Archiv für März 2010

entzaubert diy film festival

das entzaubert d.i.y. film festival1 am wagenplatz schwarzer kanal sucht beiträge für die vierte runde vom 24.-27. j
uni ‘102:
- workshops: filme machen, die eigenen fertigkeiten verbessern, voneinander lernen
- filme folgender kategorien oder jenseits derer:

arty, punky, no-borders, anarchic, documentaries, porn, trashy, experimental, feminist, aids/hiv, funny, crazy, serious, low or no budget, music, quality, concise, international, homo-socialist, homosexualist, people of colour, revolutionary, polyamourous, monogamous, lazy, tranny-dyky, faggy, old, brand-new, provocative, diffi cult, hot, ……… or queer/feminist
we welcome fi lms in any language –

DEADLINE FÜR EINREICHUNGEN: 24. APRIL 2010

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Andrea Trumann

Eher distanzloser, aber durchaus einführender Abriss der Subjekttheorie der feministischen Theretikerin Andrea Trumann: Unique.

EHE ALS PARODIE

Ausführlicher Beitrag über intersektionale und queere Per­spektiven auf das Phänomen Scheinehe: Unique.

Im Reich der Freiheit wird deutsch gesprochen

Äußerst lesenswerter Artikel über den Nationalismus der (bürgerlichen) ersten Frauenbewegung.

Muttermilcheis als profitorientiertes Produkt

„Two shambolic nimwits trying to blag a million pounds, by any means possible in 90 days.“


Das sind vier Typen aus Großbitannien, die sich vorgenommen haben, mit aus Sicht des Mainstreamverständnisses durchgeknallten Aktionen, wie zum Beispiel „Das kleinste Festival der Welt“, welches in einem Wohnzimmer stattfand, 1 Millionen Pfund zu verdienen. Das Ganze innerhalb von 90 Tagen. Falls sie das Ziel erreichen sollten (was bei gerade mal etwas über 4000 verdienten Pfund unrealistisch erscheint), sollen mit dem Geld junge unabhängige Filmemacher aus Großbritannien unterstützt werden.

So weit, so gut.

Eine dieser Aktionen ist jedoch höchst unreflektiert und spiegelt, das Bild der Frau in der patriarchischen Gesellschaft, in der wir alle leben, wieder: die Vier stellen Eiscreme aus Muttermilch her, die ihnen eine Bekannte „gespendet“ hat. Nun versuchen sie, die Eiscreme an Jugendliche in einem Park zu verkaufen. Natürlich ist die Bekannte zu diesem Zeitpunkt nicht mehr anwesend; wie einer der netten Herren auf Nachfrage bemerkt (O-Ton!), „ist sie zuhause und passt auf das Baby auf“. Damit ist das Rollenklischee bereits bedient.


Desweiteren wird die Bekannte durch die gesamte Durchführung der Eisaktion aus ihrer Menschlichkeit und ihrer dem Mann gleichberechtigten Stellung, die sie, wie sich hiermit wieder einmal zeigt, höchstens auf dem Papier inne hatte, herausgenommen und muss, wenn auch nicht in einer so ausweglosen Weise und durchaus freiwillig, das unterdrückte und qualvolle Schicksal einer „Milch“Kuh teilen.
Sie produziert ein Produkt, welches ihr abgesprochen wird, damit ein Mann damit Profit machen kann, während sie daheim das Kind hütet.

Das Prinzip der Ausbeutung der Frau geht hier also noch ein Stück weiter; statt „nur“ den weiblichen Körper in Abbildungen fragwürdiger Schönheitsideale abzuwerten, wird die Frau hier als Produktlieferantin ausgenutzt und mit einem nichtmenschlichen Tier, seiner/ihrer Existenz als Produzent/in und seinem/ihrem Leiden, gleichgesetzt. Es werden also hier nicht „nur“ sexistische Strukturen der Gesellschaft, sondern auch speziesistische Strukturen derselben deutlich.

