Offen lesbisch oder schwul am Arbeitsplatz sind immer noch weniger als 50%. Das reicht vom Verschweigen der eigenen Lebensweise über Nicht-Thematisieren bis hin zu erfundenen gegengeschlechtlichen Partner_innen. Im Vorfeld der Karrieretage für Schwule, Lesben & Freund_innen von Diversity findet eine Befragung über gay-friendlyness von Arbeitgeber_innen statt. Klick!
50% von was? Rosinen? Menschen? Lesben/Schwule? Heteros?
bezieht sich wohl auf nicht arbeitslose lesben/schwule?
würde jedenfalls mit dem ergebnis der studie der kölner uni von 2007 zusammen passen:
„Mit wie vielen ihrer Kollegen/Kolleginnen sprechen sie offen über ihre sexuelle Orientierung?“ (n=2220 Schwule und Lesben):
Mit keiner/m 10,1%
Mit wenigen 41,8%
Mit der Hälfte 07,7%
Mit vielen 11,1%
Mit der Mehrheit 16,6%
Mit allen 12,7%
Ah, gut zu wissen.
Aber mal was anderes:
Dieses gay career ist schon durchaus grausig. Jetzt mal ehrlich, was ist denn der Erfolg davon, ein paar mehr LGBT in Führungspositionen oder „immerhin“ mit nem Haufen mehr Karriereerfolg? Beratung, wie man als Unternehmen die gay community möglichst effektiv bedient… Hauptsache der Erfolg in der Konkurrenz möglichst erfolgreich gegen den Rest. Das freut einen Bruchteil der LGBT, vor allem aber die Kapitalist_innen, die mit gesteigerter Motivation der Arbeitnehmer_innen natürlich auch mehr Gewinn einfahren können. Die nennen das dann „gemeinsam mehr erreichen“. Was die aber nicht verstehen ist, dass ein Großteil der LGBT überhaupt nicht mehr erreichen kann, weil die Plätze knapper werden je weiter man nach oben kommt. Ein Großteil der LGBT wird also sowieso immer eine Scheißposition haben. So Qutenregelungen sind doch nichts außer die Gerechtigkeit gewordene Verschleierung und zu nem „fairen“ Prozentsatz verklausulierte Unterdrückung. Alles scheiße? Ja, aber wenigstens gerecht.
naja, ich finde es auch eklig, wie da lbgt-sein kapitalistisch verwertet wird.
das richtige wird gewollt, aber nur aus dem grund um im kapitalismus erfolgreich sein zu können. das ist natürlich eine moralische Frage, was das richtige ist bzw. ob es das gibt, wovon ich aber keine ahnung habe, andere hier im blog scheinen jedoch welche zu haben. (vielleicht ist es z.b. auch notwendig, dass sich viele auf ihrem arbeitsplatz unfrei und nicht-akzeptiert fühlen, damit die revo ausbricht.)und die website scheint soweit auf btlg, dann eh nur auf weiße, hochgebildete gbtl ausgerichtet.
im hier und jetzt ist das m.e. schon besser und von mir aus ein fortschritt auf einen ltbg-freundlichen (aus welchen gründen auch immer) arbeitgeber_in zu treffen, als als quoten-transe(lgb) eingestellt zu werden und ständig direkten oder indirekten anfeindungen ausgesetzt zu sein.
sprich wenn damit quantitativ der gleiche erfolg erzielt wird, ist so ein diversity management bestimmt lustiger als eine quotenregelung.