Es muss mehr als Hollywood geben

boys girls
(Bild:New-Video)

Die Heteronormativität in den meisten Hollywoodfilmen geht mir auf die Nerven. Nicht nur, dass jeder Mensch in so einem Film klar als ,,männlich“ oder ,,weiblich“ definiert wird und dies in Bekleidung, Makeup und Charakter stereotyp ausstrahlt, nein. Keine Begegnung zwischen zwei Menschen verschiedenen Geschlechts vergeht, ohne dass diese sexuell aufgeladen sein muss. Frauen werden in vielen Filmen nur in Relation zu einer männlichen Hauptfigur gedacht und erfüllen das Bedürfnis nach einer Liebesgeschichte. Nach dem Bechdel-Test ist auch nicht viel Frau in Hollywood zu finden. In den wenigen Filmen, in denen Frauen im Mittelpunkt stehen, ist es nicht besser. Ein weiblicher Hauptcharakter ist praktisch austauschbar mit einem anderen, und ihr Lebensglück ist konzentriert auf die Pärchenzweisamkeit; dass es Glück auch in anderen menschlichen Beziehungen zu finden gibt, bleibt außen vor (oder – huch – gar Glück allein zu finden); Freunde sind in solchen Filmen vorrangig dazu da, die Lückenbüßer zu stellen und sich aufzuopfern, wenn die Protagonistin Liebeskummer hat.
Doch auch Filme, die Mainstream bieten für Schwule und Lesben, tuen nichts anderes, als Pärchenisolation zu predigen und bieten für Homosexuelle die Flucht ins Private. Wo es dringend notwendig wäre, weiterhin für die sexuelle Freiheit zu kämpfen, sind Homosexuelle nun in der Gesellschaft angekommen – und wie Rosa von Praunheims Film ,,Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt“ (1971) erste Zeilen schon vor 40 Jahren bestätigten:

Schwule wollen nicht schwul sein, sondern so spießig und kitschig leben wie der Durchschnittsbürger.

Eine große Enttäuschung für mich war dabei vor allem der Film ,,Itty Bitty Titty Committee“(2007) der Regisseurin Jamie Babbit. Die Geschichte dreht sich um ein junges Mädchen in den USA, die zu der radikal-feministischen Gruppe ,,Clits in Action“ (CIA) findet, deren gerechte und wichtige Forderung es ist, mehr öffentlichen Raum für Frauen zu erkämpfen.
Hier das Youtube-Video zum Trailer.

committee
(Bild:Festivalblog)

Doch letztendlich wird die gute Idee zerstört durch den permanenten Zwang, hier noch eine Liebesgeschichte hineinzudrängen. Diese ist leider der eigentliche Rahmen des Films. Die Übernahme der feministischen Motive durch die Protagonistin erscheint wenig glaubhaft und basiert offensichtlich auf ihrer Verliebtheit zu dem anderen Mädchen; ihr Charakter hätte deshalb ebenfalls in eine der typischen Hollywoodkomödien gepasst. Dabei stört mich nicht die ,,Liebe“ an sich; der Gedanke, dass die Protagonistin sich quasi mit dieser Draufgängerin in den Feminismus selber verliebt, und damit auch lernt, zu sich selber, zu ihrem Körper, ihrem Erleben zu stehen – ist schön. Mich stört aber die typische ,,Märchenstruktur“, in der Beziehungen in Filmen immer auf dieselbe Weise ablaufen – sei es hetero, homo, in New York oder im Weltall. Und der Gedanke, dass wir scheinbar MärchenprinzESSINNen brauchen, um einen Film, der sich politisch bemüht, auch anzuschauen.

Als ich mich letztens mit einem Mädchen über die sexualisierten Mann-Frau-Beziehungen in Filmen unterhielt, entgegnete sie mir, sie erfahre es sehr oft, dass sie, sobald sie einen Jungen sympathisch findet, kurz ,,abcheckt“, ob sie sich eine Beziehung mit ihm vorstellen könne, und dass das für sie ein Teil der menschlichen Natur sei. Das will ich bezweifeln; es erscheint mir weniger menschliche Natur als Notwendigkeit. Gerade wenn die Auswahl beschränkt ist (und Heteronormativität ist eben auch eine Beschränkung), ist ein Mensch nicht wählerisch, was den Partner betrifft. Ob es weiterhin menschliche Natur bliebe, jede zweite Begegnung mit Sex in Verbindung zu setzen, sobald der Mensch unter den vielfältigsten Charakteren wählen könnte anstatt unter Vertretern eines Stereotyps, bleibt zu fragen.

