„Auf so ne sexistische Scheiße hab ich keinen Bock“

Saalschutz & Frittenbude, 2 Elektro_Pop-Bands mit Wurzeln in der Linken und Fans weit darüber hinaus haben bewunderswert klar und vehement reagiert, als bei einem gemeinsamen Gig der Masse der Geifer ran, weil eine Frau die Bühne betrat und Haut zeigte. Auf die „Ausziehen! Ausziehen“-Chöre reagierten Frittenbude mit dem Abbruch des Konzerts. Auf dem Saalschutz-Blog wird der Abend noch einmal rekapituliert, incl. Videos der Ereignisse. Ich finde die Reaktion wirklich super, gerade eben auch darum, weil sie in ihrem Posting noch einmal auch die problematischen Aspekte eines solchen Abbruchs eingehen.


31 Antworten auf “„Auf so ne sexistische Scheiße hab ich keinen Bock“”


  1. 1 bla 10. August 2010 um 21:45 Uhr

    hmm, schön zu hören….als aber am 26.3 dieses jahres u.a. frittenbude ihr konzi im schwarzen adler in egelsee gaben, machten sie keinerlei anstalten, als teile des publikums in homophobe und sexistische sprechgesänge verfiel…

  2. 2 flawed 11. August 2010 um 9:12 Uhr

    bla,
    ich steh auch selber hin und wieder als Bandmusiker auf Bühnen, und denke mir, dass es nicht einfach ist, in der Auftrittssituation zu überlegen, wie man mit solchen Sprüchen umgeht.

    Vielleicht haben die Vorfälle am 26.3. ja einen Denkprozess bei der Band ausgelöst, dass man in Zukunft deutlicher sowas reagieren will, was dann jetzt zu dem Konzertabbruch geführt hat?

  3. 3 mtdf 11. August 2010 um 9:39 Uhr

    @bla.
    es kommt immer darauf an, wie gross im verhältnis zum rest, der ja auch lärm macht, diese teile des publikums sind. man bekommt nämlich auf der bühne oft schlichtweg nicht mit, was gesagt/gerufen wird, weil es laut ist und man v.a. mit musikmachen beschäftigt ist.
    ich war auch in tannheim gleich seitlich neben der bühne, allerdings nicht den ganzen abend. bei egotronic war ich für ein lied oben, und ich hab während meiner anwesenheit nichts derartiges gehört, weder einzelsprüche noch koordiniertes rufen. ich glaube nicht, dass frittenbude da anders reagiert hätten, wenn es auch nur annähernd so gewesen wäre wie in horb. weiss auch nicht aus welchem grund.

  4. 4 piep 11. August 2010 um 10:08 Uhr

    find ich super.
    ärgerlich, dass sie tasächlich das tshirt ausgezogen hat…. aber so oder so… krass ey. da wird gefragt wer den text mit singen kann und n frau geht auf die bühne und die meute schreit ausziehen.
    ob dieser unverscämtheit bin ich grad sehr pissig. wie dreist das einfac ist.

  5. 5 E. 11. August 2010 um 10:22 Uhr

    Ich finds auch super, die ziehen schon ein breiteres Publikum an und deswegen finde ich es wichtig die Leute darauf hinzuweisen dass das was sie gerade machen Scheiße ist.

  6. 6 Julinoir 11. August 2010 um 11:10 Uhr

    Gute Sache das – spontan reagieren kann also schon funktionieren.
    Zu der in den Blogs angesprochenen Tatsache, dass die Frau ja mitgemacht hat: Ich finde das total unerheblich. Selbst wenn sie sich damit wirklich wohl gefühlt hat, sind schließlich auch alle anderen Frauen im Publikum damit konfrontiert, das Frauen auf der Bühne genau eine Funktion zugestanden wird. Und für ein paar (oder viele?) davon hat sich der Spaß am Konzert damit erledigt.

  7. 7 nummer.drei 11. August 2010 um 11:53 Uhr

    In Ergänzung zu Julinoir: ich finde darüber hinaus aber gerade den Hinweis zum Verhalten der Masse erheblich. Denn zusätzlich zum Sexismus, sind so Massen einfach auch mal eine unfassbar gruselige Anegelenheit, wenn sie plötzlich alle wie aus einem Mund das gleiche rufen… brrr.

