Archiv für Dezember 2009

Die vormodernen Vorfahr_innen

Leider eher nichtssagender Artikel über „Große Erzählungen“ des Feminismus: Die vormodernen Vorfahr_innen. Möglicherweise jedoch eine interessante Diskussionsgrundlage?

Ein Blick auf Väterrechtler und die ausstehende Kritik an ihnen

Ein Blick auf Väterrechtler und die ausstehende Kritik an ihnen

Arme Männer

DieStandard.at über die erstarkte Männerrechtsbewegung.

In Deutschland hat sich die neue CDU/FDP-Regierung daran gemacht, hier einiges aufzuholen – an aktiver Jungen- und Männerarbeit wohlgemerkt. Als erster Schritt wurde eine eigene Abteilung im Familienministerium geschaffen. Die frischgebackene 32-jährige Familienministerin Kristina Köhler ließ dann auch gleich durchblicken, wo sie die Schwerpunkte dieser Abteilung sieht, und fragte in einem Interview in der „Welt am Sonntag“ ganz unschuldig, ob in der Grundschulpädagogik „vielleicht zu viele Schmetterlinge und zu wenige Ritterburgen“ gemalt würden.

Wichtige Einsicht also: die Feminisierung des Jungen tut dem Mann nicht wohl. Ungeniert wird hier ausgesprochen, was lange Zeit nicht (mehr) Common Sense einer geschlechtersensiblen Pädagogik und auch der Politik war: Dass Jungen und Mädchen gänzlich unterschiedliche Dinge für ihre Entwicklung brauchen.

Dazu unbedingt das Welt-Interview mit unserer neuen Familienministerin lesen.
Neben einer erz-konservativen Einstellungen zur Ehe: „Aus einer Ehe können Kinder hervorgehen – aus einer gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaft nicht“, verrät sie uns auch noch was sie von Gender-Mainstreaming hält:

Welt am Sonntag: Hat sich Ihr Ministerium nicht wie die ganze Bundesregierung zum Gender Mainstreaming verpflichtet, das vorsieht, dass Mädchen und Jungen gleichermaßen zum Malen von Ritterburgen und Schmetterlingen erzogen werden sollen?

Köhler: Es ist nicht Aufgabe des Staates zu versuchen, Kinder zu einem bestimmten Verhalten zu drängen. Nur ein Beispiel: Der Staat sollte alles tun, um der jungen Frau, die Elektrotechnik studieren möchte, alle Hürden aus dem Weg zu räumen. Aber der Staat sollte nicht zwanghaft versuchen zu erreichen, dass 50 Prozent der Elektrotechnikstudenten weiblich sind.

männliche Pseudonyme ziehen immer noch

Acton, Currer and Ellis Bell, diese Namen stehen nicht für drei Männer, sondern waren die Pseudonyme der Geschwister Charlotte, Emily und Anne Brontë. Die drei Schwestern veröffentlichten ihre Erstwerke unter männlichen Pseudonymen um den Vorurteilen der misogynen Gesellschaft zu entkommen und eine erfolgreiche Karriere als Schriftstellerinnen bestreiten zu können.
Das frau ihren Namen ändern muss um Erfolg zu haben scheint aber kein Relikt aus dem 19. Jahrhundert zu sein, sondern ist scheinbar selbst heute nötig um mit vollem Respekt behandelt zu werden. Dies zeigt der Fall einer amerikanischen Bloggerin die nach jahrelanger Erfolglosigkeit begonnen hat unter einem männlichen Pseudonym zu schreiben.

Today, Men with Pens blogger James Chartrand revealed that „he“ is actually a lady with a laptop. After working under her real name for years, Chartrand was still struggling to make it as a freelance writer. Not only was her income negligible, but „I was treated like crap, too. Bossed around, degraded, condescended to, with jibes made about my having to work from home. I quickly learned not to mention I had kids. I quickly learned not to mention I worked from my kitchen table.“ Out of desperation, she started submitting work under a male pseudonym, just to see if it made a difference. And boy, did it ever.

Instantly, jobs became easier to get.

