Nationalistisch, sexistisch, schrecklich

Mit diesem Video soll für das österreichische Bundesherr geworben werden. Von der fragwürdigen Existenzberechtigung eines solchen Heeres mal ganz abgesehen, ist dieser Spot wirklich mehr als schrecklich.

Der Clip sei „so deppert“, dass er „schon wieder genial sei“, zitiert die „Süddeutsche“ einen Oberst aus der Heeres-Marketingabteilung. Nach Sexismus-Vorwürfen reagiert nun das Ministerium. Auf Veranlassung von Verteidigungsminister Norbert Darabos habe man den Werbespot der Kampagne „Heer 4 U“ von der offiziellen Website entfernt, heißt es in einer Aussendung. Das Bundesheer wolle „keine Gefühle verletzen“. Der Spot werde auch nicht in österreichischen Medien geschaltet.

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Das Heer mit all seinen Panzern und dem allgegenwärtigen Männlichkeits-/Heldentumwahnsinn, wird es aber wohl weiterhin geben.

UPDATE: ach, und übrigens liebe Männer „Wehrdienst zahlt sich aus“


13 Antworten auf “Nationalistisch, sexistisch, schrecklich”


  1. 1 crashintoahouse 29. Januar 2010 um 14:45 Uhr

    die äußerungen der „sturmlaufenden feministinnen“ sind auch interessant:

    „Das Video ist absolut niveaulos und peinlich“, empört sich Judith Götz vom Referat für feministische Politik der Österreichischen HochschülerInnenschaft. „Es ist vollkommen unzeitgemäß, so eindeutig sexistisches Bildmaterial zu zeigen, wo doch längst auch Frauen in den Streitkräften arbeiten“, sagte sie SPIEGEL ONLINE. Kein Wunder, schließlich sei das Militär ein typischer Ort, an dem Männlichkeit „konstruiert, sozialisiert und reproduziert“ werde, so die Politologin.

    http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,674625,00.html

  2. 2 denkwerkstatt 29. Januar 2010 um 15:24 Uhr

    das ganze ist so unfassbar, dass mir gar nichts mehr dazu einfällt… das urkainische orignial ist auch nicht zu vernachlässigen:http://www.youtube.com/watch?v=cH_E6YSQqTo&feature=player_embedded

  3. 3 l 29. Januar 2010 um 16:17 Uhr

    http://www.sueddeutsche.de/politik/281/501536/text/

    „Das ist unglaublich sexistisch“, empört sich Judith Götz vom Referat für feministische Politik der Österreichischen HochschülerInnenschaft. „In einer Zeit, in der das Bundesheer um Soldatinnen wirbt, ist es untragbar, Frauen als sexualisierte Objekte darzustellen, die auf Panzer abfahren. Das wirft uns mindestens 60 Jahre zurück.“

    MUHAHA

    mindestens! weil wir ja, dank toller karriereoption bundesheer, schon so weit sind. oder so. oder anders.

    bitte, das heer … aber dann auch noch die ÖH ….

  4. 4 Christian 29. Januar 2010 um 16:20 Uhr

    „Es ist vollkommen unzeitgemäß, so eindeutig sexistisches Bildmaterial zu zeigen, wo doch längst auch Frauen in den Streitkräften arbeiten“

    Aber Männer sind immer noch die, die sich am meisten zum Heer und zum Dienst in den Kampftruppen melden. Eine auf sie abgestimmte Werbung, die den Dienst „sexy“ erscheinen lassen soll macht leider wahrscheinlich Sinn, weil es Wünsche in Männern anspricht als „ganzer Mann“ gesehen zu werden, was eben Bestätigung von Frauen erfordert.

    „Kein Wunder, schließlich sei das Militär ein typischer Ort, an dem Männlichkeit „konstruiert, sozialisiert und reproduziert“ werde, so die Politologin.“

    Ich hab es ja schon immer gersagt: Die Wehrpflicht für Frauen in Deutschland sollte eine feministische Forderung werden um dem entgegen zu wirken.

  5. 5 Thomas Christopher 29. Januar 2010 um 17:08 Uhr

    da muss ich erst mal staunen, dann ärgern, dann lachen. jetz frag ich mich wer dafür verantwortlich is?

  6. 6 xxy 29. Januar 2010 um 19:07 Uhr

    HAHAHA! also ich musste echt einfach nur noch lachen… das ist ein klares eigentor!

    das lässt sich ja schon fast als agit-prop, als defacement von männlichkeit in der armee aufmachen. zu dessen verschleierung klüger gewesen wäre es doch, das mantra vom image des bewaffneten entwicklungshelfers zu transportieren. aber das da hätte ein satire-magazin nicht besser machen können.

    ich kann mir kaum vorstellen, dass das wirklich jemanden überzeugt zum heer zu gehen, sondern eher potenziell geneigte freiwillige abschreckt, weil keiner ein solcher offensichtlicher simpel sein möchte, das ist unverschleierter chauvinismus und sexismus und der ist in der mehrheitsgesellschaft in solcher ausdrucksform verpönt und kommt in der regel nicht so brachial daher.

    aber vielleicht gibt es in österreich ja doch proleten, die noch bescheuerter sind, als mensch es sich in seinen kühnsten alpträumen vorstellt. und nicht zuletzt kann die armee ja solche leute naturgemäß sehr gut verwenden.

  7. 7 Max 29. Januar 2010 um 22:17 Uhr

    ihr wisst aber schon dass das ein Verarsche zu Lasten Osteuropas ist (hinweis ukraine oben)

  8. 8 fraulenzen 30. Januar 2010 um 23:41 Uhr

    Sexismus wird gerne verlagert in witzchen, etwa – freud würde sagen:ein offiziell tabuisiertes thema – frauenverachtung – taucht als witz wieder auf. wenn man/n darüber lacht, schadet man/n frauen nicht direkt und gilt deshalb nicht als sexist (Rolf Pohl)
    Warum sollten sich frauen für die wehrpflicht entscheiden, einen ort, an dem sog. männlichkeit (machogehabe) konstruiert, sozialisiert und reproduziert wird, dort, wo männer sich so wohl fühlen? in kriegseinsätzen gehören zumeist frauen, mädchen zu den opfern von sexualisierter gewalt durch soldaten .
    der obige werbespot scheint mir ein ableger des machogehabes zu sein.

  9. 9 Martin 31. Januar 2010 um 16:42 Uhr

    nichtmal besonders einsfallsreich waren die… das original stück schei*e aus der ukraine: http://www.youtube.com/watch?v=gjJafdZRjIg

  10. 10 huenerei 03. Februar 2010 um 17:21 Uhr

    naja es gibtt aber auch sonst kein ort wo nicht männlichkeit konstruiert, sozialisiert und reproduziert wird. das schlimme ist ja nicht das es passiert sondern wodurch. das typische ist ja dann nicht der ort sondern die art worin es konstruiert wird.

  11. 11 Olivia Sahrer 01. März 2010 um 8:57 Uhr

    Anscheinend gibt es jetzt auch eine „selbstkritische“ Männerinitiative zum Thema Krieg und Männlichkeit: www.men4peace.org . Dürfte recht neu sein – klingt ermutigend!

    LG Olivia

  12. 12 mysa 15. März 2010 um 11:30 Uhr

    Ich bin gerade nochmal über diese Perle der We(h)rbung gestolpert in einem Artebeitrag den ich euch nicht vorenthalten will.

    www.arte.tv/de/europa/Yourope/3013928.html

  1. 1 sag hallo zu Blogs. « Stadtastronaut Pingback am 29. Januar 2010 um 21:54 Uhr

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