Der Untergang der Frauenpolitik hat einen Namen

warum genau ist diese Frau nochmal Frauen-/Familienministerin geworden?

Tja, Antwort bleibt leider aus. Aber mit Bekämpfung von Linksextremen und Islamisten scheint sie sich auszukennen. Unglaublich was für Frauen die CDU als Familien-/Frauenministerinnen rekrutiert. Warum nennen sie das Ministerium nicht gleich in „Ministerium für die Förderung der Gebärfunktion von Frauen und Verbreitung rechter Politik in der Gesellschaft“ um?


36 Antworten auf “Der Untergang der Frauenpolitik hat einen Namen”


  1. 1 Christian 21. Januar 2010 um 14:21 Uhr

    Welche Gesetzesvorhaben müßte eine Familienministerin, die ihren Job „richtig“ macht, denn anstoßen?

    So wie ich das sehe fordert sie einen Ausbau von Betreuungsplätzen, was ja wohl feministischen Zuspruch finden dürfte. Sie ist gegen Bargeld bei einem Betreuungsgeld, was den reinen „Mutterberuf“ unattraktiver macht, damit dürften sich Feministinnen, die fuer Karrierefrauen sind auch anfreunden können.

    Auch sonst scheint sie mir für ein selbstbewußtes Frauenbild einzutreten und auch die Männer einzubeziehen, was ja wohl auch eine Forderung dieses Blogs ist, wenn ich die Feminismusbegriffsdiskussion richtig in Erinnerung habe. Sie möchte die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, auch für Väter, erreichen, also mehr Männer an den Wickeltisch, was auch feministisch sein dürfte.

    Das eine Frau Kinder haben muss um Frauenpolitik zu machen wird auch nicht die Aussage eines feministischen Blogs sein.

    Vielleicht habe ich ihre Äüßerungen nicht genau genug verfolgt, daher würde ich mich über nähere Angaben zur Kritik freuen.

  2. 2 Concordia 21. Januar 2010 um 14:54 Uhr

    Ich habe mich nicht ausreichend mit der neuen Familienministerin beschäftigt, um über ihre Qualifikation für den Posten urteilen zu können.

    Aber der hier verlinkte Text erzählt doch von einer längst überfälligen Maßnahme: Die Bekämpfung linker Extremisten. Es geht doch nicht darum, Rechte zu fördern (im Gegenteil: es gibt etliche Maßnahmen gegen Rechtsextremismus), sondern endlich alle Arten von Extremismus zu bekämpfen. Extremismus ist immer scheiße!!!

  3. 3 ip 21. Januar 2010 um 17:56 Uhr

    @Concordia
    Hast du den Artikel in der taz durchgelesen und verstanden?

    Ich hab eigentlich keine Lust hier nochmal alles wiederzukauen was da sowieso schon steht nur weil manche Leute die Stellen die ihnen nicht passen überlesen.

  4. 4 ameise 21. Januar 2010 um 18:00 Uhr

    Ich denke nicht das wir von einer Ministerin erwarten können, dass sie das Patriarchat bekämpft, deshalb ist dem Feminismus einer Familienministerin klare Grenzen gesetzt. Natürlich macht die CDU rechte Politik, das haben sie nie verschleiert.

    Sie ist gegen Bargeld bei einem Betreuungsgeld, was den reinen „Mutterberuf“ unattraktiver macht

    womit wir bei der Definition von Arbeit wären. Ich versteh nicht was feministisch daran sein sollte, reproduktive Arbeit als keine „richtige Arbeit“ (also kein Bargeld) zu bezeichnen.

    und @concordia: wenn du mal genau schaust, wer hier als linksextremist bezeichnet wirst und dies mit rechtsextremismus gleichsetzt hast du eine sehr eigenartige weltvorstellung und etwa soviel verstanden wie die frau ministerin.

  5. 5 leonie 21. Januar 2010 um 18:44 Uhr

    @Christian: für Frau Köhler sowie die ganze CDU zeichnet sich Frauenpolitik NUR dadurch aus, Frauen Kinderkrigen schmackhaft zu machen und so die Reproduktionsrate zu steigern, andere Themen gibt es nicht. Das ist aber alles keine richtige Frauenpolitik sondern schon eher Familienpolitik, die übrigens nur auf Mittel- bis Oberschicht abzielt und einzig und allein „deutsche“ Kinder produzieren soll, die der Staat dann verwerten kann. Wirklich klasse alles!

  6. 6 frankenstein 21. Januar 2010 um 19:21 Uhr

    @concordia: und wie geht man gegen die parlamentarischen extremisten vor? :-? so wie es aussiehst reichst du denen sogar noch freiwillig die fackel, wenn sie mal wieder auf menschenjagd gehen und ein feuer entzünden wollen. hat ja alles seine ordnung, ne? 8-|

  7. 7 Gnarf 21. Januar 2010 um 20:08 Uhr

    „für Frau Köhler sowie die ganze CDU zeichnet sich Frauenpolitik NUR dadurch aus, Frauen Kinderkrigen schmackhaft zu machen und so die Reproduktionsrate zu steigern, andere Themen gibt es nicht“

    Doch, doch: Frauen Angst vor Moslems, Ausländern, Linken, Farbigen, Armen, Obdachlosen usw. machen, und die genannten Gruppen dann „mit aller Härte“ bekämpfen um „unsere Frauen“ zu schützen. Staatliche Gewalt und Überwachung mit dem Verweis auf ängstliche und bedrohte Frauen zu rechtfertigen war schon immer das zweite Standbein rechter Frauenpolitik.