There was no haggling. There were compliments, there was respect. Clients hired me quickly, and when they received their work, they liked it just as quickly. There were fewer requests for revisions — often none at all.

Customer satisfaction shot through the roof. So did my pay rate.

Wie gängig die Praxis ist, dass schreibende Frauen ihren weiblichen Vornamen erst einmal bedeckt halten, zeigt uns eine kleine Auflistung auf Salon.com.

And come to think of it, I‘ve read that in the late 1990s, J.K. Rowling became known as such because her publishers feared that boys wouldn‘t read books written by someone named Joanne. Last spring, the website Divine Caroline made a list of seven famous female authors who used male names, including Alice Bradley Sheldon, who found it easier to break into science fiction writing in 1967 as James Tiptree, Jr., and Nora Roberts, who chose the name J.D. Robb in 1995 when she began writing detective fiction alongside her wildly successful romance novels. When much-admired political blogger Digby accepted an award in person in 2007, some of her biggest fans were shocked to learn that she’s a woman.

Die Klimabewegung braucht Feminismus

Der Klimagipfel ist gescheitert. Die Profit und -Wirtschaftsinteressen der einzelnen, meist westlichen Ländern, konnten sich vor den angeblich „guten Willen“ unsere Erde zu retten drängen.
Von den Auswirkungen am stärksten betroffen sind jedoch nicht die Industrienationen, sondern größtenteils Dritte Welt oder -Schwellenländer.
Vor allem Frauen leiden in diesen Regionen am stärksten unter den Auswirkungen der Klimakatastrophe.

Because of the traditional domestic responsibilities which fall on women and girls, experts state that climate change is having a disproportionate affect them. Women are the primary caretakers of families, primary managers of everything from food production to water management in their households. As UNFPA (United Nations Population Fund) puts it, women are the ones who cook, clean, and farm for their families, in addition to providing health care and hygiene. Women are not only on the „front lines“ of climate change, but their work and relationship with the environment is so intimate that their experience with it changing is often just as personal.

Angesichts dieser Lage können Feminist_inne beim Thema „Klima“ nicht einfach schweigen. Ganz zentraler Punkt sollte es aber sein, die ökonomischen Nachteile von Frauen und die tradierten Rollenmuster in den jeweiligen Ländern zu bekämpfen, denn so lange diese bestehen werden Frauen immer die ersten Opfer von Katastrophen werden.

Uganda

Super:Uganda stellt weibliche Genitalverstümmlung unter Strafe.

Scheiße: Uganda erwägt Todesstrafe für Homosexuelle.

Ach die Hormone…

Testosteron macht aggressiv – das war gestern.
Nun wollen Wissenschaftler_innen herausgefunden haben, dass das männliche Sexualhormon, welches auch im weiblichen Körper produziert wird, fair macht.
Genauer gesagt soll es die „Sensitivität für den eigenen Status erhöhen“. Nur bei Tierarten mit „relativ einfachen sozialen Systemen mag sich ein erhöhtes Statusbewusstsein in Aggressivität ausdrücken, wird spekuliert“.

Diese Studien sind zwar wirklich nicht das, was die Welt braucht, der Testosteron = Aggressivität-Aberglaube dürfte damit aber vielleicht zu widerlegen sein – welch ein Wunder es scheint alles nur Sozialisation zu sein.

Daneben zeigte die Studie aber noch ein anderes interessantes Ergebnis: Nämlich dass die gängige Meinung, dass das Hormon aggressiv macht, offenbar tief sitzt. Nach dem Versuch wurden die Teilnehmerinnen befragt, ob sie glaubten Testosteron oder ein Placebo verabreicht bekommen zu haben. Hier zeigte sich eine eindeutige Korrelation: Jene Versuchspersonen, die glaubten, das Testosteronpräparat und nicht das Scheinpräparat erhalten zu haben, machten die unfairsten Angebote – ganz unabhängig davon, welches Präparat sie wirklich bekommen hatten. Möglicherweise wurde das Testosteron-Image von diesen Personen als Legitimation benutzt, sich unfair zu verhalten, wie es in der Mitteilung der Universität heißt.

