Archiv für Mai 2010

Auseinandersetzung mit sexualisiertem Übergriff auf „queerer“ Party

Eine aktuelle Geschichte aus Berlin – beispielhaft für fast jede Stadt.

---------- Weitergeleitete Nachricht ----------

Als Veranstalterinnen der FrauenLesbenTrans*-Sexparty “be_cunt” im Ficken 3000° sehen wir uns in der Verantwortung über einen sexualisierten Übergriff in diesem Raum zu informieren. Dieser passierte im April 2010 auf der sich selbst als “queer” bezeichnenden Tanz- und Sexparty “Pork”, die ebenfalls im Ficken 3000 statt findet. Der derzeit alleinige Veranstalter der Party riss einer alleine auf der Tanzfläche tanzenden Frau gegen ihren Willen ihr T-Shirt vom Oberkörper. Außer ihren beiden Begleiterinnen griff niemand ein, obwohl es einige andere Gäste mitbekommen hatten. Die Begleiterinnen stellten den Veranstalter zur Rede, woraufhin er versuchte sie als prüde darzustellen. Er behauptete, sie hätten Probleme mit ihren Körpern, wenn sie sich nicht die Klamotten vom Leib reißen lassen wollen. Er mache das immer und für ihn sei das ein Mittel seine Party aufzupeppen.
Wir erfuhren später direkt von den anwesenden Frauen von dem Vorfall. Da wir im selben Club eine Party machen, sahen wir uns in der Verantwortung, der Sache nachzugehen. Wir gingen zu einer der darauf folgenden Partys und sprachen den Veranstalter auf die Situation an. Eine Klärung war nicht möglich, stattdessen bekamen wir folgende Reaktionen:
Er reiße den Leuten immer die Klamotten vom Körper. Gender sei für ihn egal, wir seien alle Tiere und somit alle gleich. Frauen sollten nicht immer so tun, als würden sie von der ganzen Welt unterdrückt, Frauen versklavten sich selber, wenn sie nicht so “frei” wären, ihre “Titten” zu zeigen. Wir sollten allen unseren “feministischen Freundinnen, die ihre Titten nicht zeigen wollen, sagen, dass sie nicht zu Pork kommen sollen”.
Zu erwähnen ist noch, dass nirgendwo – weder im Internet, noch auf Flyern – angekündigt wird, dass es zu solchen Übergriffen kommen kann. (mehr…)

Rettet Kiana Firouz!!!

Kiana Firouz, 27 years old, is an outspoken Iranian LGBT rights activist, filmmaker, and actress. When clips of her video documentary work featuring the struggle and persecution of gays and lesbians in her country were acquired by Iranian intelligence, agents began to follow Firouz around Tehran, harassing and intimidating her. She fled for England where she could safely continue her work and studies.

(hier meine etwas holprige deutsche übersetzung)
Kiana Firouz, 27 Jahre alt, ist eine iranische LGBT-Aktivistin, Filmemacherin und Schauspielerin. Nachdem Ausschnitte aus ihrem Dokumentarfilm über den Kampf und Verfolgung Schwuler und Lesben in ihrem Land die iranischen Behörden erreichten, wurde sie von Agenten der Regierung durch Tehran verfolgt, belästigt und bedroht. Sie floh nach England wo sie ihre Arbeit und ihr Studium in Sicherheit fortführen konnte.

ABER: Jetzt soll sie abgeschoben werden, was für sie Folter und Ermordung bedeuten würde! Also unterzeichnet die Petition und verbreitet die Nachricht weiter!!

via

Hurra hurra, die neue Missy ist da! (Naja, fast. Am 17.5.!)

Auch die neue Ausgabe des Missy Magazines wartet mit tollen Specials auf, unter anderem einem tollen Artikel über Menstruationskalender für Smartphones von einer gewissen Mädchenblog-Autorin (Ihr dürft 1x raten)! Ab 17.5. könnt Ihr das Missy Magazine am Kiosk Eures Vertrauens kaufen, Abonnent_innen bekommen das Mag schon früher per Post.

Missy Mag Logo

Riot-Grrrl-Songs statt Oben-ohne-Shootings

Mit ihrem charmanten Indie-Pop landete Kate Nash bereits 2007 in den Charts, ohne die üblichen Musikerinnen-Klischees zu bedienen. In der neuen Ausgabe des Missy Magazine spricht sie jetzt über ihr brandaktuelles zweites Album „My Best Friend is You“, ihre Erfahrungen im Musik-Business und warum sie auf Tour am liebsten die wütenden Songs der Riot-Grrrls hört.


