Archiv für November 2009

Las Mariposas

Artikel, der einige – leider zu wenige! – Hinweise auf die Ereignisse liefert, die den 25.11. als Datum gründeten: ÜBER DREI MUTIGE SCHWESTERN UND GEWALT AN FRAUEN

Hinter der Fassade

Eine Wanderausstellung zum Thema Gewalt in der Familie

Ermordete Partnerinnen

In Österreich gibt es keine Zahlen darüber, wie viele Frauen von ihrem (Ex-)Partner umgebracht werden – Morde an Frauen sind aber bekanntlich keine Einzelfälle – ein Kommentar.

25.11 – Was ist so los

Am 25.11 ist internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen. Was passiert an diesem Tag in deiner Stadt, Region, Schule, Universität oder sonst wo?
Das soll eine kleine Liste von feministischen Veranstaltungen zum Tag gegen Gewalt an Frauen werden. Also macht mit und erzählt allen was bei euch so los ist!

Arbeitslosengeld – Frauen gehen leer aus

Hartz IV ist scheiße, schwarz-gelb auch. Dass beides in Kombination nichts Gutes ergeben kann ist nicht weiter erstaunlich, für alle Interessierten hier aber doch ein paar Background-Infos.

Shirin Eltigani ist sauer. Da ändert die schwarz-gelbe Bundesregierung die Regelungen zu Hartz IV zugunsten der BezieherInnen – und sie hat nichts davon.[…] Die Erhöhung des Schonvermögens sei geschlechterungerecht. Das beklagen zahlreiche Frauenverbände und Frauenrechtlerinnen. Auch zahlreiche Untersuchungen belegen das.
Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit sind nur etwas mehr als die Hälfte der EmpfängerInnen von Arbeitslosengeld II Frauen. Aber im Gegensatz zu Männern haben Frauen seltener die Chance, etwas für die Rente zurückzulegen. Frauen arbeiten öfter als Männer in prekären Jobs mit geringem Einkommen. Seit 1998 ist die Zahl der Teilzeitbeschäftigten um 39 Prozent gestiegen. Von den 6 Millionen Minijobs und von den 4,9 Millionen Menschen, die hauptberuflich in Teilzeit arbeiten, sind zwei Drittel Frauen. Und: Frauen sind sehr viel häufiger als Männer alleinerziehend. 91 Prozent aller Alleinerziehenden in Deutschland sind weiblich. Nach Angaben des Verbandes Alleinerziehender Mütter und Väter beziehen 645.000 Alleinerziehende mit 980.000 Kindern unter 18 Jahren Hartz IV. Insgesamt leben 1,9 Millionen Kinder von Hartz IV.

Sexistischer Alltag: Arbeitsplatz

Unter dem Slogan „Verkäuferinnen sind keine Prostituierte!“ fasst dasbiber-Leserin „Langweilerin“ ihre Erfahrungen mit männlicher Grenzüberschreitungen in ihrem Berufsleben zusammen.
Zum einen schildert sie die konkreten Grenzüberschreitungen durch Kunden:

Es ist nicht erträglich, wenn einem dann unangenhemer Weise ins Ohr geflüstert wird, ob man denn mit einem zum Abendessen geht oder sich überhaupt ausfragen zu lassen, ob man denn schon vergeben ist. Vom morgentlichen Mundgeruch den viele Flirt-Kunden mitnehmen sollte hier gar nicht die Rede sein. Sogenannten unbeabsichtigte Grapschattacken nicht ausgeschlossen. Und wem das nicht genug ist geht noch weiter und macht einem einen Heiratsantrag. Der Glaube man hätte die große Liebe gefunden, während eines Verkaufsgesprächs.
Manch eine Verkäuferin wird so derart angebaggert, dass sie am Abend Angst haben muss von eigenartigen Kunden verfolgt zu werden
(…)

Sie schildert zudem jedoch auch die „sexuelle Arbeit“, die die Verkäuferin im Sinne ihres Jobs leisten muss. Das ist gewissermaßen die Performance, die eine erbringen muss, um in einem bestimmten Kontext auf eine bestimmte Art und Weise „Frau“ zu sein1: (mehr…)

Sizzla-Konzi Berlin: Keine Bühne für homophobe Mord-Propaganda!

Der homophobe Musiker Sizzla tourt mal wieder durch Deutschland – und am 26.11. gibt er Berlin die „Ehre“. Die Kulturbrauerei, wo das Konzert stattfinden soll, weigert sich, sich von Sizzla zu distanzieren. Erfreulicherweise ist es jetzt noch kurzfristig gelungen, eine Demo gegen die Verbreitung homophober Gewaltaufrufe durch Sizzla zu organisieren:

Smash Homophobia!

Keine Bühne für homophobe Mord-Propaganda!

Kein Sizzla-Konzert am 26.11.2009 in Berlin!