  8. 8 Philipp 22. Januar 2010 um 1:11 Uhr

    @christian: wie kommst du zu der behauptung:

    „Auch sonst scheint sie mir für ein selbstbewußtes Frauenbild einzutreten und auch die Männer einzubeziehen, was ja wohl auch eine Forderung dieses Blogs ist, wenn ich die Feminismusbegriffsdiskussion richtig in Erinnerung habe. Sie möchte die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, auch für Väter, erreichen, also mehr Männer an den Wickeltisch, was auch feministisch sein dürfte.“

    lebst du in einem parallel-universum? das große „frauenpolitische projekt der cdu und ihrer Familienministerin ist die „herdprämie“ also so ziemlich das genaue gegenteil von allem, was du da erwähnst. damit wird die degradierung von frauen zum hausmütterchen in gesetze gegossen, ein reaktionäres familienbild transportiert und alle abhängigkeitsverhältnisse die eine ehe und die patriarchale kleinfamilie so mit sich bringen zunehmend wieder institutionalisiert. gleichzeitig werden die gelder bei frauenhäusern massiv gekürzt, nachdem die frau per herdprämie vom gewalttätigen ehemann finanziell abhängig gemacht wurde…diese frau ist der personifizierte reaktionäre frauenfeindliche backlash!

  9. 9 Christian 22. Januar 2010 um 14:40 Uhr

    @Philipp

    Die Herdprämie ist IMHO eine CDU-Sache. Damit muss Köhler leben. So wie ich das sehe ist sie selbst keine Befürworterin. Aber als Politikerin ist sie nicht frei von ihrer Partei.

    Hier hieß es ja gerade „unglaublich, was CDU und CSU als Familien-/Frauenministerin rekrutiert“. Ich sehe da aber innerhalb der CDU/CSU keine bessere.

    Ich sehe abgesehen vom Betreuungsgeld (das auch nur eine Höhe von 150 € hat) viele Ansätze Frauen die Berufstätigkeit zu erleichtern, eben eine geplante verbesserung der Kinderbetreuung.

    Sich auf eine Maßnahme zu beschränken, mit der im übrigen jede CDU/CSU-Ministerin leben muss, ist meiner Meinung nach nicht fair. Da wäre schon eine Gesamtbetrachtung angebracht.Es sei denn man sieht ihre Forderung nach besserer Kinderbetreuung nur als Täuschungsmanöver.

    Aber mich würde doch interessieren, was eure Wünsche an konkrete Maßnahmen einer Familienministerin wären.
    Ich wäre da sicherlich auch für weitergehende Maßnahmen.
    Wenn man Frauenarbeit fördern will, dann wäre meiner Meinung nach das Folgende hilfreich:

    Ganztagsschule, frühe Kinderbetreuung, Gemeinsames Sorgerrecht auch bei Nichtverheirateten ab geburt, Zugewinn und Versorgungsausgleich nur für die Zeut in der tatsächlich eine einschränkung des Berufslebens durch die Ehe vorhanden war usw.

  10. 10 Wendy 22. Januar 2010 um 17:25 Uhr

    warum genau ist diese Frau nochmal Frauen-/Familienministerin geworden?

    Für enttäuschte Nationalisten, die sich nicht richtig regiert fühlen, habe ich einen astreinen Tipp: Nächstes Mal die ganze Wut auf den Wahlzettel klatschen und diesmal die richtige Frau wählen! Die wird den Feminismus schon durchsetzen und bestimmt keine Familienpolitik im Sinne des kapitalistischen Staates machen…

  11. 11 mandy 22. Januar 2010 um 20:25 Uhr

    christian, der ausbau von betreuungsplätzen ist lediglich für über dreijährige kinder und wird mit seinem gemäßigten umfang von 750000 bis zum jahr 2013 stark kritisiert. diese maßnahme ist nicht feministisch.

  12. 12 die Thea Rie 23. Januar 2010 um 23:32 Uhr

    Für alle zur Erinnerung.
    Der Plebiszit gegen den Bau von Minaretten in der Schweiz wurde zu großen Teilen von feministisch orientierten Frauen befürwortet.
    Rechtes Gedankengut und Feminismus gehen inzwischen gemeinsame Wege.

  13. 13 rubat 24. Januar 2010 um 17:14 Uhr

    Zum Weltbild und der Scharnierfunktion der Soziologin Köhler gibt´s hier nen feinen Artikel:

    http://www.nadir.org/nadir/periodika/aib/archiv/85/46.php

  14. 14 Kathleen 24. Januar 2010 um 19:32 Uhr

    @die Thea Rie:

    Ach, du weisst doch ganz genau (oder kannst es dir denken): „Diese“ Feministinnen/Schweizeri_Innen aller Couleur haben wohl nicht „Ja“ zum Minarettverbot gesagt, weil sie jetzt alle ganz hübsch nach good old Blochers/Mörgelis/Neocon-Hardliners Pfeife tanzen, sondern schlicht und einfach deshalb, weil es „die Öffentlichkeit“, v.a. die sagen wir mal „linke Politik/Intelektuellen-Elite“ verpasst, zu Recht über Ängste, Unsicherheiten und reale Bedrohungen durch Konservative/Religionen zu sprechen! Natürlich ist es rechtsmissbräuchlich, diese Wut und Unsicherheit darob nun einfach mit einem lächerlichen Minarettverbot auszudrücken, aber es war/ist halt nun mal EIN Mittel, ein Zeichen zu setzen…

    Also, NEIN, Feminismus und zumindest schweizerische rechtsbürgerliche-konservative Ideologien gehen (momentan und wohl nie) zusammen…

  15. 15 l 24. Januar 2010 um 20:00 Uhr

    zu Recht über Ängste, Unsicherheiten und reale Bedrohungen

    ach, die linken haben es verabsäumt über die reale bedrohung durch minarette und musel zu informieren? oder sind in deinem

    durch Konservative/Religionen

    auch blocher, hetzende christ_innen und kirchtürme inklusdiert? ja? das finde ich natürlich begrüßenswert!

    die ängste, über die du redest, sind die ängste von rassist_innen. in der schweiz sind das u.a. die änsgte jener, die mithilfe der armee-gewehre ihre frauen ermorden, wenn sie nicht kuschen.

