Arme Männer

DieStandard.at über die erstarkte Männerrechtsbewegung.

In Deutschland hat sich die neue CDU/FDP-Regierung daran gemacht, hier einiges aufzuholen – an aktiver Jungen- und Männerarbeit wohlgemerkt. Als erster Schritt wurde eine eigene Abteilung im Familienministerium geschaffen. Die frischgebackene 32-jährige Familienministerin Kristina Köhler ließ dann auch gleich durchblicken, wo sie die Schwerpunkte dieser Abteilung sieht, und fragte in einem Interview in der „Welt am Sonntag“ ganz unschuldig, ob in der Grundschulpädagogik „vielleicht zu viele Schmetterlinge und zu wenige Ritterburgen“ gemalt würden.

Wichtige Einsicht also: die Feminisierung des Jungen tut dem Mann nicht wohl. Ungeniert wird hier ausgesprochen, was lange Zeit nicht (mehr) Common Sense einer geschlechtersensiblen Pädagogik und auch der Politik war: Dass Jungen und Mädchen gänzlich unterschiedliche Dinge für ihre Entwicklung brauchen.

Dazu unbedingt das Welt-Interview mit unserer neuen Familienministerin lesen.
Neben einer erz-konservativen Einstellungen zur Ehe: „Aus einer Ehe können Kinder hervorgehen – aus einer gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaft nicht“, verrät sie uns auch noch was sie von Gender-Mainstreaming hält:

Welt am Sonntag: Hat sich Ihr Ministerium nicht wie die ganze Bundesregierung zum Gender Mainstreaming verpflichtet, das vorsieht, dass Mädchen und Jungen gleichermaßen zum Malen von Ritterburgen und Schmetterlingen erzogen werden sollen?

Köhler: Es ist nicht Aufgabe des Staates zu versuchen, Kinder zu einem bestimmten Verhalten zu drängen. Nur ein Beispiel: Der Staat sollte alles tun, um der jungen Frau, die Elektrotechnik studieren möchte, alle Hürden aus dem Weg zu räumen. Aber der Staat sollte nicht zwanghaft versuchen zu erreichen, dass 50 Prozent der Elektrotechnikstudenten weiblich sind.


21 Antworten auf “Arme Männer”


  1. 1 Christian 22. Dezember 2009 um 17:42 Uhr

    Was sind denn die Belege dafür, dass Gendermainstreaming funktioniert?
    Wenn man bedenkt, dass Menschen ihren Körper umoperieren lassen um zu ihrem gefühlten Geschlecht zu passen, obwohl sie ja nach diesem Körper gegendert worden sind, dann spricht doch vieles dafür, die Kinder machen zu lassen was sie wollen und das kann eben auch Ritterburgen malen sein und sie nicht dazu erziehen zu wollen, dass sie (auch) Schmetterlinge malen.
    Männer und Frauen hatten wie man an den Körpern sieht einen unterschiedlichen Evolutionsdruck, sonst wären sie körperlich nicht so verschieden (es sei denn man glaubt nicht an Evolution). warum sollte das gerade vor dem Gehirn, unserem wichtigsten Arbeitsgerät, halt gemacht haben? Wenn der sonstige Körper auf bestimmte Arbeiten zugeschnitten ist (zB beim Mann waren es Arbeiten, die besondere Kraft erforderten) warum soll dann das Gehirn in den Lernphasen (=spielen) nicht auch auf diese jeweiligen Arbeiten optimiert worden sein und sich damit für andere Lernvorgänge (=Spiele etc) interessieren?

  2. 2 n.n. 22. Dezember 2009 um 20:18 Uhr

    „Wenn der sonstige Körper auf bestimmte Arbeiten zugeschnitten ist (zB beim Mann waren es Arbeiten, die besondere Kraft erforderten) warum soll dann das Gehirn in den Lernphasen (=spielen) nicht auch auf diese jeweiligen Arbeiten optimiert worden sein und sich damit für andere Lernvorgänge (=Spiele etc) interessieren? „

    Da müsstest du jetzt aber mal nachlegen, seit wann es diese Arbeitsteilung (und überhaubt Arbeit) gibt, und ob der Zeitraum evolutionstheoretisch für derartige Veränderungen ausreicht. Die Annahme, „harte Arbeit“ wäre Männerarbeit wird ja mit dem Verweis auf Pflegearbeit, die in der Obhut von Frauenwrbeit lag widersprochen. Spontan fällt mir noch ein, dass bestimmete „schwere Arbeiten“ je nach Kultur, Zeit und Ort „Frauenarbeit“ statt „Männerarbeit“ war, was deiner These ebenfals widersprechen dürfte.

