Archiv für Dezember 2009

Evolution, Arbeit, Patriarchat


Nichts bringt mich mit größerer Sicherheit auf die Palme, als wenn Leute versuchen, mit Hilfe von praktisch zurechtgestutzter Evolutionstheorie die bestehenden patriarchalen Rollenmuster und Stereotype als „naturgegeben“ hinzustellen.
Passiert momentan auf dem Mädchenblog auch mal wieder…
Das Problem ist ja nun nicht die Evolution an sich, sondern daß diese immer wieder und immer noch mit Scheuklappen betrachtet wird und somit alles, was links und rechts von der klassisch-patriarchalen Deutung und Analyse der Evolution liegt, schlichtweg ignoriert wird.
Jetzt bin ich auch ganz bestimmt keine super Expertin für die Evolutionstheorie (man verzeihe mir also Ungenauigkeiten an dieser Stelle) – aber interessieren tut’s mich schon. Und einige Fakten (gerade auch solche, die gern mal übersehen werden) bringen mich da schon auf Gedanken, die sich mit den althergebrachten Deutungen nicht so ganz verträgt…

Wie sieht es denn beispielsweise aus mit der geschlechtsabhängigen Arbeitsteilung?
Die typische Ansicht wäre da: der Mann ist stark und sorgt fürs Essen (also Fleisch), indem er jagt. Die Frau ist von ihm abhängig, weil sie nicht selber jagen kann und seinen Schutz braucht – weil sie ja wiederum schwach ist. Dafür bekocht sie ihn dann und zieht die Kinder auf.
So oder so ähnlich wird das immer wieder propagiert.
Aber ist das wirklich die einzige Möglichkeit, wie das abgelaufen sein könnte?
Beispielsweise mutet die Abhängigkeit doch recht komisch an: bei sämtlichen Tieren ist das Weibchen diesbezüglich autark, kann sich und ihren Nachwuchs ganz alleine mit Nahrung versorgen. Die Frage wäre also, warum das gerade beim Menschen (bzw. eben auch seinem evolutionären Vorfahren) anders gewesen sein sollte. Und warum es heutzutage als etwas Normales gilt (Gott sei Dank immer weniger), daß die Frau wirtschaftlich von ihrem Mann (und nicht nur dem) abhängig ist und als Hausfrau auf das Geld angewiesen ist, das der Gatte ihr zuteilt, um Nahrungsmittel einkaufen zu können. (mehr…)

American Apparel – Die Antwort

via Feministing

Vergessene Freiheitskämpferin

Die Münchner Freiheitskämpferin Olga Benario, ist in ihrer Heimatstadt nahezu völlig vergessen worden, nichts erinnert an die Frau, die 1928 aufgrund ihrer antifaschistischen Tätigkeit von Deutschland nach Moskau fliehen musste und letztendlich in Brasilien festgenommen und der Gestapo ausgeliefert wurde. Sie starb mit 34 Jahren im Konzentrationslager Bernburg.

Die Münchner Schauburg will nun auf ihr Schicksal aufmerksam machen und sie zurück in das historische Gedächtnis der Stadt rufen.
Auf Olga Benario! heißt das Theaterstück, welches ihr Leben Revue passieren lässt.

Parkplätze für Idioten….ähm, Frauen

Ein chinesisches Einkaufszentrum hat seltsame Vorstellungen von Sinn und Zweck der Frauenparkplätze.
Da Frauen nämlich ja bekanntermaßen nicht einparken können, sind die Frauenparkplätze in diesem Einkaufszentrum gleich mal einen Meter breiter.
Außerdem:

Das Design der Parkplätze komme außerdem dem weiblichen „starken Farbgefühl und dem anderen Sinn für Entfernungen“ entgegen, den Frauen nun einmal hätten.

Wie das nun genau aussehen soll, will ich ehrlich gesagt gar nicht wissen.

Spielsachen fair machen

Pünktlich zum weihnachtlichen Konsumrausch, eine weniger weihnachtliche Nachricht aus der Spielzeug Industrie. Disney, der amerikanische Kitsch-Exporteur No.1 steht schon seit längerer Zeit in der Kritik, da der Konzern seine „Konsumgüter“ in China unter menschenunwürdigen Bedingungen produzieren lässt.

