Ist Faux-Fminism besser als gar kein Feminismus?

In den USA ist unter Feminist_innen eine heftige Debatte um den „falschen Feminismus“ konservativer Politiker_innen entbrannt. Jessica Valenti, Gründerin von feministing.com, beklagt dabei, dass die „conservative ladies“ ihre frauenfeindliche Politik hinter dem Label „Feminismus“ verstecken wollen.

In a widely noted speech this month to the Susan B. Anthony List, an anti-abortion-rights group, Palin invoked the words „feminism“ and „feminist“ no less than a dozen times. She called for a „pro-woman sisterhood“ and addressed the „sisters“ in the audience. If it weren‘t for the regular references to gun rights, you might have thought you were listening to Gloria Steinem.(…)
Today, however, Palin is happily adopting the feminist label.

Washington Post, May 30, 2010

Das birgt natürlich Gefahren – keine Frage. Und diese werden im weiteren Verlauf des Textes von Jessica Valenti auch ausführlich ausgeführt. Aber mich interessiert hier nicht so sehr die Frage der negativen Einflüsse auf die Bewegung (die ich dadurch nicht herunterspielen will), sondern eher die unterscheidliche Erwartungshaltung, verglichen mit Deutschland, die amerikanische Wähler_innen anscheinend an die Politiker_innen haben. In Deutschland würde wohl kein_e Politiker_in damit punkten sich als „feministisch“ zu outen. Ganz im Gegenteil – Frau Schröder fängt sich hier noch Sympathiepunkte durch antifeministische Aussagen ein.
Was meint ihr: Ist die amerikanische Gesellschaft den Ideen des Feminimus positiver eingestellt als die deutsche?
Oder führen uns die Amerikaner_innen dadurch nur ihre Unverständnis für feministische Ziele vor Augen?


2 Antworten auf “Ist Faux-Fminism besser als gar kein Feminismus?”


  1. 1 Khaos.kind 12. November 2010 um 12:25 Uhr

    Schwierige Frage.

    Ich denke, Feminismus kann nicht nur geschlechteregalitär gedacht werden, sondern auch mit der Prämisse, dass Frauen und Männer unterschiedlich sind und unterschiedlich behandelt werden sollen (solang es auf Gleichwertigkeit hinausläuft). Letzteres war u.a. eine Strategie Westdeutscher Frauenverbände, die von eben dieser Prämisse aus Berufsschulen für Frauen gegründet haben etc.
    Dieser Gedanke ist imho mit der Zeit in feministischen Strömungen untergegangen und so wieken Äußerungen dahingehend antifeministisch. Sie haben ihren Ursprung aber durchaus in feministischen Ansätzen (Frauenförderung), auch wenn sie sich dessen nicht wirklich bewusst sind.

    Daher würde ich sagen, haben BürgerInnen der USA weder eine positivere Einstellung dem Feminismus gegenüber noch zeugen diese Aussagen von Unverständnis. Ich sehe das eher so, dass sie eine liberalere Einstellung leben: Feminismus ist, was die einzelnen Menschen draus machen. Wir im deutschsprachigen Raum neigen eher zu Traditionsbildung und Symbolismus (s. die Tatsache, dass Alice Schwarzer oft als Vertreterin _eines_ Feminismus herangezogen wird).

  1. 1 CBS: ‘Polarizing’ Palin Speaks At ‘Anti-Abortion Rights Rally’ | Katy Pundit Pingback am 11. November 2010 um 23:26 Uhr

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