  8. 8 bigmouth 11. August 2010 um 12:22 Uhr

    sind so Massen einfach auch mal eine unfassbar gruselige Anegelenheit, wenn sie plötzlich alle wie aus einem Mund das gleiche rufen…

    wenn du das schon unabhängig vom inhalt blöd findest, hast du aber auf größeren konzerten oder anderen massenveranstaltungen nichts verloren, sorry

  9. 9 schokolade 11. August 2010 um 13:11 Uhr

    ach wie schön :D

  10. 10 onyx 11. August 2010 um 15:31 Uhr

    Hut ab. Der Konzertabbruch war endlich mal ein eindeutiges Statement gegen Sexismus, das Respekt verdient und Schule machen sollte. Sexisten muß man das Maul stopfen, wenn sie es nicht halten können. Schon Mama wußte, „wer nicht hören will…“ usw. Schade natürlich für diejenigen, die einfach nur die Veranstaltung genießen wollten. Dafür können sie sich ja bei den paar notgeilen Idioten im Samenstau bedanken, die statt Musik zu hören, Titten sehen wollten. Und dieser Blondine wäre zu wünschen, dass sie ihr Verhalten auch etwas überdenkt. Sexismus zu unterstützen, nur weil es Applaus und Gejohle dafür gibt, ist keine Glanzleistung.

  11. 11 nummer.drei 11. August 2010 um 15:43 Uhr

    @bigmouth Vielen Dank für deinen geistreichen Ratschlag, da hat jemand mitgedacht. Hut ab!

  12. 12 addicted 11. August 2010 um 16:13 Uhr

    dem kann ich nur zustimmen..

  13. 13 bla 11. August 2010 um 16:38 Uhr

    @flawed: war möglich.
    @mtdf: nunja..klein, wie der laden ist, haben sie zwangsläufig mindestens das „ihr seid alle homosexuell! schwul! usw.“-gesinge mitbekommen. verkniffen sich evtl. auch eine reaktion, weil egotronic ja ihr video drehten. ich fands jedenfalls scheisse. zumindest gabs im pogo noch was drauf für die pöbelbauernkinder.

  14. 14 Cyrano 11. August 2010 um 19:23 Uhr

    Unabhängig vom Inhalt sich vor der Gleichförmigkeit zu gruseln, die das Verhalten in der Masse relativ leicht annimmt, ist insofern angebracht, als dass „Unabhängig vom Inhalt“ in unreflektierten Massen (und den Vorwurf, die Dynamik, die die Masse entwickelt, nicht zu reflektieren, MUSS sich sicherlich ein Großteil der Massenaufläufe, bzw. der Individuen in der Masse, zur Zeit gefallen lassen), eben nicht nur bedeutet, dass nummer.drei sich unabhängig vom Inhalt gruselt, sondern auch, dass die Mobilisierung der Aktionen der Masse unabhängig vom Inhalt recht gut funktioniert. (nicht ausschließlich natürlich, und Einzelne, die den Überblick bewahren, können vielleicht sogar eine ausreichend kleine Masse auf die Reflexion des jeweils eignen Verhaltens zurückwerfen). Wem bekannt ist, dass auf Massenveranstaltungen Einzelne, die im Alltag vielleicht als reflektierte Zeitgenossen/Genossinen erscheinen, „unabhängig vom Inhalt“ dazu tendieren, sich dem Kollektiv anzuverwandeln, zu raten, er/sie habe dann „auf Massenveranstaltungen nix verloren“, verteidigt damit das Kollektiv doch im Voraus, und das dann allemal ebenfalls „unabhängig vom Inhalt“.

  15. 15 apparat 12. August 2010 um 17:04 Uhr

    hier und auch im verlinkten artikel (die stellungnahme) ist viel von diskussionen innerhalb der band zu lesen.
    warum steht das nichts davon, dass irgendwer mit dem mädchen/der frau von der bühne gesprochen hat? die wird sich wohl auch eher blöd gefühlt haben. vielleicht wärs ganz cool gewesen, ihr direkt im anschluss an die situation wenigstens kurz zu erklären wer da jetzt was und wieso doof fand.
    das finde ich zumindest ähnlich wichtig wie gedanken darüber, wer im publikum die aktion jetzt noch so hätte daneben finden können. weil : letzteres ist rein spekulativ. dass die person auf der bühne da aber irgendwas zu gedacht hat ist fast sicher..

  16. 16 tee 12. August 2010 um 18:32 Uhr

    „ärgerlich, dass sie tasächlich das tshirt ausgezogen hat“

    warum denn, piep?