Wie hier deutlich, reichen solche Beweise der Ungleichberechtigung auch in Bereiche hinein, die die/der durchschnittliche Verfolgerin/ Verfolger des Blogs höchstwahrscheinlich als Spaß identifizieren würde.

„Die Definition von Frauenarbeit ist Scheißarbeit“

Ein bißchen verspätet aber egal.
Gloria Steinem, eine der wohl bekanntesten us-amerikanischen Frauenrechtlerinnen, feierte am 25. März ihren 76 Geburtstag. Zu Ruhm gelang sie 1963 durch ihre Reportage »A Bunny’s Tale. I was a Playboy’s Bunny«. Dafür schlüpfte sie selbst einige Wochen in die Rolle eines „Playboy-Häschen“.
1971 gründete sie das Magazin „Ms.“, welches noch heute existiert. Mit Bella Abzug, Shirley Chisholm und Betty Friedan gründete sie ebenfalls 1971 den »National Women’s Political Caucus« und sie gehörte zu den Gründungsmitgliedern von »Women’s Action Alliance«, die sich gegen soziale und wirtschaftliche Formen von Diskriminierung richtete.

Hier ein Video in dem sie von ihrer eigenen Abtreibung spricht.



Also Happy Birthday!

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Kenya – Konflikt um Schwangerschaftsabbrüche

In Kenya sterben jährlich 2.600 Frauen an illegalen Abtreibungen, 21.000 müssen nach einem Eingriff medizinische betreut werden. Darin nicht inbegriffen sind Frauen, die nach verpfuschten Abtreibungen keine medizinische Versorgung in Anspruch nehmen oder deren Tod aufgrund einer Abtreibung verheimlicht wurde.
Die Haupttodesursache von Schwangeren Frauen in Kenya ist ein Schwangerschaftsabbruch.
Aufgrund dieser drastischen Lage bekommt dieses Thema weltweit Aufmerksamkeit, doch statt die Gesetzgebung zu lockern, Kenya lässt Abbrüche nur bei Gefährdung des Lebens einer Schwangeren zu, plädieren konservative Kräfte, allen voran die Kirche, für ein Totalverbot.


CNN


In Harm’s Way: Unsafe Abortion in Kenya from Center for Reproductive Rights on Vimeo.

„Geschlechterkampf von rechts“: Neue Broschüre der Friedrich-Ebert-Stiftung

Auch hier auf dem Blog haben wir es ja öfter mit Maskulinisten und selbsternannten Männerrechtlern zu tun – eine kleine Studie des Journalisten Thomas Gesterkamp im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung gibt nun einen Überblick über diese unerfreuliche Szene. Die Studie gibt es hier.

Femen – ukrainische Girl-Power

Die jungen Frauen der Gruppe Femen mischen die ukrainische Gesellschaft schon seit längerem mit provokanten Auftritten, sowohl in Wort als auch in Kleidung, auf. Sie setzen auf nackte Haut und laute Straßenaktionen.
Ihre wohl bekannteste Aktion war das Projekt „Die Ukraine ist kein Bordell“. Damit wollten sie auf den Sextourismus nach Osteuropa und speziell in die Ukraine aufmerksam machen.

Obwohl ich die vergangenen Aktion alle super-cool finde, ist die Neue irgendwie, naja…
Femen ruft die Freundinnen und Ehefrauen der Kabinettsmitglieder zum Sexboycott auf. Damit sollen sie solidarisch gegen die sexistischen Äußerungen des ukrainischen Regierungschefs Nikolai Asarow protestieren.
Protest ok, aber Sexboycott um Männer zu „bestrafen“ löst bei mit immer ein ungutes Gefühl aus. Klingt es doch danach als hätten Frauen nur den Männer zuliebe Sex und können gern auch mal drei Monate darauf verzichten bis der Mann dann macht was frau will. Frauen sollten andere Mittel zum Kampf finden statt ihre Sexualität zu limitieren. Die Männer kommen bei der Sache auch nicht gerade besser weg, kaum bekommen sie keinen Sex mehr ändern sie ihre Meinung, triebgesteuert wie sie sind.
Also, blöde Idee. Aufmerksamkeit erlangen sie dadurch aber sicher.

