Laura Bush ist Pro

Laura Bush, die Ehefrau des ehemaligen US-Präsidenten George W. Bush spricht sich in einem Interview für die Ehe zwischen homosexuellen Partner_innen und für ein Recht auf Abtreibung aus.

Interessant an der Sache ist für mich, dass sie während der Amtszeit ihres Mannes, ihre Meinung zu diesen Themen verschwiegen hat. Dieses „Klappe-Halten“ sagt meiner Meinung nach viel über das Bild der „perfect wife“ aus: Als Gattin eines Präsidenten soll frau keine eigene Meinung haben, schon gar nicht wenn diese konträr zu der des Ehemannes ist.
Dieser Rolle hat sich auch schon die neue „First Lady“ gefügt, ganz häuslich begrünt Michelle Obama lieber den Garten oder sucht Gardinen aus statt politisch aktiv zu sein. Dieses gängige Ehefrauenbild wird uns also auch weiterhin weich-gewaschene „First-Ladies“ beschaffen.
Die Kurzhaarfrisuren sitzen aber immer perfect…


2 Antworten auf “Laura Bush ist Pro”


  1. 1 TaP 14. Mai 2010 um 8:14 Uhr

    „Als Gattin eines Präsidenten soll frau keine eigene Meinung haben, schon gar nicht wenn diese konträr zu der des Ehemannes ist.“

    Ist das wirklich falsch? Immerhin wird über die KandidatInnen und nicht über deren EhepartnerInnen abgestimmt. – Wie würden wir das denn finden, wenn ein Ehemann einer (Minister)präsidentin in die Politik pfuscht?

    Nun sehe ich zwar völlig ein, daß eine Meinung als BürgerInnen zu äußern, etwas anderes ist, als als AmtsträgerIn eine Entscheidung zu treffen – und es, um eine Meinung äußern zu dürfen, keiner Wahl bedarf. Aber die Meinungsäußerung des/der EhepartnerIn eines/r AmtsträgerIn ist in der öffentlichen Wahrnehmung eben nicht nur die Meinung irgendeines/r BürgerIn.

  2. 2 Pascal 31. Mai 2010 um 12:53 Uhr

    Das Problem besteht schon seit längerem und bekam in letzer Zeit auch vermehr Auftrieb durch die Öffnung der politischen Klasse für andere als heterosexuelle Männer (Frauen, Schwule).

    Frtau Schröder-Köpf hat ihren Journalistenjob weitgehend aufgegeben und sich ins Leben einer Kanzlergattin gefügt, das aus vornehmlich aus dem „Damenprogramm“ bei Empfängen und der Schirmherrschaft für Wohltätigkeitsorganisationen besteht. Kritik gabs dann aber, als Herr Schröder Neuwahlen angesetzt hatte und sie möglicherweise auch mal zu Hause mit ihm drüber gesprochen hatte.

    Herr Sauer gibt nicht gerade die perfekte „First Lady“ ab, hält sich aber jedenfalls was das öffentliche Leben von Frau Merkel angeht so weit wie möglich zurück. Als Wissenschaftler kann er seinem Beruf weitgehend unbehelligt nachgehen.

    Anders Herr Mronz. Der Partner des Außenministers ist weiterhin als Geschäftsmann tätig und wird prompt kritisiert, weil er ja das Amt des Partners zum Geschäftemachen ausgenutzt haben könnte. Zwar ist das letzte Beispiel nicht soo gelungen, weil in der FDP noch einiges mehr schief gelaufen ist und die Kritik an der Klientelpolitik zum großen Teil berechtigt ist. Aber dennoch wird man wohl in Zukunft häufiger drüber reden müssen, wie man damit umgehen will, dass die Partner unserer Amtstäger auch noch ein eigenständiges Leben führen, eigene Meinungen und (auch wirtschaftliche) Interessen haben.

    Dabei stimmt das, was TaP geschrieben hat schon in gewissem Rahmen: Grundsätzlich wird der/die Politiker/in gewählt, nicht dessen Partner und Privatleben. Daher sollte ein bestimmtes Maß an Trennung bestehen, das nur in Ausnahmefällen aufgehoben wird (etwa wenn Herr Seehofer als Chef einer christlich-fundamentalitischen Partei ein außereheliches Kind zeugt). Trotzdem sollte das Verhätnis unverkrampfter werden, je mehr wir von der Hausfrauen-Gattin abkommen. Es ist ja eigentlich ganz normal, dass sich Beruf und Privatleben nicht vollständig trennen lassen. Es gibt Anwaltsfamilien, Ärztepaaare undsoweiter. Da wird man wohl überall drauf vertrauen müssen, dass die jeweiligen Menschen ihren Beruf verantwortungsvoll und vertraulich behandeln.

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