Archiv für September 2010

Der ZARA-Boykott

Hallo liebe mädchenblogger_innen, mit diesem Beitrag möchte ich meinen Einstand geben. Über Kommentare zu ähnlichen Erlebnissen und über anderes Feedback würde ich mich freuen.

ZARA ist die größte und erfolgreichste spanische Modeketteeine großen Textilkonzerns, die sich laut eigenen Aussage an Laufsteg- sowie Straßentrends orientiert und probiert, diese für ihre Käufer möglichst schnell in kaufbare Kleidung umzusetzen.

Gleich danach kommt MANGO, die zweitgrößte Modekette Spaniens, die auf der ganzen Welt und eben auch in Deutschland erfolgreich ist.

Zara und MANGO sind von der Standortpolitik wie Aldi und Lidl. Sie treten gerne gemeinsam, oft nebeneinander, auf und bieten ein ähnliches Sortiment. Vermutlich wollen sie dieselbe Zielgruppe erreichen und leben daher in „stiller Konkurrenz“. Denn meistens stimmen nicht nur die Preisniveaus, die Trendfarben und Schnitte, sondern auch die ähnlichen Models, die verwandten Papiertüten statt H&M Plastiksack und eben die Gestaltung der Läden. Selbst die beiden Markennamen ähneln sich in Typografie und Der Großschreibung enorm.
Spielt man bei Mango mit schwarzen Wänden, ist es bei ZARA das weiß, welches dominiert. Irgendwie verkehrte Welt mag man meinen.
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Erstes Vernetzungstreffen queerfeministischer Therapeut_innen*

Ich leite das mal weiter:

Einladung zum Kennenlernen, Träumen, Planen, lecker Kuchen essen und
Kaffee mit Milchschaum schlürfen
am: 17. Oktober 2010 um 14:00 Uhr
Ort: f.a.q. Infoladen , Jonasstr. 40, 12053 Berlin U8 Leinestrasse/ S/ U-Hermannstrasse
um Anmeldung wird gebeten: feminist-healing[ätt]riseup.net
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Tim Stüttgen über politisch korrekten Sex

Tim Stüttgen fragt in der Jungle World „Gibt es den politisch korrekten Fick? Oder die politisch korrekte Sexwelt? Gibt es einen politisch korrekten Fick im Falschen?“ und kommt zu recht zwiespältigen Antworten.

Geschichtsstunde: Vergewaltigungsdebatte 1977 in den USA

Im Jahre 1977 entband Richter Simonson in Madison, Wisconsin (USA) ein paar junge Männer ihrer Verantwortung für eine von ihnen begangene Vergewaltigung. Das Lied „The Judge Said“ von Malvina Reynolds war eine Antwort auf die Vergewaltigungen rechtfertigenden Kommentare des Richters und trug zu einer Kampagne für seine Abberufung bei, die ihn letztendlich das Amt kostete. (mehr…)

Christen gekuschelt, 50 Kreuze versenkt

Am Samstag versammelten sich etwa 1000 Abtreibungsgegner_innen in Berlin zu einem Schweigemarsch. Und selbstverständlich hat es sich das Bündnis gegen Abtreibungsverbot und christlichen Fundamentalismus nicht nehmen lassen, auch dieses Jahr dagegen zu protestieren. Den Bericht des Bündnisses, zahlreiche Presseberichte und Videos gibt es hier und hier.
Danke an alle die dabei waren: ihr wart super!
Mein Lieblingsvideo:

Der Busen der Frau von und zu Guttenberg

An den Thesen und der Vorgehensweisen von Stephanie zu Guttenberg gibt es wahrlich genug zu kritisieren – die taz entschließt sich aber lieber dazu, ihre Glaubwürdigkeit an deren Ausschnitt festzumachen.

Masturbieren heisst, deinen Ehemann zu betrügen

Hat mich heute morgen beim Kaffee amüsiert: Christine O‘Donnell, die gerade die Vorwahlen der Republikaner zum Kongress in Delaware gewonnen hat, hat schon vor 15 Jahren als „christliche Aktivistin“ viel Müll geredet: Masturbation ist Fremdgehen, wir müssen uns dringend die Reinheit unserer Herzen erhalten, und überhaupt, wo kommen wir denn da hin, wenn jede_r es sich selbst besorgt: „If he already knows how to please himself, where in the picture am I?“

Müttersterblichkeit ist reduziert

Laut einem Bericht der UNO sterben immer weniger Frauen während Schwangerschaft und Geburt, wohl weil mehr und besser ausgebildete Hebammen die werdenden Mütter unterstützen.
Aber das ursprüngliche Ziel, die Müttersterblichkeit bis 2015 um 3/4 zu reduzieren, scheint dennoch von eher zweifelhafter Erreichbarkeit zu sein.