  3. 3 leonie 22. Dezember 2009 um 20:47 Uhr

    Also dass mit der Evolution ist so eine Sache,natürlich glaub ich daran, aber ich denke nicht das der Darwin´sche Biologismus alles ist.
    dazu: Sigrid Schmitz, 45, habilitierte Biologin, Hochschuldozentin für Mediatisierung der Naturwissenschaften und Generforschung in Freiburg

    Beliebte Erklärungen für Geschlechterunterschiede liefert die Evolutionstheorie. Der männliche Jäger hat demnach vor Millionen Jahren im Überlebenskampf eine bessere Orientierungsfähigkeit und ein größeres Aggressionspotenzial entwickelt. Die weibliche Sammlerin hingegen habe sich der Kooperation und Sprachentwicklung gewidmet. Selten wird erwähnt, dass in der Evolutionsforschung bis heute darüber gestritten wird, wer wann mit welchen Werkzeugen zu arbeiten begonnen hat und ob die Erfindung der Jagdwerkzeuge der entscheidende Evolutionsschritt zur Menschwerdung war – oder ob nicht die sammelnden Frauen erste Werkzeuge erfunden haben. Es lässt sich nicht entscheiden, welche Theorie stimmt, weder Knochenfossilien noch Steinartefakte oder Tragegefäße beweisen diese oder jene Version. Die Geschlechterforschung zeigt, wie dieselben Befunde gegensätzliche Theorien stützen und manche je nach Passgenauigkeit ausgewählt, andere dagegen weggelassen werden.

    Geschlechterunterschiede im Gehirn werden seit 150 Jahren gesucht. Größe und Gewicht des Gehirns dienten dabei lange dazu, die weibliche Intelligenz abzuwerten. Inzwischen geht es eher um geschlechtsspezifische Besonderheiten. Heute können wir mit der Computertomografie Strukturen und Aktivierungen im Gehirn lokalisieren. Frauen seien Sprachkünstlerinnen, ihre Gehirnhälften arbeiteten stärker zusammen, heißt es aufgrund der Ergebnisse solcher Analysen. Männergehirne arbeiteten einseitiger, sie könnten besser räumliche Aufgaben lösen.

    Die bildgebenden Verfahren haben enorme Fortschritte in der Medizin ermöglicht. Sie bergen aber Gefahren, wenn sie benutzt werden, um zu generalisieren.

    Wenn wir auf den Bildern zum Beispiel rote Aktivitätsareale für Männer und Frauen sehen, so sind das keine direkten Abbilder der Realität. Es sind Ergebnisse hochkomplexer Berechnungsverfahren, zwar in sich eindeutig, aber die Folge einer Vielzahl von Entscheidungen, was ins Bild kommt und was nicht. Wer entscheidet darüber, welche Verfahren gewählt und wie die Ergebnisse interpretiert werden? Diese Begründungszusammenhänge und Entstehungskontexte der Wissensproduktion sind Thema der Geschlechterforschung.[…]

    Die Abkehr von der Minderwertigkeitstheorie der Frau hin zur Postulierung partikulärer Vor- und Nachteile der Geschlechter manifestiert auch nur gesellschaftliche Zuschreibungen an männliche Kampfbereitschaft und weibliche Versorgungsbereitschaft, die unsere Gesellschaft angeblich zum Überleben brauche. Wenn, wie vor etwa einem Jahr, der Harvard-Präsident solche Biologismen anführt, um Frauen aus der wissenschaftlichen Laufbahn auszuschließen, wird deutlich, dass es um Macht geht.

    ganzer Artikel

  4. 4 Christan 23. Dezember 2009 um 0:16 Uhr

    @n.n
    wo schrieb ich harte Arbeit? Ich sagte Arbeit, die besondere Kraft erforderte. Im Sinne körperlicher Kraft.
    In der Evolution konnen sich stärkere Muskeln nur entwickeln, wenn sie gebraucht werden. Weil Muskeln ansonsten relativ viel Energie verbrauchen.
    Männer müssen also Arbeiten gemacht haben, für die sie mehr Kraft benötigen oder wie sollen sich die unterschiedlichen Körper sonst entwickelt haben, wenn man die Evolution zugrundelegt? Ohne einen unterschiedlichen Evolutionsdruck ist der unterschiedliche Körperbau nicht zu erklären, wenn man sich nicht vom Konzept der Evolution trennt.