Am 26. November soll die Reggae-„Größe“ Sizzla in der Kulturbrauerei im Rahmen seiner Europa-Tournee auftreten. Sizzla ist bekannt für seine homosexuellenfeindlichen Texte. „Verbrennt die Männer, welche andere Männer von hinten reiten. Erschießt Perverse, meine große Pistole macht ‚bumm’“ heißt es u.a. in Sizzlas Song „Pump up“. Insgesamt 13 solcher „Battyman-Tunes“ hat er in seinem Repertoire. Amnesty International zitierte eine Aussage des Sängers bei einem Auftritt 2004 in Jamaika wie folgt: „Tötet sie, die Schwuchteln müssen durch Schüsse in den Kopf sterben.“

In der Vergangenheit führte dies unter anderem zur Indizierung von Sizzlas Album „Rastafari“ und der Absage seiner Europa-Tour 2005, da in Frankreich 13 von 14 Konzerten gecancelt wurden. Auch der Auftritt auf der „Summerjam“ im selben Jahr fiel aus, da er nicht auf schwulenfeindliche Äußerungen verzichten wollte. Sizzla hat daraufhin 2007 den „Reggae Compassionate Act“ (RCA) unterzeichnet und sich damit verpflichtet, zukünftig keine homophoben Inhalte mehr bei seinen Shows zu propagieren. Sizzlas Unterzeichung des „RCA“ belegt keine Wandlung seiner Einstellung gegenüber nicht-heterosexuellen Menschen. Es geht ihm um Geld! 2008 äußerte er sich in der „riddim“ nach einem Auftritt im Wuppertaler „U-Club“ wie folgt: „Bei einer Show wie heute Abend weiß ich, I have to just keep it clean. Bei einer Gangsta-Show in Jamaika erwartet man von dir, dass du härter rüberkommst.“. Weiterhin sagte er: „Selbst wenn wir singen, „kill Battyman“ dann ziehen wir nicht los und bringen Menschen um. Das ist kein Aufruf zur Gewalt. […] Doch die Bibel sagt, Homosexualität ist falsch, es ist ein Fluch.“. Die bloße Unterzeichnung eines Stückes Papiers ändert also noch lange keinen Menschen! Die Veranstalter_innen des Kesselhauses beziehen sich jedoch konsequent auf den von Sizzla unterschriebenen „RCA“ und haben angekündigt das Konzert unter allen Bedingungen durchzuführen. Für uns ist diese Entscheidung total inakzeptabel. Darum rufen wir für den 26. November zur Demo gegen das Sizzla-Konzert auf. Wir sehen darin die letzte Möglichkeit unserem Unverständnis und unserem Ärger gegenüber Leuten Luft zu machen, die anscheinend gern für Mord-Sänger eine Bühne bieten. Sizzla steht an diesem Abend lediglich beispielhaft für eine Vielzahl an Musiker_innen, die Homophobie propagieren. Wir verstehen die Demonstration darum nicht als ein bloßes Statement gegen Sizzla. Sie soll ein klares Zeichen gegen Sexismus, sowie Homo- und Transphobie in jeder Form sein. Die Texte Sizzlas sind widerwärtig und auch auf Jamaika haben es homo/transsexuelle Menschen schwer. Die Kritik daran darf allerdings nicht dazu herhalten die Verhältnisse hier schönzufärben. Homo- und Transphobie sind auch in Deutschland Alltag und keine Besonderheit vermeintlich „fremder Kulturen“. Am 26. November werden wir darum gegen jedwede Form von Diskriminierung auf die Straße gehen. Sagt euren Freund_innen bescheidet und kommt zur Demonstration.

Demonstration:

26. November 2009, 18.30 Uhr, S-Bhf. Schönhauser Allee

Mehr Infos hier.

It’s easier to make a hole than building a pole


(Bild von Erika Moen)

In der Süddeutschen gibt es einen Artikel zu Intersexualität.
Vorweg: ich finde einige Begriffe und Formulierungen problematisch:

Schon gleich nach der Geburt hat Eva Veitl gespürt, dass mit ihrer Tochter etwas nicht stimmt.

…und anderes.
Trotzdem wollte ich das hier posten, da die Hölle, die ein Mensch „ohne klares Geschlecht“ allzuoft durchmachen muß, gut geschildert wird.

Als die Eltern ihr Kind in die Uniklinik Heidelberg bringen, rückt der Professor gleich mit einer ganzen Schar von Assistenzärzten und Studenten an. In dem kleinen Untersuchungsraum drängen sich 15 Menschen in weißen Kitteln um das nackte, heulende Kind. Als Markus Veitl sieht, dass auch seiner Frau die Tränen in den Augen stehen, bricht es aus ihm heraus: „Schluss, alle raus hier!“

(mehr…)

Dann ist der Mann ein Mann

„Wann ist der Mann ein Mann? Ey wennde NIX zu tun hast, kannste solche Fragen stellen.“

Für mehr feministische Gesellschaftskritik!

Neues aus der Welt der Druckerzeugnisse:

outside the box ist eine Zeitschrift, die Gesellschaftskritik mit feministischem Fokus betreibt. Sie ist aus der Beobachtung heraus entstanden, dass feministische Theorie und Praxis nicht genügend in Debatten einer emanzipatorischen Linken einfließen. Sie bleiben allzu oft Randthema.

(aus dem Selbstverständnis von „outside the box – Zeitschrift für feministische Gesellschaftskritik, die sich im Dezember 2008 in Leipzig gegründet hat)

Cover outside the box

Am 29. November erscheint die erste Ausgabe Zeitschrift mit dem Schwerpunktthema „Emanzipation“, gefeiert wird das ab 14 Uhr in der Similde, Simildenstr.9 in Leipzig. Zu beziehen ist outside the box über Infoläden oder per Mail an die Redaktion. Angekündigt sind bisher folgende Beiträge:

  • Andrea Truman: „Das Bedürfnis nach Gleichheit. Eine Kritik der bürgerlichen Frauenbewegung“
  • ChronikLE: „Sexismus muss sichtbar gemacht werden. (Selbst)Kritik des Unsichtbarlassens sexistischer Diskriminierung“
  • AFBL: „Frauen in der DDR: gleiche Rechte, doppelte Pflichten?“
  • Georg Domkamp „Rechte Frauen – Frauen ohne Rechte“
  • Interview mit Sarah Diehl und Kirsten Achtelik

Ich bin wahnsinnig gespannt und freue mich schon sehr auf die erste Augabe!