Vergessene Freiheitskämpferin

Die Münchner Freiheitskämpferin Olga Benario, ist in ihrer Heimatstadt nahezu völlig vergessen worden, nichts erinnert an die Frau, die 1928 aufgrund ihrer antifaschistischen Tätigkeit von Deutschland nach Moskau fliehen musste und letztendlich in Brasilien festgenommen und der Gestapo ausgeliefert wurde. Sie starb mit 34 Jahren im Konzentrationslager Bernburg.

Die Münchner Schauburg will nun auf ihr Schicksal aufmerksam machen und sie zurück in das historische Gedächtnis der Stadt rufen.
Auf Olga Benario! heißt das Theaterstück, welches ihr Leben Revue passieren lässt.


20 Antworten auf “Vergessene Freiheitskämpferin”


  1. 1 l 30. Dezember 2009 um 14:02 Uhr

    antifaschistin? wohl eher überzeugte kommunistin, die u.a. von der schönen demokratie des hochverrats beschuldigt wurde. nicht mal zu unrecht :D hatte gemeinsam mit anderen versucht einen genossen aus den klauen des demokratischen rechtsstaat zu befreien – und es war gelungen!

    in brasilien war sie bei einem revo-versuch mit dabei. hat leider nicht geklappt.

    ps: 1.kampffallschirmspringerin der roten armee.

    :)>-

  2. 2 l 30. Dezember 2009 um 14:07 Uhr

    im übrigen: es gilt als nicht unwahrscheinlich, dass die „liebesgeschichte“ mit prestes keine war, sondern reine tarnung. verlieben und so. aber ne love story hat ja noch nie geschadet, wenn es um sowas geht.

    die frage, die offen bleibt: wieso sollte es im schönen münchen ne gedenktafel geben? benarios „freiheit“ war ne andere als die hier handelsübliche. konkret: die wollte die freiheit abschaffen. die demokratie natürlich auch.

    natürlich gibt es keine gedanktafeln.

    in der ddr – da gab es welche.

    http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/3c/Stamps_of_Germany_%28DDR%29_1959%2C_MiNr_0718.jpg

  3. 3 l 30. Dezember 2009 um 14:15 Uhr

    1928 ist die geflohen nach moskau. vor der demokratie, die sie einknasten wollte. bitte korrigiere das im ausgangsartikel.

  4. 4 l 30. Dezember 2009 um 14:17 Uhr

    irgendwie macht mich das etwas sauer, wenn demokrat_innen hier ne „freiheitskämpferin“ für sich reklamieren, wo doch jede_r wissen könnte, dass deren kampf sich gegen das freiheitsregime richtete. aber so ist es: tote können sich nicht wehren.

  5. 5 n.n. 30. Dezember 2009 um 22:17 Uhr

    Ach l, das weißt du doch besser. Die wollte die Demokratie nicht abschaffen. Hast du nicht so treffend Lenin zitiert und dann die die rhetorische Frage gestellt ob der nun eine bürgerliche Demokratie und einen bürgerlichen Staat haben wollte? Und wie verhält sich das wohl bei einer aufrechten Genossin wie Olga Benario?

    Und dass der bürgerliche Staat auch solchen Leuten mal ’ne Gedenktafel oder einen Straßennamen spendiert, das sollte dir auch klar sein. Siehe Thälmann, Marx und Engels.

    Mach dir doch deine schöne Kritik (deren handlungsleitende Wut ich voll verstehen kann, und bei der mir auch fast der Klassenstandpunkt geplatzt ist) nicht immer durch diese Herumalberei kaputt.

  6. 6 zuckermitstreusel 31. Dezember 2009 um 3:16 Uhr

    soll übrigens vorkommen, l, dass kommunistische antifaschist/innen von der demokratie verfolgt wurden. sogar anarchist/innen, und das OBWOHL DIE DIE FREIHEIT WOLLTEN!