So kenne ich es aus einer evangelikalen Gemeinde, in der es hochgerechnet vielleicht 200 Jugendliche zwischen 20 und 30 Jahren gibt, dass viele Mädchen dort eine Erfahrung teilen: Jeder zweite Junge, den sie nett finden, wird von ihnen auf seine Partnertauglichkeit geprüft (und andersherum). Wobei man beachten muss, wie sehr in solchen Gemeinden der Unterschied zwischen Männern und Frauen betont wird und eine Beziehung (optimalerweise) in die Ehe führen sollte. Eine alternative Beziehung zu einem Mann ist nicht denkbar, also z.B. eine Freundschaft; und so führt das zu der beide Seiten überfordernden Haltung, in dem anderen nicht den Menschen, sondern die Geschlechtsrolle zu sehen und zu wollen. Man redet nicht miteinander, sondern fordert gewisse Verhaltensweisen. Ich glaube, dass das auf lange Zeit eine sehr unmenschliche und in seiner Konsequenz entmenschlichende Forderung ist. Natürlich ist das ein krasses Beispiel, dennoch frage ich mich, ob sich ähnliche Strukturen nicht überall in unserem Alltag finden. Und ob sie nicht z.B. in der Erscheinung und dem Erfolg eines Mario Barths gipfeln. Und ich glaube, dass Formate wie Hollywoodfilme, aber auch viele ja selbst gute Bücher diese einseitige Haltung zu anderen Menschen fördern: dass wir sexualisieren, wo wir den anderen Menschen in all seiner Persönlichkeit kennenlernen könnten. Durch diese Sexualisierung beschränken wir meiner Meinung nach menschliche Kontakte auf ein Minimum an Möglichkeiten und berauben uns selber der Freude.


18 Antworten auf “Es muss mehr als Hollywood geben”


  1. 1 waelti 02. Januar 2011 um 12:28 Uhr

    Na, Frohes Neues Jahr!

    Ich habe die Filme zwar gesehen, doch (überheblich) stimme ich da mal zu. Das ist bestimmt so…

    Ich sehe nicht fern. Und schaue selten DVD´s. Die wenigen, die ich habe, schaue ich mehrfach an. Es ist erstaunlich, wieviele Gemeinsamkeiten zwischen verschiedenen Filmen sind. Auch zu Themen, die nichts mit Liebe zu tun haben. Naja, wenig.

    Neulich in einem Podcast (weiss´ nichtmehr von wem) habe ich gehört: letztendlich haben wir 3 Gehirne. Die Großhirnrinde, zum „Denken“. Mittelhirn / Amygdala, für die Gefühle. Und den Kern (das Reptiliengehirn) für alles, was so zum Leben notwendig ist…

    Der Satz war: Kann ich es essen, kann ich Sex damit haben, kann es micht töten. Dies, als Lebensnotwendige Bereiche.

    „Das will ich bezweifeln; es erscheint mir weniger menschliche Natur als Notwendigkeit.“

    Natürlich ist es Notwendigkeit. Doch dadurch ist es auch (zwangsweise) Teil unserer menschlichen Natur?

    Dass Filme steuernd eingreifen können, und dies auch tun, ist schon klar. Und nicht immer in Richtung „bessere Welt“.

    Unterschiede zwischen Gruppen, sei dies nun Mann / Frau oder z.B. verschiedene Rassen, werden sich vmtl. nie ganz auflösen. Dies gilt auch für „einfache“ Dinge. BMW Fahrer vs. Mercedes Faher. VFB vs. 1. FCB. Usf., die „optimale“ Gruppengrösse soll ja etwa 150 betragen. Dies wird in der Welt, so wie sie ist, meist deutlich überschritten. Also bilden sich innerhalb wieder kleinere Gruppen. Autotuner und Nähklubs, damit ich wieder beim Schema bin ;)

    (Ich lese übrigens gerne und viel auf „Frauen“ Blogs. Die Denkweise unterscheidet sich von der „männlichen“ Denkweise recht häufig. Und es ist interessant.)

    Eine Alternative Beziehung zwischen Mann und Frau ist denkbar, ja. Auch Gespräche zwischen Atheisten und Religiösen. Und Ähnliches.

