Kein Monat ohne…

… Kristina Schröder. Wenn es nicht so traurig wäre, müsste man bei einem Besuch der Seite Christina Schröders schon fast lachen. Die Schlagwörter.Box hatten wir ja hier schon einmal, jetzt neu „der Politikbrief“. Schon nach der Anrede sollte mensch eigentlich aufhören diese Ministerin ernst zu nehmen.
Der Brief beginnt mit:

Liebe Abonnenten,

Ok, Frauen sollen sich ja eh nicht für Politikbriefe interessieren, sondern lieber Nachwuchs gebären, vor allem wenn sie deutsche Akademikerinnen sind, denn Frau Schröder liebt deutsche Kinder aus gutem Hause.

Wenn man dann wissen will was unsere Frau Schröder sonst so für ihr Geld tut, findet man sich sofort in der schönen Welt der Heteronormativität wieder, mit allen alten Rollenbildern inklusive.

Im Familienministerium habe ich im Juli das Modellprogramm „Mehr Männer in Kitas“ ins Leben gerufen. Der Männeranteil beträgt nur 2,4 Prozent. Hinzu kommt, dass Kinder in vielen Familien zum Teil ganz ohne Vater aufwachsen oder sich der Vater kaum an der Kindererziehung beteiligt. Das führt dazu, dass männliche Rollenvorbilder fehlen. Und das wirkt sich – besonders bei Jungs – negativ auf das Bindungs-, Aggressions- und Gewaltverhalten sowie auf die Bildungschancen aus.

Mädchen hingegen brauchen keine Väter oder Männer, die sind ja eh nicht aggressiv oder gewaltbereit, sondern trainieren lieber mit der Puppe unter Arm ihre zukünftige Rolle als Mami. Liebe Welt versteh doch endlich Männer und Frauen sind anders, schon von Geburt an.

Heutzutage sind ja eher die kleinen Jungs benachteiligt. Voran das wohl liegt? Vielleicht an einem antiquitierten Männlichkeitsideal? Nein, ganz und garnicht es liegt eher an Schmetterlingen und fehlenden Ritterburgen.

Auch was die Unterrichtsmaterialien betrifft, müssen Jungen stärker berücksichtigt werden: Die meisten Eltern sagen, dass sich ihre Söhne nun mal eher für Fußball oder Ritterburgen interessieren. Ich möchte, dass Lehrkräfte auch ganz gezielt typische Jungs-Themen ansprechen. Achten sie doch mal darauf, wenn Sie demnächst an einer Kita vorbeikommen: Dort hängen meist gebastelte Schmetterlinge, Blumen und Prinzessinnen im Fenster – und eben keine Feuerwehrautos und Raketen!

Ist das wirklich ihr ernst Frau Schröder? Es sind doch genau diese Rollen, die Jungs zu frechen Buben werden lassen und die Mädchen zu strebsamen, braven Schülerinnen. Die einzige Lösung dieses Problem liegt in einer Erziehung jenseits von Geschlechterstereotypen.

Naja Frau Dr. Schröder, an Ihnen scheint wohl die kritische und emazipatorische Lehre abgeprallt zu sein, oder vielleicht haben sie auch nur die ein oder andere Vorlesung geschwänzt um in die Kirche zu gehen und ein paar „Vater Unser“ zu summen. Denn die Ziele unserer Super-Ministerin sind:

christliche Werte. Unsere Gesellschaft ist wesentlich vom Christentum geprägt. Für mich ist es ein wichtiger Anker für Werte und der christliche Glaube ein großer Schatz.

Na dann, auf eine weitere Folge „Warum mich diese Frau fertig macht!“


14 Antworten auf “Kein Monat ohne…”


  1. 1 nicolai 28. August 2010 um 19:12 Uhr

    Ich hatte mehrfach das Vergnügen Frau Köhler (schon ein Weilchen her) zu treffen und kann nur sagen:
    Dieser Mensch ist genauso großartig, wie mensch sich ihn vorstellt.

    Überhaupt gibt es viel zu viele Bilder von Ponys in Schulen und zu wenige von Helmut Kohl!

