Kindes“ doch hier bitte in Anführungsstrichen. Ein Embryo oder Fötus ist eben KEIN Kind, keine Person, deren Lebensrecht gegen das Selbsbestimmungsrecht der Frau abgewogen werden müsste. Ansonsten wäre die Position der Abtreibungsgegner_innen ja noch nachvollziehbar oder wenigstens diskutabel.

  2. 2 leonie 30. November 2009 um 16:19 Uhr

    Getan.

  1. 1 Anonyme Geburt & Babyklappe Pingback am 30. November 2009 um 10:39 Uhr

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