  7. 7 l 31. Dezember 2009 um 11:05 Uhr

    @n.n.: ja, lenin sagte, dass nach der revolution ein staat sowohl auf neue art demokratisch als auch auf neue art diktatorisch sein sollte. und?
    was hat das damit zu tun, dass sie die real existierende demokratie zuvor umstürzen wollte und deshallb schon vor der sog. „machtergreifung“ verfolgt wurde? dass davon die rede ist, sollte eigentlich klar sein.
    ich hab nicht das geringste interesse daran, hier zu erörtern, inwieweit lenin richtig lag oder nicht. ich hab den beitrag korrigiert, der es so aussehen ließ, als wäre benario ‚nur‘ von den faschist_innen verfolgt worden.

    seit wann stellt man in münchen gedenktafeln für kommunistische hochverräter_innen auf? das ist ne eingemeindung in den demokratischen antifaschismus – da passt sie aber nicht rein. man kann sie freilich passend machen: q.e.d.

    es ist ziemlich klar, was die herrschaft heute mit ner benario machen würde.
    so weit es geht, totschweigen, ansonsten, sobald sie etwas erfolg hätte, verfolgen.

    darf ich das noch anmerken, ohne dass du dich über meine angebliche „herumalberei“ auslässt?

    du kannst hier ja selber wichtige anmerkungen machen. aber ich scheine ja die einzige zu sein, die sich an dieser geschichtsfälschung stört.

    (ansonsten könntest du die zeit nützen und mal beantworten, wie es kommt, dass frauen vielleicht weniger argumente haben. ich antworte dann, sobald wieder fit.)

    @leonie:

    nichts erinnert an die Frau, die 1928 aufgrund ihrer antifaschistischen Tätigkeit von Deutschland nach Moskau fliehen musste

    was verstehst du denn unter antifaschismus, leonie? die wurde doch nicht von faschist_innen verfolgt 1928 und auch nicht von faschist_innen des hochverrats bezichtigt. die hat braun auch nicht aus den klauen eines faschistischen, sondern aus denen eines demokratischen gerichts (für n.n.: real existierend) befreit.

    die musste wegen ihrer kommunistischen tätigkeit fliehen. natürlich war sie eine gegnerin des faschismus, aber halt nicht nur. die hat doch ihr leben damit verbracht, revolutionen zu planen, vorzubereiten und zT auch durchzuführen (eher nicht allzu erfolgreich), sowohl in faschismen als auch (n.n. real existierenden) demokratien.

    also bitte korrigieren. es muss heißen:

    aufgrund ihrer kommunistischen Tätigkeit von Deutschland nach Moskau fliehen musste

  8. 8 l 31. Dezember 2009 um 13:58 Uhr

    echt? es kommt vor, dass kommunist_innen von der demokratie verfolgt wurden? das glaub ich nicht! das ist doch blöde antidemokratische hetze, die du da an den tag legst!

    sag doch mal, welche freiheit.

  9. 9 n.n. 31. Dezember 2009 um 16:13 Uhr

    „@n.n.: ja, lenin sagte, dass nach der revolution ein staat sowohl auf neue art demokratisch als auch auf neue art diktatorisch sein sollte. und?
    was hat das damit zu tun, dass sie die real existierende demokratie zuvor umstürzen wollte und deshalb schon vor der sog. „machtergreifung“ verfolgt wurde? dass davon die rede ist, sollte eigentlich klar sein.“

    Ja, dir vielleicht. Mir sowieso. Es ist aber unnötig Leuten die sich offensichtlich nicht so gut auskennen genau das nicht klar zu machen, sondern denen was zu erzählen von wegen „Demokratie beseitigen“, wenn es doch Olga Benario darum ging eine Demokratie zu errichten.

    „seit wann stellt man in münchen gedenktafeln für kommunistische hochverräter_innen auf? das ist ne eingemeindung in den demokratischen antifaschismus – da passt sie aber nicht rein. man kann sie freilich passend machen: q.e.d.“

    In Hamburg bekam Thälmann einen kleinen Platz und ein Stolpersteinchen. Um betont allen Feinde bzw. Opfer des Faschismus zu gedenken. Dass der ihr Ziel etwas anderes war, dass war den Bürgerlichen wohl klar. In München gibt es einen Karl Marx Ring, in Trier hat er sogar ein Haus. Es ist also schlichtweg falsch zu sagen, der bürgerliche Staat gedenkt denen „natürlich“ nicht. Das tut er nämlich, wenn er denn will.

