
Nichts bringt mich mit größerer Sicherheit auf die Palme, als wenn Leute versuchen, mit Hilfe von praktisch zurechtgestutzter Evolutionstheorie die bestehenden patriarchalen Rollenmuster und Stereotype als „naturgegeben“ hinzustellen.
Passiert momentan auf dem Mädchenblog auch mal wieder…
Das Problem ist ja nun nicht die Evolution an sich, sondern daß diese immer wieder und immer noch mit Scheuklappen betrachtet wird und somit alles, was links und rechts von der klassisch-patriarchalen Deutung und Analyse der Evolution liegt, schlichtweg ignoriert wird.
Jetzt bin ich auch ganz bestimmt keine super Expertin für die Evolutionstheorie (man verzeihe mir also Ungenauigkeiten an dieser Stelle) – aber interessieren tut’s mich schon. Und einige Fakten (gerade auch solche, die gern mal übersehen werden) bringen mich da schon auf Gedanken, die sich mit den althergebrachten Deutungen nicht so ganz verträgt…
Wie sieht es denn beispielsweise aus mit der geschlechtsabhängigen Arbeitsteilung?
Die typische Ansicht wäre da: der Mann ist stark und sorgt fürs Essen (also Fleisch), indem er jagt. Die Frau ist von ihm abhängig, weil sie nicht selber jagen kann und seinen Schutz braucht – weil sie ja wiederum schwach ist. Dafür bekocht sie ihn dann und zieht die Kinder auf.
So oder so ähnlich wird das immer wieder propagiert.
Aber ist das wirklich die einzige Möglichkeit, wie das abgelaufen sein könnte?
Beispielsweise mutet die Abhängigkeit doch recht komisch an: bei sämtlichen Tieren ist das Weibchen diesbezüglich autark, kann sich und ihren Nachwuchs ganz alleine mit Nahrung versorgen. Die Frage wäre also, warum das gerade beim Menschen (bzw. eben auch seinem evolutionären Vorfahren) anders gewesen sein sollte. Und warum es heutzutage als etwas Normales gilt (Gott sei Dank immer weniger), daß die Frau wirtschaftlich von ihrem Mann (und nicht nur dem) abhängig ist und als Hausfrau auf das Geld angewiesen ist, das der Gatte ihr zuteilt, um Nahrungsmittel einkaufen zu können. (mehr…)
Die Münchner Freiheitskämpferin Olga Benario, ist in ihrer Heimatstadt nahezu völlig vergessen worden, nichts erinnert an die Frau, die 1928 aufgrund ihrer antifaschistischen Tätigkeit von Deutschland nach Moskau fliehen musste und letztendlich in Brasilien festgenommen und der Gestapo ausgeliefert wurde. Sie starb mit 34 Jahren im Konzentrationslager Bernburg.
Die Münchner Schauburg will nun auf ihr Schicksal aufmerksam machen und sie zurück in das historische Gedächtnis der Stadt rufen.
Auf Olga Benario! heißt das Theaterstück, welches ihr Leben Revue passieren lässt.
Ein chinesisches Einkaufszentrum hat seltsame Vorstellungen von Sinn und Zweck der Frauenparkplätze.
Da Frauen nämlich ja bekanntermaßen nicht einparken können, sind die Frauenparkplätze in diesem Einkaufszentrum gleich mal einen Meter breiter.
Außerdem:
Das Design der Parkplätze komme außerdem dem weiblichen „starken Farbgefühl und dem anderen Sinn für Entfernungen“ entgegen, den Frauen nun einmal hätten.
Wie das nun genau aussehen soll, will ich ehrlich gesagt gar nicht wissen.
Pünktlich zum weihnachtlichen Konsumrausch, eine weniger weihnachtliche Nachricht aus der Spielzeug Industrie. Disney, der amerikanische Kitsch-Exporteur No.1 steht schon seit längerer Zeit in der Kritik, da der Konzern seine „Konsumgüter“ in China unter menschenunwürdigen Bedingungen produzieren lässt.