    Dies wird wohl die Ausnahme sein. Wenn ich dann davon ausgehe: Was 85% der Gruppe tun, das ist normal… Dann ist dies in gewisser Weise „nicht Normal“. Nicht böse gemeint.

    Genauso ist es mit dem (bewussten) Denken, welches wahrscheinlich einen relativ unwichtigen Bereich für uns Menschen darstellt. Fast alles, was _ich_ mache, läuft automatisch ab. Naja, vieles davon.

    Beachte ich die Umwelt, Andere Menschen und verschiedene Vorgänge, dann brauche ich meine Großhirnrinde…

    Und halte mich für einen ganz großen Denker. Dies scheint den meisten Menschen so zu gehen.

    Es fällt den Meisten nur nicht auf. Grüsse / Waelti

  2. 2 Bäumchen 02. Januar 2011 um 18:28 Uhr

    Hey Waelti
    Du sprachst davon, dass man wohl nie Unterschiede auflösen kann. Das denke ich auch … und darum ging es mir auch nicht. Ich bin für die Zulassung von Unterschieden, für Vielfalt, für das Verschiedensein. Aber: Wieviel Unterschiede gibt es denn … jetzt wirklich? Wir dürfen ,wählen“ zwischen Coca Cola und Pepsi, zwischen BMW und Mercedes … da finde ich es viel interessanter, wenn sich jemand auf allen Vieren plötzlich weiterbewegt … das wäre mal ne Alternative zu Mercedes ;-) … Das, was als ,,verschieden“ propagiert wird, ist sich im Kern oft so ähnlich. Du betonst den Unterschied zwischen Männer-und Frauenblogs. Aber das Geschlecht ist dabei vielleicht auch nur ein willkürlicher Faktor. Meiner Meinung nach gibt es viel mehr Unterschiede zwischen reichen und armen Männern z.B. als zwischen einem Mann und einer Frau, die beide arm sind. Oder zwischen Männern, von denen der eine in New York und der andere im Bible Belt der USA lebt.

    Womit ich ein Problem habe, ist was wir aus Unterschieden machen: nämlich dass wir sie überbetonen und sie dazu benutzen, um verschiedenen Gruppen Privilegien zu- und anderen abzusprechen. Ich frage mich, wie eine Welt wäre, in der wir die Gemeinsamkeiten zwischen Individuen betonen würden und mit diesen Gemeinsamkeiten arbeiten würden, um den anderen (auch in seinem Anderssein) kennenzulernen – und ihn nicht wegen eines Unterschieds im Voraus zu stigmatisieren. Und das nicht nur in der Geschlechterfrage, sondern z.B. auch im Mensch-Tier-Verhältnis.
    Du sprichst von drei Ebenen, Großhirn, Amygdala und Reptiliengehirn und ja, ich denke, dass der Mensch ein biologisches Wesen ist, denke aber auch, dass er nicht von seiner Biologie abhängig oder darauf reduzierbar ist. Und ein weiterer wichtiger Punkt für mich ist, dass alle diese drei Bereiche im Hirn nicht unabhängig voneinander agieren, sondern dass sie vernetzt sind und dass das vielleicht auch die Stärke unseres Gehirns ausmacht. Genauso wie wir Menschen nicht unabhängig voneinander agieren, sondern im Bezug zueinander. Wir formen unsere Umwelt, indem wir miteinander ausmachen, wie wir sie gestalten wollen. Ich will solch ein Mensch sein, der bewusst durch die Welt geht und sie mitformt, anstatt sie in Kategorien zu denken … und da ist es auch schön, wenn vieles in mir automatisch abläuft, damit ich Zeit für andere Dinge habe, anstatt mich darauf konzentrieren zu müssen, die Kaffeetasse auszutrinken. Andere Automatismen aber will ich lernen zu hinterfragen, z.B. in Hollywoodfilmen …
    Liebe Grüße und dir auch ein schönes neues Jahr

  3. 3 waelti 04. Januar 2011 um 14:25 Uhr

    Scheint, ganz so weit liegen wir nicht auseinander.

    Bei den Unterschieden (reiche / arme Männer etc.) muss ich mal in Gedanken die letzten 40 Jahren Revue passieren lassen. Wird zwar nicht ganz ungefärbt gehen, aber ich versuchs mal.