    „es ist ziemlich klar, was die herrschaft heute mit ner benario machen würde.
    so weit es geht, totschweigen, ansonsten, sobald sie etwas erfolg hätte, verfolgen.“

    Alternativ gäbe es Doktortitel und Professur, wenn es kriselt auch mal eine Erwähnung in der Zeitung und wenn sich wo Unmut regt, dann ließe man sie vielleicht durch das Land tingeln um vor versammelten Studierenden Vorträge halten zu lassen. Bei Erfolg natürlich: verfolgen, da hast Du schon recht.

    „du kannst hier ja selber wichtige anmerkungen machen. aber ich scheine ja die einzige zu sein, die sich an dieser geschichtsfälschung stört.“

    Das hat schon gepasst, das habe ich ja bereits gesagt. Nur das Beiwerk war unnötig und hat gestört.

    Sonst: Ja, mache ich noch. Ich muss mir nur deine Argumentiererei zu Gemüte führen. Gute Besserung bis dahin :)

    sag doch mal, welche freiheit.

    Diese Freiheit! http://www.youtube.com/watch?v=hyvGR1YQJzU

  10. 10 zuckermitstreusel 31. Dezember 2009 um 16:32 Uhr

    „sag doch mal, welche freiheit.“

    na eben, l. das ist im ausgangsbeitrag doch gar nicht gesagt. für dich scheint es aber nur die eine, bürgerliche zu geben. mit dem rest wollte ich nur auf deinen behaupteten antagonismus

    „antifaschistin? wohl eher überzeugte kommunistin“

    anspielen. der ist nämlich gar keiner.

  11. 11 l 31. Dezember 2009 um 16:45 Uhr

    „eine demokratie“. ja was für eine, n.n.? und was war das, was sie beseitigen wollte? und was ist denn das heutige verständnis?
    um was geht’s? dass die buchstaben d-e-m-o-k-r-a-t-i-e nicht beschmutzt werden?
    welche demokratie ist denn die richtige, n.n.?

    ad denkmal etc: ja, die zeit gibt auch heftchen raus über marx. aber man kann sich ja mal anschauen, was da passiert und dann mal schauen, was mit benario passiert – und dann landet man beim gleichen.

    auch bürgerliche kritisieren das nicht selten: dass da jemandem zu unrecht ehrung zu teil würde, weil ja eigentlich gegner der verhältnisse. da weiß man: die haben wenigstens das wirken der person zur kenntnis genommen. die stellen dann auch keine denkmäler auf.
    die anderen sind damit beschäftigt, auszublenden, runterzuspielen, die betreffenden als konstruktive kritiker dazustellen etc. kann man auch bei der verhandlung der 1968er bestaunen. ja, die haben schon auch wichtiges gesagt. stimmt’s?
    auch ne art, feinde niederzumachen.

    ad professur: weiß, was du meinst. kenne das heute aber nicht. holzer zB kannte das auch nicht.

  12. 12 l 01. Januar 2010 um 3:10 Uhr

    hallo zuckermitstreusel,

    ja, antifaschistin ist nicht treffend. dass sie als kommunistin auch gegnerin der faschist_innen war: hatten wir schon. nur damit, dass kein faschismus herrscht, war es für sie ja nicht erledigt und das war auch gar nicht ihr politischer ausgangspunkt. die hatte eben nicht „nur“ was gegen faschismus, sonst wäre sie ja nicht kommunistin gewesen (sondern zB sozialdemokratin).
    das aber genau kennzeichnet antifaschismus, wie ja alleine der name schon sagt.

    diese anmerkung – „antifaschistin? wohl eher überzeugte kommunistin“ – ist einfach nur korrekt.

    zur freiheit: im ausgangsbeitrag steht dazu nichts. eben. daher gehe ich davon aus, dass die „handelsübliche“ damit bezeichnet war. aber vielleicht hat leonie auch eine super tolle sozialistische freiheitskonzeption, die ich nicht kenne. das kann schon sein. solange diese allerdings nicht explizit gemacht wird, gehe ich vom herkömmlichen verständnis aus. wenn sie sie explizit macht, kann man ja über die sinnhaftigkeit diskutieren.

