Die Keuschheitsterror-Akivistinnen

In den USA entwickeln „Elitestudentinnen“ ein neues Hobby – Abstinenz predigen. Angeblich im Zeichen des Feminismus. Ja behautet wird sogar dies sei „echter Feminismus“, immerhin reduziere dieser Frauen nicht auf ihre Körper. Was aber mit Slogans wie „Jungfräulichkeit macht sexy“ nicht wirklich ernst zu nehmen ist.
Der Vorwurf Feminismus führe zu einer Reduzierung von Frauen auf Geschlechtsteile, da dieser freie Sexualität für Frauen propagiert, zeugt von einem so verdrehten Weltbild, dass mensch schon fast wieder lachen muss.
Rachel Wagley, Havardstudentin scheint es aber besser zu wissen.

Da gab es ein „Orgasmus-Seminar“, organisiert von einer Feministinnengruppe. Da war das Geschnatter der Kommilitoninnen, wer mit welchem Jungen wie oft und wie. Und auf Facebook, berichtet Wagley empört, würden diese Mädchen jetzt gar die Farbe ihrer Büstenhalter preisgeben. Angeblich um Aufmerksamkeit für Brustkrebs zu erzeugen, aber die Aktivistin schnaubt: „Es geht doch wieder nur um Sex. Das ist so billig.“

Obendrein scheint vorehelicher Sex krank zu machen.

„Ungezügelter Sex mit vielen Partnern schadet Menschen, er zerstört ihre Fähigkeit zu Bindungen und echter Partnerschaft“, sagt Wagley ernst. Ganz abgesehen davon, dass Sex die Gesundheit ruiniere und die Zukunft gleich mit. Denn wer vor der Hochzeit kopuliere, bekomme eher Depressionen und lasse sich leichter scheiden, erklärt die Abstinenz-Apostelin. Sie hat da gerade ganz neue Forschungsliteratur gelesen.

Oh je, wem das auch zu viel des Schlechten ist kann sich freuen, denn es gibt glücklicherweise auch noch verdammt coole Frauen an „Eliteunis“.

Ihre Kommilitonin Silpa Kovvali konterte mit einer Kolumne in Harvards Uni-Zeitung: „Zu sagen, dass einvernehmlicher Sex Frauen abwerte, ist das genaue Gegenteil von Feminismus. Wenn Frauen den Sex kontrollieren, macht sie das unglaublich stark.“

oder

Eine starke Frau solle sich gerade nicht fürs voreheliche Vögeln schämen. „Es ist unrealistisch, dass mir jede Person, mit der ich Sex habe, wirklich wichtig ist“, sagt Chen. „Sex fühlt sich einfach gut an.“

Oh ja…


14 Antworten auf “Die Keuschheitsterror-Akivistinnen”


  1. 1 frankenstein 22. Februar 2010 um 10:59 Uhr

    und ich dachte „elitestudentinnen“ würden das patriarchale system von innen aufweichen! :-? ;)

  2. 2 leonie 22. Februar 2010 um 11:46 Uhr

    Ok jetzt erweitern wir die Diskussion um noch nen Post.. Um es ganz einfach zu sagen, auch Frauen sollten die Möglichkeit haben überall mitzumachen auch wenn sie dann Scheiße machen. Warum sollten Frauen aus konservativen Lagern die Klappe halten, nur weil die Frauen sind…

  3. 3 frankenstein 22. Februar 2010 um 13:37 Uhr

    warum belächelst du im post dann, dass sie sich feministinnen nennen? so wie es aussieht entsprechen sie doch genau deinem bild von wahren feministinnen: alles tun dürfen, auch wenns „scheiße“ ist, oder anders gesagt anti-emanzipatorisch?

  4. 4 wolf_confetti 22. Februar 2010 um 14:16 Uhr

    …sollten Frauen aus konservativen Lagern die Klappe halten…

    hat das der unispiegel behauptet, leonie?

  5. 5 illith 22. Februar 2010 um 16:21 Uhr

    dass „frauen den sex kontrollieren“ find ich jetzt nicht so den erstrebenswerten ansatz :-?

  6. 6 leonie 23. Februar 2010 um 0:23 Uhr

    Nein, da hast du was falsch verstanden bezieht sich auf die Diskussion mit frankenstein.