    Ich will ja auch nicht, dass wir auf das biologische reduziert werden. Gleichzeitig meine ich aber – das ist eher das kleinere Problem. Eher scheint mir problematisch, nur auf Vernunft zu setzen.

    So in der Art: Menschen sind dumm. Menschen sind dumm, weil Menschen eben relativ selten die Großhirnrinde verwenden. Ich höre und lese dies oft bei Menschen, die davon ausgehen: „Der Mensch ist vernünftig“.

    Ist er eben nur eingeschränkt.

    Soziales Miteinander folgt auch – weitgehend – gelernten Mustern. Natürlich ist hier Potenzial für Verbesserungen. M.E. gibt es aber den Homo sapiens sapiens so nicht. Und _dies_ sollten wir vielleicht in möglichen Verbesserungsstrategien bedenken?

    In Kategorien, Klassifizerungen denken – geht es denn (Momentan, so die nächten 100.000 Jahre) anders? Nicht in der Art und Weise wie bei Deinen erwähnten Hollywoodfilmen. Doch schau mal beispielsweise bei Spin.de im Forum zu den Nachrichten rein. Über 90% (gefühlt) der Kommunikation basiert auf Schubladen. Kategorien.

    Und alle diese Menschen da sind Menschen wie Du und ich. Wird manchmal sichtbar, wenn Nachdenken gefordert ist. Und jeder, der sonst nach Schubladenmanier antwortet, kann das dann auch.

    Ich halte es für nicht ungefährlich, rein auf die Vernunft zu setzen. Vielleicht bin ich auch nur ein oder zweimal zuviel enttäuscht worden, kann ich nicht sicher sagen.

    Es ist schön Menschen zu treffen, die Dinge hinterfragen. Ob diese Menschen selten sind, oder nur die Menschen selten sind, die gleiche (oder ähnliche) Dinge wie ich selbst hinterfragen, das weiss ich nicht.

    Ich beobachte Menschen ziemlich genau. Dazu brauche ich vermutlich die Grosshirnrinde verhältnismässig stark. Die Zahl der „unlogischen“ menschlichen Entscheidungen ist beträchtlich.

    Wenn ich mich dann selbst beobachte, kann ich weniger solche unlogischen Entscheidungen finden. Ich halte es aber schlichtweg für _nicht_ möglich, deutlich weniger unlogische Entscheidungen zu treffen.

    Ich kann sie nur nicht sehen. Beobachte ich andere, dann muss ich „Denken“. Was ich selbst tue, das läuft weitestgehend automatisch ab. Vom Grosshirn nicht beobachtet. Möglicherweise geht es Menschen generell so?

    Liebe Grüsse
    W.B.

    P.S.: Könnt ihr EMail Benachrichtigung bei neuen Kommentaren hier im Blog einstellen? Wäre cool, vielleicht geht das bei Blogsport. Weiss nicht.

  4. 4 egal 05. Januar 2011 um 13:54 Uhr

    waelti
    Und was willst du uns nun mit deinem Kommentar sagen? Tut mir leid, ich verstehe den Zusammenhang zum groessten Teil nicht.

  5. 5 spinni 06. Januar 2011 um 22:46 Uhr

    „Freundschaft ist eine Beziehung ohne Sex“
    Was für ein Quatsch, ich bin jetzt seit langer Zeit mit meinem Freund glücklich, wir haben Sex,lieben uns und sind befreundet!

    Diese Aussage klingt für mich so, als wäre man erst in einer richtigen Beziehung, wenn man Sex miteinander hatte…

  6. 6 utrumque 07. Januar 2011 um 23:15 Uhr

    @ waelti:
    erstens:

    Ich will ja auch nicht, dass wir auf das biologische reduziert werden. Gleichzeitig meine ich aber – das ist eher das kleinere Problem. Eher scheint mir problematisch, nur auf Vernunft zu setzen. […] Ich halte es für nicht ungefährlich, rein auf die Vernunft zu setzen. Vielleicht bin ich auch nur ein oder zweimal zuviel enttäuscht worden, kann ich nicht sicher sagen.

