„Lutsch das Mikrofon, Schlampe“

Dieses Jahr waren auf der Re: publica endlich mal mehr Frauen mit feministischen Themen am Start. Es ging dabei um Themen wie „Feministische Netzkultur 2.0” und „Sexismus im Netz”. Eigentlich alles Klasse, was dabei aber in dem Chat abging, der parallel zum Livestream lief ist mehr als widerlich und zeigt wiedereinmal das Sexismus im Netz allgegenwärtig ist.
Hier eine Zusammenfassung des erlebten von Piratenweib, Snapshots des Shitstreams gibts hier (Trigger Warning)

Die Diskussion auf der Bühne war geprägt von sachlichen, aber auch sehr zutreffenden Aussagen über den alltäglichen Sexismus, der Frauen im Netz begegnet. Angefangen von hasstriefenden Blog-Kommentaren, über den “kleinen Sexismus” in alltäglichen Diskussionen in nicht-feministischen Zusammenhängen, bis hin zu Morddrohungen, die per Anonymisierer verschickt werden. Und da hört der Spaß nun wirklich auf!

Nicht aufgehört hat der Spaß im Livechat, der praktischerweise direkt neben dem Filmfensterchen bei der Livestream-Übertragung aus der Kalkscheune platziert ist.
Was allerdings heute dort abgegangen ist, spottet jeder Beschreibung.

Anscheinend haben die Veranstalter_innen auch keinen Anlass gesehen den Livestream von sexistischen Übergriffen zu befreien.

Ihr habt gewusst, was dort passiert, dennoch konnte der Chat einfach so bis zum Ende des Panels weiterlaufen. Ein Mann im Publikum (danke!) hat euch vor Ort live informiert über die unhaltbaren Äußerungen. Ich selbst habe per Feedback-Funktion ums Abschalten gebeten, ich habe euch per Twitter aufgefordert, zu moderieren oder wenigstens mal etwas aus dem Chat im Panel vorzulesen – leider null Reaktion von euch.

Damit ist das “Hintergrundrauschen” zu diesem Panel der beste Beweis für das Vorhandensein von Sexismen gegen Frauen im Internet.

Ich bin jedenfalls ziemlich aufgebracht, sauer, enttäuscht und auch irgendwie froh, dass jetzt ein wenig mehr öffentliche Aufmerksamkeit für dieses Thema erreicht werden wird.

Ja Aufmerksamkeit braucht das Thema wirklich. Hier geht es aber nicht nur um Sexismus gegen Frauen im Netz, sondern allgemein gegen Frauen in der Öffentlichkeit. Vor allem gegen Frauen die feministische Themen äußern.


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