Archiv für April 2010

das grüne männermanifest

nicht mehr länger machos sein müssen – das grüne männermanifest (via taz)
„Wir Männer sehen, dass unsere Gesellschaft noch immer von einem tief sitzenden Geist der geschlechtlichen Polarität durchflutet ist, der Frauen auf Weiblichkeit und Männer auf Männlichkeit reduziert. Damit muss endlich Schluss sein. Wir wollen nicht länger Machos sein müssen, wir wollen Menschen sein! “

klingt doch ganz nett :)

Tugendheldinnen und listige Weiber

Noch bis zum 25. 04. im Grafikkabinett Backnang:

Anhand von ca. 60 graphischen Blättern werden – heute zum Teil vergessene – Frauen aus Mythologie und Geschichte vorgestellt, die durch Beharrlichkeit, Standhaftigkeit oder gezielt eingesetzte List ihren Überzeugungen in einer durch Männer dominierten Welt treu geblieben sind.

Was der Teenie nicht weiß macht ihn_sie nicht heiß

In Wisconsin, USA, werden Lehrer_innen neuerdings von Politikern eingeschüchtert. Genauer gesagt vom Juneau County District Attorney Scott Southworth. Dieser drohte dem Lehrpersonal mit Gefängnisstrafen, falls diese weiterhin Sexualerziehung unterrichten.

A March 24 letter from Southworth to the Juneau County School District was taken as a threat by teachers, who are now afraid to teach a sex ed curriculum that explains contraception. The curriculum is required by law, but anti-abortion activists and evangelical Christians, such as Southworth, are on a crusade to cut the program, saying it will lead to teens having sex and will encourage sexual predators.
In the letter, which can be seen here, Southworth paints himself as a hero who fights for victims of sexual abuse on a daily basis. He’s threatening sex ed teachers with jail because teaching contraception will encourage rapists.

Ging es nach Mr. Southworths Vorstellungen würden Lehrer_innen die sich dem Sexunterrichtsverbot entziehen 9 Monate im Gefängnis landen und $10.000 Strafe zahlen. Ach, America the beautiful! Die Idee, dass junge Menschen nicht an Sex denken, wenn darüber nicht gesprochen wird ist selten dämlich und so fernab der Realität, dass Jeff Neumann berechtigter Weise folgende Frage in den Raum stellt:

Did Southworth and his right-wing buddies not go to high school?

Gewalt gegen Frauen zum mitsingen

Patriarchat in Reinform!

Die Beatles drohen Frauen in fröhlich-musikalischer Art und Weise an sie zu töten, falls ein anderer Mann in ihr Leben tritt. Auf dem Sexismus-Barometer ganz, ganz weit oben und einfach widerlich!

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Im Zweifelsfall gegen das Opfer

Vergewaltigung ist an und für sich schon ein schreckliches Thema richtig zum Kotzen wird es dann aber, wenn man Sachen wie diese hier liest.

Hannah, a 19-year-old sophomore, had unexplained pain in her rectum and hip. Her panty liner, which she had worn the night before, was missing. That weekend, Hannah claims that she was provided the following excuses for why she could not receive a sexual assault medical forensic examination: She was drunk; she ate a sandwich; she was a liar; she didn’t know her attacker’s last name. […] This is the story of the night Hannah was not officially raped. And so far, Hannah has not officially accused anyone of raping her.