    @leonie
    Schmitz sagt ja nur, dass es schwierig ist das nachzuweisen. Gegenbeweise hat sie nicht. Die Thesen gefallen ihr nur nicht. Ich glaube auch nicht, dass es dabei um Macht geht. Wahrheit ist unabhängig von Macht und weil einem Thesen nicht gefallen werden sie nicht unwahr.

    Wie stehst du denn zu der These, dass es einen unterschiedlichen Evolutionsdruck gegeben hat? Macht das dann nicht auch eine unterschiedliche Gehirnentwicklung wahrscheinlich?

    „glücklicherweise“ stellt die natur ja zudem eine Vielzahl von Experimenten zur Verfügung. ZB über Gendefekte. Frauen, deren Nebennierenrinde zuviel Testosteron produziert verhalten sich „männlicher“ als „normale Frauen“. Menschen, denen die Rezeptoren für Testosteron feheln verhalten sich sehr weiblich. Das legt nahe,dass es biologische Grundlagen gibt.

    Der Wunsch eine Geschlechtsumwandlung zu wollen ist nach biologischen Gesichtspunkten leicht zu erklären: Der Körper ist männlich, das Gehirn aber „weiblich“ ausgerichtet. Wie man das mit der Gesellschaft erklären will leuchtet mir nicht ein.

    Ich sehe auch diesen Machtkampf nicht mehr so klar. WIr kommen alle aus gemischten Familien, also haben einen Vater und eine Mutter. Ein Vater, der nur eine Tochter hat wird das beste für sie wollen, auch einen guten Job. Er steht nicht auf Seiten der Männer, sondern auf der Seite seiner Tochter

  5. 5 n.n. 23. Dezember 2009 um 11:24 Uhr

    „wo schrieb ich harte Arbeit? Ich sagte Arbeit, die besondere Kraft erforderte. Im Sinne körperlicher Kraft.
    In der Evolution konnen sich stärkere Muskeln nur entwickeln, wenn sie gebraucht werden. Weil Muskeln ansonsten relativ viel Energie verbrauchen.“

    Ja, davon rede ich auch. Hast du schon mal einen Menschen hochgehoben (häufige Tätigkeit bei der Pflege vo Menschen)?

    „Männer müssen also Arbeiten gemacht haben, für die sie mehr Kraft benötigen oder wie sollen sich die unterschiedlichen Körper sonst entwickelt haben, wenn man die Evolution zugrundelegt? Ohne einen unterschiedlichen Evolutionsdruck ist der unterschiedliche Körperbau nicht zu erklären, wenn man sich nicht vom Konzept der Evolution trennt.“

    Ja, das hattest Du gesagt, und ich wollte wissen wie du dir dann schwere körperliche Arbeit bei Frauen erklärst. Wenn den Gedankensiel theoretisch Sinn macht, ist doch noch niemande geholfen. Also nochmal: Seit wann gibt es diese Form der Arbeitsteilung beim Menschen, wie lang muss sie bestand haben um einen evolutionären Unterschied auszumachen und wie erklärst du dir in deinem Modell schwere körperliche Arbeit bei Frauen?

  6. 6 Christan 23. Dezember 2009 um 13:52 Uhr

    @n.n.

    Evolution ist langsam. Das erste Leben entstand meine ich vor etwa 650 Millionen Jahren. Soweit ich weiß ist der Homo sapiens sapiens zumindest 100.000 Jahre alt. Ich denke das der damalige Zustand wesentlich für die Entwicklung war.