  16. 16 l 24. Januar 2010 um 20:02 Uhr

    also DOCH – (bürgerlicher) feminismus und „rechtsbürgerliche-konservative Ideologien“ gehen zusammen. du bist ein weiterer beleg.

  17. 17 l 24. Januar 2010 um 20:22 Uhr

    Natürlich ist es rechtsmissbräuchlich, diese Wut und Unsicherheit darob nun einfach mit einem lächerlichen Minarettverbot auszudrücken, aber es war/ist halt nun mal EIN Mittel, ein Zeichen zu setzen…

    1. das arme mißbrauchte recht, ich heul gleich! wo es doch sonst nur so gute sachen kennt wie zB die abschiebung.

    2. weitere mittel kann sich unsere tapfere feministin natürlich sehr gut vorstellen. sollen die sich gefälligst anpassen! an schweizer errungenschaften wie die ausschaffungsinitiative, stolze schweizer bürger_innen, die nach einsicht in personalakten auf dem dorfplatz ganz persönlich über die einbürgerung von ausländer_innen abstimmen, oder schweizer armeegewehre für jeden wehrhaften schweizer, mit denen sich unwillige partnerinnen hervorragend abknallen lassen? oder das schweizer frauenwahlrecht im appenzell, das dieses jahr 20-jähriges jubiläum feiert? auf jeden fall – da ist man vorbild!

    3. was sind denn „nicht lächerliche“ mittel, wenns um den kampf gegen muselbarbaren geht?

  18. 18 leonie 24. Januar 2010 um 20:49 Uhr

    Netiquette Punkt 6

  19. 19 l 24. Januar 2010 um 21:39 Uhr

    @leonie: in feine worte gekleidet sind die scheusslichsten inhalte OK (minarett-verbot als OKne reaktion auf ne herbeihallunzinierte „reale bedrohung“), aber wenn ich daraufhin sage, was sache ist – manchmal in worten, denen man meine erzürnung durchaus entnehmen kann –, ist das eine verwarnung wert… diese regelung ist DUMM. zumindest wie du sie anwendest.

    @kathleen: ist auch das EIN mittel, ein zeichen zu setzen?

  20. 20 leonie 24. Januar 2010 um 21:55 Uhr

    ja was ist nicht DUMM was ich mache…

    Es geht allein darum nen einigermaßen freundlichen Diskussionsstil zu führen. Gilt für alle, auch für dich.

  21. 21 l 24. Januar 2010 um 22:26 Uhr

    ja was ist nicht DUMM was ich mache…

    hö? das würde ich nie schreiben (a.) dass ALLES dumm sei, was du machst, und b.) WEIL DU es machst). – wollte ich noch schnell schreiben.

    ich halte nun ja eher nichts davon, auf freundlichen stil zu pochen. haha. wenn der inhalt ein „unfreundlicher“ ist, nützt auch das schöne kleid nix.

  22. 22 Kathleen 25. Januar 2010 um 2:46 Uhr

    @l:

    ehm…also, huch, ich bin etwas sprachlos angesichts all dem…egal…

    again…ich versuchte bloss auf die TATSACHE hinzuweisen, dass wohl viele schweizer_Innen „ja“ zum Minarettverbot stimmten, nicht aus fremdenhass sondern darum, um ihrer unsicherheit und ärger luft zu machen (und, ehm, ja, DAS ist hochgradig rechtsmissbräuchlich…ein bauverbot sollte um des bau-verbots willen umgesetzt werden und nicht um irgendwelcher gesellschaftlich/religiöser alltagspraxen…hui, da ging der hohn etwas in den ofen, nicht?)…

    und mir dummheit, rassismus, konservativismus, gar gewalttätigkeit vorzuwerfen und bei gelegenheit völlig grundlos gegen die „ganze schweiz“ zu hetzen und mir einfach mal die wildesten sachen anzudichten, sorry, was soll das?

    wenn es so falsch ist, den islam oder den islamismus zu kritisieren, dann bitte, erklär mir stichhaltig warum, mir ist das noch so recht!

    alles in allem habe ich trotz deiner ellenlangen antwort nicht konkret herauslesen können, was du nun genau krisisierst an meiner aussage, oder an dem abstimmungsresultat oder an islam-kritik…

    ach, die linken haben es verabsäumt über die reale bedrohung durch minarette und musel zu informieren?

    öhm…ich sage: im grossen und ganzen…JA…aber wiederum: wenn du mir das gegenteil belegen kannst, dann bin ich heilfroh!!!

