Archiv für April 2010

CfP: Alter

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Hinterland #14 – Call for papers
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„Lutsch das Mikrofon, Schlampe“

Dieses Jahr waren auf der Re: publica endlich mal mehr Frauen mit feministischen Themen am Start. Es ging dabei um Themen wie „Feministische Netzkultur 2.0” und „Sexismus im Netz”. Eigentlich alles Klasse, was dabei aber in dem Chat abging, der parallel zum Livestream lief ist mehr als widerlich und zeigt wiedereinmal das Sexismus im Netz allgegenwärtig ist.
Hier eine Zusammenfassung des erlebten von Piratenweib, Snapshots des Shitstreams gibts hier (Trigger Warning)

Die Diskussion auf der Bühne war geprägt von sachlichen, aber auch sehr zutreffenden Aussagen über den alltäglichen Sexismus, der Frauen im Netz begegnet. Angefangen von hasstriefenden Blog-Kommentaren, über den “kleinen Sexismus” in alltäglichen Diskussionen in nicht-feministischen Zusammenhängen, bis hin zu Morddrohungen, die per Anonymisierer verschickt werden. Und da hört der Spaß nun wirklich auf!

Nicht aufgehört hat der Spaß im Livechat, der praktischerweise direkt neben dem Filmfensterchen bei der Livestream-Übertragung aus der Kalkscheune platziert ist.
Was allerdings heute dort abgegangen ist, spottet jeder Beschreibung.

Anscheinend haben die Veranstalter_innen auch keinen Anlass gesehen den Livestream von sexistischen Übergriffen zu befreien.

Ihr habt gewusst, was dort passiert, dennoch konnte der Chat einfach so bis zum Ende des Panels weiterlaufen. Ein Mann im Publikum (danke!) hat euch vor Ort live informiert über die unhaltbaren Äußerungen. Ich selbst habe per Feedback-Funktion ums Abschalten gebeten, ich habe euch per Twitter aufgefordert, zu moderieren oder wenigstens mal etwas aus dem Chat im Panel vorzulesen – leider null Reaktion von euch.

Damit ist das “Hintergrundrauschen” zu diesem Panel der beste Beweis für das Vorhandensein von Sexismen gegen Frauen im Internet.

Ich bin jedenfalls ziemlich aufgebracht, sauer, enttäuscht und auch irgendwie froh, dass jetzt ein wenig mehr öffentliche Aufmerksamkeit für dieses Thema erreicht werden wird.

Ja Aufmerksamkeit braucht das Thema wirklich. Hier geht es aber nicht nur um Sexismus gegen Frauen im Netz, sondern allgemein gegen Frauen in der Öffentlichkeit. Vor allem gegen Frauen die feministische Themen äußern.

Kommentare – Der Alltag als Bloggerin

Blogs leben von Kommentaren, und Kommentare sind ja an und für sich nichts Schlechtes. Wenn man aber Autorin auf einem feministischen Blog ist, möchte man manchmal weinen. Neben Beschimpfungen und der gleichen kommen nämlich auch eine Vielzahl an Kommentaren mit denen ich schlichtweg nicht weiß was ich machen soll. Auf dem Mädchenblog gibt es seit kurzen eine Netiquette, denn wir wollten die Atmosphäre in dem Blog so friedlich wie möglich gestalten und auch kein Spam-Nest für Maskulinisten und dergleichen werden.
Die Frage ob ich aber nun ein Kommentar freischalte oder nicht, kostet mich aber trotz ausformulierter Netiquette manchmal Stunden. Löschen ist zwar leider oft nötig, aber ich tue es nicht gerne zumal ich auch manchmal denke vielleicht ist es gut wenn die Menschen da draußen sehen, was so alles im Internet herumschwirrt. Andererseits zieht man wenn man Kommentare stehen lässt eine Vielzahl dieser Idiot_innen an. Feministischer Meinungsaustausch wird dadurch unmöglich und oftmals absichtlich behindert.

Gerade ist also so eine Situation, ich schaue mir die Kommentare in der Moderation an und schon sticht mir dies hier ins Auge.

Wenn jetzt schon jeder Sex mit ner Betrunkenen rape ist…

Bekommt die Gute nun ihr Recht auf hemmungslosen Sex mit nem Hengst abgesprochen?