    ich möchte auf deine äußerungen gern mit einem weiteren zitat antworten, dass ich unterschreibe:
    „Im Menschen wirkt kein Dualismus von biologisch angeborenen Verhaltensweisen einerseits und gesellschaftlichen andererseits,
    sondern Gesellschaftlichkeit wurde zu unserer Natur und bestimmt
    sämtliche unserer Verhaltensweisen.“ (Robert Steigerwald im „Blauen Heft“ der DKP queer, 1987, http://www.dkp-queer.de/downloads/grundsatzdokumente/)
    ich halte es für gefährlich, die benutzung des verstandes als gefährlich zu erachten. meines erachtens zeichnet sich menschsein dadurch aus, dass es eine vernunftbegabung gibt.
    biologismen als entschuldigung für denkstrukturen oder handlungen zu benutzen – darauf läuft die betonung der wichtigkeit biologischer aspekte des menschseins m.e. hinaus – finde ich unangemessen. naturalisierungen sind nichts anderes als verfestigte tradierte konstrukte, die als solche nicht mehr unm ittelbar wahrnehmbar sind. dass soziales geschlecht konstruiert ist, leuchtet schnell ein, biologisches ist es ebenso. es gibt keine natur des körpers. wird sind zur materialisierung kultureller normen geworden. ich frage mich, wie da eine biologie des menschen noch sichtbar sein soll? wie ich sie erkennen kann?

    So in der Art: Menschen sind dumm. Menschen sind dumm, weil Menschen eben relativ selten die Großhirnrinde verwenden. Ich höre und lese dies oft bei Menschen, die davon ausgehen: „Der Mensch ist vernünftig“.
    Ich beobachte Menschen ziemlich genau. Dazu brauche ich vermutlich die Grosshirnrinde verhältnismässig stark. Die Zahl der „unlogischen“ menschlichen Entscheidungen ist beträchtlich.

    magst du diese absätze bitte nochmal erklären? für mich klingt das beim lesen so an, als ob du menschen für dumm hälst (welche menschen? alle, die meisten?), weil sie die „großhirnrinde selten verwenden“. du hingegen benutzt die großhirnrinde – das führt zu der konklusion, dass du dich vermutlich als klugen menschen einschätzt? im gegensatz zu welchen menschen? mir ist unwohl bei solchen formulierungen. ich finds nicht sooo glücklich, andere generalisiert abzuwerten.. oder hab ichs falsch verstanden??

    zweitens:
    mir ist deine meinung zur heteronormativität dieser gesellschaft noch nicht klar geworden aus deinem post; darum gehts ja irgendwie schon.. insbesondere um die ausformungen zwiegeschlechtlicher und heterosexueller lebensentwürfe und damit die verschleierung und verwerfung von allem, was anders ist. heteronormativität in filmen zitiert immer und immer wieder das bild von männern und frauen als einzig existente geschlechteridentitäten, die – natürlich – a) ihr begehren gegengeschlechtlich aufeinander beziehen und b) in filmen generalisiert erotisiert sind von personen des anderen geschlechts – so sie single oder in einer unglücklichen beziehung sind – denn beziehungsmoral (natürlich RZB) wird auch gleich transportiert.
    mit solchen medien wird also permanent eine norm vermittelt; indem andere lebensentwürfe nicht oder unangemessen (bspw. der lustig-knudelige schwule, die verkrokste und verkopfte lesbe – beide haben natürlich keinen sex) thematisiert werden, wird ihre nicht-existenz oder unbedeutsamkeit vermittelt.

  7. 7 Simon 08. Januar 2011 um 4:40 Uhr

    Hat jetzt zwar nur bedingt mit dem Thema zu tun, aber zurückerinnenderweiße war mein erster Schwulenkontakt in den Medien in Police Academy, die Szene in der Blue Oyster Bar. Also die Lederschwulen, die riesengroß, riesenbreit und muskolös waren. Kurzum, die die man als homophobes Mackerarschloch nicht unbedingt verarschen will. Heute verortet das Medienbild Schwule ja eher in der Opferrolle (rein körperlich gesehen). Kann sich irgendjemand daran erinnern, wann sich das geändert hat?

  8. 8 Juni 11. Januar 2011 um 1:16 Uhr

    @Simon: Wieso geändert? Vin Diesel!

  9. 9 Neo R. 12. Januar 2011 um 13:16 Uhr

    Ich kenne mich da nicht so aus, hat der öfter Schwule verkörpert?

  10. 10 Juni 12. Januar 2011 um 23:53 Uhr

    Eigentlich nicht. Es gab nur mal das Gerücht, er sei schwul und viele seiner Fans sind fast wahnsinnig geworden bei dem Gedanken, es könnte so sein.

