Der Kampf gegen Abtreibungsärzt_innen

In Florida wird derzeit ein Gesetzesvorschlag des Rep. Charles Van Zant diskutiert. Van Zant spricht sich dafür aus, alle Abtreibungen unter Strafe zu stellen. Ging es nach seinen Vorstellungen sollten Ärztinnen und Ärzte die Schwangerschaftsabbrüche durchführen im Gefängnis landen.

Except in cases where a woman’s life is considered in danger, doctors who perform abortions would face first degree felonies punishable by up to life in prison and civil fines.

Die fortschreitende Kriminalisierung von Ärzten und Ärztinnen, die Abtreibungen durchführen ist auch in Deutschland nichts neues mehr. Mit der Verschärfung des §218 im Jahr 2009 gerieten Mediziner_innen zunehmend ins Visier der Abtreibungsgegner_innen.

Steter Tropfen höhlt den Stein. Weder sind die angedrohten Sanktionen für Ärzte harmlos, noch bleiben solche Gesetze für die betroffenen Frauen folgenlos. Der Druck richtet sich nicht direkt gegen hoch belastete Schwangere, sondern vor allem gegen die wenigen Ärzte, die noch dazu bereit sind, Indikationen zu stellen. Die wissen nun, dass die Bundesärztekammer und die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) gegen sie sind. Und Kliniken, die noch Abbrüche durchführen, haben Ethik-Kommissionen; auch dort wird die Haltung zunehmend restriktiver. Schon heute weichen viele Frauen wieder nach Holland oder Österreich aus.

(Monika Frommel, Emma)

Es scheint als würden die „Lebensschützer“ nach jahrelangen erfolglosen Kampf gegen die Frauen nun gegen die Ärzte und Ärztinnen mobil machen.
Und leider sind sie damit erfolgreich, denn immer weniger Ärzte sind bereit Abtreibungen durchzuführen und sich dem Terror der Abtreibungegegner_innen auszusetzen.

Auch wenn uns das formale Recht auf Abtreibung in den USA wohl erhalten bleiben wird, so ist das Gesundheitswesen, das eine sichere, legale Abtreibung garantiert, hart gefährdet. Viele medizinische Hochschulen und Ausbildungskrankenhäuser haben aufgehört, das Fach Abtreibung zu unterrichten – was auch eine Reaktion ist auf das Argument, Abtreibung sei unmoralisch. Aber es ist auch einfach Angst. Diese Angst hat die Abtreibung in eine Art medizinisches Niemandsland gedrängt, wo Ärzte kugelsichere Westen tragen, Studenten sich ihr Wissen mühsam zusammenklauben müssen und kaum noch geforscht wird. Diese Schattenwelt wiederum macht es immer unattraktiver für Ärzte, Abtreibungen durchzuführen, selbst für diejenigen unter ihnen, die „dafür“ sind.

Die fünf Morde an Abtreibungsärzten und Klinikangestellten von 1993 bis 94 veränderten die Abtreibungsdebatte radikal. Durch sie wurde Abtreibung zu einem gefährlichen, unerwünschten und irgendwie sogar unzulässigen Unterfangen – für Ärzte.

( emma)


1 Antwort auf “Der Kampf gegen Abtreibungsärzt_innen”


  1. 1 hn 20. Februar 2010 um 17:09 Uhr

    (via fefes blog) Pregnant Iowa Woman jailed for falling down stairs

    A pregnant woman in Iowa (USA) had been jailed for „attempted feticide“ because she told hospital staff that she once thought about having an abortion.
    Taylor confided in the nurse treating her that she hadn‘t always been sure she‘d wanted this baby, now that she was single and unemployed. She‘d considered both adoption and abortion before ultimately deciding to keep the child. The nurse then summoned a doctor, who questioned her further about her thoughts on ending the pregnancy. Next thing Taylor knew, she was being arrested for attempted feticide. Apparently the nurse and doctor thought that Taylor threw herself down the stairs on purpose.

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