    Einen Menschen für die Pflege zu bewegen ist erforderlich um sein Bett neu zu beziehen etc. Viele dieser Tätigkeiten werden in der Steinzeit nicht angefallen sein. wenn doch, dann waren die Gruppengrößen kleiner, dass heißt weniger patienten, die auch früher gestorben sind. Das Hochheben eines Menschen dürfte selten erforderlich gewesen sein und damit keinen wesentlichen Evolutionsvorteil im Verhältnis zum höheren Nahrungsverbrauch gehabt haben. Ansonsten nimmt man einfach 4 Frauen statt einer.

    Interessieren würde mich aber, worauf du die höhere Muskelkraft der Männer zurückführst, wenn nicht Evolution und Aufgabenteilung?

    Oder siehst du einen rein gesellschaftlichen Zusammenhang, wonach dann ja Frauen bei gleichem Nichttraining von Anfang an genauso stark werden müßten wie nichttrainierte Männer?

  7. 7 Christian 23. Dezember 2009 um 16:35 Uhr

    kleiner Nachtrag:
    Bei nochmaliger Betrachtung gehe ich davon aus, dass der moderne Mensch seit etwa 30.000 Jahren existiert und würde dann auf die damaligen Zeiten abstellen

  8. 8 jo 23. Dezember 2009 um 20:49 Uhr

    also wenn hier schon die evolution bemüht wird, möchte ich die frage in die runde werfen, warum männliche tiere meist größer und stärker sind als weibliche.
    natürlich weil sie den weibchen imponieren und revierkämpfe untereinander ausfechten müssen. oder habt ihr schonmal nen hirsch oder ein walroß schwere körperliche arbeit verrichten sehen. :d

  9. 9 nummer.drei 23. Dezember 2009 um 21:00 Uhr
  10. 10 nummer.drei 23. Dezember 2009 um 22:01 Uhr

    also wenn hier schon die evolution bemüht wird, möchte ich die frage in die runde werfen, warum männliche tiere meist größer und stärker sind als weibliche.
    natürlich weil sie den weibchen imponieren und revierkämpfe untereinander ausfechten müssen. oder habt ihr schonmal nen hirsch oder ein walroß schwere körperliche arbeit verrichten sehen

    das stimmt so erstmal nicht. es gibt durchaus nicht wenige tierarten, in denen das weibchen größer und stärker als das männchen ist. wikipedia weiß:

    Bei Greifvögeln, Eulen, Kröten und Gliederfüßern (z. B. Spinnen) sind dagegen die Weibchen oft größer als die Männchen;

    jenseits dessen finde ich es dennoch schräg mit tieren zu kommen, wenn es um menschen geht. für zwischenmenschliche revierkämpfe braucht keine_r einen großen, starken körper.

  11. 11 Christan 24. Dezember 2009 um 1:25 Uhr

    @jo

    Das ist ja in der Tat auf der von nummer.drei verlinkten Wikipediaseite gut erklärt:

    Geschlechtsdimorphismus scheint umso deutlicher zu sein, je unterschiedlicher die „Investitionen“ beider Geschlechter bei der elterlichen Fürsorge um Nachwuchs sind

    das spricht aufgrund der langen Tragezeit bei der menschlichen Frau, verbunden mit langer Jugendzeit des Kindes, ja dann wieder für einen großen Geschlechtsdimorphismus. Wie man ihn ja auch beim Körper sieht.

    Menschen sind biologisch gesehen auch in vielen Bereichen nur Tiere.

  12. 12 Wortbahnhof 24. Dezember 2009 um 2:42 Uhr

    Ich frage mich, warum das schräg sein sollte mit Tieren zu kommen. Bei Tierversuchen kann man mit Tieren kommen, obwohl es oft vollkommener Unsinn ist, aber bei anderen Vergleichen ist es dann schräg. Sehr seltsam.
    Ich finde die Frage durchaus berechtigt; warum manche männliche Tiere größer sind.

    Ich finde es im Übrigen sehr bedauerlich, dass eine derartige Person Familienministerin geworden ist. Eine Person, die derartige Rollenklischees und ganz nebenbei noch ausländerfeindliches Gedankengut in sich hat, sollte man nicht so viel zumuten. Das ist doch irre.

