Patriarchat sabotiert Jungs

Trotz blöder Überschrift ein ziemlich differenzierter Zeit-Artikel über den Leistungsabfall der Jungen.
Schuld sind nicht (wie so oft vorgeschoben) Erzieherinnen und Lehrerinnen, die sie aufgrund ihres Geschlechts benachteiligen, sondern veraltete männliche Rollenbilder und Machtansprüche. Sogar Lösungsansätze werden vorgeschlagen.


3 Antworten auf “Patriarchat sabotiert Jungs”


  1. 1 Steffi 08. August 2010 um 19:13 Uhr

    Zitat aus dem Artikel „In den USA ist der Vormarsch der jungen Frauen in den Colleges und Universitäten ein großes Thema. Auch ihre Erfolge beim Einstieg in lukrative Berufslaufbahnen sorgen für Aufmerksamkeit. Ganz so weit ist es bei uns noch nicht.“
    Ich muss sagen, besonders überzeugend finde ich den Artikel nicht. Das Zitat zeigt für mich deutlich, dass die AutorInnen mehr Angst vor den kommenden Frauengenerationen haben als irgendetwas sonst.

  2. 2 RTFA 08. August 2010 um 19:28 Uhr

    „Aber weshalb geht die Schere der Leistungsfähigkeit schon im Vorschul- und Grundschulalter zwischen den beiden Geschlechtern auf? Hier setzen Forscher aus Großbritannien und anderen europäischen Ländern an. Sie fahnden nach den im Schulalltag verankerten Benachteiligungen von Jungen. Sie thematisieren die »Verweiblichung« der pädagogischen Beziehungen. In Familien verbringen Kinder bis zu 80 Prozent der Zeit mit Müttern, in Kindergärten und in der Grundschule begegnen sie ebenfalls nur selten männlichem Personal. Entsprechend fehlen den Jungen die sozialen Modelle dafür, wie sie als Exemplare des männlichen Geschlechtes mit Belastungen und Herausforderungen des Lebens umgehen können. Im Unterricht und im täglichen Umgang sind bei der weiblichen Übermacht zwangsläufig typisch weibliche Muster vorherrschend, was die Leistungsfähigkeit der männlichen Schüler weiter einschränken könnte.“

  3. 3 fraulenzen 13. August 2010 um 16:15 Uhr

    @ RTFA – wenn mädchen aufgrund der `typisch weiblichen muster` so erfolgreich sind, wieso fruchten diese nicht auch bei den jungs ? wenn jungs angeblich ` nur`mit den weiblichen und sommit positiven vorbildern, mustern ausgesetzt sind, müssten sie doch eher mit den mädchen gleichziehen? das problem ist, dass das `patriarchat` mit einem männl. muster gestrickt ist, das letztendlich zu frauendiskriminierungen , frauenabwertungen führte. alles weibliche ist zweitgrangig, schwach, unmännlich wurde uns schon mit der bibel eingetrichtert. die geschlechter können nur profitieren, wenn diese dominanten patriarchalen muster, die viele jungs in familien z.b. mit migrationshintergrund oder unter kumpels erleben, einfach hinterfragt werden. es gibt viele möglichkeiten sich im kindesalter auszutoben, sich im wettkampf zu messen (sportvereine z.b.) , nur nutzen tun es die wenigstens jungs. viele sitzen lieber vor dem computer, vor dem fernseher , haben keine lust zur bewegung. generation porno! gerade in sportvereinen gibt es männliche vorbilder! und leider auch zu viele jungs, die keine lust verspüren , mal ein buch zu lesen. eine leseschwäche wird vielen nachgesagt.
    leider ist aber festzustellen, dass sich hinter derartigen debatten viele konservative publizisten, männerrechtler, familienfundamentalisten, evangelikale christen (homosexuelle müssen geheilt werden) und rückwärts gewandte kath. kirchenobere sich ein ziel gegen ihr gemeinsames feindbild `feminismus` gesetzt haben . sie prangern eine angebliche bevormundung in geschlechterpolitischen fragen an: “ der ausufernde gouvernanten- und umerziehungsstaat fördere einseitig die frauen und benachteilige die männer.“ (quelle, friedrich-ebert-stiftung)
    es geht diesem antifeministischen zirkel nur um die sorge nach ihrer `schwindenden macht` . und dass frauen (lehrerinnen, erzieherinnen) – eine herbeigeredete weibliche übermacht – als verursacher herhalten müssen , scheint wieder typisch für eine patriarchale denkweise zu sein.

    „jungen sind die bildungsverlierer: eine von weibl. werten geprägte `feminisierte` schule ignoriert nach auffassung der männerrechtler die probleme von jungen. die wissenschaftliche forschung hält es dagegen für falsch, männl. schüler pauschal als `bildungsverlierer` zu betrachten. zuletzt hat darauf im sept. 09 die expertise `schlaue mädchen-dumme jungen` des bundesjugendkuratoriums hingewiesen. ob frauen oder männer unterrichten, sei nicht entscheidend für den lernerfolg; zudem spielten kriterien wie die soziale schicht und die ethnische herkunft eine grössere rolle als die der geschlechtszugehörigkeit der schüler. das sachverständigengremium wendet sich `gegen verkürzungen im aktuellen geschlechterdiskurs`: es gebe nicht die jungen, die automatisch benachteiligt sind. männliche mittelschichtsjugendliche z.b. erbringen in mathematik und in den naturwissenschaften sogar überdurchschnittliche leistungen. selbstverständlich braucht es pädagogische konzepte, etwa für benachteiligte männliche migrantenjugendliche. das aber macht frauen- und mädchenförderung an schulen und hochschulen, in unternehmen und institutionen keineswegs überflüssig.“ (quelle friedrich-ebert-stiftung).

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