  23. 23 l 25. Januar 2010 um 14:25 Uhr

    hallo kathleen,

    die TATSACHE hinzuweisen, dass wohl viele schweizer_Innen „ja“ zum Minarettverbot stimmten, nicht aus fremdenhass sondern darum, um ihrer unsicherheit und ärger luft zu machen

    woraus speist sich denn die unsicherheit und der ärger? sag‘ mir das doch bitte mal. du sagst: die sind unsicher, verärgert, und auch verängstigt angesichts realer bedrohungen, sagst aber nicht, was die „realen bedrohungen“ sind.

    und mir dummheit, rassismus, konservativismus, gar gewalttätigkeit vorzuwerfen

    ich nehme das alles zurück, wenn du mich davon überzeugen kannst, dass die „realen bedrohungen“ wirklich real sind, vernünftig und nachvollziehbar.

    und bei gelegenheit völlig grundlos gegen die „ganze schweiz“ zu hetzen

    ich habe nicht „völlig grundlos gegen die ganze schweiz gehetzt“, sondern
    1. gegen die ausschaffungsinitiative, die von vielen, aber natürlich nicht allen, unterstützt wird und die eine REALE BEDROHUNG für nicht wenige menschen darstellt. die reale bedrohung nennt sich: abschiebung. (ähnliches gibt es in vielen anderen ländern auch, das macht es aber nicht besser.)
    2. gegen die praxis, dass nach wie vor in jedem schweizer haushalt ein armeegewehr rumliegt. in der schweiz werden frauen (und mit ihnen oft auch kinder) mithilfe dieser immer wieder ermordet, wie du sicher weißt: jedes zweite tötungsdelikt in der schweiz ist ein – wie man das so schön nennt, wenn es um INLÄNDER geht – „familiendrama“ oder „familienmord“ (da ist man vorreiter). man kann das, was da passiert, aber genausogut auch EHRENMORD nennen. aber der begriff ist ja für die muselbarbaren reserviert…
    so ein „familiendrama“, in szene gesetzt von nem „inländer“, schafft es natürlich nicht immer in die presse – im gegensatz zu nem „ehrenmord“, begangen von nem muselbarbaren, wo das dann anlass ist, sich diese muselbarbaren und das von ihnen ausgehende bedrohungspotenzial mal näher anzuschauen (oder zu schaffen?).
    waffen/tötungsdelikte/ehrenmorde: LANGFRISTIG kommt man nicht daran vorbei, den (potenziellen) tätern ihren sexismus auszutreiben. KURZFRISTIG (nämlich solange denen der sexismus nicht ausgetrieben wurde) macht eine verbannung von schusswaffen aus dem haushalt sinn, da es sich leichter zur schusswaffe greift als zb zu nem messer, und auch wenn zb zu nem messer gegriffen wird, wenn die schusswaffen nicht mehr greifbar sind, da die überlebenschancen viel, viel größer sind.
    aufgrund dieser REALEN BEDROHUNG – a.) sexisten und b.) die schusswaffen bei sich rumliegen haben, so dass der ehrenmord besonders gut klappt – gibt es innerhalb der schweiz einige gegner_innen dieser praxis.
    in der schweiz werden 2 von 5 frauen opfer von sexueller gewalt – dass andere staaten da mehr zu bieten haben (siehe verlinkter beitrag), macht’s nicht besser … ich nenne das: REALE BEDROHUNG.
    3. habe ich es mir erlaubt, auf die lange tradition der schweiz in sachen gleichstellung der geschlechter hinzuweisen :P bekanntlich musste das appenzell zum frauenwahlrecht gezwungen werden, und zwar 1990.

    zudem: was ist dein problem, wenn ich angesichts mancher tatsachen, gegen die „ganze schweiz“ hetze? du und andere – ihr könnt ja nichts dafür, dass ihr von der schweiz als untertanen in anspruch genommen werdet. ich finde deine empörung ziemlich komisch. wenn gegen die österreichische politik gehetzt wird, nehme ich das auch nicht persönlich, solange nicht suggeriert wird, diese politik entsprünge direkt den insassen, quasi deren „natur“, also auch mir.
    würde ich behaupten, du oder andere schweizer_innen vertretet dies oder das, WEIL SCHWEIZER_INNEN – und ihr könnt auch gar nicht anders, weil schweizer_innen nunmal so sind –, wäre das rassistisch. das tu ich aber gar nicht.
    solltest du hetze gegen die schweizer politik persönlich nehmen, ist das dein problem. was hast du für ein problem damit, dass ich tatsachen benenne? was tut die schweiz dir denn gutes, dass sie dir so viel wert ist?

    im übrigen geht es mir nicht drum, die schweiz hier als „sündenbock“ darzustellen, also so zu tun, als wäre die schweiz in sachen antimuslimischer rassismus ne sondererscheinung. ich bin der fixen überzeugung, dass in deutschland oder österreich, gäbe es denn eine solche volksabstimmung, minarette prompt verboten werden würden. besser macht es das aber nicht.

    nochmal zu dem: die linken müssten da mal ran an die „islamkritik“. das argument kenne ich nur zu gut, weil es sehr verbreitet ist. und zwar in der „ausländerdebatte“.
    in österreich hieß und heißt es auch immer: die seriösen parteien sollten sich mal des problems annehmen, weil sonst kommen die „rechten populisten“ und dann – im übrigen: erst dann (abschiebungen usw., die ganz gewöhnliche demokratische hetze gegen „ausländer“ ist ja OK) – wirds „grauslig“. mit diesem argument wird gesagt: lasst uns das drecksgeschäft lieber selber machen. das ganze soll in etwas „anständigere“ formen gebracht werden, ansonsten geht’s um das gleiche. das ganze wird dann noch ausgegeben als „kampf gegen populisten“ – na klar haben die nicht mehr ganz so viel zu tun, wenn man ihnen die arbeit abnimmt.

    aber wo ist die „reale bedrohung“?

    es wäre doch mal von dir und anderen darzulegen, wieso sich linke dem thema annehmen sollten (mal abgesehen davon, dass es eh auch unter (zum teil: ex-)linken und feminist_innen genug antimuslimischen rassismus gibt, der vorwurf also nicht mal trifft). d.h. es wäre mal schlüssig darzulegen, wieso man sich gerade dem islam ganz besonders widmen sollte (statt generell religionskritik zu üben oder sexismuskritik …).
    nur weil viele menschen etwas für ne bedrohung halten, ist es noch lange keine. genauso gut kann sein, dass sie sich täuschen – zB ne gefahr falsch verorten, eine wahre bedrohung nicht als solche erkennen oder sich ingesamt halt was einbilden –: dann gehören sie dafür kritisiert, dass sie sich da einen sündenbock zusammenbasteln.
    vllt gedeihen derartige ängste, diese feindbild-suche, auch nur auf bestimmten verhältnissen (was freilich keine „entschuldigung“ sein kann) – das muss man prüfen und gegebenenfalls kritisieren (dazu kommt heute abend noch was, muss dazwischen leider mal lohnarbeiten).