  2. 2 dodo 29. August 2010 um 5:33 Uhr

    wenn ich mir so ansehe, was die meisten so unter christlichen werten vorstellen, dreht sich einem ja eh nur der magen um…
    abgesehen davon: unsere europäische kultur ist wesentlich von den alten griechen geprägt, daher finde ich es einen großen anker, wenn wir jetzt im kindergarten erziehung à la sparta einführen.<:-p

  3. 3 frankenstein 29. August 2010 um 10:14 Uhr

    @dodo: was sind denn dann deiner meinung nach „christliche werte“? anscheinend müssen das ja werte sein, die sich sonst nirgendwo finden lassen und, sollte das christentum verschwinden, ebenfalls verschwinden.

  4. 4 RrrrrrtGööörrrrl 29. August 2010 um 10:25 Uhr

    Und dabei heißt sie doch Kristina!

    Nunja, schön ist auch der Sexismus der leonie. Eine Frau als Politikerin verwirklicht sich da mal selber und dann verstößt sie doch gegen ihre eigentliche Aufgabe als Frau: feministische Politik zu machen! Was sonst als Errungenschaft abgefeiert wird (Frau darf Politikerin sein) wird auf einmal ein Skandal, weil Politikerin sein eben auch einen INHALT hat, den Feministinnen sonst immer nicht kennen, weil FRAU ihr Argument ist. Tja, selbst angeschmiert mit Löschpapier, ne?! :D

  5. 5 TaP 29. August 2010 um 11:28 Uhr

    @ RrrrrrtGööörrrrl:

    „Nunja, schön ist auch der Sexismus der leonie. Eine Frau als Politikerin verwirklicht sich da mal selber und dann verstößt sie doch gegen ihre eigentliche Aufgabe als Frau: feministische Politik zu machen! […]. Tja, selbst angeschmiert mit Löschpapier, ne?!“

    Na Du bist ja toll auf dem Stand der Diskussion…
    Wann hast Du denn das letzte Mal eine Feministin mit der „eigentliche Aufgabe [der] Frau“ argumentieren gehört? Und auch daß nicht alle Frauen Feministinnen sind, ist schon länger bekannt (Wink mit dem Zahnpfahl: auch nicht alle Proleten sind Kommunisten – welch‘ glorreiche Widerlegung des Marximus).
    Das Faß, das Du hier versuchst aufzumachen, is doch politisch spätestens seit der feministischen Täter/Opfer- bzw. Mittäterschafts-Debatte der 80er Jahre und theoretisch seit Butlers Essentialismus-Kritik eine Fata Morgana.

  6. 6 dodo 29. August 2010 um 13:51 Uhr

    nö, das was ich persönlich darunter verstehe sind dinge, die sich auch locker in anderen religionen/theorien/kulturkreisen/… finden lassen. da hat das christentum ganz bestimm kein monopol drauf.
    nur warum ich das gesagt habe: da schreiben sich gewisse leute das christentum auf die fahnen und projizieren ihre selbstgefälligkeit hinein. die ganzen fundi-christen-abtreibungsgegner beispielsweise handeln nicht gerade nach „rcihtet nicht, auf daß ihr nicht gerichtet werdet.“ jesus, der sich vorurteilsfrei mit zöllnern, räubern, huren abgab entspricht auch nicht gerade dem idealbild der csu. und in bezug auf die familienministerin: jesus war unehelich gezeugt und wurde also sozusagen vonem adoptivpapa aufgezogen, um dann später durch die gegend zu ziehen statt ner geregelten arbeit nachzugehen… auch nicht grade das, was sich frau schröder wohl unter ’ner christlichen familie vorstellt ;)
    hab jetzt aber kein bock auf ne religionsdebatte. hatten wir schon.

  7. 7 leonie 29. August 2010 um 18:22 Uhr

    @ RrrrrrtGööörrrr: Mir ist es ziemlich wurst ob Fr. Schröder eine Frau, ein Mann oder sonstwas ist. Sie macht nur schlichtweg ne beschissene Politik, v.a keine Frauenpolitik! Ich habe weder geschrieben, dass ich von Frauen* generell bessere ( bzw. feministischere) Politik erwarte, noch dass Frauen aufgrund ihres Geschlechts bestimmte Dinge tun müssen. Also spar dir deinen Sarkasmus.
    Ich

  8. 8 Pippo 30. August 2010 um 13:17 Uhr

    „Liebe Welt versteh doch endlich Männer und Frauen sind anders, schon von Geburt an.“

