Archiv für November 2010

Katholische Rechte gegen Thomas Krüger

Die katholische Recht macht einmal wieder gegen Thomas Krüger, den Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, mobil.
Dieser hat sich in einer Rede anlässlich des Kongresses „Das flexible Geschlecht: Gender, Glück und Krisenzeiten in der globalen Ökonomie“ gegen Heteronormativität und Kleinfamilie ausgesprochen.

Die gleichgeschlechtliche Ehe und Inter- und Transsexuellengesetzgebungen sind nach wie vor politische Baustellen. Die Menschenrechte von Personen, die der Vorstellung und den Normen der Zweigeschlechtlichkeit nicht entsprechen wollen oder können werden tagtäglich kontinuierlich verletzt. In Transgender und Intersexuellenbewegungen verstärkt sich der Widerstand gegen diese Diskriminierungen, und die Debatten finden langsam Eingang in feministische und Gender-Diskurse.

Bei soviel Weltoffenheit sieht die katholische Rechte natürlich sofort schwarz und forderte den Rücktritt Krügers. Vorne mit dabei sind das Forum Deutscher Katholiken ( „Sollen jetzt von Deutschland Theorien ausgehen, die das Wesen des Menschen zerstören, der seiner seiner Natur gemäß unverwechselbar Mann oder Frau ist?“), sowie Poiliker_innen der CSU/CDU, namentlich Alois Glück, Norbert Geis (beide CSU) sowie Saskia Ludwig. Ludwig nannte Krüger einen sozialutopischen Träumer: „Daß der Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung die sozialistische Geschlechterpolitik lobt und über linke Feministinnen1 philosophiert, ist fragwürdig. Diese unkritische und einseitige Sichtweise wird der Bedeutung dieses wichtigen Amtes nicht gerecht.“

Jedoch dürfte auch diese Hetzkampagne erfolglos bleiben. Gott sei Dank!

via

  1. Krügers nimmt in seiner Rede Bezug zu Clara Zetkin und Rosa Luxemburg [zurück]

UN entfernt „Sexuelle Orientierung“ aus Resolution gegen Hinrichtungen

Am 16. November stimmte die Generalversammlung der United Nations mit 79 zu 70 Stimmen für eine Änderung der „Resolution gegen außergerichtliche, willkürliche Hinrichtungen und Massenexekutionen“ – sexuelle Orientierung wird nun nicht mehr explizit erwähnt. Die Resolution fordert Staaten u.a. auf, Hinrichtungen auf Grund von Diskriminierung zu unterbinden, bzw. juristisch zu verfolgen. Die Resolution wird alle zwei Jahre von der Generalversammlung bestätigt und enthielt seit 1999 auch den Hinweis, dass Menschen, die auf Grund ihrer sexuellen Orientierung gefährdet sind, ebenso zu schützen seien wie z.B. ethnische oder religiöse Minderheiten, Straßenkinder oder Menschenrechtsaktivist_innen. (mehr…)

Frau Schröder ich stimme nicht zu!

Auf ihrer Homepage bedankt sich Frau Schröder für die große Zustimmung im Bezug auf ihre Aussagen zum Thema Feminismus (das Mädchenblog berichtete).

Vielen Dank für Ihre Zustimmung!

In den vergangenen Tagen haben mich sehr viele E-Mails, Briefe, Facebook-Nachrichten und Anrufe zu meinem Interview im Spiegel vom 8. November 2010 erreicht, in dem es unter anderem um Feminismus ging. Dafür möchte ich mich herzlich bei Ihnen bedanken! Es freut mich sehr, zu lesen, dass dieses Thema auf so großes Interesse stößt und viele mich in meinem Standpunkt unterstützen. Die überwältigende Mehrheit der Schreiben war zustimmend.

Bei soviel Selbstverliebtheit sollten alle schnell ihr Email-Programm öffnen und ein „Ich stimme nicht zu, Frau Schröder!“ an: bundestag@kristinaschroeder.de, schicken!

Werbung – verblödend seit Generationen

Ob alt oder neu, Sexismus ist in der Werbung fester Bestandteil.
Hier zwei Highlights:
Vintage-Sexism à la Dr. Oetker:

oder modern à la Heinecken:

Gegen Gewalt an Frauen – Kampagne in Istanbul

Um auf das Thema häusliche Gewalt aufmerksam zu machen wurden an verschieden Stellen in Istanbul Plakate aufgehängt, auf denen ziemlich selbstbewusste Frauen zu sehen sind. Daneben steht: Özgürlüğümü yaşamak istiyorum (Ich will in Freiheit leben). Was dann passiert, seht selbst:

Den Frauen wurden von Passanten Beine abgeschlagen oder weggetreten. An der Stelle wo zuvor das Bein war steht nun: Şiddeti Değil (nicht mit Gewalt).