  17. 17 Pik Ass 13. August 2010 um 3:54 Uhr

    Ich bin begeistert von der Aktion, ich war selber mal bei Audiolith auf der Bühne und war sehr, sehr aufgeregt und wenn dann solche rufe gekommen wären, ich weiß nicht, ich glaub‘ ich wär‘ weggelaufen!

    Das ist ein deutliches Zeichen!
    Frittenbude hat das einzig Richtige getan!

    Es gibt Leute die das „übertrieben“ finden und die Konzerte deswegen nicht mehr besuchen wollen, was mich nur um so mehr freut, da ich diesen Menschen auf den Konzerten auch nicht begegnen möchte! :d

  18. 18 bigmouth 13. August 2010 um 9:28 Uhr

    „hilfe, ich werde immer naß beim baden“

  19. 19 Max 13. August 2010 um 20:17 Uhr

    Ich finde es im Moment ziemlich ernüchternd, dass sich nirgendwo Stimmen melden die die Reatkion von Frittenbude zwar richtig fanden, aber nicht die Art und Weise in der sie geschehen ist.

    „…dann brauch keiner von euch Spasten „ausziehen“ schrein.“

    Klar in der Situation ist es wahrscheinlich schwierig überlegt zu handeln, aber wenn man gegen eine Form der Diskriminierung angeht und dabei selber Menschen mit Behinderungen als Schimpfwort verwendet, sollte zumindest im Nachhinein ein „Sorry ist mir rausgerutscht“ drinne sein.

    nochmal zum anhören:
    http://www.youtube.com/watch?v=y_oN5yPFQhE

  20. 20 TaP 14. August 2010 um 0:29 Uhr

    In dem verlinkten Text heißt es:

    „Die Frau war leider doof genug, auch noch mitzuspielen und zog ihr Shirt aus.“

    Und piep (11. August 2010 um 10:08 Uhr) schreibt:

    „ärgerlich, dass sie tasächlich das tshirt ausgezogen hat….“

    Und onyx (11. August 2010 um 15:31 Uhr) meint:

    „Und dieser Blondine wäre zu wünschen, dass sie ihr Verhalten auch etwas überdenkt. Sexismus zu unterstützen, nur weil es Applaus und Gejohle dafür gibt, ist keine Glanzleistung.“

    Sind „doof“, „ärgerlich“ und „keine Glanzleistung“ wirklich die passenden Ausdrücke? Welche Handlungsoptionen hat eine in so einer Situation?
    Daß sie von Anfang an ihr T-Shirt ausziehen wollte, erscheint mir nicht so wahrscheinlich.* Sie sagt erst irgendetwas, was ich in dem Video nicht verstehen kann, dann setzen die Rufe ein – erst leise leise; dann kommt von der Band „Du kannst den Text gar nicht auswendig“, „Du wolltest nur auf die Bühne“ (soweit ich das verstehe) und dann werden die Rufe des Publikums lauter.
    Was soll eine da machen? Für den Fall, daß sie den Text tatsächlich nicht kann, runter von der Bühne gehen, sich auspfeiffen lassen und sich vermutlich danach von jede Menge Typen am T-Shirt ziehen lassen?
    Bruchstückhaft zu dem Stück singen – nach den zitierten Äußerungen der Band-Mitglieder?
    Oder versuchen, die Situation (halbwegs glimpflich) (ab)zuwenden: Das Shirt, aber nicht mehr ausziehen, danach den Kopf oben zu behalten, die Arm in Siegerin-Geste hochzustrecken und sich danach noch mal das Mikro zu nehmen und etwas zu sagen – also genau das, was sie gemacht hat.

    * Nachdem die Rufe schon lauter wurden, guckt sie – nach meinem Eindruck – eher genervt zur Seite. Dann wird sie von einem Bandmitglied nach ihrem Namen gefragt, und sie spielt das ‚Spiel‘ weiter mit und sagt ihren Namen, die Rufe setzen wieder ein, erst jetzt fängt sie an, im Rhythmus der Rufe zu hüpfen, sie unterbricht das Hüpfen und spricht mit einem Band-Mitglied, während das andere weiterhin Ansagen macht, und zieht schließlich ihr Shirt aus.