    Das sind doch mal wahre Worte

  9. 9 leonie 30. August 2010 um 14:06 Uhr

    @pippo: Das war Ironie, ist hoffentlich verständlich…

  10. 10 Nomi 02. September 2010 um 12:59 Uhr

    Also ich finde diesen Apell an Gleichheit ja schön und gut,
    aber vom Standpunkt eines Mannes muss ich jetzt mal was loswerden:
    Es ist (oh mein Gott!) wahr: Wir Spielen als Kinder lieber mit Raketen, Ritterburgen und Pistolen.
    Das hat allerdings nichts mit vordefinierten Geschlechterrollen unserer bösen Eltern zu tun, sondern vielleicht auch daran dass wir einfach lieber mit Raketen, Ritterburgen und Pistolen spielen.

    Daran ist nichts falsch und das macht uns nicht zu späteren Massenmördern.

    Und das Jungs später und gerade in ihrer Jugend etwas aggressiver werden, könnte das nicht vielleicht auch ein ganz kleines bisschen an der Biologie liegen? Nicht immer ist die Gesellschaft schuld.

  11. 11 frankenstein 02. September 2010 um 23:20 Uhr

    ist die vormoderation jetzt weg oder warum kommen jetzt auf einmal beiträge von trollen durch?

  12. 12 dodo 03. September 2010 um 1:32 Uhr

    @nomi: du schreibst „wir“ und maßt dir damit mal an, für dein ganzes geschlecht zu sprechen…
    dabei erinner ich mich aus meiner kindheit noch gut an jungs, die SOWOHL mit ritterburgen ALS auch mit barbies gespielt haben. ich als mädel hab mich sowohl am schminkkasten meiner mutter vergriffen als mich auch draußen im dreck gewälzt.
    mein bruder fand als kind pistolen schon immer doof und langweilig. meine beste freundin fand prinzessinnen peinlich, hat dafür allein mit ihrer schwester ein baumhaus gebaut. mein cousin hat lieber stundenlang gemalt, als überhaupt nach draußen zu gehen.
    noch mal: es geht nicht darum, zu sagen: jungs dürfen nicht mit raketen etc spielen, sonst werden sie massenmörder. oder: mädels dürfen nicht mit puppen spielen, sonst werden sie später unterdrückte hausmütterchen.
    genausowenig geht es darum zu sagen: jungs müssen mit glitzerkram spielen oder mädels müssen auf bäume hochgescheucht werden.
    es geht darum, den kindern zu zeigen, daß sie – ganz unabhängig ihres geschlechtes das spielen können und dürfen, was ihnen zum geier einfach spaß macht. und wenn man – wie du hier – transportiert, „wir jungs spielen lieber mit pistolen“, dem kind also suggeriert, es sei irgendwie normaler, mit sowas zu spielen (und damit auch irgendwie nicht so normal, wenn man als junge zu glitzersternchen greift) beeinflußt man die kinder statt sie in ihrer individualität zu unterstützen.

    wo du hier irgendwas von bösen eltern und massenmördern liest, seh ich nicht ganz… daß jungen später vielleicht aggressiver werden – wieso soll das rein biologisch sein?
    hätte man mir als kind vorgeschrieben, was ich als mädchen gefälligst spielen soll oder nicht hätte mich auch ganz schön aggressiv gemacht…
    die botschaft des „bösen, jungenunterdrückenden feminismus“ ist also: egal, welches geschlecht ein kind hat, es soll dazu ermuntert werden, mit dem zu spielen, was auch immer ihm gefällt. jaja, wie fies, ich weiß…

  13. 13 scharfekritik 03. September 2010 um 7:21 Uhr

    Es ist so, weil es halt so ist … gaaaanz große Logik.

  14. 14 der durden 15. November 2010 um 19:01 Uhr

    schröders gesülze ist natürlich unerträglich,
    trotzdem wäre ja auch aus emanzipierter sicht die frage interessant, wie das denn aussehen sollte mit den kindergärtner_innen? ist das sinnvoll und gut dass das eine frauendomäne ist? wäre es wünschenswerter wenn es dort gemischter zuginge? ist das egal? wäre es das wenn alle kindergärtner_innen frei von sexismus wären?

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