Kampf dem Sexismus

Mal wieder nichts von mir selbst, aber anlässlich des heutigen „Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen“ lohnt es sich mal wieder Basics auszupacken. Ich halte es für unerlässlich, hier nicht allein von Cis-Frauen zu sprechen, denn auch Trans*-Personen sind von der ganz spezifischen Gewalt, die „Frauen“ betrifft, getroffen. Entweder in ihrer Kindheit oder ihrer Gegenwart. In vielen Städten finden heute Kundgebungen, Demonstrationen, Vorträge etc. statt.
Das folgende Flugblatt wurde von der Rosa Antifa Wien verfasst:

Gewalt gegen Frauen/Mädchen/Lesben/Transgender …

… beginnt mit der Angst beim nach Hause gehen in der Nacht; mit den Pfiffen auf der Strasse.
Gewalt ist die Frage nach dem Kinderwunsch beim Vorstellungsgespräch.
Gewalt ist der Zwang sich nach gewissen Vorstellungen kleiden zu müssen.
Gewalt ist die Einkommensschere zwischen Frauen und Männer.
Gewalt ist die Frau nicht zu Wort kommen zu lassen.

Bei Gewalt gegen Frauen/Mädchen/Lesben/Transgender handelt es sich also um einen Übergriff auf die persönliche Integrität von Frauen/Mädchen/ Lesben/Transgender und die Missachtung ihrer Grenzen. (mehr…)

Angriff auf den Transgender Day of Rememberance in Kiev

Hier eine Pressemitteilung des Netzwerks Transgender Europe (habe leider keine Zeit, das zu übersetzen):

Commemoration brutally defiled – Transgender Day of Remembrance in Kiev attacked
For IMMEDIATE RELEASE
Nov, 22nd 2010
The European network, Transgender Europe, is shocked over the brutal attack on the Transgender Day of Remembrance -TDoR in Kiev on Nov 20th.
In, what was obviously a planned attack, about ten masked men broke into the Visual Culture Center during a film screening, attacked the over thirty spectators with tear-gas and brutal violence and escaped unknown. (mehr…)

Don´t be that Guy

In Kanada wurde eine Anti-Rape Kamapagne ins Leben gerufen, die ausnahmsweise mal nicht die Opfer, sondern die Täter anspricht.
Die Kampagne „Don´t be that guy“ richtet sich explizit an Männer zwischen 18-24, geworben wird in Bar-WC-Räumen und in öffentlichen Verkehrsmitteln.

By focusing their message on men ages 18 to 24, the coalition is hoping to get men to think before they become perps, unwitting or not. Their main bullet point: that a drunk woman who isn‘t conscious can‘t actually consent to sex. It does seem that many men (and some women, too) don‘t get this simple fact. Maybe the campaign will help.

Wie wichtig Kampagnen dieser Art sind wird klar, wenn man bedenkt wie verbreitet die Meinung ist, dass eine Frau die „aufpasst“ und „sich unter Kontrolle hat“ nicht vergewaltigt wird. Damit wird die Verantwortung für die Tat oft unbewusst der Frau in die Schuhe geschoben, obwohl diese nicht das Geringste dafür kann – Niemals!
Anti-Rape Tips für potentielle Opfer können auch nur halb so effektiv sein wie Aufklärungskampagnen die sich ausdrücklich an Täter wenden. Denn nicht Frauen können Vergewaltigungen verhindern, sondern Männer.

Do You Take It?

„Picture a husband and wife team from the golden age of comedy. Now picture them singing sweetly about threesomes and taking it in the ass…“
Die Wet Spots sind meine musikalische Entdeckung des Monats, gut gegen regnerische Stimmung und Ärger über Menschen, die Anderen ihr Begehren als unmoralisch, nicht feministisch genug, politisch unkorrekt oder einfach nur igitti-bäh madig machen wollen.
Hm, schwer, eine Auswahl zu treffen, hier also meine drei Favourites (mehr davon auf myspace):

(mehr…)

Saudi-Arabien Mitglied in neuer UN-Frauenorganisation

Zahlreiche Menschenrechtsorganisationen haben sich gegen die Aufnahme von Saudi-Arabien als Mitglied in der neuen UN-Frauenorganisation „UN-Women“ ausgesprochen.

It’s morally perverse to reward a country that lashes rape victims, and that systematically subjugates women in every walk of life, with the power to negatively influence the global protection of women’s rights,“ said Hillel Neuer, executive director of the Geneva-based UN Watch, who is currently visiting New York to monitor today’s vote.

Durch den Protest einiger Aktivist_innen konnte zuvor die Aufnahme des Irans verhindert werden.

Ob die United Nations im Kampf gegen Frauenunterdrückung wirklich der richtige Partner sind, sei hier einmal dahingestellt.

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