  11. 11 Carsten Corinte 14. Januar 2011 um 0:27 Uhr

    Früher habe ich mich wahnsinnig über all die immer und immer wiedergekäuten Stereotype in Filmen aufgeregt. Dann hab ich angefangen Filme die weniger so waren cool zu finden.

    Und heute denke ich es gibt nur einen Weg wenn einem die Filme nicht passen: Selber Filme machen. Das ist natürlich anstrengend. Aber es war für diejenigen die gerne sexistische Filme machen auch anstrengend in die Position zu kommen diese Filme machen zu können.

    Das selbe denke ich über pornografische Filme. Die meisten Filme scheinen von und für Leute gemacht die es schön finden sich ihre männlichen Geschlechtsorgane von am besten gleich 3 zu Füßen liegenden Frauen bearbeiten zu lassen.

    Wenn man was anderes sehen will, einfach andere Pornos machen. Is natürlich auch anstrengend.

    Oh, und ich checke auch jeden Typen aus ob ich mir Sex oder Beziehung mit ihm vorstellen kann. Kommt mir aber nicht schädlich vor, ich denke gerne darüber nach.

  12. 12 Thomas 30. Januar 2011 um 9:29 Uhr

    @ utrumque

    In einer Sache muss ich dir widersprechen. Das sogenannte „Blaue Heft“ im Original „Grundsätze und Forderungen der DKP gegen die Diskriminierung der Homosexualität“ ist zwar als Download auf der Homepage von DKP queer zum Download, diese Broschüre mit dem selbst nach 23 Jahren hochaktuellen Beitrag von Robert Steigerwald ist aber nicht von DKP queer. Diese Broschüre wurde auf den DKP Parteitagen 1985 und 1987 beschlossen.

    DKP queer gibt es erst seit 2005.

    Mit kommunistischen Grüßen

    Thomas
    DKP queer

  13. 13 Fritz 02. Februar 2011 um 10:02 Uhr

    Solange Menschen biologische Wesen, die auf Weitergabe ihrer Gene angelegt sind, bleiben, wird Heterosexualität auch die Norm sein, denn nur sie führt zur Weitergabe der Gene.

  14. 14 dodo 02. Februar 2011 um 17:34 Uhr

    Lieber Fritz, da gibt es auch fundiertere Theorien, siehe hier:
    http://maedchenblog.blogsport.de/2009/11/28/darwin-mal-anders/

  15. 15 utrumque 02. Februar 2011 um 22:06 Uhr

    @ Thomas,

    die korrektur nehme ich natürlich dankbar wahr. :)

  16. 16 Fritz 04. Februar 2011 um 14:28 Uhr

    „Ein Tübinger Professor schlußfolgert: Bi- und Homosexualität sind evolutionär wichtig.“

    Liebe Dodo, das bestreitet doch niemand, aber die Evolution vollzieht sich nun mal über die Weitergabe der Gene, und die funktioniert nur durch Kombination weiblicher Ei- und Männlicher Samenzellen. Dass daneben auch die Homosexualität eine Evolutionäre Funktion bestzt, ist offensichtlich, sonst wäre sie ja kein stabiles Phänomen, dass seit Urzeiten besteht. Aber es gibt eben nur 5-10% Homosexuelle (die dann den sozialen Zusammenhalt verstärken o.ä., wodurch sie die Gruppenfitness erhöhen, oder wie immer man es erklären mag). Und der Rest, die „Norm“ sozuagen ist heterosexuell, ohne das daraus eine bösartige diskriminierung von Homosexuellen gefolgert werden könnte.

  17. 17 dodo 04. Februar 2011 um 15:16 Uhr

    Es bestreitet auch niemand, daß evolution über fortpflanzung funktioniert.
    aber du verwechselst die begriffe „norm“ und „mehrheit“.
    wie du selbser schon dargelegt hast, ist eben auch homosexualität teil der norm, auch wenn sie in der minderheit ist.
    wenn immer ein gewisser prozentsatz NICHT hetero ist, ist das eine regelmäßigkeit, die eben auch genauso zur evolutionären norm gehört wie die mehrheitliche heterosexualität.
    „abnorm“ wäre eine abweichung davon, eine unregelmäßigkeit im gefüge.

  1. 1 Heteronormativität als Weltanschauung? « Erst mal kucken… Pingback am 05. Januar 2011 um 0:14 Uhr

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