    nicht aus fremdenhass sondern darum, um ihrer unsicherheit und ärger luft zu machen

    mal ein anderes beispiel: viele „weiße“ haben angst vor „schwarzen“. fühlen sich diese menschen vllt nur deshlab „bedroht“, weil sie rassistisch sind? sind sie vllt nur deshalb „verärgert“ und „unsicher“, weil sie rassistisch sind?
    in so einem fall wäre das „nicht“ genauso wie das „sondern darum“ fehl am platze.
    in so einem fall müsste man sich nicht der „realen bedrohung: ’schwarze‘“ annehmen (im sinne von: wie kann man sich schützen gegen die „gefahr: ’schwarze‘“?), sondern dem rassismus der sich fürchtenden. man müsste sie für ihren rassismus kritisieren.

    ach, die linken haben es verabsäumt über die reale bedrohung durch minarette und musel zu informieren?

    öhm…ich sage: im grossen und ganzen…JA…

    kläre mich bitte auf über die bedrohung. ich will jetzt endlich mal wissen, warum ich mich fürchten sollte.

    alles in allem habe ich trotz deiner ellenlangen antwort nicht konkret herauslesen können, was du nun genau krisisierst an meiner aussage

    dass du von „realen bedrohungen“ sprichst. ich sehe die nicht. aber wie gesagt: du kannst das mal darlegen, vllt halte ich es für vernünftig – und stimme dir dann zu.

    bis später

  24. 24 arghh 25. Januar 2010 um 16:39 Uhr

    Das soll jetzt keine Ehrenrettung der Linken sein, aber die hier geäußerte These, das Minarettverbot sei vor allem von Linken, Feministinnen und Frauen im allgemeinen unterstützt worden, trifft so einfach nicht zu. Die Analyse zur Zustimmung, bzw. Ablehnung der Initiative zeigt statt dessen das klassische Bild: Linke stimmen eher dagegen, Rechte eher dafür. Linke Frauen lehnten das Minarettverbot stärker ab als linke Männer.

    Mehr Infos gibt`s hier:
    http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Die-Maer-von-den-islamkritischen-linken-Frauen/story/11230844

    Anscheinend hat die Diskurshoheit der „Islamkritiker“ in der Linken noch nicht voll auf das Fußvolk durchgeschlagen.

  25. 25 Kathleen 25. Januar 2010 um 18:53 Uhr

    sorry wenn das nun etwas arrogant klingt, aber: du musst mir als langjährige, vollblut-queer-feministin nicht erklären, wie schlecht es um frauenrechte und genderpolitik bestellt ist in der schweiz…und nach wie vor ist es saumässig ärgerlich, dass du so tust, als würdest du mich in und auswendig kennen („du bist eine der Schweizerinnen, die…“ ich mag es nicht, wenn mensch mir auf meine Nationalität reduziert, ich mag es nicht, „Schweizerin“ genannt zu werden, wenns nicht explizit nötig ist, DANKE.)

    mir ist immer noch schleierhaft, was du eigentlich aussagen willst, oder was dein ziel ist…du willst offenbar sagen: „Das JA zum Minarettverbot war ein rein rassisstisches Statement“…nun, das stimmt einfach nicht…ich finde sogar, dass es gefährlich und hinderlich ist, solche schlüsse zu ziehen…denn genau jetzt wäre dialog zwischen den religionen, der politik, der privatleute angesagt (das ist es ja IMMER) und ganz sicher nicht schmollen und böse bemerkungen zuwerfen, um damit seperatismus und fremdenhass zu bestärken…you know what i mean?

    einige dinge, die „diskutieren“ mit dir mühsam bis unmöglich machen:

    du bringst:

    1. das „also ICH PERSÖNLICH habe keine probleme damit“-Argument. Da liegt ja der hase im pfeffer…nicht einsehen wollen, dass religion (hier der islam) probleme verursachen kann und schwachstellen hat, nur weil mensch persönlich grad ganz chick da im rennen ist…und wenn ich dir ernsthaft hier noch aufzählen muss, was eine „bedrohung“ da sein könnte, dann lagst du wohl die letzen jahre/monate im koma oder so. sprich: diy! google! whatever…

    2. das „oi, guck mal, ihr seid noch die schlimmeren säue“….uiuiui, das ist also nicht Mädchenblog-Niveau…das ist 1 zu 1 die „Scheiss Nazi“ Keule, wenn irgenden Deutscher mal auf Youtube oder answers.yahoo ne kritik wagt…

    3. das „es gibt schlimmere probleme“-argument…
    nuff said

    4. das riesenchaos, das in deinen texten herrscht, erschlägt mich fast! 1990 frauenstimmrecht im appenzell, das „wer hat angst vorm schwarzen mann“-ding, ausländerdebatte, …darüber können wir gerne auch reden, aber nicht hier…mit solchen sinnlosen vermischungen wird eine diskussion sofort abgewürgt, weil sie entweder abdriftet oder die diskutierenden völlig den faden verlieren…mir geht das jedenfalls so…

  26. 26 Kathleen 26. Januar 2010 um 0:12 Uhr

    ja, der tagi-artikel, ist echt ein lustiger zufall!

