Archiv für April 2010

Wie man Frauen das Leben schwer macht

Oklahoma, ein Bundesstaat im zentralen Süden der USA, hat sich diese Woche eine besonders große Medaille in der Kategorie Frauenhass verdient. Das dortige Parlament hat trotz Ablehnung des Gouverneurs, die Abtreibungsgesetzgebung verschärft und zahlreich Schikanen eingebaut.

DieStandard.at berichtet:

Selbst Opfer von Vergewaltigungen oder Inzest müssen sich laut den am Dienstag beschlossenen Gesetzen eine ausführliche Schilderung ihres ungeborenen Kindes anhören und eine Ultraschalluntersuchung des Fötus vornehmen lassen, bevor sie abtreiben dürfen. Damit die Ultraschallbilder möglichst genau und anschaulich sind, muss die Ultraschallsonde vaginal eingeführt werden. Eine Untersuchung entlang des Bauchraums reicht nicht aus.

Das macht mich wirklich sprachlos/ wütend etc.
Der Wahnsinn geht aber noch weiter: Ärzt_innen dürfen ihre Patientinnen nun auch ganz offiziell anlügen.

Die Neuerungen sehen außerdem vor, dass ÄrztInnen in Oklahoma werdende Eltern nicht über Untersuchungen möglicher Missbildungen des Fötus informieren müssen. Die MedizinerInnen werden im Fall von Missbildungen bei Neugeborenen außerdem vor Klagen der Eltern geschützt.

Interview mit Th. Gesterkamp: Antifeminismus in der Mitte der Gesellschaft

Auf Radio F.R.E.I. gibt es ein Interview mit Thomas Gesterkamp, der kürzlich für die Friedrich-Ebert-Stiftung eine Expertise zum Thema Männerrechtler verfasst hat. Nachzuhören ist das Interview über „Antifeminismus inder Mitte der Gesellscahft“ hier

Entbindung in Handschellen und gynäkologische Untersuchungen in Anwesenheit männlicher JVA-Beamter

Die FR berichtet über Zustände in nordrhein-westfälischen Frauen-Knästen.

Girls Rock Camp Graz, Steiermark

GIRLS ROCK CAMP GRAZ
ein Projekt des Doku Graz

Das Girls Rock Camp wird von 25. Juli bis 1. August 2010 im Jugendkulturzentrum Explosiv Graz stattfinden.

Es richtet sich an alle Mädchen und junge Frauen, die Interesse an alternativer Musik haben (Rock, Punk, Metal, Indie,…) und gerne mehr in diesem Bereich machen würden!
Dabei ist es egal, ob Du schon ein Instrument spielst, in einer Band aktiv bist oder noch keine Vorerfahrungen hast.
Das Camp wird in den neuen Räumlichkeiten des „Explosiv“ in Graz stattfinden – Essen und Schlafplätze werden den Teilnehmerinnen zur Verfügung gestellt.
Alle Workshops werden von Frauen geleitet, die auf unterschiedliche Art und Weise im alternativen Musikbereich tätig sind (Musikerinnen, Ton- und Lichttechnikerinnen, Organisatorinnen,…) und ihr Wissen und ihre Erfahrungen weiter geben.

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Supporting girls!

Das Girls Rock Camp Graz ist Teil einer weltweiten Vereinigung, der „Girls Rock Camp Alliance“, die in vielen Ländern Mädchen und junge Frauen dabei unterstützt, Musik zu machen und in diesem Bereich aktiv zu sein oder zu werden!
Wir fördern in den Camps Kreativität, Vernetzung und Teamwork und stellen uns gegen Klischees und Stereotype in der (Rock-) Musik und den damit verbundenen Sexismen.

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Wer kann teilnehmen?

Teilnehmen können alle interessierten Mädchen und junge Frauen zwischen 16 und 20 aus der Steiermark!

Musikalische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.
Wenn Du schon Musik machst, kannst Du dein eigenes Instrument gerne mitbringen!

Die Teilnehmerinnenzahl ist auf 30 Mädchen und junge Frauen beschränkt.

Anmeldung und weitere Infos:
http://www.doku.at/girlsrockcamp/

„Eine linke Frau hat es schwer“

Andrea Ypsilanti spricht in der TAZ, zwar sehr vage, aber immerhin über die Benachteiligung von Frauen im politischen Diskurs.

Sie haben sich für die Zusammenarbeit mit der Linken entschieden und wurden daraufhin von den Medien und Ihrer Partei abgestraft. Ist dies grundsätzlich das Risiko einer Politikerin, die mit der Linken flirtet?

Für den grenzwertigen Umgang mit mir gibt es jedenfalls kein geschichtliches Beispiel. Eine linke Frau hat es schwer in Deutschland. Wenn mein Name Andreas Ypsilanti gewesen wäre, wäre manche Debatte sicher anders geführt worden.

Back-Spaß

Für alle die Inspiration in der Küche, oder besser gesagt in der Backstube brauchen, hier ein Tipp: Vagina Cupcakes.
Kleine Kuchen in Vulva-Form – bunt, schrill und todschick, sicherlich der Renner auf jeder Party!