    @ Julinoir (11. August 2010 um 11:10 Uhr):

    „Selbst wenn sie sich damit wirklich wohl gefühlt hat, sind schließlich auch alle anderen Frauen im Publikum damit konfrontiert, das Frauen auf der Bühne genau eine Funktion zugestanden wird. Und für ein paar (oder viele?) davon hat sich der Spaß am Konzert damit erledigt.“

    Läßt sich die Sache wirklich auf den Punkt, „das[s] Frauen auf der Bühne genau eine Funktion zugestanden wird“ zuspitzen? Die ihr von der Band zugedachte Rolle (nämlich den Liedtext zu singen) scheint sie ja, lt. verlinktem Text nicht erfüllt zu haben und auch nicht haben zu wollen:

    „Es kam eine junge Frau auf die Bühne. Wenn ich das richtig verstanden hab, konnte sie den Text nicht oder hatte gar nicht die Absicht, das Lied zu singen und rief stattdessen einen Veranstaltungshinweis ins Mikrofon. Es kam zu ‚ausziehn!‘-Rufen, die sich flächenbrandartig ausbreiteten.“

    Erst nachdem sie die ihr von der Band zugedachte Rolle nicht erfüllte, gab es dann die besagten Rufe, was sie Sache zwar nicht besser macht (da es auf alle Fälle – euphemistisch ausgedrückt – eine sachfremde Reaktion ist), aber trotzdem ein bißchen was anderes ist.

    apparat (12. August 2010 um 17:04 Uhr):

    „warum steht das nichts davon, dass irgendwer mit dem mädchen/der frau von der bühne gesprochen hat? die wird sich wohl auch eher blöd gefühlt haben. vielleicht wärs ganz cool gewesen, ihr direkt im anschluss an die situation wenigstens kurz zu erklären wer da jetzt was und wieso doof fand.“

    Die Frage am Anfang des Zitates finde ich berechtigt; den zweiten Satz zweideutig – und bei dem dritten Satz frage ich mich, was mit der Wendung, „ihr direkt im anschluss an die situation wenigstens kurz zu erklären wer da jetzt was und wieso doof fand“, genau gemeint ist? Daß die Band-Mitglieder die guten Antisexisten sind, die der Frau erst erklären müssen, „was und wieso“ an der Situation „doof“ war? (Ich will nicht völlig ausschließen, daß das generell möglich ist. Daran ob das für diese Situation passend ist, habe ich aber doch gewisse Zweifel.)

    Und als letztes – worauf ich erst von dritter Seite gebracht wurde:

    Ist es eigentlich überhaupt okay, das Video zu veröffentlichen bzw. zu verlinken? Bedient das nicht auch die rufende Meute und die, die gerne dabei gewesen wären?

    (Also, ich habe mir das Video erst nach diesen Fragen angesehen – was wahrscheinlich auch ziemlich fragwürdig ist, es dann danach noch zu machen. Und für mich war das durchaus aufschlußreich, weil es für mich die Frage aufwirft, ob die Band [s. obige Zitate] so durchweg über den grünen Klee gelobt werden kann.)

    Und was mir jetzt selbst noch auffällt: Ist denn die Frau gefragt worden, ob sie damit einverstanden ist, daß das Video veröffentlicht bzw. verlinkt wird?

  21. 21 bigmouth 15. August 2010 um 12:53 Uhr

    Für den Fall, daß sie den Text tatsächlich nicht kann, runter von der Bühne gehen, sich auspfeiffen lassen und sich vermutlich danach von jede Menge Typen am T-Shirt ziehen lassen?

    hier irgendwelche Fantasien übers Konzertpublikum ausbreiten, bringt ja wirklich total viel

  22. 22 dodo 15. August 2010 um 20:05 Uhr

    hmm, schön zu hören….als aber am 26.3 dieses jahres u.a. frittenbude ihr konzi im schwarzen adler in egelsee gaben, machten sie keinerlei anstalten, als teile des publikums in homophobe und sexistische sprechgesänge verfiel…
    wow… ich hab das egelseepublikum GANZ anders in erinnerung aus der zeit, als ich da noch meine mittwoche und wochenenden verbracht hab… ist aber auch schon ewig her. krass.

  23. 23 Artur 15. August 2010 um 22:47 Uhr

    @bla … ich war im schwarzen adler die meiste zeit vorne an der bühne und ich habe davon nichts mitgekriegt. da ist es, wie mtdf schon schrieb, wegen der monitorboxen am lautesten. du kannst dir sicher sein, dass falls jemand von den bands so was mitgekriegt hätte, drauf reagiert worden wäre. aus welchem grund sollten sie den da weghören? du hast die sexistischen ausfälle genau mit gekriegt, sagst, du? wieso hast du dann nichts gemacht?