Sowohl die Krankenhäuser als auch die Polizei weigerten sich Hannah ein sogenanntes „rape kit“ auszuhändigen. Die oben genannten Gründe, wie der eines Polizisten, sie wisse den Nachnamen des Täters nicht, sind ziemlich beschämend. Die Tatsache ein Vergewaltigungsopfer den ganzen Tag von einer Stelle zur nächsten zu schicken in dem Wissen das dieses noch nicht einmal duschen konnte oder sich ausruhen ist menschenverachtend.
Die Art und Weise wie hier „victim-blaming“ betrieben wird ist mehr als zum Kotzen. Hannah wurde schlecht und herabwürdigend behandelt und sogar beschuldigt die Tat selbst induziert zu haben, mit dem Lieblingsargument: Sie war betrunken. Warum es Menschen geben soll, die annehmen betrunkene Frauen wollen Sex oder Frauen die sich nicht mehr artikulieren können wollen Sex ist mir unerklärlich. Wenn ein Mensch Sex will wird er dies verständlich machen wenn nicht dann will sie oder er wohl keinen. Noch unverständlicher wird die Sache wenn man bedenkt, dass in diesem Fall die Schuld nicht mehr beim Täter liegen sollte. Dies würde heißen jeder Mann kann den Körper einer betrunkenen Frau als Selbstbedingungsladen betrachten. Wenn sie nicht gewollt hätte, hätte sie mal nicht soviel trinken sollen, oder austauschbar mit, sich nicht so sexy anziehen sollen. Ergo eine Frau, die gern mal die Sau raus lässt und nicht die Keuschheit einer Maria besitzt ist immer selber Schuld. Mit ihrem Verhalten schreit sie förmlich danach vergewaltigt zu werden. Dahinter steckt sowohl ein archiviertes Frauen- als auch Männerbild. Die Frau, die wenn sie sich von einem Leben als Heilige abwendet jegliche Selbstbestimmung über ihre Sexualität abgibt, und der Mann der seine Triebe nicht unter Kontrolle hat und dessen Sexualität immer animalisch assoziiert wird.
Wenn wir uns von diesen falschen Vorstellungen aber nicht bald trennen, wird sich in Sachen „Gender Fairplay“ nichts ändern. Tipp: Nur Ja heißt Ja.

Die monotone Stimme der Herren

Man könnte denken, der Vatikan wäre derzeit genug damit beschäftigt dreckige Geschichten unter der Mitra zu halten, aber nein, die Herren des Vatikan finden auch noch Zeit gegen die Abtreibungspille zu wettern, welche kürzlich in Italien zugelassen wurde. Ganz explizit ruft der Vatikan Ärzt_innen dazu auf die Ausgabe des Medikaments zu verweigern. „Einzelne Personen und Institutionen haben das Recht, die Dienstverweigerung bei Abtreibung und Schwangerschaftsunterbrechung zu beanspruchen. Das ist ein Recht, das in vielen Ländern noch nicht anerkannt ist“, betonte Kardinal Ennio Antonelli.

Die katholische Kirche und reproduktive Rechte, aber was soll schon von Männern zu erwarten sein, die ihr einziges Wissen über Sexualität durch den Missbrauch kleiner Jungen erlangt haben.

GenderCamp – Bald geht’s los!

In nicht mal mehr vier Wochen ist es endlich soweit: Das GenderCamp, das – zumindest im deutschsprachigen Raum – erste BarCamp zum Thema Gender und Feminismus öffnet seine Pforten! Ein Wochenende lang geht es in dem tollen Tagungszentrum ABC Hüll in verschiedenen Formaten um die Schnittstellen von Geschlechterfragen, Queer-/Feminismus und Netzkultur, und ihr könnt dabei sein!

Ein bisschen anders als auf anderen BarCamps wird es zugehen: gendercamp hüllEs gibt z.B. keine Sponsoren, aber dafür enthält die Teilnahmegebühr von günstigen 45 Euro (35 Euro ermäßigt) zwei Übernachtungen und leckere Vollverpflegung (auf Wunsch vegan oder vegatarisch). Niemand muss sich also um ein Hotel kümmern (so etwas gäbe es in Hüll sowieso nicht …), dafür gibt es charmante Zimmer in schöner ländlicher Atmosphäre, Berücksichtigung individueller Wünsche inklusive – je früher geäußert umso besser.

Wo wir auch schon beim wichtigsten Punkt wären: Die Teilnahme erfordert eine verbindliche Anmeldung und zwar hier direkt beim ABC Hüll. Die Deadline für die Anmeldung ist der 30. April, aber da die Plätze auf 60 begrenzt sind, solltet ihr nicht bis zum letzten Moment warten!

Wer jetzt gar nicht weiß, wie man dahin kommen soll: von Hamburg geht es mit der Regionalbahn (zum HVV-Tarif!) bis Himmelpforten, von dort aus wird es zu Beginn und Ende des Gendercamps einen kostenlosen Shuttle-Service zum ABC Hüll geben (Details gibt es dann nach der Anmeldung).

Und was gibt es dann dort? gendercamp 2010 Das endgültige Programm entsteht wie bei jedem Barcamp erst morgens vor Ort durch die Teilnehmer_innen selbst – aber es gibt schon einen Ablaufplan und Vorschläge für Sessions. Letztere könnt ihr selbst noch um eure Wünsche und Idee erweitern! Meldet euch dazu einfach unter http://gendercamp.mixxt.de an, dort könnt ihr auch alles weitere rund um die Vorbereitung lesen.

