Archiv für Oktober 2010

„Sorry Ladies…

…nothing is sexist untilI say it is! Plus I <3 women. So lick my balls.“

Über Jezebel.

Pervocracy zu Diskussionen über Vergewaltigung und Gay Rights

Die hier schon mehrfach zitierte Holly von The Pervocracy stellt eine Typologie von Positionen in Vergewaltigungsdiskussionen auf: The People You Meet When You Write About Rape.

Mr. I‘m Not Blaming Her But It’s Her Fault
„Rape is never the victim’s fault, of course. But I just want people to admit that she has some responsibility. That she maybe played a part in it. That in an alternate universe where she‘d done things differently and she lived in a steel Battlemech wearing a chastity belt, she wouldn‘t have gotten raped, and she did make the choice to not use a Battlemech. I just need people to acknowledge that.“

Ebenfalls empfehlenswert ist ihre Sammlung von „Argumenten“ zum Thema Gay Rights: How to discuss gay rights like a reasonable adult.

Argument from Children Starving In India, New Millenium Edition
„Why are we even arguing about this when our economy is in the state it’s in?“

Argument from Gays Starving In India
„Why are you worrying about some poorly chosen words when gay people still get beaten in other places?“

Argument from Blind Faith
„The number one, most important tenet of Christianity is to hate gay people. It’s the entire foundation of my faith. Look at the first page of the Bible: „In the beginning God created the heaven and the earth, and don‘t be a faggot.“

Vergewaltigung als Kriegswaffe

Interview mit Adong Anywar, Gründerin der in Uganda entstandenen „Fraueninititiave für Geschlechtergerechtigkeit“, über die schwierige Arbeit, Vergewaltigung als Kriegsverbrechen juristisch aufzuarbeiten.

Schon mal versucht?

Nochmal via Shakesville.

Nerv nicht und schluck den Scheiß

Geradezu rührend, wie deutlich Werbung doch mal war… Heute heißt es „damit du dich fit fühlst“ oder ähnliches, was ja prinzipiell ne tolle Sache ist, aber die Einstellung dahinter hat sich nicht weit geändert: Hand hoch, wer schon mal nen blöden PMS-Spruch oder ein „Hast du deine Tage oder warum zickst du so rum“ abgekriegt hat.

Via Shakesville.

Andere Probleme als Impotenz

Die TAZ berichtete heute über die Potenzprobleme russischer Männer. Diese leben zu ungesund, rauchen und trinken zuviel und sind zu risikofreudig.
O-ton TAZ:

Im Reich des Machos Putin haben Frauen ein Problem: Sie bleiben sexuell häufig unbefriedigt. Depressionen und Wodka machen aus ihren Männern lustlose Schlaffis.

Mal ganz abgesehen von der Irrelevanz dieses Themas haben russische Frauen ganz andere Probleme als impotent-gesoffene Männer, nämlich immens hohe Zahlen an sexueller Belästigung und häuslicher Gewalt.

According to a recent survey, 100 per cent of female professionals said they had been subjected to sexual harassment by their bosses, 32 per cent said they had had intercourse with them at least once and another seven per cent claimed to have been raped.[…]
Human rights activists say that Russian women remain second-class citizens and are subjected to some of the highest levels of domestic abuse in the world.

Laut Amnesty International stirbt in Russland jede Stunde eine Frau an den Folgen häuslicher Gewalt. Bei diesen Zahlen stellt sich durchaus die Frage ob es die Impotenz ist, die Frauen am Alkoholabusus ihres Mannes stört.
Bei soviel Kurzsichtigkeit des Jouralisten stellen die folgenden Sätze nur noch das Sahnehäupchen der Ignoranz dar.

Langfristig führt das zu einer noch tieferen Verunsicherung des Mannes. Er wird zwar als defizitäres Wesen umworben und mit Reizen angelockt – kann es aber nicht genießen. Im autoritären Staat hat der Mann ohnehin wenig zu sagen, muss sich unterwerfen, wird kontrolliert. Zuhause muss er sich auch noch zunehmend selbstbewussteren Frauen unterstellen.

Klar im Endeffekt ist wieder mal der Feminismus schuld.

Gegen 1000 Kreuze

Auch in München findet dieses Jahr wieder der „1000 Kreuze Marsch“ der AbtreibungsgegnerInnen statt. Der von EuroProLife veranstaltete Marsch findet am 30.10 statt, das Antisexistische Aktionsbündnis München ruft vorab schon mal zur Gegendemo auf. Also liebe Münchner_innen und auch alle anderen Interessierten, ab auf die Straße!

Proteste gegen Zwangs-OPs an Intersexuellen

Zwischengeschlecht.info ruft auf zum Protest gegen Mediziner_innen, die weiterhin Operationen an Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen durchführen, nur, weil sie nicht in die (vermeintlichen!) Körpernormen ‚männlich‘ und ‚weiblich‘ passen:

Am 4. und 5. November findet in Augsburg eine Infoveranstaltung mit friedlichem Protest statt, am 6. November ist in Heidelberg eine friedliche Mahnwache organisiert.
Anlass ist die 5. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaften für Pädiatrische Endokrinologie und Pädiatrische Diabetologie.
Weitere Infos über ihre Verantwortung für nicht-lebensnotwendige Genital-Operationen an (Klein)kindern und Jugendlichen und eine Stellungnahme des Vereins findet ihr auf der angegebenen Seite.
Kommt zahlreich und solidarisiert euch!

Link zur Ankündigung

Abtreibung ist böse und schädlich

Autsch, hier wird böse mit der Moralkeule geschwungen.

TV-Spots für Abtreibungen, Nein Danke, sagt zumindest RTL. Zwischen „Chips- und Bierwerbung“ eine Werbung, die Frauen über ihr Recht auf einen Abbrüch informiert, schrecklich. Dies findet nicht nur RTL sondern auch die im Bericht befragten Frauen. Denn ganz klar ist, wer Frauen so eine Werbung zeigt der riskiert, dass Frauen „leichtfertig“ abtreiben und „Kinder sind doch das Schönste der Welt“.
Besser ist es Abtreibungen Schein zu legalisieren und jegliche Werbung dafür zu verbieten, damit Frauen zwar eigentlich dürfen, also nicht mehr die Titelblätter bekannter deutscher Nachrichtenmagazine für ihre Nichtigkeiten beanspruchen, aber auch nicht so richtig wissen was-wie-wann zu tun ist.
Was natürlich auch nicht fehlen darf ist der Hinweis auf ein wissenschaftlich widerlegtes Phämomen- das „Post Abortion Syndrom“. Welches besagt, dass Frauen nach Abtreibungen angeblich ganz schwere Depressionen haben. Das dies Quatsch ist kann mensch hier nachlesen.

Traurig das Frauen im deutschen TV mit so einem Mist belästigt werden, statt über ihre Rechte informiert zu werden.

(Danke an Melba für den Hinweis)

1000 Kreuze in die Spree – Der Protest gegen die Abtreibungsgegner_innen

Super Video über die Gegendemo zum „1000 Kreuze Marsch“ in Berlin.