Frauenhass im Netz

Facebook kann man lieben oder hassen, informativ kann es aber alle mal sein. So habe ich heute über die prima Facebook-Gruppe „Girls On Web Society“ eine Mail über „Frauenhass im Netz“ erhalten. Weil diese so super ist, will ich sie euch nicht vorenthalten.

Liebe Ladys,

für Frauen ist Bloggen etwas anderes als für Männer. Denn die machen selten die Erfahrung von sexistischen Kommentaren und frauenfeindlichen Angriffen. Für viele Bloggerinnen dagegen sind diese Alltag.

Es gibt Frauenhass im WWW seit es das Internet gibt. Die meisten Frauen nehmen dies hin, meistens sind die Kommentatoren anonym und es damit schwierig, sie zu belangen. Und so wie einem früher die Mutter riet, abends nicht durch dunkle Gassen zu schleichen, verzichten heute viele Frauen darauf, unter ihrem echten Namen zu schreiben – oder sie verzichten gleich ganz, gesellschaftskritische Ansichten im Netz zu veröffentlichen.

Doch immer mehr Bloggerinnen wollen sich mit diesem Tabu nicht mehr abfinden und schreiben ihre Erfahrungen auf. Deswegen schicke ich heute eine kleine, auf jeden Fall unvollständige Liste von Lese-Empfehlungen rum – mit der Bitte, das Thema auch im eigenen Blog aufzugreifen. Sei es mit einem eigenen Beitrag, mit Verlinkungen, oder zum Beispiel bei Annas Text, der heute auf der Mädchenmannschaft erschienen ist, direkt mit dem Angebot versehen, diesen als Gastbeitrag in eurem eigenen Blog einzubinden:
http://maedchenmannschaft.net/„ihr-durchtriebenen-miesen-fotzen

Das Piratenweib schreibt regelmäßig über ausfällige Kommentare von Kommentatoren, zum Beispiel hier:
http://www.piratenweib.de/?p=813

Paula Z. hat in ihrem Taz-Blog über ihre Begegnungen mit Maskulisten geschrieben:
http://blogs.taz.de/paulaz/2006/07/15/maskulisten/

Nele Tabler schreibt über den Versuch, Bedrohungen aus der Online-Welt in der Offline-Welt zur Anzeige zu bringen:
http://karnele.de/index.php?option=com_content&view=article&id=153:gewalt-gegen-bloggende-frauen&catid=28:thema-frau&Itemid=58

Mädchenmannschaftskolumnistin Stephanie Mayfield bekam nach einem Blogeintrag über ihre Körpergröße Morddrohungen:
http://maedchenmannschaft.net/feuerspuckende-drachen/

Lantzschi begründet, warum sie alles löscht, was sie nicht mehr als höflich empfindet:
http://medienelite.de/2010/02/05/halt-den-ball-flach-schlampe/

Und Antje Schrupp überlegt, wie generell damit umzugehen sei, dass Männer gern mal die Debatten dominieren und Frauen mit anderer Meinung runterputzen:

http://antjeschrupp.com/2010/01/05/die-sache-mit-den-besserwisserischen-mannerkommentaren-in-feministischen-blogs/

Wenn ihr weitere Texte empfehlen wollt oder eure Gedanken zum Umgang mit Frauenhass im Netz teilen wollt, habe ich hier einen Diskussionsstrang eingerichtet:
http://www.facebook.com/topic.php?topic=11988&uid=80145135378

Wir hoffen sehr, dass das Thema in Zukunft stärker diskutiert wird. Denn an einem zivilisierten Umgang miteinander und an einem Klima im Netz, in dem Frauen sexistische Angriffe nicht als gegeben hinnehmen müssen, sind wir ja alle interessiert.


2 Antworten auf “Frauenhass im Netz”


  1. 1 Isi 25. Februar 2010 um 8:14 Uhr

    Ich habe gerade erfahren, dass ich zur Zwangssterilisation vorgesehen bin. Gedacht war diese Empfhelung als Kommentar auf meine dort im Strangzertrümmerte Frage an die Piratenpartei (und andere), ob zum Recht auf Privatsphäre und Selbstbestimmung nicht auch die anonyme Geburt gehört.

  1. 1 Frauenhass im Netz – Was tun? Ein paar (persönliche) Vorschläge « mädchenblog Pingback am 23. Februar 2010 um 15:48 Uhr

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