Archiv für Februar 2010

Still lovin‘ feminism

Dokumentation des Aufrufs des queerfeministischen Blocks zur Demo am 8. März 2010 (Wien): Still lovin‘ feminism & gegen das scheiß Patriarchat! sowie der allgemeine Aufruf.

FrauenFrühlingsUni: Call for Workshops!

Mega-Grrrl

Liebe interessierte Frauen*,

von 21. bis 23. Mai 2010 findet in Klagenfurt die autonome Frauenfrühlingsuniversität (FFU10) statt.

Ziel der Frauenfrühlingsuniversität ist es einen Raum für Frauen und Transfrauen jedes Alters und jeder Herkunft zu schaffen, Wissen zu teilen, Diskriminierungen zu entdecken und (Frauen-)Bilder und Normen nicht als gegeben hinzunehmen sondern zu hinterfragen. Besonders wichtig ist es, einen gemeinschaftlichen autonomen Frauenraum zu schaffen für Bildung, Vernetzung, Empowerment von Frauen und Frauenanliegen und somit auch Gesellschaftspolitik unabhängig von Parteien, Religionen und anderen Verbänden zu machen. Frauen verschiedener Kulturen, Generationen und sozialer Hintergründe können hier voneinander und miteinander lernen, breite Netzwerke aufbauen, neue Projekte ersinnen und somit selbst aktiv werden für eine gerechtere Gesellschaft.

Die FFU das ist ein Ort des Austausches, der Geschichte und Geschichten, der Bildung, der Emanzipation und noch vieles mehr. Die FFU ist ein Projekt, das Frauen generationsübergreifend zusammenbringt, wo über Erfahrungen gesprochen, Politik diskutiert, Hergebrachtes und Eingefahrenes kritisiert, aber auch gemeinsam gefeiert, lustvoll gelebt wird. (Salzburger Folder zur FFU)

Dementsprechend suchen wir Referentinnen, die zu den Themenachsen

Frauen – Wege – Utopien

einen Workshop halten. (mehr…)

Kunstpolitiken im Berghain

Janina Scheidmann über Muschis und Arschlöcher in der Parallelwelt Berghain: Missy Mag online.

Alltagserfahrung macht feministisch

Anne Lenz und Laura Paetau haben untersucht, wie in linken Gruppen genderpolitisches Handeln entsteht. via isis-welt

Die Pille danach – Ein Erlebnisbericht

Ich hab sie gebraucht. Die Pille danach. Das ganze spielte sich klassisch nachts so gegen 1:38 ab und ein gerissenes Kondom war der Auslöser. Ich bin nicht wirklich unvorbereitet in solchen Situationen schließlich kann so was ja immer passieren. Ich schalte also den Laptop an und lasse meine fruchtbaren Tage auf irgendeiner „Ich-will-ein-Kind-Seite“ berechnen. Und Volltreffer ihre fruchtbaren Tage sind im Zeitraum vom 25.2-2.3. Wer weiß wie die „Pille danach“ wirkt, weiß dass wenn der Eisprung schon stattgefunden hat, die Pille nicht mehr wirksam ist. Deshalb ist eine frühzeitige Einnahme, am besten in den ersten 12 Stunden nach dem „unverhüteten“ Geschlechtsverkehr ratsam.
Ich bin also kurz genervt fruchtbar zu sein (falls diese Seite recht hat aber auch so hätte ich mir das Ding reingehauen, nur jetzt hatte ich es eilig), gebe aber dann als nächsten Suchbegriff „Nachtapotheke“ ein und 2 Stunden später hab ich das Ding intus. Ich weiß nicht ob ich mich je darüber gefreut hab in Österreich und nicht mehr in Deutschland zu leben, aber in diesem Moment habe ich es auf jeden Fall. Ich muss also wirklich nicht mitten in der Nacht ins Krankenhaus, oder am nächsten morgen, nach einer schlaflosen Nacht, zum Arzt/Ärztin, nein ich kann die „Pille danach“ eigenverantwortlich in der Apotheke holen.
Und es gibt keinen besseren Schutz vor ungewollten Schwangerschaften, als sich die „Pille danach“ so schnell als möglich aus der nächsten Apotheke zu holen. Außerdem ist es unser Recht, Kontrolle über unsere Fruchtbarkeit zu haben!
Also super neues Gesetz. Ob es in Deutschland auch mal soweit kommen wird, bleibt aber weiterhin fraglich.