  13. 13 bigmouth 24. Dezember 2009 um 11:16 Uhr

    dimorphismus bei menschen existiert objektiv, genau so wie bei anderen primaten und ganz vielen anderen tierarten. das kannn aber auch ein relikt eines menschenvorfahren sein, und muss nicht unbedingt kausal aus der lebenswirklichkeit des homo sapiens sapiens vor 30-60.000 jahren stammen

  14. 14 frankenstein 24. Dezember 2009 um 12:23 Uhr

    selbst wenn männer und frauen sich biologisch bedingt „im durchschnitt“ so von aneinander unterscheiden, dass sie „im durchschnitt“ bestimmten tätigkeiten lieber nachgehen oder „im durschnitt“ besser nachgehen können als das andere geschlecht heißt das letztendlich was genau? was bringen einem diese verallgemeinerungen? was bringen sie denen, die aus diesem raster rausfallen und was denen, die betroffen sind? führt das nicht ausschließlich zu vorurteilen a la „der/die kann das eh nicht?“ ? selbst die medizinische behandlungen sollten doch im idealfall auf den patienten abgestimmt und keine pauschalrezepturen sein.
    selbst wenn unsere persönlichkeit durch hormone geprägt wird ist das doch letztendlich nur ein teil, der uns ausmacht. werden durch solche „durchschnitts-studien“ nicht eher die befürworter der „richtige erziehung“ – um die es ja anfangs geht – unterstützt, die also der meinung sind pädagogik hat so auszusehen, dass nicht auf die individuellen interessen eingegangen wird, sondern auf die „geschlechtergerechten“, egal, ob sie passen oder nicht?
    ist das nicht mal mehrheitsscheiße? wahrscheinlich gibt es welche unter den kindern, die weder schmetterlinge noch ritterburgen malen wollen, vielleicht überhaupt nicht malen wollen?
    interssant finde ich zum thema erziehung, bzw verhaltensnormierung der vortrag „erziehung im kapitalismus“ von dr. rolf röhrig: http://doku.argudiss.de/?Kategorie=AuE

  15. 15 bigmouth 24. Dezember 2009 um 13:48 Uhr

    @frankenstein: wenn sexistische diskriminierung festgestellt werden soll, gucken leute beispielsweise, wie viel % einer tätigkeit von frauen und von männern verrichtet werden. wenn nun aber männer bspw im durchschnitt von natur aus besser geeignet wären (nur als gedankenexperiment, ich weiß es nicht), piloten oder architekten zu sein, weil es unter ihnen mehr kandidaten mit gutem räumlichen vorstellungsvermögen gibt, dann würde sich auch in einer rein meritokratischen, nichtsexistischen berufsverteilung ein frauen/männer-ungleichsverteilung einstellen, die auf den ersten blick sexistisch aussähe.

    feuerwehrleute sind etwa eine berufsgruppe, wo ich sie was für evident halte: ich fände es schlecht, wenn leute zur feuerwehr gingen, die nicht alleine 75 kilo-personen eine feuerleiter runtertragen können. das schränkt den kreis der potentiell dort tätigen stark ein – und da dürften ehrheblich viel weniger frauen im kreis der noch vorhandenen potentiellen bewerber sein, auf grund eines natürlichen duchschnittsunterschieds zwischen den geschlechtern

  16. 16 l 24. Dezember 2009 um 15:07 Uhr

    ich kenn nen paar männer, die kleiner sind als ich. und ein paar frauen, die größer sind als ich. letztens ne frau kennengelernt, die sehr stark war und nen mann, der eher „schwächlich“ war.

  17. 17 tp 24. Dezember 2009 um 17:17 Uhr

    Mann ey, hier wird voll wirr durcheinander gequasselt, geht doch mal auf den Beitrag ein anstatt über Evolution und Größenunterschiede oder darüber, wie Sexismus statistisch zu erfassen wäre und wer ein richtiger Feuerwehrmann ist, zu philosophieren.