  24. 24 tee 15. August 2010 um 22:49 Uhr

    Was soll eine da machen? […] also genau das, was sie gemacht hat.

    TaP, das ist doch SOWAS von konstruiert, was Du hier ablieferst, unglaublich. Im nachhinein ihr Verhalten so hinzudrehen, daß sie ja gar nicht anders konnte, auf jeden Fall Opfer war etc. pp.

    Frag sie doch einfach oder sei ruhig bitte. Dieses völlig ziel- und zweckgerichtete Interpretieren jedoch ist mehr als nur anmaßend. Da könnte ich echt glatt zum Definitionsmachtverteidiger werden …

  25. 25 tee 15. August 2010 um 22:51 Uhr

    Und was mir jetzt selbst noch auffällt: Ist denn die Frau gefragt worden, ob sie damit einverstanden ist, daß das Video veröffentlicht bzw. verlinkt wird?

    Du weißt aber schon, daß sie bei einem öffentlichen Konzert freiwillig auf die Bühne gestiegen ist, also mit sowas sowieso rechnen muss?! Oder bist Du nur sehr naiv?

  26. 26 mtdf 15. August 2010 um 23:54 Uhr

    ich fands nunmal doof und hatte keinen passenderen ausdruck zur stelle. weiss ja nicht ob sie grundsätzlich doof ist. aber in dem moment war sie doof, weil sie doof handelte. ganz forrest gump gemäss halt: stupid is who stupid does. selsbstredend aus meiner warte und situationsbezogen.

  27. 27 TaP 16. August 2010 um 8:02 Uhr

    „Frag sie doch einfach oder sei ruhig bitte.“

    Ich war nicht bei dem Konzert und kenne sie auch nicht. Die Band hätte sie fragen können.

    „[TaP:] Was soll eine da machen? […] also genau das, was sie gemacht hat. TaP, das ist doch SOWAS von konstruiert, was Du hier ablieferst, unglaublich. Im nachhinein ihr Verhalten so hinzudrehen, daß sie ja gar nicht anders konnte, auf jeden Fall Opfer war etc. pp.Dieses völlig ziel- und zweckgerichtete Interpretieren jedoch ist mehr als nur anmaßend.“

    Wer/welche die Frau als „doof“ kritisiert oder ihr bescheinigt, „keine Glanzleistung“ abgelegt zu haben, wird wohl einen Alternativhandlungsvorschlag machen müssen und einschätzen müssen, ob bzw. mit welchen Folgen er in der Situation gangbar war.

    „Da könnte ich echt glatt zum Definitionsmachtverteidiger werden …“

    Na dann mal ran den Speck, Tee.

    „Du weißt aber schon, daß sie bei einem öffentlichen Konzert freiwillig auf die Bühne gestiegen ist, also mit sowas sowieso rechnen muss?! Oder bist Du nur sehr naiv?“

    Sie ist (aller Wahrscheinlichkeit nach) freiwillig auf die Bühne gegangen (wir wissen aber nicht, was sie dazu veranlaßt hat).
    Und sie mußte damit rechnen, daß davon ein Video gemacht gemacht wird und das ins Netz gestellt wird.

    Sie mußte aber, als sie auf die Bühne ging, nicht damit rechnen, daß eine Meute „ausziehen“ rufen wird und sie am Ende ihr T-Shirt auszieht und davon ein Video gemacht und ins Netz gestellt wird.
    Und selbst, wenn sie Deines Erachtens auch damit rechnen mußte, heißt das nicht, daß das, was üblich ist und womit folglich zu rechnen ist, auch richtig ist. Und eine dritte Frage ist, ob es richtig ist, das Video auch noch zu verlinken.

    „Im nachhinein ihr Verhalten so hinzudrehen, daß sie ja gar nicht anders konnte, auf jeden Fall Opfer war etc. pp.“ (Hv. d. TaP)

    Ich schrieb: „Daß sie von Anfang an ihr T-Shirt ausziehen wollte, erscheint mir nicht so wahrscheinlich.“ / „guckt sie – nach meinem Eindruck – eher genervt zur Seite“ (nachträgliche Hv. d. TaP).
    Sofern sich die Frau nicht selbst äußert, läge es an Dir, zu begründen, warum Du anscheinend einen anderen Eindruck hast.