Zur Erinnerung: was gilt als Vergewaltigung

Nach der Diskussion um das Kiely Williams-Lied halte ich es für angebracht, einfach mal die rechtliche Definition, was in Deutschland als „Vergewaltigung“ gilt, wieder ins Spiel zu bringen.
Klar, die rechtliche Definition ist keine erschöpfende Antwort in einem tiefschürfenden Diskurs über den Komplex – aber eine unverzichtbare Grundlage, über die anscheinend immer noch nicht ausreichend Klarheit herrscht.

§ 177
Sexuelle Nötigung; Vergewaltigung

(1) Wer eine andere Person
1. mit Gewalt,
2. durch Drohung mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben oder
3. unter Ausnutzung einer Lage, in der das Opfer der Einwirkung des Täters schutzlos ausgeliefert ist,

nötigt, sexuelle Handlungen des Täters oder eines Dritten an sich zu dulden oder an dem Täter oder einem Dritten vorzunehmen, wird mit Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr bestraft.

Der restliche §177 hier.

Gerade Punkt 3 wäre für die Diskussion über das „Spectacular“-Lied relevant.

Frauenrollen im Film – der Bechdel-Test

Mit dem Bechdel-Test lässt sich die fehlende Präsenz von Frauen in Filmen aufdecken.

Es müssen nur 3 einfache Fragen gestellt werden.

Spielen mindestens zwei Frauen mit?

Reden diese miteinander?

Reden diese miteinander über ein anderes Thema als „Männer“?

via

Feministische Netzkultur auf der re:publica10 – In echt und in Farbe

„Sich selbst beim Vortragen sehen und dann das ganze auch noch shamelessly promoten“, dem kann ich mich nur anschließen. Schließlich geht es hier auch darum, das eigene Thema voranzutreiben. Da muss ein bisschen Scham wohl sein. Also: die republica10-Macher laden zur Zeit peu a peu die Video- und Tonmitschnitte der Vorträge von der Konferenz hoch. Darunter befindet sich auch der Mitschnitt unseres Diskussionspanels „Feministische Netzkultur 2.0″, über das schon an vielen Stellen berichtet wurde (kleine Linksammlung am Ende des Artikels). Schauts Euch an und gebt gerne Feedback, nur so kann das Thema weiter vorangetrieben werden!

Die Diskussionsrunde gibts für unterwegs auch als MP3, könnt Ihr Euch also auch im Zug anhören. Das gleiche gilt übrigens auch für die Diskussionsrunde zu „Sexismus im Netz“, welche Ihr hier als MP3 und bestimmt bald auch im re-publica-Youtube-Channel als Video findet.

Resumees gibt es schon viele zu dem Panel, ich möchte mich hier an dieser Stelle zurückhalten (ja, ich weiß, ich bin halt so). Nur möchte ich betonen, dass ich persönlich mich immer über Lob und explizit auch Kritik freue. Wenn es keine Kritik gibt, kann das Thema nicht vorangetrieben werden. Und auch halte ich kritische Blogbeiträge in anderen Blogs per se erstmal für positiv, denn auch schlechte Werbung ist immernoch gute Werbung (im Sinne von schlechter Inhalt und so… Ihr versteht mich).

Weiter mit dem Thema gehts die nächsten Wochen auf dem GenderCamp in Hüll, dem Frauen-Vernetzungstreffen in Hattingen und auch auf der SIGINT10 in Köln, wie auch Gastbloggerin Kathrin im Missy-Blog schon ausführlicher zusammengefasst hat. Also: hinkommen (wenns geht) und mitdiskutieren!

Was andere schon so schrieben:

„Lutsch das Mikrofon, Schlampe“ hier im Mädchenblog
„Lauter Perverse und keine Frauen im Netz“ auf dieStandard.at
„Das re:sümee zur #rp10″ bei der Mädchenmannschaft

… und noch andere. Bin zu faul zum Raussuchen! Enjoy!

Mexico untersagt 10-jährigen Vergewaltigungsopfer Abtreibung

In Mexiko wird einem 10-jährigen Vergewaltigungsopfer ein Schwangerschaftsabbruch untersagt. Das Mädchen wurde vom Stiefvater missbraucht und geschwängert. Abbrüche sind in Mexiko verboten, nur Mexiko City stellt Abtreibungen straffrei. Die 10-jährige stammt aus dem Bundesstaat Quintana Roo, dort sind Abbrüche zwar im Fall einer Vergewaltigung legal, aber nur bis zu 90 Tagen, das Mädchen ist bereits einen Monat über dieser Frist.
So schrecklich der Fall auch ist, er ist leider kein Einzelfall. In nahezu allen Teilen Südamerikas wird Frauen ihr Recht auf einen Abbruch verwehrt, oft selbst wenn das Leben der Schwangeren auf dem Spiel steht oder eine Vergewaltigung stattgefunden hat.

Der Fall des jungen Mädchen lässt in Mexiko erneut die Debatte über die Strafbarkeit von Abbrüchen aufflammen. Adriana Ortiz-Ortega eine Pro-Choice Aktivistin sieht jedoch den Einfluss konservativer Kreise wieder wachsen. Damit würde auch eine Legalisierung von Abbrüchen in weite Ferne rücken.

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