Archiv für Oktober 2010

Nicht krank sondern weiblich*

Nur wenige natürliche Erscheinungen werden von der modernen Medizin derartig pathologisiert, wie die Phänomene „Menopause“ und „Menstruation“. Gerne versuchen Mediziner_innen und Wissenschaftler_innen Frauen davon zu überzeugen, dass ihre Körper mit Eintritt in einen der beiden Zustände besonderen Behandlungsbedarf brauchen, also krank sind. Ob körperliche oder psychische Beschwerden die „Allgemeine Medizin“ ist sich sicher: mit Frauen stimmt zu jenen Zeitpunkten irgendwas nicht. Die Pharmaindustrie reibt sich bei soviel Schwarzmalerei schon die Hände, immerhin hat sie allerlei Präparate für Frauen in diesen ganz „speziellen Situationen“. Dass jene Zustände aber ganz normal und natürlich sind, also fast zum Leben jeder Frau gehören und schon alleine dadurch keineswegs mit Krankheit gleichzusetzen sind, will die männlich-dominierte Medizin ungern wissen.
Zwar gab es auch schon Wissenschaftler_innen, wie zum Beispiel die Amerikanerinnen Margie Profet oder Marcha Flint, die sich um ein anderen Blickwinkel auf den weiblichen Körper bemühten, gängige Meinung ist aber immernoch, dass die Spezifika des weiblichen Körpers mehr Nachteile also Vorteile bringen. Diese patriarchale Darstellung die nicht erst seit Darwin Einzug in die Wissenschaft erhalten hat, deklariert Frauen als Menschen zweiter Klasse.
Worin eine derartige Sichtweise mündet zeigt jene Studie: menopausale Frauen welche eine Hormonersatztherapie als Allerheilmittel bekommen haben, haben ein erhöhtes Todesrisiko.

Eine Hormonersatztherapie nach der Menopause mit kombiniertem Östrogen und Gestagen führt nicht nur zu mehr Herz-Kreislauf-Zwischenfällen (Infarkt, Schlaganfall) und Brustkrebserkrankungen, sondern auch zu mehr Todesopfern durch Mammakarzinome. Außerdem erhöht sich die Sterblichkeit aus allen Ursachen bei Frauen. Das geht aus der neuesten Auswertung der Women’s Health Initiative-Studie (WHI) hervor, die am Mittwoch in der renommierten US-Fachzeitschrift JAMA publiziert wurde.

Dass Frauen in der Menopause bestimmte körperliche Veränderungen durchmachen, die nicht gerade lebensverlängernde Auswirkungen haben, ist nicht abzustreiten. Der Knochenabbau, zum Beispiel, steigt mit sinkenden Östrogenwerten, diese Alterungserscheinungen betreffen aber keineswegs nur das weibliche Geschlecht, zumal auch nicht jede Frau gleich reagiert. Allgemein lässt sich also sagen, dass Wissenschaft die Menschen hilft nur dann stattfinden kann, wenn die Medizin endlich ihr negatives Bild vom weiblichen* Körper aufgibt und begreift, dass wir Menschen nicht nur als Geschlecht, „rosa“ oder „blau“ funktionieren, immerhin gibt es auch „orange“, „grün“, „rot“, „lila“ usw, also keinesfalls nur „weibliche“ und „männliche“ Körper.

Längerer Mutterschutz

Das EU-Parlament will eine Verlängerung des Mutterschutzes von 14 auf 20 Wochen.

Ob es wohl Frauen gibt, die sich die Brüste rasieren?

