Kommentare – Der Alltag als Bloggerin

Blogs leben von Kommentaren, und Kommentare sind ja an und für sich nichts Schlechtes. Wenn man aber Autorin auf einem feministischen Blog ist, möchte man manchmal weinen. Neben Beschimpfungen und der gleichen kommen nämlich auch eine Vielzahl an Kommentaren mit denen ich schlichtweg nicht weiß was ich machen soll. Auf dem Mädchenblog gibt es seit kurzen eine Netiquette, denn wir wollten die Atmosphäre in dem Blog so friedlich wie möglich gestalten und auch kein Spam-Nest für Maskulinisten und dergleichen werden.
Die Frage ob ich aber nun ein Kommentar freischalte oder nicht, kostet mich aber trotz ausformulierter Netiquette manchmal Stunden. Löschen ist zwar leider oft nötig, aber ich tue es nicht gerne zumal ich auch manchmal denke vielleicht ist es gut wenn die Menschen da draußen sehen, was so alles im Internet herumschwirrt. Andererseits zieht man wenn man Kommentare stehen lässt eine Vielzahl dieser Idiot_innen an. Feministischer Meinungsaustausch wird dadurch unmöglich und oftmals absichtlich behindert.

Gerade ist also so eine Situation, ich schaue mir die Kommentare in der Moderation an und schon sticht mir dies hier ins Auge.

Wenn jetzt schon jeder Sex mit ner Betrunkenen rape ist…

Bekommt die Gute nun ihr Recht auf hemmungslosen Sex mit nem Hengst abgesprochen?

[ Kommentar zu dem Beitrag: Wie war das nochmal mit Vergewaltigungen]

Ich schüttle den Kopf und schon geht das Überlegen los, soll ich es frei schalten? Muss jetzt wirklich jemand dem Guten erklären, um was es hier geht. Was einvernehmlicher Sex ist und was nicht? Und warum die Bezeichnung „Hengst“ für den Typen aus dem Text/Video? Zumal der Tonfall auch mehr als ätzend ist.
Hätte sich die Person den Songtext und die verlinkten Texte wirklich zu Gemüte geführt und darüber nachgedacht, käme so ein Schrott wohl eher nicht.

Vielleicht ist es vielen nicht klar, aber hier ist ein feministischer Raum, wer darauf keine Lust hat ist hier falsch und sollte schnell Seite wechseln ohne seinen_ihren Kommentar-Abfall zu hinterlassen.


6 Antworten auf “Kommentare – Der Alltag als Bloggerin”


  1. 1 nummer.drei 18. April 2010 um 21:55 Uhr

    thx!

  2. 2 bikifrau 19. April 2010 um 9:18 Uhr

    auch wenn es leute gibt die jetz zensur schreien. ich würde alles löschen was ich mir einfach nicht anhören will oder was ich nicht diskutiere. auf meinem blog ist es zum glück noch nicht so weit gekommen. aber ich denke ich entscheide das ähnlich wie ich mich dazu entscheide mit anderen menschen eine diskussion zu führen. das gehört für mich zum selbstschutz, den mit kram der einen ärgert oder fertig macht ist das leben schon voll genug.

  3. 3 schokolade 19. April 2010 um 10:22 Uhr

    „hengst“ weil das kommt im song-text vor „Said he was like a stallion“
    ich bin immer pro-löschen. das hier ist keine plattform für sexisten. also kein schlechtes gewissen!

  4. 4 finny 20. April 2010 um 19:02 Uhr

    In letzter Zeit gab es mehrere Artikel, welche sich damit befassen, was für ätzende Kommentare (feministische) Bloggerinnen bekommen. Das finde ich gut, denn vorher hatte ich nie darüber nachgedacht, dass das so ist/sein könnte.
    Daher bin ich auf jeden Fall dafür, dass weiterhin in gelegentlich in irgendeiner Form zu thematisieren. Um ein Bewusstsein dafür zu schaffen, um mit dem Scheiß nicht allein dazustehen, um aufzuzeigen, wie nötig Feminismus/Antisexismus ist.
    Solche Kommentare alle zu veröffentlichen lehne ich jedoch auch ab.

  5. 5 Sandy 21. April 2010 um 18:29 Uhr

    Was nun aber an dem Zitat hier falsch sein soll, den Artikel habe ich mir mal durchgelesen und finde den song auch nicht berauschend, verstehe ich nicht. Fehlt da der die Netiquette verletztende Teil?
    So ganz unrecht hat der(?) Kommentator ja nicht, zur sexuellen Freiheit gehört die Freiheit zur Dummheit dazu.

  6. 6 laylah 23. April 2010 um 10:30 Uhr

    sandy: doch, der hat so ganz unrecht. diskutier das doch unter dem entsprechenden beitrag, da steht die von dir geforderte erklärung nämlich schon mehrfach.

Antwort hinterlassen

XHTML: Du kannst diese Tags benutzen: <a href=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote> <code> <em> <i> <strike> <strong>


neun − = sieben