Update: Wahnsinn und dann lese ich heute sowas: Vorarlberg will die Rezeptpflicht zurück. Zu viele „Pillen danach“ verkauft. Schrecklich Frauen erlangen Kontrolle über ihren eigenen Körper und müssen dazu nicht erst zum/r Arzt/Ärztin rennen. Vollkommen egal wie viele verkauft werden.
Vielleicht bunkern die schlauen Vorarlbergerinnen auch nur um für die nächste konservative Wende ausgerüstet zu sein.

Tipp: wer jetzt eine „Pille danach“ kauft, hat ein Jahr lang Haltbarkeit und Notfallverhütung in der Hausapotheke.

Frankreich – neues Gewaltschutzgesetz

Frankreich verabschiedet neues Gewaltschutzgesetz. Dieses stellt auch psychische Gewalt gegen Partner_innen unter Strafe.

Männerdomäne Verfassungsgericht

Das deutsche Verfassungsgericht bleibt männlich, der Göttinger Völkerrechtler Andreas Paulus soll Koalitionskreisen zufolge neuer Richter am Bundesverfassungsgericht werden.

Frauenfilmtage Wien

Jetzt: Frauenfilmtage in Wien.
Spielplan

Käßmann geht – Femistinnen sprechen

Margot Käßmann Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, gibt ihren Posten wegen Trunkenheit am Steuer auf. Mal abgesehen von der fragwürdigen Existenzberechtigung einer solchen Organisation, stellt sich die Frage in wie weit ihr Geschlecht bei dieser Entscheidung von Bedeutung war.
Dazu äußerten sich sowohl Alice Schwarzer als auch Monika Hauser.

Ich bedauere den Rücktritt von Margot Käßmann sehr! Und ich finde es falsch, dass sie diese dramatische Konsequenz gezogen hat. Falsch für uns Frauen, falsch für die fortschrittlichen ProtestantInnen in Deutschland – und falsch für sie selbst. […]
Zweifellos hat auch Scheinheiligkeit in ihren eigenen Reihen zum Rücktritt beigetragen. Zu vielen konservativen Kräften war dieser dritte Makel deutlich einer zu viel: Erstens Frau, zweitens geschieden, drittens ein Glas zu viel getrunken. Doch hatte ja der Rat der evangelischen Kirche ihr gleichzeitig sein Vertrauen uneingeschränkt ausgesprochen.

(Alice Schwarzer, SpiegelOnline)

„Margot Käßmann ist eine Persönlichkeit mit hoher Integrität. Ihr Rücktritt ist ein Modell für alle, die in der Öffentlichkeit stehen. Bei anderen Machteliten wie etwa den katholischen Bischöfen muss man immer lange warten, bis jemand zurücktritt.“

(Monika Hauser, taz)

„Lebensschutz“ als Praxis heißt Tod

In Nicaragua wird einer schwangeren Krebspatienten, die lebensrettende Behandlung zum Schutz des ungeborenen „Lebens“ untersagt. Das Leben einer erwachsenen Frau, scheint nicht schützenswert zu sein.

Nicaraguan authorities have withheld life-saving treatment from a pregnant cancer patient because it could harm the foetus and violate a total ban on abortion.

A state-run hospital has monitored the cancer spreading in the body of the 27-year-old named only as Amalia since her admission on February 12 but has not offered chemotherapy, radiotherapy or a therapeutic abortion, citing the law. […]

Amalia is being monitored at a hospital in Leon, the second-largest city in the impoverished central American country. The hospital director, Ricardo Cuadra, said the case had been referred to a government-run medical commission which is due to issue a recommendation next Monday.

Campaigners accused the authorities of dragging their feet despite the patient’s deteriorating condition. „The doctors say because she is pregnant and since abortion is banned they cannot do anything,“ Bertha Sánchez, of a local feminist advocacy group, told La Prensa.

In Nicaragua ist ein Schwangerschaftsabbruch in keinem Fall erlaubt.

There are no exceptions for rape, incest or health risks to the mother. Even an anencephalic or ectopic pregnancy, which are incompatible with life, must be carried to term.

From the universities to the moshpit

Schönes Kathleen Hannah Interview auf GRITtv

„Ich nehme mich zur Frau!“


(Bild von Pinoypie)

Der sogenannte „Traum in weiß“ mal anders:
Crosby hat sich selbst geheiratet.
So „richtig“? Definitionssache. Rechtlich gesehen nicht, aber ich finde es eine der schönsten Hochzeiten, von denen ich gehört habe.

Nach einigen turbulenten Jahren hat sie schlichtweg beschlossen, sich selbst zu lieben, damit JETZT anzufangen…

“So anyway, I just turned 30 & after a year of having my concepts of family, love & all the rest really turned upside down, I decided I wanted to do something, a sort of celebration & commitment to myself,(…).

und hat sich dann selbst gehiratet. Einfach so, ganz für sich allein:

So I bought myself a tiny diamond ring, went to the lovely self-realization gardens here in San Diego & quietly spoke the vows I wrote out loud to myself, looking out over the ocean, in one of my prettiest dresses.