“Ich bin tatsächlich neulich noch mal gefragt worden, warum ich keine Oben-ohne-Shootings mache. Mich ärgert das total, weil es überhaupt nichts mit mir als Künstlerin zu tun hat“, kritisiert Nash den Sexismus der Branche, die von jungen Musikerinnen erwartet, sich freizügig zu präsentieren. Nash verfolgt lieber ihre eigene Vorstellungen und sagt: „Sexysein ist mehr eine Sache der Einstellung“.



Ihren Unmut über den Sexismus in der Musikbranche hat sie auch in einem neuen Song über die Groupie-Kultur einfließen lassen: „Das ist der falsche Weg. Wenn du mit einer Band abhängen möchtest, dann gründe selbst eine und geh selbst auf Tour“.
Das ganze Touren und all die Erfahrungen im Popgeschäft haben Kate Nash nicht nur „erschöpft, sondern auch wütend gemacht. Der Riot-Grrrl-Sound ist voller Wut und Ärger, so dass ich das als
Ausdruck meiner eigenen Stimmung auf Tour sehr viel gehört habe“.


Außerdem in der neuen Missy:


  • Was verbindet die Monatsblutung mit einem Smartphone? Missy testet Menstruation-Apps, die dabei helfen, den weiblichen Zyklus zu kontrollieren.
  • Mach es selbst, Baby! Sticken, stricken, häkeln, nähen: stumpfe Frauenarbeit oder emanzipatorische Aktivität? Ein Dossier über die kritischen Wurzeln der DIY-Kultur und den Crafting-Trend von heute. Mit 4 kreativen Anleitungen zum Nachbasteln.

Missy 02/10 erscheint am 17.05.2010. Das Magazin wird wie üblich in allen Bahnhofs- und Flughafenbuchhandlungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie im gut sortierten Pressehandel in größeren Städten zum Preis von 4,90 Euro erhältlich sein.

Feministische Auseinandersetzung mit Männlichkeit: Macker Massaker vom 13.5.-16.5. in Mülheim an der Ruhr

mackermassaker

Hooliganverhalten auf der Demo? Nackte schwitzige Oberkörper in der Disco? Der ganze Raum um jeden Preis? Ätzendes, nerviges Mackerverhalten hat wohl jede_r von uns schonmal mitbekommen. Eine Gruppe von selbstdefinierten Männern* aus Mülheim an der Ruhr hat sich zum Ziel gesetzt, im Rahmen des Macker Massaker im AZ Mülheim Mackerverhalten und Männlichkeit kritisch-queerfeministisch zu hinterfragen. Zwar setzt sich das Orgateam nur aus Männern* zusammen, eingeladen sind aber auch Menschen jeglichen anderen Geschlechts.

In ihrer sehr ausführlichen Selbstbeschreibung gehen die Macher* übrigens auch auf Maskulisten ein:

Ganz im Ge­gen­teil er­star­ken wie­der re­ak­tio­nä­re Män­ner­be­we­gun­gen, nach deren Mei­nung „Frau­en“ nichts bes­se­res zu tun hät­ten, als bei der nächst­bes­ten Ge­le­gen­heit „Män­ner“ zu un­ter­drü­cken. Teil­wei­se gehen die Aus­sa­gen sogar so­weit, von ma­tri­a­cha­len Struk­tu­ren und einer be­vor­ste­hen­den „Macht­über­nah­me der Frau­en“ zu spre­chen.

Als weiterer Stein des Anstosses sind die „Struk­tu­ren und Men­schen in der Lin­ken, wel­che oft­mals weit weg von einer an­tis­e­xis­ti­schen und eman­zi­pa­to­ri­schen Theo­rie und Pra­xis zu sein schei­nen“. WORD! Das Macker Massaker (welches sich den Titel übrigens selbstironisch gesucht hat) möchte hier ansetzen.

Schaut Euch das Programm an und kommt nach Mülheim! Es wird übrigens auch FrauenLesbenTrans*-Schlafplätze geben!

Mädel, Dame, Fräulein, Frau, Lady, … ?