    @frankenstein: versteh ich nicht. Die sind so wenig feministisch wie die SPD sozial ist.

  7. 7 frankenstein 23. Februar 2010 um 9:57 Uhr

    eben. deswegen finde ich es absurd, die eingliederung von frauen in irgendwelche antiemanzipatorischen kreise als feministisch zu bezeichnen und das ganze zu befürworten mit dem motto: hauptsache frauen sind überall vertreten.

  8. 8 ping 23. Februar 2010 um 11:04 Uhr

    @leonie klar sind die antifeministisch, aber dein Post liest sich so als würde Feminismus bedeuten auch Antifeminitinnen eine Bühne zu geben.

  9. 9 leonie 23. Februar 2010 um 11:45 Uhr

    Ich bezeichne es nicht als feministisch, sondern habe legendlich gesagt, dass auch diese Frauen es dem Feminismus zu verdanken haben dass die ihre Klappe aufmachen dürfen. Jahrhundertelang wurde in diesem Punkt linke, feministische Aufklärungsarbeit geleistet – auch Frauen dürfen politisch sein, sind nicht blöder etc und jetzt im 21 Jahrhundert kam es (mal abgesehen von der kath. Kirche) beinahe überall an (andere biologistische Argumente sind aber klar noch hoch im Kurs). Das zeigt einfach einen Fortschritt in den Frauenrechten. Dass es wenn man Frauen befreit auch immer welche geben wird die dann Scheiße reden sollte jeder_m jenseits des Differenzialfeminismus klar sein.

  10. 10 leonie 23. Februar 2010 um 13:59 Uhr

    http://evildaystar.de/2010/02/sex-and-the-spiegel/

    weiterlesen, sehr empfehlenswert. Dort wird das ausgeführt was mein „überkritisches“ Auge tatsächlich überlesen hat.

    Was hat Lena Chens Kleiderwahl, oder ihr mutmaßlicher Erfolg bei den männlichen Kommilitonen denn mit dem Thema (letztlich geht es religösen Fanatismus) zu tun? Als ernsthaften Leser interessiert mich doch, was Chen zu den Umtrieben ihrer Komilitoninnen zu sagen hat, und nicht, was sie dabei anhat. Es bleibt bei diesem Absatz der Beigeschmack des Sensationsheischenden, das Lena Chen auf ihre sexuelle Aktivität reduziert, ohne wirklich auf ihre politischen Ansichten einzugehen. Ich bin sicher sie hat mehr dazu zu sagen, als “Sex fühlt sich einfach gut an!”

    Es bleibt halt der Spiegel…

  11. 11 Aegean 06. Februar 2017 um 15:02 Uhr

    Ich spreche mich dafür aus, dass Männer durch Frauen keusch gehalten werden sollten und zwar generell in der Beziehung, also unabhängig von Ehe oder sonstigem Beziehungsstatus.
    Männliche Keuschhaltung hat sehr große Vorteile. Beispielsweise lernen Männer von Anfang an respektvoll, aufmerksam und gehorsam gegenüber Frauen zu sein. Männer sollten einen Peniskäfig mit Schloss bekommen. Zumindest sollte es zu einer Art gentleman-mäßigen Selbstverständlichkeit werden, sich für die Frau aufzuheben und mit seinen sexuellen Aktivitäten auf sie zu warten. Was nicht heißt, dass sie gar nichts dürfen. Im Gegenteil: Männer sollen onanieren oder Sex haben, aber nur wenn das durch die nahestehende Frau (z.B. Freundin) erlaubt wird. Sie, die Frau, entscheidet darüber. Trägt der Mann einen Peniskäfig hat die Frau den Schlüssel davon inne. Wenn sie Lust darauf hat oder findet, dass er es sich verdient hat, schließt sie diesen auf und erlaubt ihm sexuelle Aktivität.

  1. 1 Lysis Trackback am 22. Februar 2010 um 14:55 Uhr
  2. 2 Sex and the Spiegel « evil daystar Pingback am 23. Februar 2010 um 13:32 Uhr
  3. 3 Gimme dat Christian side hug! « rhizom Pingback am 25. Februar 2010 um 13:08 Uhr

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