Da stand ich mal wieder in der Dusche und weil ich grade mal Lust dazu hatte, hab ich mir auch die Beine rasiert. Wie ich da so stand, mit dem Rasierer in der Hand, kam mir der Gedanke, ob es wohl Frauen gibt, die sich ihre Brüste rasieren? Meiner Erfahrung nach sind auf so einer Brust ja nicht allzu viele Haare und selbst wenn, bekommt selbige nur dann jemand zu sehen, wenn wir ihm sie zeigen. Ich stand da also und war am überlegen und da kam mir der Gedanke: Ja, es wird wohl Frauen geben, die sich ihre Brüste rasieren. Nicht weil sie halb Werwölfin sind. Sondern weil dieser ganze Anti-Behaarungstrend (außer auf dem Kopf, natürlich) immer schlimmere Auswüchse treibt. Das soll mittlerweile so weit gehen, dass manche neben den Beinen und dem Intimbereich und den Achseln auch die Arme rasieren. Weil Haare an diesen Körperstellen ja grundsätzlich bäh sind. Und bis zur Brust ist es dann nicht mehr ganz so weit. Uääähh, schon den Gedanken find ich schlimm. Nicht nur, weil ich dann noch mehr Zeit mit einer für mich völlig unnötigen Körperkultivierung verbringen müssen würde, sondern auch, weil man beim Rasieren ja auch mal abrutschen kann. Und wenn man dann beim Brustrasieren abrutscht und sich ordentlich in die Brustwarze rasiert, ja dann gute Nacht. U-Ä-H! Bei dem Gedanken bin ich doch froh, dass ich diesen ganzen Trend hinter mir gelassen habe und mir nur noch dann rasiere, wenn ich Bock dadrauf hab.

nur memmen halten händchen

Matthias Lore monologisiert in der taz darüber, wie sich in der Erziehung von Jungs nicht viel geändert hat.

My choice is not a crime

Vor gut einem Jahr wurde ein Pärchen in Queensland, Australien, wegen einer illegal durchgeführten Abtreibung angeklagt, das Mädchenblog berichtete. Das Gericht sprach die beiden nun zwar frei, Schwangerschaftsabbrüche bleiben in Queensland jedoch illegal. Um dies zu ändern wurde nun die Kampagne „My choice is not a crime!“ ins Leben gerufen. Unterstützung kann man leisten indem man die Online-Petition unterzeichnet und auf diesem Weg Premier Bligh auffordert Abtreibung nicht als Straftat sondern als medizinische Notwendigkeit zu betrachten.

Hier die ganze Forderung:

An overwhelming majority of Australians believe that a woman’s reproductive choice should not be subject to criminal punishment.

But in Queensland, as in other Australian states and territories, women and doctors can be tried under 19th century criminal codes and face years of imprisonment for choosing an abortion. These laws have already seen women seeking abortions after sexual assault turned away from public hospitals, and left doctors fearing imprisonment for providing advice and treatment.

Please Premier Bligh, ensure abortion is dealt with in the health code, not the criminal code.

„Ich liebe meine Vagina“

Ich liebe meine Vagina

Love yourself! Gesehen in: Kreuzberg von danilola.

Belgrad Pride 2010

DieStandard.at berichtet über die Ausschreitungen bei der Belgrad Pride 2010.

Life is just a game we play…

Girls suck at video games / Les filles sont nulles aux jeux vidéo from Stéphanie Mercier on Vimeo.

Über Femminismo a Sud.

Muchacha

„Muchacha“ – schlicht Mädchen, oder eben auch Hausmädchen. In Lateinamerika ist es für Mittel- und Oberschicht Standard, eines zu beschäftigen. Meist unter miserablesten Bedingungen.
„Muchacha“ heißt auch ein Buch, das von Reinhardt Jung anfang 80er herausgegeben wurde. Darin kommen eben diese Hausmädchen selbst zu Wort. Sicher, das Buch ist schon alt – die Bedingungen haben sich aber kaum geändert.
Vergleicht man dieses nun doch schon recht alte Buch mit einem Artikel zum Thema, erschienen in der aktuellen Emma-Ausgabe, so findet man kaum einen Unterschied: Noch immer arbeiten 2 Millionen Kinder (fast alles Mädchen) zwischen 10 und 14 Jahren in Lateinamerika als Muchacha. Noch immer sind diese Haushälterinnen in der Mehrzahl Opfer von verbaler, emotionaler und physischer Gewalt, auch sexuellem Mißbrauch. In fast allen südamerikanischen Ländern sehen die Gesetze zwar eine Sozialversicherung vor, aber noch nicht mal ein Viertel der Dienstmädchen ist wirklich versichert. (mehr…)

Queer-Refugees

Die an.schläge berichten in ihrer Oktoberausgabe über „Queer-Refugees“ und deren Zugang zur „Festung Europa“.