Wanted

Laut einer neuen Studie wollen sowohl Kitabetreiber als auch -nutzer gerne mehr Männer unter den ErzieherInnen – bisher sind nur 2,4% der Fachkräfte männlich.

Schön ist, daß die Diskussion abseits vom maskulistisch-polemischen „Frauen diskriminieren automatisch kleine Jungs“-Niveau geführt wird.

Kinder sollten eine „Vielfalt von Menschen“ erleben, sagt der Pädagoge: „Und sie sollten sehen, wie Frauen und Männer gemeinsam arbeiten.“ Vor allem für Jungs seien „reale Männer“ wichtig: keine Machos und keine klischierten Supertypen, wie sie oft in den Medien vorkämen, sondern Männer mit Brüchen, die „mal traurig sind, mal wild und auch mal still“.

Klingt soweit sinnvoll! Ob auch Personen, die nicht klar als männlich oder weiblich zu identifizieren sind, in dieser gewünschten Vielfalt gern gesehen wären, ist wohl fraglich. Aber nun, ein Schritt nach dem anderen.

Der niedrige Männeranteil in diesem Beruf geht – oh Wunder – unter anderem auf die miese Bezahlung zurück. Die gibt es zwar auch in männlich konnotierten Berufen, aber in Kombination mit schlechten Aufstiegsmöglichkeiten und dem Bruch mit patriarchalen Vorstellungen dient sie nicht gerade als Anreiz.

„Die Tätigkeit in einer Kindertagesstätte ist für Männer attraktivert, wenn sie eine Kitaleitungsstelle einnehmen können“, heißt es in der Studie. Ähnliches belegen auch andere Zahlen. So gibt es während der Ausbildung noch etwa zehn Prozent Männer. Viele aber verlassen den Job schon in den ersten Jahren ihres Berufsdaseins.

Auch schön ist, daß – gerade in diesem Bereich – der Grundgedanke des Feminismus als positiv gewertet wird, er als Chance begriffen wird, anstatt daß – wie sonst so oft – gleich ein Geschlechterkrieg ausgerufen wird:

Die Ergebnisse der Studie dürften Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) erfreuen. Sie tat gleich zu Beginn ihrer Amtszeit kund, dezidiert Jungen- und Männerpolitik machen zu wollen. Mit dem Feminismus konnte sie nie etwas anfangen.

Für Höyng hingegen ist der Feminismus eine „wichtige Quelle“: „Wenn es darum gehen sollte, dass Jungs am starken Mann gesunden sollen, kann ich das nicht vertreten.“ Seit Jahren beschäftigt sich der Pädagogik-Professor mit Gender Mainstreaming und Gleichstellung.

Na dann mal bitte weiter, getreu dem vulkanischen Motto „Unendliche Vielfalt in unendlichen Kombinationen“ ;)


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