Die Privatisierung der Pflege

Altenpflege ist ein wichtiges und bisher vernachlässigtes Thema, unter diesen Umstand leiden sowohl die Betroffenen, welche Altenpflege in Anspruch nehmen, als auch die Arbeiter_innen, welche meist unter schlechten Arbeitsbedingungen wie Schichtdienst oder Nachtarbeit, zu Billiglöhnen arbeiten müssen.
Jetzt nimmt sich Familienministerin Kristina Schröder diesen Thema an und findet: Pflege gehört privatisiert, denn wie sie so schön sagt wir müssen uns von dem Gedanken trennen, dass Probleme immer mit mehr Geld zu lösen sind. Um den Sozialstaat zu erhalten müssen wir innovativ sein.“ Aha, und Innovativität heißt in diesem Fall Privatisierung. Menschen die Ältere pflegen können ab jetzt Teilzeit arbeiten (50% der Zeit), dafür bekommen sie dann 75% Lohn, ist die Pflegezeit vorbei, müssen sie wieder 100% arbeiten, bekommen aber weiterhin nur 75% Lohn, bis die Differenz ausgeglichen ist.

Wie auch schon die Privatisierung der Kinderpflege, durch die Herdprämie, wird auch dieser Schachzug vor allem Frauen vom Arbeitsmarkt fernhalten und ans traute Heim fesseln, da es meistens Frauen sind die Kinder und ältere Familienangehörige pflegen. Zweitens zeigt es auch den schwarz-gelben Trend zur Aushöhlung des Sozialstaats. Der/Die Bürger_innen müssen für das Aufkommen, was der Staat „spart“ bzw. in andere Projekte steckt wie zum Beispiel Banken oder in die Automobilindustrie.

Die negativen Auswirkungen auf die Arbeitsmarktchancen für Frauen hat Frau Schröder, übrigens auch Frauenministerin, wohl nicht bedacht. Wahrscheinlich ist es ihr aber auch egal, einmal zu Hause und weit weg von jeglichen Aufstiegschancen, entscheidet sich die moderne Frau von heute vielleicht auch viel eher für Nachwuchs.


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