Auf einer Mailingliste fragte neulich eine Person:

wie geht es euch dabei wenn euch jemand mit

mädel
dame
frau
fräulein
lady

anredet?

welche form gefällt euch findet ihr korrekt?
bei welcher fühlt ihr euch total angegriffen?
macht es einen unterschied wenn euch ein mann oder eine frau so anredet?

Ich würde die Frage gerne weitergeben und freue mich auf Antworten! (mehr…)

Rap, der zum Nachdenken anregt

Allzu oft bestehen Rap-Lieder ja aus hirn- und geschmacklosen Texten, die vor Klischees, Sexismen und Diskriminierung jeglicher Art nur so strotzen; die Inhalte besagter Lieder stehen oft hinter diesen Diskriminierungen zurück oder sind erst gar nicht erkennbar.

Ganz anders kommt allerdings das Rap-Lied „Thou shalt always kill“ der britischen Künstler Dan Le Sac und Scroobius daher.
Das Lied ist dank britischem Akzent nicht nur schön anzuhören, es gibt in ratschlagartiger Form Denkanstöße in verschiedene Richtungen.
Auch in antisexistische und feministische Richtung:

„Thou shalt not use poetry, art or music to get into girls pants. Use it to get into their heads.“

Hier richten sich die Künstler klar gegen das Bild der Frau als Objekt, dass es (in diesem Falle mit Kunst) zu erobern gilt hin zur Frau als Subjekt, welche durch Kunst zu neuen, von dem/der Künstler/in angedeuteten Ansichten gelangen möchte. Ganz klar wird hier also statt der allzu üblichen Körperlichkeit eine Geistigkeit angesprochen.

„Thou shalt remember that guns, bitches and bling were never part of the four elements and never will be.“

Diese Zeile kann als offene Kritik am Genre des Rap verstanden werden, welches sich durch Statussymbole definiert und auch Frauen zu solchen Symbolen macht. Statt die drei oben genannten „Elemente“ anzunehmen, definieren die britischen Künstler andere Kunstelemente. Diese werden auch in einem Kreidebild im Hintergrund dargestellt. Durch die Aussage, dass genannte Statussymbole nicht zu diesen Elementen der Kunst gehören, wird zu Diskussionen über ein neues Kunstverständnis angeregt; es stellt sich dir Frage, ob stumpfer Rap mit diskriminierenden Inhalten überhaupt als Kunst aufgefasst werden kann.

Insgesamt bieten die Künstler eine erfreulich gesellschaftskritische Art des Rap, die zu eigenem Denken anregt und sich nicht in den ausgetretenen Fußspuren des Mainstream-Raps rumtreibt.

Gendercamp-Dokumentation

Das Gendercamp in Hüll ist derzeit in vollem Gange. Alle, die nicht da sein können, haben die Möglichkeit, die mehr oder weniger live entstehende Dokumentation zu verfolgen und zu kommentieren.

Julie Ruin T-Shirt Design Wettbewerb

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Da es (immer) noch kein offizielles Julie Ruin T-Shirt gibt, hat Kathleen Hanna auf ihrem Blog zu einem T-Shirt Wettbewerb aufgerufen; wer bis zur Deadline am 1. Juni noch einen Geistesblitz hat, kann seine/ihre Idee noch einsenden:

All you have to do is make a Julie Ruin inspired t shirt design and send it to tshirtcontest@kathleenhanna.com The winning entry gets a hundred bux and a mixed cd made by me.

Vorbereitungstreffen für ein Ladyfest in Münster

Das Frauenreferat der Uni Münster lädt am Montag, den 10.05., zu einem Vorbereitungstreffen für ein Ladyfest in Münster. Das Treffen ist um 19:00 Uhr vor dem AStA-Häuschen (Schlossplatz 1) in Münster. Es sind auch auf jeden Fall Nicht-Studentinnen_ herzlich eingeladen!

Hebammenprotest

Durch die jahrelange Vernachlässigung der Gebührenanhebung ist die Existenz freiberuflich arbeitender Hebammen bedroht. Viele sehen sich zum Aufgeben gezwungen. Dadurch gerät die wohnortnahe Versorgung der Frauen während Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett in Gefahr. Auch im Krankenhaus hat sich die Situation für Hebammen nicht verbessert. Immer noch müssen Hebammen mehrere Schwangere im Kreißsaal gleichzeitig betreuen.

Weitere Infos hier.

Und zur E-Petition geht’s hier entlang.