Neue Untersuchungen, die in vier chinesischen Zulieferbetrieben von Disney durchgeführt wurden, haben erneut die unmenschlichen Arbeitsbedingungen von 1000enden von SpielszeugarbeiterInnen aufgedeckt. Keine Arbeitsverträge, inkorrekt abgegoltene Überstunden, keine adäquate Sicherheitsausrüstung, keine Sozialversicherung.[…]
Eine Arbeiterin der Montageabteilung bei Tianyu Toys berichtet: „Ich wurde gezwungen, 28 Stunden durchzuarbeiten, sogar ohne Essenspause. All das für 1.029 RMB (ca. 100 EURO) im Monat.“
Um ein Einkommen zu erzielen, mit dem sich das Überleben gerade ausgeht, müssen die ArbeiterInnen ohnehin viele Überstunden leisten. Doch in der Hochsaison, wenn für das Weihnachtsgeschäft in Europa und den USA Spielsachen produziert werden, bekommen die ArbeiterInnen keine freien Tage und müssen häufig auch Nachtschichten arbeiten.[…]
Die Untersuchungen in der Wai Ching Fabrik zeigen, dass ArbeiterInnen täglich ohne jegliche Schutzbekleidung mit chemischen Substanzen wie Farbe und Verdünner hantieren, von denen sie weder den Namen noch die Gefährdungspotenziale kennen. Gesetzlich vorgeschriebene Gesundheits-Checks werden auch nicht durchgeführt.
Die Recherchen haben auch zu Tage gebracht, dass die ArbeiterInnen zum Teil herabwürdigend behandelt werden. Das geht von Beleidigungen über Demütigungen bis hin zu verbalem Missbrauch. Bei Tianyu Toys darf ein Toilettengang maximal 5 Minuten dauern und die ArbeiterInnen brauchen dafür einen besonderen Ausweis.
Hier auch der Link zur Petition gegen Disney.
… wärst auch du uns erspart geblieben!
Zu Weihnachten lässt die katholische Kirche wieder einmal das „ungeborenen Leben“ hochleben.
Der Papst kritisierte bei seiner Ansprache von der Benediktionsloggia des Petersdoms erneut den Egoismus der westlichen Länder und indirekt auch die Abtreibungsgesetze: „In Europa und in Nordamerika spornt das ‚Wir‘ der Kirche dazu an, eine egoistische und technokratische Mentalität zu überwinden, das Gemeinwohl zu fördern und die schwächsten Personen, beginnend mit den noch nicht Geborenen, zu achten.“
„Urbi et Orbi“ allen Frauen die 2009 an einer illegalen, unsicheren Abtreibung gestorben sind.
Mädchen werden immer aggressiver und begehen mehr Gewalttaten. Falsch. Nicht die Gewalttaten steigen, sondern die Hemmschwelle sinkt Mädchen anzuzeigen und festzunehmen.
„Besonders bei Gewalt von Mädchen werden heute wesentlich mehr Taten angezeigt als früher“, sagt Baier. Für eine aktuelle Auswertung hat er Befragungen von SchülerInnen mit Polizeistatistiken verglichen. Laut amtlicher Statistik stiegen die Gewalttaten von Mädchen besonders 2007 deutlich. Das Kriminologische Forschungsinstitut führte zwischen 1998 und 2008 Befragungen von insgesamt über 60.000 Jugendlichen in neunten Klassen durch. Jüngst untersuchte Baier die Ergebnisse mit Hinblick auf Geschlechterunterschiede. „Entgegen den Nachrichten gehen die Gewalttaten von Mädchen zurück, wenn auch etwas weniger deutlich als die von Jungen“, sagt Baier.
mehr
girl power – der trailer von einem dokumentarfilm über frauen in der graffiti szene. die homepage zum film.
via
allophilia über sexistische Opferkonkurrenz bzgl. des sog. Homo-Mahnmals in Berlin.
Leider eher nichtssagender Artikel über „Große Erzählungen“ des Feminismus: Die vormodernen Vorfahr_innen. Möglicherweise jedoch eine interessante Diskussionsgrundlage?
DieStandard.at über die erstarkte Männerrechtsbewegung.
In Deutschland hat sich die neue CDU/FDP-Regierung daran gemacht, hier einiges aufzuholen – an aktiver Jungen- und Männerarbeit wohlgemerkt. Als erster Schritt wurde eine eigene Abteilung im Familienministerium geschaffen. Die frischgebackene 32-jährige Familienministerin Kristina Köhler ließ dann auch gleich durchblicken, wo sie die Schwerpunkte dieser Abteilung sieht, und fragte in einem Interview in der „Welt am Sonntag“ ganz unschuldig, ob in der Grundschulpädagogik „vielleicht zu viele Schmetterlinge und zu wenige Ritterburgen“ gemalt würden.
Wichtige Einsicht also: die Feminisierung des Jungen tut dem Mann nicht wohl. Ungeniert wird hier ausgesprochen, was lange Zeit nicht (mehr) Common Sense einer geschlechtersensiblen Pädagogik und auch der Politik war: Dass Jungen und Mädchen gänzlich unterschiedliche Dinge für ihre Entwicklung brauchen.
Dazu unbedingt das Welt-Interview mit unserer neuen Familienministerin lesen.
