Gegen Gewalt an Frauen – Kampagne in Istanbul

Um auf das Thema häusliche Gewalt aufmerksam zu machen wurden an verschieden Stellen in Istanbul Plakate aufgehängt, auf denen ziemlich selbstbewusste Frauen zu sehen sind. Daneben steht: Özgürlüğümü yaşamak istiyorum (Ich will in Freiheit leben). Was dann passiert, seht selbst:

Den Frauen wurden von Passanten Beine abgeschlagen oder weggetreten. An der Stelle wo zuvor das Bein war steht nun: Şiddeti Değil (nicht mit Gewalt).


10 Antworten auf “Gegen Gewalt an Frauen – Kampagne in Istanbul”


  1. 1 defätist 26. November 2010 um 1:18 Uhr

    der ein oder andere mann könnte das aber auch für eine weitere (sexistische) werbekampagne gehalten haben und aufgrund der aufdringlichkeit (die beine versperren schliesslich schon oft den (fuss)weg) kurzen prozess mit dem werbeträger machen. (siehe 0:30 z.b.)

    ich bezweifle vor allem, dass durch „Ich will in Freiheit leben“ auf häusliche gewalt aufmerksam gemacht wird. ich wäre da jedenfalls nicht drauf gekommen. selbst durch das „nicht mit Gewalt“ erschliesst sich das nicht (für mich).

  2. 2 defätist 26. November 2010 um 1:19 Uhr

    ps: sorry, die internetadresse auf den plakaten übersehen. wer weiss, was die besagt … :)>-

  3. 3 Neo R. 26. November 2010 um 3:00 Uhr

    Findest Du nicht, dass es auffällig ist, wenn die Täter rein männlich waren?

  4. 4 dodo 26. November 2010 um 4:39 Uhr

    ich denke, auch, daß die „sperrigkeit“ sicher mit ein grund war, bzw., daß die beine über das plakat rausragten. das ist wie wenn man nen losen faden wo sieht, man muß einfach dran rumzupfen.

  5. 5 onkobu 26. November 2010 um 10:20 Uhr

    Dem defätist stimme ich vollkommen zu. Das ist eine selektive Wahrnehmung: „Seht her, nur Männer tun dem Werbeträger Gewalt an“. Die Hemmschwelle ist recht niedrig, es handelt sich um ein Papp- oder Kunststoffteil. Hier ließe sich auch mit dem Sammler argumentieren, der sich ein Andenken an die tolle Aufmachung bewahren will (ich erinnere an den Sturm auf Werbeplakate von Claudia Schiffer).

    Man kann alles für die Diskussion „häusliche Gewalt“ instrumentieren. Selbst ein Hühnerstall könnte dafür herhalten, besteigt der Hahn doch seine Hennen nicht nach langer Diskussion und Überzeugung.

    Viel wichtiger finde ich die Beweggründe zu nennen. Männer verüben keine häusliche Gewalt, weil sie Macht ausüben. Gewalt ist nie ein Zeichen von Macht, sondern von Ohnmacht. Desweiteren ist es eine reine Erziehungssache.

    Eine zweite Anmerkung zu Istanbul: Ich halte es nicht für einen öffentlich kultivierten Ort wie etwa Aachen oder Freiburg, wo man die verlorene Geldbörse am nächsten Tag noch an derselben Stelle zu liegen findet, brächte man sie mir nicht umgehend nach. (Da gehen noch ganz andere Sachen zu bruch.)

  6. 6 frankenstein 26. November 2010 um 14:41 Uhr

    @onkobu: „Viel wichtiger finde ich die Beweggründe zu nennen. Männer verüben keine häusliche Gewalt, weil sie Macht ausüben. Gewalt ist nie ein Zeichen von Macht, sondern von Ohnmacht.“

    naja, das klingt ja jetzt ganz schön, so ähnlich wie „der klügere gibt nach“, aber wenn der klügere dann trotzdem weiter auf die fresse bekommt würd ich mir doch meine gedanken über die richtigkeit der aussage machen.
    wir leben nunmal in einer gesellschaft, in der es machtverhältnisse gibt unter denen gelitten wird und die ohnmächtig machen. aber jeder täter ist auch für seine taten verantwortlich und kann sich nicht einfach mit „ich bin auch nur ein opfer der verhältnisse“ rausreden.

  7. 7 kinky 26. November 2010 um 18:36 Uhr

    Eine zweite Anmerkung zu Istanbul: Ich halte es nicht für einen öffentlich kultivierten Ort wie etwa Aachen oder Freiburg, wo man die verlorene Geldbörse am nächsten Tag noch an derselben Stelle zu liegen findet, brächte man sie mir nicht umgehend nach. (Da gehen noch ganz andere Sachen zu bruch.)

    Rassismus ole <:-p

  8. 8 neo. R. 27. November 2010 um 0:45 Uhr

    Dem defätist stimme ich vollkommen zu. Das ist eine selektive Wahrnehmung: „Seht her, nur Männer tun dem Werbeträger Gewalt an“. Die Hemmschwelle ist recht niedrig, es handelt sich um ein Papp- oder Kunststoffteil. Hier ließe sich auch mit dem Sammler argumentieren, der sich ein Andenken an die tolle Aufmachung bewahren will (ich erinnere an den Sturm auf Werbeplakate von Claudia Schiffer).

    Dass du dir da mit defätist einer Meinung bist, glaube ich gern. Aber erkläre mal die „selektive Wahrnehmung“. Da sind nur Männer zu sehen. Insgesamt zwei Typen nehmen die Pappbeine auch mit, das ist richtig. Das erklärt aber nicht den Vandalismus. Das erkennst du auch selbst. Und von wegen das ist nur ein „Papp- oder Kunststoffteil“, warum haben sich wohl die Leute damals C. Schiffer unter den Nagel gerissen? War ja schliesslich auch nur ein bisschen Papier….

  9. 9 defätist 27. November 2010 um 1:46 Uhr

    Findest Du nicht, dass es auffällig ist, wenn die Täter rein männlich waren?

    doch, aber dafür gibt es tausende erklärungen. die freilich fast alle mit der patriarchalen gesellschaft bzw. deren überresten in istanbul zu tun haben, aber nicht zwangsläufig mit häuslicher gewalt gegen frauen.

    als beispiel würde ich die drei schüler nennen, die eher aus jugendlichem übermut die beine abtreten. ich habe als kind und jugendlicher auch sehr viel vandaliert, behaupte aber dennoch von mir alles andere als ein potentieller häuslicher gewalttäter zu sein.

    deswegen wollte ich auch nur etwas sagen dazu, denn ich hätte sehr gut einer in dem video sein können. bspw. trete ich immer noch die werbefahrräder von nextbike um, wenn sie mir im (rad)weg stehen, denn ich hab einfach was gegen aufdringliche werbung, die mich gefährlich behindert. da gucke ich ehrlich gesagt nicht auf den inhalt.

    aber ich will die kampagne auch nicht ganz zerreden, ist schon eine nette idee ;)

  1. 1 Gegen Gewalt an Frauen – Kampagne in Istanbul « mädchenblog Pingback am 26. November 2010 um 5:23 Uhr

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