Bis(s) aufs Blut

Von der Menstruation und ihrem Einfluss auf die Kultur – ein kurzer Abriss von damals bis heute.

Über die Beschwerden der Frau wusste der Mann schon immer am besten Bescheid. Schon in den frühen 90ern befanden Johnson und Johnson, zwei scheinbar als Anthropologen und Kulturwissenschaftler ambitionierte junge Herren, dass die Geschichte der Menstruation eine Geschichte voller Missverständnisse sei. Eine Zusammenfassung von Jahrtausenden, in denen Mann eine blutende Frau immer auf Abstand hielt.

Die Menstruation hat in der Mythologie des christlich geprägten Abendlandes ihren Ursprung im Ungehorsam der Frau. Eva verführte Adam mit einem Apfel – wie so oft war der Mann leicht zu haben. Zur Strafe wurde man des Paradieses, wo Wolf neben Lamm verweilt, verwiesen. Flammende Schwerter inklusive.

Wie vielen bekannt erklärt das Alte Testament weiterhin eine Frau während der Menstruation für unrein, diese Unreinheit kann auf andere Gegenstände und Menschen übertragen werden. Bei den Römern befürchtete man, dass der Wein in ihrer Anwesenheit sauer wird, Obst von den Bäumen fällt und Samen die Kraft zu keimen verlieren. War es die Angst um die Keimfähigkeit des eigenen Samens, die den Mann seit jeher annehmen ließ, das Blut einer menstruierenden Frau besäße böse Kräfte?
Beispiele für Kulturen, in denen der Menstruation als Zeichen der Fruchtbarkeit etwas Positives anhaftet, finden sich indes nur schwer.

Natürlich hat dieser kulturelle Druck auch einen Einfluss auf das Selbstbewusstsein der Frau im gebärfähigen Alter. Die Mädchen vor der Menarche wünschen sich „noch nicht so bald dran zu sein“. Denn sonst kann man nicht mehr ohne Weiteres schwimmen, reiten, Tennis spielen. Hat einen dann doch der Fluch Evas ereilt, wird frau gestopft und gewindelt. Es finden sich in den Drogerien Binden mit Duft und Tampons mit Auslaufsperre. So dass nur keine Gefahr besteht, irgendjemand könnte ahnen, in welch jammervollem Zustand man sich gerade befindet. Unter Umständen auf Kosten der Vaginalflora. Welche Frau mittleren Alters hat noch keine unliebsamen Erfahrungen mit einem Vaginalpilz, der durch zu viel und nicht zu wenig Hygiene entsteht, gemacht?

Und schon gibt es – Fortschritt sei dank – die Pille, mit der sich die Periode der Frau auf viermal im Jahr reduzieren oder auch ganz unterbinden lässt. Ich denke man sollte froh sein, wenn man gesund ist und eine gesunde Periode ist ein Zeichen des Körpers, der sagt „Mir geht es gut.“ – ein unnötiges Herumpfuschen bringt da vielleicht mehr Schaden als Nutzen. In Zusammenhang mit starken Beschwerden jedoch, wie einer regelmäßig auftretenden Migräne oder Endometriose, sicher eine sinnvolle Entwicklung. Als Schritt hin zu einer makellosen Frau ohne störende Komponente sicher nicht das richtige. Viel eher ein Gegenentwurf zu Charlotte Roches Heldin Helen, die mit einer nie zuvor in der Literatur gekannten Inbrunst menstruiert und ihr Frausein zelebriert.

Dieses (anti-)Frauenbild findet sich in einem anderen populären Stück Literatur der letzten Jahre: Bella, der schöne Schwan der Twilight-Saga, durchlebt im vierten Teil der Reihe die Transformation zu einer Vampirin. Dahin ist die Last des Menschseins. Die Menstruation sagt Adieu und macht Platz für Makellosigkeit, Eleganz und Anmut.

Mein Gegenentwurf zur blassen Bella wäre eine starke Isabella, die sich zu Team Jacob bekennt. Auch wenn es sich bei Jacob leider nicht um einen klassischen Werwolf handelt, der sich wie der Zyklus der Frau in seinen Veränderungen nach dem Mond richtet, so dürfte die Gattin jeglicher Art von Wolf in den Wäldern gewiss weiterhin Frau sein. Alle 28 Tage könnte sie nackt auf seinem Rücken durch den Wald reiten. Wolfsfell soll sehr saugfähig sein.

Girls to the front!

Ein neues Buch über Riot Grrrl! Und anders als der meiste Murks, der oft dazu veröffentlicht, wird dieses Buch sogar von Kathleen Hanna persönlich und – in einer längeren Buchbesprechung – Johanna Fateman (Le Tigre-Mitglied) empfohlen. Müßte definitiv einen Kauf wert sein!

Girls to the Front