  28. 28 apparat 17. August 2010 um 14:55 Uhr

    „warum steht das nichts davon, dass irgendwer mit dem mädchen/der frau von der bühne gesprochen hat? die wird sich wohl auch eher blöd gefühlt haben. vielleicht wärs ganz cool gewesen, ihr direkt im anschluss an die situation wenigstens kurz zu erklären wer da jetzt was und wieso doof fand.“

    Die Frage am Anfang des Zitates finde ich berechtigt; den zweiten Satz zweideutig – und bei dem dritten Satz frage ich mich, was mit der Wendung, „ihr direkt im anschluss an die situation wenigstens kurz zu erklären wer da jetzt was und wieso doof fand“, genau gemeint ist? Daß die Band-Mitglieder die guten Antisexisten sind, die der Frau erst erklären müssen, „was und wieso“ an der Situation „doof“ war? (Ich will nicht völlig ausschließen, daß das generell möglich ist. Daran ob das für diese Situation passend ist, habe ich aber doch gewisse Zweifel.)

    du hast später in deinem comment versucht, eine erklärung dafür zu finden, wieso die frau auf der bühne gehandelt hat, wie sie es getan hat. dabei unterstellst du, dass sie sich in bestimmter weise „der situation unterworfen“ gefühlt hat, wenn ich dich mal so paraphrasieren darf. sie hat deiner ansicht nach so gehandelt, weil die meisten anderen handlungsoptionen sie, aus ihrer sicht in der situation, hätten blöd dastehen lassen.
    das sie aus solchen gründen gehandelt haben soll unterstellt, dass sie sich dieser macht der situation über sie garnicht recht bewusst war.

    tatsächlich war mein gedankengang ganz ähnlich, sie hat so gehandelt um nicht blöd dazustehen. was aber, wenn die reaktion der band auf ihr verhalten sie aus ihrer sicht erst recht blöd dastehen lässt?
    dafür dass der gedanke aus ihrer sicht, aber auch aus der sicht sog. „kritischer betrachter“ nicht ganz unwahrscheinlich ist, spricht, dass hier im blog in mehreren kommentaren die auch von dir zitierte meinung zu finden ist, „sie habe sich ja auch jetzt nicht grade clever verhalten“

    mit diesem menschen zu sprechen hätte in meiner intention grade den sinn gehabt, aufzudecken dass nicht ihr verhalten zu der reaktion der band geführt hat, sondern das des publikums zuvor. und eben durch ein gespräch möglicherweise „den zwang“ der situation, in der sich die frau auf der bühne befand, den du auch vermutetest, aufzudecken.

    zusammengefasst also:

    mit der frau sprechen nicht im sinne von „die guten antisexisten erklären der frau warum sie jetzt so und so handeln mussten“

    sondern eher im sinne von:

    „die handelnden personen auf seiten der band erklären der frau, dass kein ‚fehl‘verhalten von ihr die reaktion provoziert hat sondern sie eher das agieren des publikums und die daraus entstehende situation im ganzen zum kotzen fanden“

    davon ab: den punkt mit dem video finde ich gut und überdenkenswert, aber fragt heute irgendwer irgendwen ob irgendwovon auf einer öffentlichen veranstaltung ein foto gemacht werden darf? viel zu selten m.M.

    edit: falls das mit dem Quote in meinem post nicht hingehauen hat, wär es möglich, das zur besseren lesbarkeit nachträglich durch moderation des comments hinzubiegen?

  29. 29 tee 17. August 2010 um 20:59 Uhr

    Sofern sich die Frau nicht selbst äußert, läge es an Dir, zu begründen, warum Du anscheinend einen anderen Eindruck hast.

    irrtum. ich nehme alle meine eindrücke hiermit zurück und überlasse typen wie dir die interpretationshoheit.

  1. 1 Genosse Granit Trackback am 12. August 2010 um 8:22 Uhr
  2. 2 Mädchenmannschaft » Blog Archive » Bücher, Jungs und Vibratoren – die Blogschau Pingback am 14. August 2010 um 20:21 Uhr

Antwort hinterlassen

XHTML: Du kannst diese Tags benutzen: <a href=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote> <code> <em> <i> <strike> <strong>


fünf + = zehn