Polens Anti-Choice Front wächst

Immer mehr Abtreibungsgegner_innen in Polen.

Jemen Mindestheirtasalter

Hunderte demonstrierten im Jemen für ein Mindest-Heiratsalter.

Equal Pay Day

Am 26.3 ist „Equal Pay Day“. Wer an dem Tag ein Zeichen setzen will, sollte eine rote Tasche tragen.

Dieses Exemplar gibt es bei der Mädchenmannschaft

Wir wollen Notfallverhütung ohne Hürden

Nicht nur an die FDA, sondern auch an die europäischen Kollegen und Kolleginnen!


Tell the FDA to Act on Emergency Contraception from Center for Reproductive Rights on Vimeo.

Health Care ohne Abtreibung

Die amerikanische „Health Care Reform“ ist beschlossene Sache. Nach einem Jahr ringen um die Reform gelang es Barack Obama nun doch die Reform, welche als sein größtes innenpolitisches Ziel galt, zu verabschieden. Dadurch werden 32 Millionen Amerikaner_innen endlich staatlich krankenversichert.
Die Kosten für einen Schwangerschaftsabbruch werden von dieser Versorgung jedoch nicht abgedeckt. Monatelang verweigerten „anti-choice“ Demokrat_innen ihre Zustimmung zur Reform für den Fall dass diese eine staatliche Finanzierung von Abtreibungen beinhaltet.
Letztendlich schafften sie es ihren Willen durchzusetzen. Die Leidtragenden werden vor allem finanziell schwache Frauen sein. Dies kritisiert auch Diana Goldstein auf „The Daily Beast“.

I‘m glad health-care reform passed. It’s difficult not to be moved by the figure 31 million—the number of uninsured people who will have access to less-expensive coverage after reform. But we should all understand that the bill was passed at the expense of poor women’s reproductive rights. Middle-class and rich women—the wives, daughters, and mistresses of politicians—can always travel to get an abortion or pay out of pocket if they have to. Poor women cannot, and as 60 percent of American women who seek abortion already have kids they struggle to care for, it is children alive today who will suffer.

Dass eine Abtreibung nicht ebenso zu medizinischer Versorgung gehören sollte, wie andere Leistungen bleibt mir unverständlich. Wer die Gesundheit der weiblichen Bevölkerung gewährleisten will, darf einen sicheren Abbruch nicht zum Luxusgut werden lassen, das für bestimmte Teile der Bevölkerung kaum zugänglich ist.
Und genau in diesem Punkt versagt die Reform, für Frauen wird ein Abbruch auch in Zukunft mit einem erheblichen finanziellen Aufwand verbunden sein. Gerecht ist das nicht. Von einem Pro-Choice Präsident hätte man sich ohnehin mehr Rückgrat gewünscht. Aber wie schon bei anderen linken „Errungenschaften“ müssen Frauenrechte wohl erst mal hinten anstehen.

Etwas gutes lässt sich aber auch aus feministischer Sicht über die „Health Care Reform“ schreiben. Mit der Reform soll der Zugang zu und die Beratung über Verhütungsmitteln ausgebaut werden. Auch der Schwangerschaftsvor- und nachsorge soll größere Aufmerksamkeit geschenkt werden.

Piusbrüdern entgegentreten

„Die Piusbrüder und ihre Anhänger_innen treffen sich am Freitag, dem 26. März, in Freiburg zu einem „Gebets- und Demonstrationszug zum Schutze des Lebens“, der mittlerweile leider Tradition hat. Auch in den vergangenen Jahren versammelten sich mehr als hundert Gläubige um gegen Abtreibung und damit gegen das Selbstbestimmungsrecht der Frau zu demonstrieren.“ Den ganzen Aufruf gibt es unter http://piusentgegentreten.blogsport.de