    tatsächlich ging nach der abstimmung eine debatte über die nützlichkeit und glaubhaftigkeit von meinungsumfragen los, da sich hiesig die SRG (ch. rundfunkgesells.), glaub ich, so heftig getäuscht hatte.

    darum, oder auch allgmein, traue ich der statistik nicht…ein so deutliches JA ohne, eben „all diese frauen“…puh, das wäre schon ein starkes stück…aber es könnte ja schon stimmen, tut es wohl auch, aber das ist kein gutes zeichen…

    ehm, damit mich keiner falsch versteht: klaro, was die svp-hardliner tun, nicht nur mit dieser initiative, ist dreckdreckdreckdreck…es ist tatsächlich schokierend und peinlich, solche, sorry, affen in politischen (nicht grad internationalen, puh) positionen zu sehen…

    aber an eine hetzjagd gegen islam/muslime glaub ich nciht, der existierte per se nicht vor der initiative und auch nicht nach der initiative (noch nicht…)

    ich weiss nicht…ich finde es so dringend notwendig, dass sich „die religionen“/ihre institute endlich zusammenraufen, den dialog suchen, unmut und ungerechtigkeiten schlichten und abbauen

  27. 27 l 26. Januar 2010 um 0:29 Uhr

    ich habe hier jetzt was geschrieben; morgen, eher übermorgen, folgt dann noch was grundsätzliches.

  28. 28 crashintoahouse 26. Januar 2010 um 8:15 Uhr

    kathleen, geh doch mal inhaltlich auf die von l formulierten anwürfe ein. bisher les ich immer nur „wenn du das SO siehst, verstehst du vermutlich alles falsch“. als „langjährige, vollblut-queer-feministin“ bist du doch auch nicht über jeden zweifel erhaben.

  29. 29 l 26. Januar 2010 um 11:12 Uhr

    @kathleen:

    1. bitte unterlasse es, durch das anbringen von anführungszeichen so zu tun, als würdest du mich zitieren – wenn du nur phantasiezitate „zitierst“. das ist manipulativ. nichts, was du da angeblich zitierst („…“), findet sich bei mir. ich habe auch keine „nazi-keule“ gebracht, nicht zuletzt, weil ich davon ausgehe, dass du demokratin bist.

    2. war das mit dem „schwarzen mann“ ein bsp, das dazu dienen sollte, dir endlich begreiflich zu machen, worum es mir geht. dass du das nach wie vor gekonnt ignorierst, kann ich mir nur damit erklären, dass du nicht anders willst.

    3. habe ich – es ist eben kein zitat, was du das bringst – nirgends geschrieben, „du bist halt so eine schweizerin“. im gegenteil, ich habe geschrieben: dafür, dass du schweizerin bist, kannst du nichts, das kann man also gar nicht kritisieren; was man aber kritisieren kann, ist es, wenn du dir einen nationalstolz zulegst, der sich darin äußert, dass du dich echauffierst: da würde gegen die ganze schweiz gehetzt, völlig grundlos. ich muss dich nicht auf die schweiz reduzieren und tu das auch nicht – aber du tust das, indem du nämlich die benennung von tatsachen (diese bestätigst du dann ja im neuen kommentar, verbittest dir aber, dass man diese vor dir nochmals benennt) als beleidigung nimmst: grundlose hetze gegen die ganze schweiz eben.

    4. „reale bedrohung“: immer noch nichts. es ist eben so: die ist einfach da, und wer sie nicht sieht, ist blind. wie witzig: das sagen auch alle verschwörungstheoretiker_innen.

    5. dein aufruf zum kuscheln am verhandlungstisch ist unfassbar. es gibt zwei möglichkeiten: a.) du hast die papiere der anti-minarette-initiative nicht gelesen (dann solltest du das nachholen) oder b.) du hast sie gelesen und findest nichts dabei. wer sie gelesen hat, weiß, dass „gespräche“ sich vorstellt werden als kommando-kuschen-angelegenheit (ganz konkret: anpassung an die mehrheit oder einbürgerungsstop bis hin zur abschiebung). und das haben viele schweizer_innen unterschrieben (offensichtlich auch du) – damit haben sie kundgetan, wie sich sich „dialoge“ vorstellen. es gibt da keinen spielraum mehr.
    niemand wurde gezwungen, zu unterschreiben; man hätte eine vernünftigere initiative gründen können (mit forderungen wie: „multikulti“-begegnungsstätten zwecks förderung des dialogs zwischen feministinnen aus versch. ländern; gratis rechtliche beratung für migrantische frauen; unbefristetes aufenthaltsrecht für von gewalt (in der familie) bedrohte migrantinnen etc.), wenn man das thema hätte vernünftig behandeln wollen – das ist nicht passiert! weil die unterzeichner_innen nichts auszusetzen hatten an der anti-minarette-initiative, inklusive ihrem argumentarium. das haben sie durch ihre unterschrift bezeugt!

    6. die svp ist „pfui“. sie hat nämlich ein imageproblem. in österreich werden auch immer wieder leute nachgerade dazu gezwungen, die fpö zu wählen, obwohl sie doch eigentlich nicht wollen – weil sich andere parteien, die mit dem besseren image, (angeblich!) weigern, das programm der fpö umzusetzen. schon tragisch, was da den armen wähler_innen von den anderen parteien angetan wird.
    - so ist das auch mit dem argument, die linken möchten doch bitte endlich sich des themas annehmen. schön wäre das: man könnte dann die gleichen inhalte unterm gutmenschen-wohlfühl-titel „links und feministisch“ vertreten. (traurig ist, dass das von manchen eh schon getan wird.)