Neben einer erz-konservativen Einstellungen zur Ehe: „Aus einer Ehe können Kinder hervorgehen – aus einer gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaft nicht“, verrät sie uns auch noch was sie von Gender-Mainstreaming hält:
Welt am Sonntag: Hat sich Ihr Ministerium nicht wie die ganze Bundesregierung zum Gender Mainstreaming verpflichtet, das vorsieht, dass Mädchen und Jungen gleichermaßen zum Malen von Ritterburgen und Schmetterlingen erzogen werden sollen?
Köhler: Es ist nicht Aufgabe des Staates zu versuchen, Kinder zu einem bestimmten Verhalten zu drängen. Nur ein Beispiel: Der Staat sollte alles tun, um der jungen Frau, die Elektrotechnik studieren möchte, alle Hürden aus dem Weg zu räumen. Aber der Staat sollte nicht zwanghaft versuchen zu erreichen, dass 50 Prozent der Elektrotechnikstudenten weiblich sind.
Acton, Currer and Ellis Bell, diese Namen stehen nicht für drei Männer, sondern waren die Pseudonyme der Geschwister Charlotte, Emily und Anne Brontë. Die drei Schwestern veröffentlichten ihre Erstwerke unter männlichen Pseudonymen um den Vorurteilen der misogynen Gesellschaft zu entkommen und eine erfolgreiche Karriere als Schriftstellerinnen bestreiten zu können.
Das frau ihren Namen ändern muss um Erfolg zu haben scheint aber kein Relikt aus dem 19. Jahrhundert zu sein, sondern ist scheinbar selbst heute nötig um mit vollem Respekt behandelt zu werden. Dies zeigt der Fall einer amerikanischen Bloggerin die nach jahrelanger Erfolglosigkeit begonnen hat unter einem männlichen Pseudonym zu schreiben.
Today, Men with Pens blogger James Chartrand revealed that „he“ is actually a lady with a laptop. After working under her real name for years, Chartrand was still struggling to make it as a freelance writer. Not only was her income negligible, but „I was treated like crap, too. Bossed around, degraded, condescended to, with jibes made about my having to work from home. I quickly learned not to mention I had kids. I quickly learned not to mention I worked from my kitchen table.“ Out of desperation, she started submitting work under a male pseudonym, just to see if it made a difference. And boy, did it ever.
Instantly, jobs became easier to get.
There was no haggling. There were compliments, there was respect. Clients hired me quickly, and when they received their work, they liked it just as quickly. There were fewer requests for revisions — often none at all.
Customer satisfaction shot through the roof. So did my pay rate.
Wie gängig die Praxis ist, dass schreibende Frauen ihren weiblichen Vornamen erst einmal bedeckt halten, zeigt uns eine kleine Auflistung auf Salon.com.
And come to think of it, I‘ve read that in the late 1990s, J.K. Rowling became known as such because her publishers feared that boys wouldn‘t read books written by someone named Joanne. Last spring, the website Divine Caroline made a list of seven famous female authors who used male names, including Alice Bradley Sheldon, who found it easier to break into science fiction writing in 1967 as James Tiptree, Jr., and Nora Roberts, who chose the name J.D. Robb in 1995 when she began writing detective fiction alongside her wildly successful romance novels. When much-admired political blogger Digby accepted an award in person in 2007, some of her biggest fans were shocked to learn that she’s a woman.
Der Klimagipfel ist gescheitert. Die Profit und -Wirtschaftsinteressen der einzelnen, meist westlichen Ländern, konnten sich vor den angeblich „guten Willen“ unsere Erde zu retten drängen.
Von den Auswirkungen am stärksten betroffen sind jedoch nicht die Industrienationen, sondern größtenteils Dritte Welt oder -Schwellenländer.
Vor allem Frauen leiden in diesen Regionen am stärksten unter den Auswirkungen der Klimakatastrophe.
Because of the traditional domestic responsibilities which fall on women and girls, experts state that climate change is having a disproportionate affect them. Women are the primary caretakers of families, primary managers of everything from food production to water management in their households. As UNFPA (United Nations Population Fund) puts it, women are the ones who cook, clean, and farm for their families, in addition to providing health care and hygiene. Women are not only on the „front lines“ of climate change, but their work and relationship with the environment is so intimate that their experience with it changing is often just as personal.
Angesichts dieser Lage können Feminist_inne beim Thema „Klima“ nicht einfach schweigen. Ganz zentraler Punkt sollte es aber sein, die ökonomischen Nachteile von Frauen und die tradierten Rollenmuster in den jeweiligen Ländern zu bekämpfen, denn so lange diese bestehen werden Frauen immer die ersten Opfer von Katastrophen werden.