    im beitrag steht übrigens auch immer noch, dass sie aufgrund ihres antifaschismus fliehen musste (die falsche jahreszahl wurde dankenswerterweise mittlerweile korrigiert). das ist lächerlich. sie musste fliehen, weil sie nen genossen mit vorgehaltener (aber ungeladener) knarre vor dem rechtsstaat gerettet hat. zuvor war sie auch eingeknastet gewesen, weil sie kommunistin war. das hat nichts, aber wirklich gar nichts mit antifaschismus zu tun. (außer für leute, die sich jeden demokratischen furz, von hartz 4 bis zur nächsten abschiebung, als (neo)faschismus denken, weil demokratie ja was tolles sein soll.)

  13. 13 bigmouth 01. Januar 2010 um 17:55 Uhr

    diese anmerkung – „antifaschistin? wohl eher überzeugte kommunistin“ – ist einfach nur korrekt.

    nein, weil es sich ja nicht ausschliesst. ich kann ja auch überzeugter umweltschützer UND kommunist sein

  14. 14 l 01. Januar 2010 um 19:27 Uhr

    also bigmouth, kennst du kommunist_innen, die faschistisch sind?
    und kennst du antifaschist_innen, die antikommunistisch sind?

  15. 15 zuckermitstreusel 01. Januar 2010 um 19:50 Uhr

    „das aber genau kennzeichnet antifaschismus, wie ja alleine der name schon sagt.“

    stimmt doch gar nicht. antifaschismus ist nicht durch sozialdemokratismus gekennzeichnet, wie du uns hier weismachen willst. antifaschismus ist gekennzeichnet durch eine ablehnung des faschismus, was NICHTS damit zu tun hat, was mensch stattdessen möchte. sind zwei unterschiedliche gegenstände, die du versuchst hier gemein zu machen.

    welchen k-o-m-m-u-n-i-s-m-u-s meinst du überhaupt? welcher kommunismus ist denn nun der richtige, l?

  16. 16 bigmouth 01. Januar 2010 um 19:54 Uhr

    es gab und gibt auch kommunisten, die nicht antifaschistisch waren oder sind. Schlageter-Rede bspw

  17. 17 zuckermitstreusel 01. Januar 2010 um 19:58 Uhr

    noch etwas: olga gehörte wahrscheinlich zu denjenigen antifaschist_innen, dir völlig korrekt den faschismus in der sozialdemokratie verorten und beides nicht so trennen wie auch du hier, l. ihr kampf gegen die sozialdemokratie war demnach also auch einer gegen den faschismus und ihre verhaftung bzw. die befreiung ottos auch ein akt des antifaschismus.

    aber alles in allem stimmt es schon, das leonie olga hier als eine kämpferin für eine freiheit darstellt, bzw. es leider leicht so verstanden wird, für die olga sicher nicht gekämpft hat.

    bitte ändere doch noch einmal etwas im ausgangsbeitrag dazu, leonie, denn so wird es missverstanden.

  18. 18 l 04. Januar 2010 um 2:34 Uhr

    @zucker:

    antifaschismus ist nicht durch sozialdemokratismus gekennzeichnet, wie du uns hier weismachen willst.

    stimmt nicht, siehe:
    zB sozialdemokratin.
    zum beispiel heißt das.

    übern „sozialfaschismus“ mag ich nicht debattieren, der begriff zeugt ja schon vom bereits skizzierten.

    @bigmouth: radek war, nach anschauung zuckers, antifa mit korrekter faschismus-verortung. ihr könnt das ja untereinander ausmachen.

  19. 19 zuckermitstreusel 04. Januar 2010 um 16:54 Uhr

    willst du mich verkohlen, l? wo ist das argument?

  20. 20 l 04. Januar 2010 um 18:19 Uhr

    du hast mir was unterstellt, ich hab das korrigiert. fertig, zucker.

    wofür brauchts ein argument? dafür, dass ich „sozialfaschismus“ nicht debattieren will? nein, dazu brauchts nur mein: ich mag nicht.

    oder zu radek? „sozialfaschismus“-these. also deiner meinung nach ein antifa mit korrekter faschismus-verortung. nach meinung bigmouths kein antifa. macht das unter euch aus.

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