    7. du verbittest dir meine „hetzerei“ gegen die schweiz, nämlich das benennen von tatsachen, auch noch aus nem anderen grund: du bist nach eigenaussage „vollblut-queer-feministin“. dazu sage ich nur: na und? wenn solche inhalte dabei rauskommen …

    8. man kann dich, meine ich, gar nicht falsch verstehen: es ist ein schlechtes zeichen, dass nicht alle (linken) frauen die anti-minarette-initiative befürworteten. die initiative mit ihren plakaten, mit ihrem argumentarium. ja, es ist wirklich tragisch, dass sich da manche abgewendet haben.

    Integration heisst: Bejahen, dass die Schweiz ein freiheitlicher Rechtsstaat auf christlich-abendländischem
    Fundament ist.

    das hast du unterstützt, du religionskritikerin. natürlich: queer-feministisch, vollblut nämlich. und das:

    Solange von einflussreichen islamischen Sprechern und islamischen Organisationen Ausrufe im Stile von «Wir werden das Kreuz zertrümmern!»*) verbreitet werden, ist ein generelles Nein der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger zur Einbürgerung von Muslimen mehr als verständlich. Der Souverän hat, wenn er so handelt, in keiner Art und Weise zu begründen, weshalb er solcher Einbürgerung widerspricht. Sein Entscheid ist vorbehaltlos zu akzeptieren.

    und das:

    … Zweit‐ oder Drittgeneratiönler. Staatliche Funktionäre halten sie für integriert und fordern ihre Einbürgerung. Obwohl diese Jugendlichen gleichaltrige Mitschülerinnen, ja sogar auch Kleinkinder als «sexuelle Gebrauchsgegenstände» sehen. Die sie – unter Anwendung massiver Gewalt – auch missbrauchen. So geschehen in Seebach, in Rhäzüns, in Steffisbrug. Die Täter sind ausnahmslos Ausländer oder erst kürzlich eingebürgerte «Neu‐Schweizer». Die meisten stammen vom Balkan. […] Pass‐Abgabe im Schnellzugs‐Tempo [LOL! die schweiz, die so selten einbürgert und deshalb so nen hohen „ausländeranteil“ hat!! siehe auch oben die „3.-generatiönler“] lässt Ausländer zwar aus der Statistik verschwinden. Aber Schweizer werden sie damit noch längst nicht.

    dass das nicht von allen (linken) frauen unterstützt wurde, sondern um gegenteil von den meisten nicht – ist zu begrüßen.

  30. 30 andeak 26. Januar 2010 um 12:05 Uhr

    Kathleen, l. vermischt da doch gar nix, sondern nennt Dir zwecks Bebilderung Analogien, bei denen Linke (naja, auch nicht alle), also vermutlich auch Du, im Gegensatz zur „Islamdebatte“ klar haben, dass man sich nicht einfach „den Sorgen und Ängsten der Leute“ affirmativ annehmen muss, weil diese Sorgen und Ängste, welche die umtreiben, deren falschen Bewusstsein entspringen können – was deren Prüfung dann auch ergibt. Und zwar, damit Du Dir mal überlegst, warum Du es bei der „Islamdebatte“ anders hältst.

    Außerdem macht sie Dich darauf aufmerksam, dass Sorge um das Wohl von Frauen wohl kaum der Grund der Leute sein kann, angesichts dessen, wie in deren „christlich-abendländisch-schweizerischen Kultur“, die vor der Verdrängung durch eine „islamisch-morgenländische-fremdnationale Kultur“ geschützt werden soll, umgegangen wurde und wird (samt Affirmation dieses Verhältnisses, außer höchstens ein paar „zu extremen“ „Auswüchsen“ durch viele Frauen). Womit wir auch schon beim tatsächlichen Grund ihrer „Sorgen und Ängste“ sind: gefürchtet wird zunächst mal um das staatsbürgerlich-rassistisch gefasste schweizerische Nationalkollektiv selbst, wenn dieses vor einer „Verdrängung durch den Islam“ geschützt werden soll. D.h., die übersetzen sich ihre Sortierung durch die Schweiz als deren Staatsbürger und damit deren Menschenmaterial in ein bluts- und kulturdeterminiertes gemeinsames Wesen dazu, von dem die Schweiz lediglich Ausdruck und Mittel wäre. (Und Du machst das übrigens auch, wenn Du rumningelst, dass Du als Schweizerin von affigen Politikern – also im Grunden Untermenschen – schlecht repräsentiert werden würdest, weil Du als Ausdruck und Mittel Deines Nationalcharakters schon was würdigeres verdient hättest.) Auf dieser Basis ordnen die – inkl. Dir – sich alle moralischen Titel zu, die ihnen als Träger des schweizerischen Volkswesens gut vorkommen: Christentum, Verwurzelung in der Heimat, Abendland, Freier Westen, Gleichberechtigung etc., während bei der Gegenseite (spätestens seit 9/11 und „Krieg gegen den islamischen Terror“ weiß man ja, dass die Musels quasi-natürliche Träger eines uns feindlichen Welteroberungswillens sind) umgekehrt umgekehrt alles von dieser Warte aus moralisch Schlechte verortet wird: Islam, kosmopolitische Welteroberungsstreben als Träger eines fremdländischen Willens, barbarische Morgenland, Unfreiheit, Unterdrückung der Frauen pp. Und wenn die – inkl. Dir – sich zum Nationalcharakter, also zur wandelnden rassistischen Nationalmoral, geformt haben, dann haben die – und hast Du – selbstverständlich nicht nur als Staatsbürger, sondern auch als Privathänger „Ängste und Sorgen“ wegen „der Islamisierung“. Zum einen, weil man ja ständig solchen fiesen Gestalten mit der falschen Moral ausgesetzt sei – und wer weiß, was die alles so an Gemeinheiten gegen einen drauf haben! – und zum anderen, weil man sich sorgt, von denen als Träger der von ihrer Warte aus falschen Moral angefeindet und angegriffen zu werden.