Neue Untersuchungen, die in vier chinesischen Zulieferbetrieben von Disney durchgeführt wurden, haben erneut die unmenschlichen Arbeitsbedingungen von 1000enden von SpielszeugarbeiterInnen aufgedeckt. Keine Arbeitsverträge, inkorrekt abgegoltene Überstunden, keine adäquate Sicherheitsausrüstung, keine Sozialversicherung.[…]
Eine Arbeiterin der Montageabteilung bei Tianyu Toys berichtet: „Ich wurde gezwungen, 28 Stunden durchzuarbeiten, sogar ohne Essenspause. All das für 1.029 RMB (ca. 100 EURO) im Monat.“

Um ein Einkommen zu erzielen, mit dem sich das Überleben gerade ausgeht, müssen die ArbeiterInnen ohnehin viele Überstunden leisten. Doch in der Hochsaison, wenn für das Weihnachtsgeschäft in Europa und den USA Spielsachen produziert werden, bekommen die ArbeiterInnen keine freien Tage und müssen häufig auch Nachtschichten arbeiten.[…]
Die Untersuchungen in der Wai Ching Fabrik zeigen, dass ArbeiterInnen täglich ohne jegliche Schutzbekleidung mit chemischen Substanzen wie Farbe und Verdünner hantieren, von denen sie weder den Namen noch die Gefährdungspotenziale kennen. Gesetzlich vorgeschriebene Gesundheits-Checks werden auch nicht durchgeführt.

Die Recherchen haben auch zu Tage gebracht, dass die ArbeiterInnen zum Teil herabwürdigend behandelt werden. Das geht von Beleidigungen über Demütigungen bis hin zu verbalem Missbrauch. Bei Tianyu Toys darf ein Toilettengang maximal 5 Minuten dauern und die ArbeiterInnen brauchen dafür einen besonderen Ausweis.

Hier auch der Link zur Petition gegen Disney.

Hätt Maria abgetrieben..

… wärst auch du uns erspart geblieben!

Zu Weihnachten lässt die katholische Kirche wieder einmal das „ungeborenen Leben“ hochleben.

Der Papst kritisierte bei seiner Ansprache von der Benediktionsloggia des Petersdoms erneut den Egoismus der westlichen Länder und indirekt auch die Abtreibungsgesetze: „In Europa und in Nordamerika spornt das ‚Wir‘ der Kirche dazu an, eine egoistische und technokratische Mentalität zu überwinden, das Gemeinwohl zu fördern und die schwächsten Personen, beginnend mit den noch nicht Geborenen, zu achten.“

„Urbi et Orbi“ allen Frauen die 2009 an einer illegalen, unsicheren Abtreibung gestorben sind.

Gut ins neue Jahr mit Sarah Haskins

Mädchen und Gewalt

Mädchen werden immer aggressiver und begehen mehr Gewalttaten. Falsch. Nicht die Gewalttaten steigen, sondern die Hemmschwelle sinkt Mädchen anzuzeigen und festzunehmen.

„Besonders bei Gewalt von Mädchen werden heute wesentlich mehr Taten angezeigt als früher“, sagt Baier. Für eine aktuelle Auswertung hat er Befragungen von SchülerInnen mit Polizeistatistiken verglichen. Laut amtlicher Statistik stiegen die Gewalttaten von Mädchen besonders 2007 deutlich. Das Kriminologische Forschungsinstitut führte zwischen 1998 und 2008 Befragungen von insgesamt über 60.000 Jugendlichen in neunten Klassen durch. Jüngst untersuchte Baier die Ergebnisse mit Hinblick auf Geschlechterunterschiede. „Entgegen den Nachrichten gehen die Gewalttaten von Mädchen zurück, wenn auch etwas weniger deutlich als die von Jungen“, sagt Baier.

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girl power

girl power – der trailer von einem dokumentarfilm über frauen in der graffiti szene. die homepage zum film.
via

allophilia über sexistische Opferkonkurrenz bzgl. des sog. Homo-Mahnmals in Berlin.