& now I have this ring on my finger that reminds me that I am in control of my experience & my life, & that I am my own partner. When I was putting the whole little idea together, I was reminded of the Gloria Steinem quote, “We are becoming the men we wanted to marry,” (…).

Damit hat sie den Komplex „Heirat“ auf das eigentlich positive reduziert, nämlich ein Liebes- und Treueversprechen. Ohne Brimborium für die Öffentlichkeit, sondern nur für sich selbst. Das könnte man auf so vielen Ebenen aufschlüsseln.
In diesem Falle wirklich: alles Gute zur Vermählung!

New wave Paternalismus?

über babble.com
siehe auch hier.

Geschafft – Spanien setzt Fristenlösung durch

Am Mittwoch hat der spanische Senat der bereits Ende Dezember vom Parlament verabschiedeten Reform der spanischen Abtreibungsgesetze zugestimmt. Damit erhält Spanien endgültig eines der liberalsten Abtreibungsgesetze der Welt. Gleich drei generelle Gesetzesablehnungen sowie 88 Änderungsanträge der konservativen Oppositionspartei sowie verschiedener kleinerer Parteiformationen wurden von einer knappen Mehrheit im Senat abgelehnt. Da die Gesetzesvorlage nicht verändert wurde, braucht das neue Abtreibungsgesetz nicht noch einmal vom Parlament abgesegnet werden und tritt bereits in vier Monaten in Kraft.

Die bisher restriktive Indikationsregelung wird somit durch eine Fristenlösung ersetzt, welche die bisher in Spanien verbotene Abtreibung sogar erstmals als „Recht“ der Frau auf eine „frei entschiedene Mutterschaft“ definiert. Zukünftig sind Abtreibungen demnach bis zur 14. Schwangerschaftswoche legal. Voraussetzung ist lediglich eine schriftliche Beratung in einem Gesundheitszentrum. Bis zur 22. Woche wird eine Abtreibung im Falle schwerer gesundheitlicher Risiken für die Mutter oder von Missbildungen des Fötus möglich sein.

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Wow wow wow, auch mal gute Nachrichten. Schön!

versuchter „Feticide“ als Straftat

Neben dem Fall in Iowa, bei dem eine schwangere Frau angezeigt wurde, da die Ärzt_innen vermuteten sie wollte mit einem Treppensturz eine Fehlgeburt einleiten ( das Mädchenblog berichtete), diskutiert der Senat und Kongress in Utah nun den Versuch eine Fehlgeburt einzuleiten unter Strafe zu stellen.

The bill passed by legislators amends Utah’s criminal statute to allow the state to charge a woman with criminal homicide for inducing a miscarriage or obtaining an illegal abortion. The basis for the law was a recent case in which a 17-year-old girl, who was seven months pregnant, paid a man $150 to beat her in an attempt to cause a miscarriage. Although the girl gave birth to a baby later given up for adoption, she was initially charged with attempted murder. However the charges were dropped because, at the time, under Utah state law a woman could not be prosecuted for attempting to arrange an abortion, lawful or unlawful.

The bill passed by the Utah legislature would change that. While the bill does not affect legally obtained abortions, it criminalizes any actions taken by women to induce a miscarriage or abortion outside of a doctor’s care, with penalties including up to life in prison

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In Deutschland ist der Versuch eine Schwangerschaft abzubrechen zwar eine Straftat die Schwangere kann dafür aber nicht belangt werden.

§ 218
Schwangerschaftsabbruch

(4) Der Versuch ist strafbar. Die Schwangere wird nicht wegen Versuchs bestraft.

Erst eine durchgeführte, geglückte Abtreibung ist strafbar.

(1) Wer eine Schwangerschaft abbricht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Handlungen, deren Wirkung vor Abschluß der Einnistung des befruchteten Eies in der Gebärmutter eintritt, gelten nicht als Schwangerschaftsabbruch im Sinne dieses Gesetzes.

(3) Begeht die Schwangere die Tat, so ist die Strafe Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe.

Dass man nicht im Strafgesetztbuch sondern eher im Grundgesetz auf das Thema Schwangerschaftsabbruch stoßen sollte, fordern Feminist_innen schon seit jeher. Die Tendenz der letzten Jahre geht aber genau in die entgegengesetzte Richtung. Abbrüche werden mit immer restriktiveren staatlichen Gesetzen belegt und Frauen dadurch weitgehend kriminalisiert.