    Von daher ist ergänzend zu l. noch zu sagen, dass Du nicht ‚nur‘ die bessere Problemlösung – bei folglich gleicher Problemstellung – wie die Dir verpönten Blochers abliefern willst und für dieses nationalrassistische Programm darüber gleich noch den schönen Titel des Kampfes gegen rechts beanspruchen kannst (denen das Wasser abgraben!), sondern dass die von Dir verpönten Blochers auf ihre Forderungen gerade auf Basis des von Dir vertretenen ganz normalen demokratischen Alltagsrassismus‘ kommen. Wo dieser sich noch an nationalen Rücksichten relativiert (man will ja den guten zivilisierten Ruf im Ausland nicht durch Affigkeit gefährden etc.), vertreten ihn die Blochers in seiner ganzen Konsequenz. Wenn demokratische Nationalisten wie Du diese bekämpfen wollen, dann machen sich die Brandstifter zur Feuerwehr – und das noch mit dem Argument, dass man die Brände schon kontrolliert legen muss, statt dies solchen durchgeknallten „Affen“ zu überlassen.

  31. 31 Kathleen 26. Januar 2010 um 17:41 Uhr

    ups, ich muss 2 sachen klarstellen:

    1. sorry, dass ich das wort „affig“, (bei „solche affigen Politiker hocken bei uns etc…“ benutzt habe, ich habe nix überlegt…kommt hoffentlich nie mehr vor…

    2. ich habe mich dort unklar ausgedrückt:

    „darum, oder auch allgmein, traue ich der statistik nicht…ein so deutliches JA ohne, eben „all diese frauen“…puh, das wäre schon ein starkes stück…aber es könnte ja schon stimmen, tut es wohl auch, aber das ist kein gutes zeichen…“

    mit dem „kein gutes zeichen“ meinte ich, dass, wie sich jetzt herausstellt, doch die meisten, extrem viele, einfach aus niedrigsten beweggründen, fremdenhass, egoismus etc „ja“ gestimmt haben…

    des wollte ich sagen

    aber ganz allgemein;

    l und andeak: ich klinke mich hier raus. ihr seid mir echt irgendwie zu frech, zu unachtsam und ja, zu undifferenziert…sowieso reden wir aneinander vorbei, ich hatte und habe hier den blick eher auf das „und was nun?“ gerichtet, während ihr analysen zu dem geschehenen macht…

    joa, so ist das

  32. 32 l 27. Januar 2010 um 15:49 Uhr

    nur noch kurz: die behauptung, es wäre dir ums „und was nun?“ (und nicht um „analysen des geschehenen“) gegangen, ist angesichts deines ersten kommentars hier zum thema – nunja, das kann sich jeder und jede ja selber anschauen:

    Ach, du weisst doch ganz genau* (oder kannst es dir denken): „Diese“ Feministinnen/Schweizeri_Innen aller Couleur haben wohl nicht „Ja“ zum Minarettverbot gesagt, weil sie jetzt alle ganz hübsch nach good old Blochers/Mörgelis/Neocon-Hardliners Pfeife tanzen, sondern schlicht und einfach deshalb, weil es „die Öffentlichkeit“, v.a. die sagen wir mal „linke Politik/Intelektuellen-Elite“ verpasst, zu Recht über Ängste, Unsicherheiten und reale Bedrohungen durch Konservative/Religionen zu sprechen!

    *ist ja eine TATSACHE, wie später nochmal betont wird. rassismus bei den schweizer_innen aller coleur (inkl. svp) nicht in sicht.

    da ging/geht es wohl eher darum, die, nämlich alle unterzeichner_innen reinzuwaschen („analyse des geschehenen“). zum / zwischen „Feministinnen/Schweizeri_Innen aller Couleur“ will ich mich erst gar nicht äußern.

    noch zum „des wollte ich sagen“: dann solltest du wirklich formulieren lernen. denn wie fängt der absatz, der unmittelbar an das ‚kein gutes zeichen‘ anschließt, an?

    es ist aber schon so, dass ich nicht an formulierungsprobleme und mißverständnisse glaube. das liegt aber wohl an meiner frechen art, unachtsamkeit (ich würde da glatt frech behaupten, dass genau das gegenteil zutrifft) und indifferenz (ach! vllt gibt es ja nicht allzu viel zu differenzieren?).

  33. 33 Christian 28. Januar 2010 um 17:29 Uhr

    Die Mädchenmannschaft lobt sie gerade:

    http://maedchenmannschaft.net/mutterschutz-elternzeit-gleichstellung-all-das-steht-im-europaparlament-auf-dem-spiel/

    Auch die Abgeordneten der CDU im Europaparlament setzen sich für eine reine Muttervariante ein – während Familienministerin Kristina Köhler in Deutschland gerne noch ein paar mehr MONATE für Vaeter draufsatteln möchte. Köhlers Initiative ist richtig und löblich – aber sie sollte unbedingt auch ihren Brüsseler ParteikollegInnen einen kleinen Nachhilfekurs geben.

  34. 34 Lillit 28. Januar 2010 um 22:48 Uhr

    wer hätte gedacht, dass man sich einmal von der leyen zurück wünscht?

  35. 35 l 29. Januar 2010 um 13:53 Uhr

    übrigens mal zum posting. leonie, du erwartest dir echt was von cdu und fdp (sonst wärst du nicht enttäuscht) – ich bin noch schockierter als sonst.

  1. 1 Maedchenmannschaft » Blog Archive » Bloggeritis Pingback am 23. Januar 2010 um 22:07 Uhr

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