Merkel und die Frauen

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel befindet sich derzeit auf Staatsbesuch in Saudi-Arabien, neben den obligatorischen Treffen mit den Mächtigen des Landes, wollte Frau Merkel auch ganz explizit die Geschäftsfrauen des Landes treffen um mit ihnen über Emanzipation quatschen. Die saudi-arabische Führungsriege hat dieses Verhalten nicht unbedingt begeistert, immerhin spornt Frau Merkel mit diesem Treffen die Debatte über die rückschrittlichen Frauenrechte im Land erneut an.

Also eigentlich ein cooles Verhalten der deutschen Kanzlerin und es hat mich sogar ein bisschen gefreut, dass sich Frau Merkel angesichts der patriarchalen Verhältnisse im Land so weit aus dem Fenster wagt.

Die Freude stellt sich aber gleich wieder ein, wenn man bedenkt wie wenig Engagement Frau Merkel für Frauen* im eigenen Land zeigt. Nach typisch westlicher Manier macht sie lieber auf Missstände in anderen Kulturen aufmerksam, statt sich den Problemen im eigenen Umfeld zu widmen. Das Statement dieser Aktion ist ganz klar „Uns Frauen im Westen gehts ja eh gut“, die anderen haben Probleme wir nicht! Da kann dann auch schon mal eine Frau Schröder als Frauenministerin rekrutiert werden und die Frauenquote konsequent abgelehnt werden. Wirklich Schade!


4 Antworten auf “Merkel und die Frauen”


  1. 1 trxie 27. Mai 2010 um 20:26 Uhr

    „Das Statement dieser Aktion ist ganz klar „Uns Frauen im Westen gehts ja eh gut“, die anderen haben Probleme wir nicht! “

    woraus ziehst du diese schlüsse?

  2. 2 mettskillz 27. Mai 2010 um 21:19 Uhr

    Typisch westliche Manier? Du meinst das negativ, oder? Was für ein Unfug. Frau Merkel macht nicht auf Rückstände aufmerksam die mit deutschen Problematiken vergleichbar sind sondern auf massive Verletzungen der Menschenrechte. Demnach dürfte man ja überhaupt gar nix mehr kritisieren solange man nicht perfekt ist.

  3. 3 Tebbo 27. Mai 2010 um 22:16 Uhr

    Ich glaube „mettskilz“ (haha) versteht leoni absichtlich falsch. Da wird nicht kritisiert, dass Merkel auf „Rückstände aufmerksam macht“. Leonie gibt direkt an, dass sie das ganz cool findet (lies halt!). Was Leonie kritisiert ist diese typisch westliche Art (natürlich negativ gemeint, bist du schwer von begriff?) hier keinen Wert auf fortschrittliche Positionen zu legen in anderen Ländern aber genau damit zu punkten. Das ist simple Heuchelei. Die muss man kritisieren (genau wie deine Schwierigkeit mit dem Lesen und verstehen von Texten. Generation Twitter).

  4. 4 rhizom 28. Mai 2010 um 11:00 Uhr

    Das dem Machterhalt der Königsfamilie dienende Doppelbündnis des Staates mit einem ultrafundamentalistischen Klerus einerseits und den USA andererseits als „kulturelle Angelegenheit“ zu behandeln, halte ich für gefährlich, weil es so tut, als sei die politische Herrschaft in Saudiarabien eine Frage der Traditionsliebe und gleichsam Konsens in dieser Gesellschaft.

    Das dem keineswegs so ist und viele Saudis die vom Westen gestützte Tugendherrschaft religiöser Puristen über ihren Alltag gründlich satt haben, ja das ganz und gar nicht als „ihre Kultur“ betrachten, sondern es einfach als Zumutung empfinden, was ihnen da mit militärischer Rückendeckung der USA seit Jahrzehnten aufgebürdet wird, zeigt vielleicht diese Meldung, die nur kurz vor dem Staatsbesuch Angela Merkels durch die Medien ging:

    „SAUDI ARABIA: Woman opens fire on religious police officers“ (LA Times, 20. Mai 2010).

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