Laut dem Ökonomen Michael Naef von der Universität Royal Holloway scheint es, dass nicht Testosteron selbst zu Aggressivität verleitet, sondern vielmehr der Mythos rund um das Hormon. In einer Gesellschaft, in der immer mehr Eigenschaften und Verhaltensweisen auf biologische Ursachen zurückgeführt und teils damit legitimiert würden, müsse dies hellhörig machen.

Pille danach in Österreich ab sofort rezeptfrei

Ab sofort ist die Pille danach rezeptfrei in österreichischen Apotheken zu erhalten.

Das Präparat zur Notfallverhütung wurde „für Frauen aller Altersgruppen rezeptfrei gestellt“, hieß es im Ministerium. Der Beschluss erfolgte einstimmig nach Prüfung der vorliegenden Gutachten. Auch der Oberste Sanitätsrat hat kürzlich eine positive Empfehlung ausgesprochen. Es wurde nun doch nicht der Wirkstoff, sondern eine bestimmte Arzneispezialität freigegeben, was das Verfahren verkürzt hat. Dazu wurde ein mehrere Jahre alter Antrag herangezogen. Gesundheitsminister Alois Stöger hat sich seit längerem für die Freigabe starkgemacht.
Zeitgleich mit der Freigabe der Vikela 1,5-mg-Tablette (Wirkstoff Levonorgestrel) erhalten die Apotheken ein Info-Schreiben des Gesundheitsministeriums. Darin wird um Information der Patientinnen gebeten, unter anderem darüber, dass ein Notfallkontrazeptivum keinesfalls eine reguläre Verhütungsmethode ersetze. Auch eine Kontrolle durch einen Facharzt/eine Fachärztin für Frauenheilkunde soll „nachdrücklich“ empfohlen werden.

Zusätzlich sollen die ApothekerInnen die Frauen darauf hinweisen, dass eine bestehende Schwangerschaft durch die Einnahme nicht abgebrochen werden kann und eine Verhinderung einer Schwangerschaft nicht in jedem Fall gegeben sei.

Uppss vergessen…

Willkommen im patriarchalen Kapitalismus.

Panorama: Hunderttausende Frauen sind die Opfer der Einheit

Span. Abgeordnetenkammer beschließt Abtreibungsreform – Beratungen im Senat folgen

Die Abgeordnetenkammer [Congreso de los Diputados] des spanischen Parlaments hat heute mit 184 : 158 Stimmen bei einer (Tagesschau) bzw. zwei (El País) Enthaltungen die Reform der Abtreibungsgesetzung beschlossen. Der Gesetzentwurf wird nun vom Senat [Senado], der anderen Kammer des spanischen Parlaments, beraten.
Zum Gesetzesinhaltet berichtet die Tagesschau:
„Verankert wird ein Recht auf Abtreibung bis zur 14. Woche. Die Frist kann auf die 22. Woche verlängert werden, wenn ein Risiko für die Gesundheit der Frau besteht oder es Hinweise auf schwere Behinderungen des Ungebo renen gibt. Eine der am heftigsten umstrittenen Regelungen sieht vor, dass 16- und 17-jährige Mädchen künftig ohne Einwilligung ihrer Eltern abtreiben dürfen. Anders als ursprünglich geplant, müssen die Jugendlichen ihre Eltern aber über die Abtreibung informieren.“
Damit wurde lt. El Pais einer Forderung der bürgerlichen-nationalistischen baskischen PNV nachgegeben.
Für das Gesetz stimmenden außer der PNV und der sozialdemokratischen Regierungspartei, PSOE, die katalanischen LinksnationalistInnen von der ERC, die galizischen NationalistInnen der BNG, die Vereinigte Linke, zu der die ehemals große eurokommunistische KP gehört, und zwei weitere kleine Gruppierungen.
Gegen den Gesetzentwurf stimmten die konservative Volkspartei, Teile der bürgerlichen katalanischen NationalistInnen der CiU und ebenfalls zwei kleine Gruppierungen.

Vgl. zur parteipolitischen Zusammensetzung des span. Kongresss: http://es.wikipedia.org/wiki/Congreso_de_los_Diputados_de_Espa%C3%B1a#Composici.C3.B3n_del_Congreso.