    In dem Beitrag stecken nämlich zwei ganz schöne Hämmer drin:

    1. zu dem Standard.at-Zitat: Da steckt ein typisches Missverständnis von Jungen- und Männerarbeit hinter: Jungenarbeit als Pädagogik, die das, was biologisch in Jungen angelegt sei, zu fördern habe und sonst nichts. Was natürlich jede gesellschaftliche Ausformung von Geschlecht negiert und daher Kappes ist. Tatsächlich ist Jungenarbeit aber vonnöten, in einem ganz anderen Sinne: als Förderung alternativer, nicht-hegemonialer und vor allem individueller Ausformungen von Männlichkeit in einer zweigeschlechtlich strukturierten Welt. Denn dass wir es mit JUNGEN und MÄDCHEN zu tun haben in dieser Welt, bedingt keine biologistische Determination von Geschlecht, sondern muss vielmehr als pädagogische Herausforderung angesehen werden, den Jungen und Mädchen zu helfen, ihre Rolle in einem vernünftigen und gesunden Miteinander zu finden (wobei eine einseitige Feminisierung der Grundschulpädagogik tatsächlich eher hinderlich ist und mit Gender Mainstreaming nichts zu tun hat – die Frage ist hier aber, ob die überhaupt so besteht).
    Das ist vielen Männer-Ideologen leider schlicht zu hoch, aber es gibt auch viele, die das verstanden haben, Stichwort „Kritische Männerforschung“. Perspektiven darüber hinaus in Richtung Überwindung von Zweigeschlechtlichkeit sind m.E. nur so möglich.

    2. Leonie und „Welt am Sonntag“ ist das ebenfalls zu hoch. Beide verstehen „Gender Mainstreaming“ in typisch konservativer Idiotie als ein Konzept zur geschlechtlichen Gleichmacherei von Kindern (--> alle sollen Ritterburgen und Schmetterlingen malen) oder wahlweise als Angriff der Frauen auf Jungen und Männer („Feminisierung“). Das genaue Gegenteil ist aber der Fall: Gender Mainstreaming bezeichnet eine politische Leitlinie zur Berücksichtigung der Geschlechtlichkeit eines jeden Menschen innerhalb dieser Gesellschaft! Und in der kommen wir alle eben als Frauen und Männer, als Jungen und Mädchen vor, weshalb auch genau darauf Rücksicht genommen werden muss. Frau Köhler ist in diesem Punkt sogar klüger als Leonie, die auch leider gar nicht ausführt, was eigentlich ihr Problem mit Köhlers Aussage ist. Stattdessen übernimmt sie die krude Gender-Mainstreaming-Definition von „Welt am Sonntag“ und ist empört, dass Köhler die nicht teilt: na, Glückwunsch!

    Ich halte Gender Mainstreaming (also die Berücksichtigung von Gender in allen Gesellschaftslagen, denn nichts anderes bedeutet das) für einen guten Ansatz, aber nicht für „Gleichstellung“, wie es dann immer heißt, sondern für die soziale Ausformung individueller Geschlechtlichkeiten (und nicht mehr „Geschlechter“) als Perspektive für eine Gesellschaft, in der all die sozialen Geschlechternormen abgeschafft sind, die heutzutage dafür sorgen, dass Jungen und Mädchen, deren Verhalten nicht in die Streichholzschachteldenke von „Welt am Sonntag“-Lesern passt, diskriminiert und verfolgt werden.

  18. 18 bigmouth 25. Dezember 2009 um 1:41 Uhr

    wenn du deinen bekanntenkreis genauer quantifizieren und keien extra schwammigen begrifflichkeiten verwenden würdest, würde da bestimmt auch ne klare verteilung rauskommen

  19. 19 Sabine 25. Dezember 2009 um 9:27 Uhr

    Männer gehören von der Regierung nicht gesondert gefördert, denn immerhin profitieren sie vom Patriarchat!! Im Gegenteil, jede Männerpolitik müsste auf Bundesebene eliminiert werden!!

  20. 20 Timo 25. Dezember 2009 um 14:43 Uhr

    Genau Sabine, denn Patriarchat bedeutet ja auch nicht, dass einige wenige alte Säcke den Rest abmelken um ihre Familienpfründchen zu erhalten…

    Wie kann man nur so Menschenfeindlich sein?

  21. 21 l 25. Dezember 2009 um 15:27 Uhr

    „sabine“ ist ein regelmäßig hier vorbeischauender antifeministischer troll, dessen ziel ist, feministinnen anzupatzen. wenn das, was feministinnen von sich geben, nicht zum feindbild passt, gibt man sich eben selber als „feministin“ aus, um den zum feindbild „feminismus“ passenden mist selber abzusondern.

Antwort hinterlassen

XHTML: Du kannst diese Tags benutzen: <a href=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote> <code> <em> <i> <strike> <strong>


zwei + = neun