Reclaim Feminism! Veranstaltungsreihe in Berlin

In Berlin haben sich einige feministische und anitfaschistische Gruppen zusammengefunden, um – den 8. März als Anlass nehmend –, eine Veranstaltungsreihe mit dem Titel „Reclaim Feminism!“ zu organisieren. Die Themen sind vielfältig, wenn auch keineswegs vollständig. Es wird Veranstaltungen zu feministischer Globalisierungskritik, Pornos, Homophobie im HipHop oder Maskulismus geben. Anspruch ist explizit, linken Feminismus zu thematisieren:

Wir möch­ten den 8. März zum An­lass neh­men, um die Fra­gen nach einem lin­ken Fe­mi­nis­mus wie­der zum Thema zu ma­chen. Diese stel­len sich heute wie da­mals als schwie­rig dar, auch wenn auf den ers­ten Blick ›Fe­mi­nis­mus‹ und ›Gleich­be­rech­ti­gung‹ in aller Munde zu sein schei­nen. Denn von kon­ser­va­ti­ven Feuille­to­nis­t_in­nen bis zu links­li­be­ra­len Kul­tur­schaf­fen­den: Zu Fe­mi­nis­mus hatte in letz­ter Zeit je­de_r etwas bei­zu­tra­gen. Dabei va­ri­ier­ten die Vor­stel­lun­gen zwi­schen einem kon­ser­va­ti­ven Fe­mi­nis­mus à la von der Leyen zu einem li­be­ra­len Kar­rie­re­f­e­mi­nis­mus, der in Thea Dorns F-​Klas­se sei­nen Aus­druck fand, bis hin zu tra­di­tio­nel­len Vor­stel­lun­gen von Fa­mi­lie und Ge­schlech­ter­rol­len bei Eva Herr­man. Auch die Al­pha­mäd­chen tru­gen mit ihrer in­di­vi­dua­lis­ti­schen ›Fe­mi­nis­mus-​Ver­si­on‹ etwas zu der Ent­po­li­ti­sie­rung des Be­griffs bei. Ein Fe­mi­nis­mus, der nichts kennt als den Kampf um for­ma­le Gleich­heit in den be­ste­hen­den be­schis­se­nen Ver­hält­nis­sen, ist nicht unser Fe­mi­nis­mus. Auch einen Fe­mi­nis­mus, der sich nicht mit der Ver­schrän­kung ver­schie­de­ner Herr­schafts­struk­tu­ren, wie Ras­sis­mus, Ka­pi­ta­lis­mus und Ge­schlech­ter­ver­hält­nis­sen aus­ein­an­der­setzt und sich nur um die Be­lan­ge einer wei­ßen Mit­tel­schicht be­müht, wei­sen wir zu­rück. Un­se­re Reihe ist als Such­be­we­gung zu ver­ste­hen, die schlag­licht­ar­tig ei­ni­ge uns wich­tig er­schei­nen­de To­pics auf­greift und zur Dis­kus­si­on stellt. Ge­mein­sa­mer Aus­gangs­punkt ist, dass ein lin­ker Fe­mi­nis­mus die Sys­tem­fra­ge stel­len und als ra­di­ka­le Ge­sell­schafts­kri­tik alle Ver­hält­nis­se in den Blick neh­men muss. Dazu ge­hört, das Sys­tem der Zwei­ge­schlecht­lich­keit und damit zu­sam­men­hän­gend For­men iden­ti­tä­rer Po­li­tik eben­so zu kri­ti­sie­ren wie Ka­pi­ta­lis­mus, Na­ti­on und Ras­sis­mus.

Infos zu den einzelnen Veranstaltungen gibt es hier: http://reclaimfeminism.blogsport.de


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