Archiv für Dezember 2009

Auf die Ohren

Podcast: Vortrag von Frank Apunkt Schneider vom 18. November 2009 mit dem Titel „Die Diktatur des „man“. Von der Schwierigkeit, in linken deutschen Medien geschlechtsneutral zu sprechen. Bericht aus der weitgehend beschissenen Praxis“ aus der Reihe „Jenseits der Geschlechtergrenzen“

Das Internet und die Argumente: It’s easier to be an asshole to words than to people

XKCD: Internet Arguments

By: XKCD

Wieso soll ich sexistisch sein? Ich bin Anarchist*!

Im österreichischen Indymedia steht seit einigen Tagen ein recht langer Text online, der sich mit antisexistischer Selbstreflektion von „Männern“ in der radikalen Linken auseinandersetzt. Erzählt wird aus der Perspektive eines männlichen Mitglieds einer anarchistischen Gruppe, in der die „Frauen“ Diskussionen über sexistisches Verhalten einfordern. Es ist nicht einfach ein Aufsatz über Erlebtes, sondern der Autor bezieht sich immer wieder auch auf

Arbeiten von Frauen, Women of Color im Besonderen, die über das Patriarchat und über Sexismus in linken/anarchistischen Bewegungen schreiben und dagegen aktiv sind. Die Arbeiten von Barbara Smith, Gloria Anzaldua, Ella Baker, Patricia Hill Collins, Elizabeth `Betita` Martinez, bell hooks und vielen anderen bieten politische Grundlagen, Visionen und Strategien für jene Auseinandersetzungen, die gender-privilegierte weiße Männer leisten sollten.

Ich habe mich entschieden, ihn nicht einfach zu verlinken, und ob der Länge massiv zu kürzen. Denn vorenthalten möchte ich ihn euch nicht, da er, denke ich, einige wichtige und auch allzu vertraute Punkte anspricht.

„Was meinst du damit? Ich soll ein Sexist sein?” Ich war geschockt. Ich bin kein Macker, ich habe keinen Hass auf Frauen, ich bin keine böse Person. „Aber wieso soll ich ein Sexist sein? Ich bin doch Anarchist!”. Ich war unsicher, nervös, versuchte mich zu rechtfertigen. Ich glaubte an Befreiung und an den Kampf gegen Kapitalismus und Staat. Da sind doch auf der einen Seite jene, die Ungerechtigkeiten verteidigen und von ihnen profitieren, und auf der anderen Seite stehen wir, oder? Ich war 19 und es war 1993, vier Jahre nachdem ich politisch aktiv wurde.

Nilou hält meine Hand während sie mir geduldig erklärt: “Ich sage nicht, dass du eine böse Person bist, ich sage, dass du sexistisch bist und Sexismus gibt es in vielen verschiedenen Formen – subtilen wie krassen. Du unterbrichst mich, wenn ich rede. Du achtest mehr darauf, was Männer sagen. Letztens, als ich mit dir und Mike im Café saß, war es so, als ob du und Mike allein ein Gespräch führen würden – und ich nur zum Zuschauen da sei. Ich habe versucht mich einzuklinken, aber ihr habt mich nur angeschaut, und seit dann wieder in euer Gespräch verfallen. Die Männer in unserer Gruppe halten Augenkontakt und sie verhalten sich so, als ob keine Frauen anwesend wären. Die Gruppe ist ein Forum für Männer geworden, wo es nur um dieses oder jenes Buch geht – so als ob sie alles wüssten und nur den Rest von uns zu unterrichten bräuchten. (mehr…)

Radiointerview mit allophilia zu Sexismus in der Linken Szene.

Die Jungle World über die Weiblichkeit der Armut in der BRD.

Das Mädchenblog hat jetzt eine Netiquette

Immer wieder werden von Mädchenblog-Leser_innen, -Kommentator_innen und -Schreiber_innen Unsicherheiten geäußert und Grundfragen angesprochen, wie Diskussionskultur auf einem feministischen Weblog stattfinden kann, welchen Rahmen sie bekommt und wo Grenzen sind. Nachstehend das vorläufige Ergebnis einer längeren, internen Diskussion der Mädchenblog-Autor_innen, welche Kommunikationsbasis wir uns wünschen und auf welche Art von schriftlichem Verhalten wir uns zukünftig nicht mehr einlassen werden. Anlass für unsere Netiquette waren regelrechte Flame-Wars in den Kommentaren, die sowohl inhaltlich als auch in ihrem „Tonfall“ zu einem Diskussionsklima geführt haben, das viele Nutzer_innen abgeschreckt und ermüdet hat. Mit diesen Leitlinien erleichtern und vereinheitlichen wir den Moderations-Stil des Blogs und machen für euch, die Nutzer_innen, transparent, auf welcher Basis das Mädchenblog steht.

Hier gibts sie komplett zu lesen: Netiquette (auch oben in der Navigationsleiste zu finde).

Gender und Klima

Wie viel Gender braucht der Klimaschutz?

Sytematische Vergewaltigungen seitens Regierungspartei in Zimbabwe

Laut einer Studie der Organisation „AIDS-Free World“ soll es im Zuge der Wahlen 2008 in Zimbabwe zu systematischen Vergewaltigungen gekommen sein. Opfer der Übergriffe wurden Frauen, die der Opposition nahe standen.

A report by the New York-based advocacy group, based on interviews with 72 survivors and witnesses, documented 380 rapes by 241 members of President Robert Mugabe’s Zimbabwe African National Union-Patriotic Front. All of the victims were supporters of the Movement for Democratic Change, the main opposition party, it said. […]
The recurring pattern to many of the rapes, including the mode and methods of detention of the victims, the types of weapons used on them and refusal of police to investigate, could not be coincidental, AIDS-Free World said.

“The government was well-aware of the widespread sexual violence against women,” it said. In Zimbabwe, “both the police and legal infrastructure are so seriously compromised as to make justice for systematic rape inside the country impossible.”

Hochgekochte Fronten und der Sexismuspranger

Um meinen Beitrag „Eine Runde Mitleid für den armen Heteromacker“ hat sich die letzten Tage eine ganze Reihe von Feedback ergeben, gutes sowie schlechtes. Von wilder Zustimmung und „gut, dass du das geschrieben hast“ bis zu vehementer Ablehnung und einem „wie kannst du diese Person so persönlich angreifen“.

Jetzt fühle ich mich in meiner Rolle als Nicht-so-richtig-durchhaltefähige-Kritikerin (ja, auch mein Herz ist weich) dazu gezwungen, ein paar Worte dazu zu sagen:

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Abortion Support Network – Spendenaufruf

Aus meinem Postfach: wer Interesse hat kann es sich ja mal durchlesen.
Das „Abortion Support Network“ unterstützt Frauen finanziell wie mental die von Irland aus nach Großbritannien reisen müssen um dort eine Abtreibung durchführen zu können.

Dear Supporter,

Yesterday it was announced that three women, known as A, B, and C, have begun their challenge to Ireland’s ban on abortion in the European Court of Human Rights. The three women travelled to Britain to have abortions and claim that the Irish anti-abortion laws caused health risk, trauma and humiliation. Although the case has garnered significant international attention, a decision is not expected for some time.

In the meantime, women in Ireland are still forced to travel to obtain safe, legal abortions. These women are travelling not only from Ireland, the focus of this court case, but also from Northern Ireland, where, despite being part of the United Kingdom, abortion is illegal in almost all situations.
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