Was dort noch nicht steht: Es wird auf dem GenderCamp auch eine offene „Mädchenblog-Session“ geben! Neben einem Kennenlernen von Autor_innen, Kommentator_innen und Leser_innen gibt es endlich mal die Möglichkeit, sich offline über alles auszutauschen, was uns bezüglich des Mädchenblogs am Herzen liegt und wie es damit in Zukunft weitergehen soll.

Und jetzt hier jetzt noch mal der offizielle Aufruf für das GenderCamp 2010:

IM IN UR INTERNETZ, DECONZTRUCTIN UR GENDER!

Das GenderCamp ist ein 3-tägiges Workshop-Event vom 7. bis 9. Mai 2010 im ABC Bildungs- und Tagungszentrum in Hüll (bei Hamburg). À la BarCamp/Open Space/Unkonferenz geht es beim GenderCamp um Themen aus den Bereichen, Schnittmengen und Zwischenräumen von Gender/Queer/Feminismus und Internet/Netzkultur. Was uns umtreibt ist die die Frage nach queer-feministischer Handlungsfähigkeit und Praktiken im Internet. (mehr…)

Ladyfest München

Ladyfest München Logo

Das Ladyfest München steht bevor. Es erwarten uns:

* bands dja*nes partys
* workshops zu folgenden Themen: Homophobie in der Linken; Spiele mit ( räumlichen, körperlichen, sozialen und staatlichen, mit vernünftigen, normalisierenden, wahnsinnigen) Grenzen; Internationale Abtreibungsrechte; Ladys take the Megaphone: Einfach mal lauter sein als sonst; Stadtrundgang: Arbeiterinnendemo 1912; Geschlechterdimensionen in Bildern vom Nationalsozialismus; Frau als Ware? Sex als Dienstleistung?;
Riot don’t Diet!? Essstörungen und auch andere selbstverletzende Verhaltensweisen, Erklärungszusammenhänge sowie Komorbidität und Verbreitung – insbesondere im Kontext queerer/feministischer/linker Kreise; Sexuelle Gewalt unter Männern*

* ausstellungen

Zustimmungsplakate NEU

Es gibt neue Zustimmungsplakate von DEFMA -auf deutsch, englisch und ungarisch. Inhaltlich wurden ein paar Dinge verbessert und ästhetisch adaptiert. Ausserdem gibt es auf dem blog alle DEFMA-Sticker zum runterladen. (Gab auch schon zwei Mal am Mädchenblog was dazu)

Abschlussball: no lesbians allowed

Soeben habe ich gelesen, dass der 18. jährigen Constance McMillen im US-Bundesstaat Mississippi der Zugang zu ihrem Abschlussball verweigert wurde, weil sie ihre Freundin als Date mitbringen wollte.
Der Prom ist in den USA etwas sehr Besonderes. Die Schüler_innen an den High Schools bereiten sich schon Anfang des Schuljahres mit sämtlichen Vorbereitungen, von der Schminke, über Kleid/Anzug bis hin zur Limousine auf diesen Tag vor. Wie das einige in Deutschland vielleicht auch aus Amerikanischen Filmen kennen, ist es da extrem wichtig das richtige Date mit zu bringen. Und wer weiß, vielleicht wird man am Ende zur Promqueen gewählt, und was wäre eine Abschlusskönigin ohne ihren Prinzen?!
Da finde ich es schon extrem mutig, wenn eine lesbische Schülerin sich in der High School überhaupt outet und dann noch fragt, ob sie ihre Freundin als Date mitbringen kann. Leider wird dieser Mut nur von wenigen geschätzt und man verbietet ihr am Prom zu erscheinen, geschweige denn einen Anzug zu tragen.
Nachdem sie sich einen Anwalt gesucht hat und der ganze Fall langsam publik machte, wurde der Abschlussball erstmal von der Schule abgesagt.
Die Eltern der Schüler_innen von der High School organisierten einen neuen Prom, zu dem Constance McMillen jedoch nicht eingeladen wurde. Man schickte sie zu einer falschen Adresse, zu der auch noch eine Handvoll weitere unbeliebte Schüler_innen geschickt wurden.

Zum Nachlesen:

http://www.advocate.com/News/Daily_News/2010/04/05/ACLU_Investigating_Fake_Prom/