[ Kommentar zu dem Beitrag: Wie war das nochmal mit Vergewaltigungen]

Ich schüttle den Kopf und schon geht das Überlegen los, soll ich es frei schalten? Muss jetzt wirklich jemand dem Guten erklären, um was es hier geht. Was einvernehmlicher Sex ist und was nicht? Und warum die Bezeichnung „Hengst“ für den Typen aus dem Text/Video? Zumal der Tonfall auch mehr als ätzend ist.
Hätte sich die Person den Songtext und die verlinkten Texte wirklich zu Gemüte geführt und darüber nachgedacht, käme so ein Schrott wohl eher nicht.

Vielleicht ist es vielen nicht klar, aber hier ist ein feministischer Raum, wer darauf keine Lust hat ist hier falsch und sollte schnell Seite wechseln ohne seinen_ihren Kommentar-Abfall zu hinterlassen.

Irland: 2/3 für liberaleres Abtreibungsgesetz

2/3 der irischen Bevölkerung würden ein liberaleres Abtreibungsgesetz befürworten.

78 per cent of those questioned support access to abortion in Ireland if the pregnancy endangers a woman’s health or if the pregnancy is the result of sexual abuse, rape or incest.

Support for abortion when a pregnancy seriously endangers a woman’s life increases further to 87 per cent.

Wie war das nochmal mit Vergewaltigungen

Kiely Williams, eine us-amerikanische Sängerin, bejubelt in ihrem Song „Spectacular“ Sex ohne Erinnerung.

Die Sache klingt dann ungefähr so:


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Nebraska verschärft Abtreibungsgesetzgebung

Nebraska verschärft Abtreibungsgesetzgebung.

Palin: „Konservative Frauen sind schärfer“

Was ist besser an konservativen Frauen? Sarah Palin hat die Antwort:

„Ihr hört es, meine linken Freundinnen, ihr seht es: Konservative Frauen sind schlauer als ihr und sie sind schärfer als ihr.“

Stimmt scharf sein ist für Frauen ja enorm wichtig. Was wollen bitte Frauen in der Öffentlichkeit, die keine „Beauty Queen“-Karriere hinter sich haben und sich nicht den gängigen Schönheitsnormen unterwerfen. Wenn schon Frauen in der Politik dann Geile.
Damit reduziert sich auf Palin und alle anderen konservativen Frauen, nach alter patriarchaler Manier, allein auf ihren Körper. Intelligenz alleine reicht nicht frau muss auch noch sexy sein, wenn sie in konservativen Kreisen nach oben will. Damit erklärt sie aber schön warum konservative Strömungen und ein emanzipiertes Frauenbild nie unter einen Hut gehen werden.

Die abgetriebene Hocheit

Die „Jungle World“ berichtet über Homophobie in Afrika.

Die Schwulenhasser nutzen die Verbreitung von Aids für ihre Propaganda – und wissen diese zugleich mit der Debatte über das Abtreibungsverbot zu verbinden.

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Pulitzer-Preis an Anti-Feministin

Jessica von feministing.com berichtet , dass Kathleen Parker, eine „conservative political columnist“ den diesjährigen Pulitzer-Preis in der Kategorie „Kommentar“ gewonnen hat.
Der Preis ist mit §10.000 dotiert und ist eine der wichtigsten Literaturauszeichnungen in den USA.
Parker machte sich verständlicher Weise durch Aussagen wie die, dass College-Frauen die gerne mal rummachen ihre psychische Gesundheit gefährden, oder die dass Frauen in der Army nichts anderes erwarten können als vergewaltigt zu werden, nicht gerade beliebt in der feministischen Welt.

Die Neo-Cons sind im Anmarsch, zwar nichts wirklich neues aber trotzdem ätzend.
Um ein Gegenbeispiel zur schnöden Parker zu bringen, Susan Faludi, Autorin des Buches „Backlash, the Undeclared War Against Women“ gewann 1991 den Pulitzer-Preis für erläuternden Journalismus.

„Was reimt sich auf Mixa?“

Einer der wenigen deutschen Kabarettistinnen haben wir es nun zu verdanken, dass auch das Thema „Abtreibung“ Einzug ins deutsche Kabarett hält.
Anny Hartmann nimmt in ihrer Show „Schwamm drüber“ die deutsche Abtreibungspolitik genauer unter Lupe und lässt Herrn Singhammer mitsamt der katholischen Kirche in einem eher schlechten Licht dastehen. Klasse!

Wer es sehen will klickt hier und dann nochmal auf „Abtreibung“.

via