Abtreibung? Dann verblute doch…

Jezebel berichtet über Schockierendes aus den USA. In Nampa, Idaho weigerte sich eine Apothekerin einer Frau eine Pille auszuhändigen die Blutungen des Uterus stillt, da sie davon ausging, dass die Frau einen Schwangerschftsabbruch durchführen ließ.

Planned Parenthood officials said the complaint states that the pharmacist inquired if the patient needed the drug for post-abortion care. The nurse refused to answer the question based on confidentiality of health information.

According to Planned Parenthood, the pharmacist then stated that if the nurse practitioner did not disclose that information, she would not fill the prescription. The nurse alleged that the pharmacist hung up when asked for a referral to another pharmacy that would fill the prescription.

Wie schon so oft, wird hier wiedereinaml gezeigt, dass sich „Pro-Life“ nicht auf das Leben von Frauen bezieht. Die selbsternannte Lebensschützerin hätte in dem Fall kein Problem gehabt ein erwachsene Frau leiden, oder gar verbluten zu sehen. Alles aus Gründen des Gewissens, versteht sich.
Für Frauen kann dieses „Gewissen“ lebensbedrohliche Konsequenzen haben.
Was mit diskriminierende Sprüchen oder Blicken beim Kauf von „Pille danach“ anfängt, scheint wohl leider darin zu enden Frauen verbluten zu lassen. Wer als medizinische Fachkraft allerdings so handelt hat seine Berufung weit verfehlt und sollte lieber in weniger verantwortungsvollen Bereichen aktiv sein.


7 Antworten auf “Abtreibung? Dann verblute doch…”


  1. 1 tee 14. Januar 2011 um 17:51 Uhr

    apothekerinnen sind keine medizinischen fachkräfte. sie verticken das zeug ja hauptsächlich nur. von daher ist es schon nochmal ein qualitativer unterschied, wenn ärzt_innen behandlungen verweigern. deren berufung ist nämlich wirklich leben retten/erhalten.

  2. 2 Maike 15. Januar 2011 um 14:42 Uhr

    Apotheker sind durchaus verpflichtet, Medikamente auf Rezept herauszugeben. Zwar können sie sich auf ihr Gewissen berufen. Und es wäre ja eine andere Sache, wenn ein Apotheker sich weigert, eine Abtreibungspille zu verkaufen. Aber die Abtreibung ist geschehen, die Frau blutet und braucht Medikamente. So könnte man ja auch weigern, einem Nazi, der in eine Schlägerei geraten ist, den Verband zu verkaufen oder eine in der Apotheke arbeitende Veganerin könnte sich weigern, einem Fleischer Antibiotika zu verkaufen, nachdem der sich bei der Arbeit eine Verletzung und Infektion zugezogen hat. So etwas darf nicht sein!

    Leider geschieht das in Zusammenhang mit der Abtreibung häufiger. Es gibt tatsächlich Frauenärzte, welche die Antwort, man hätte vor einem halben Jahr abgetrieben, mit einem Kopfschütteln quittieren und mit der Patientin anschließend so distanziert sprechen, dass sie sich überlegen wird, noch einmal diese Praxis zu betreten.

  3. 3 Andrea 15. Januar 2011 um 21:43 Uhr

    Wow, ich bin echt geschockt, so etwas zu lesen. Da schreien die Lebensschützer auf der einen Seite „Mord! Mord!“ wenn es um Ungeborene geht, aber auf der anderen Seite kann man die Frau ja sterben lassen, wenn sie abgetrieben hat. Ist ja auch die gerechte Strafe, nicht wahr? Immerhin hat sie ihr Baby abgetrieben, da kann sie auch blutend und unter Schmerzen verrecken. Verdammt, das macht mich wütend. Im ersten Drittel der Schwangerschaft passiert so viel, manche Frauen verlieren ihr Kind noch in den ersten Wochen und wissen stellenweise vielleicht nicht mal, das sie schwanger waren. Sind sie dann medizinischer Nachversorgung auch nicht wert? Diese Apothekerin soll gefälligst ihren Job machen, für den sie auch bezahlt wird. Über ihre Kunden zu urteilen, geht sie gar nichts an. Wenn ein Mensch Hilfe braucht, dann braucht er Hilfe, Punkt.

  4. 4 tee 16. Januar 2011 um 14:23 Uhr

    So etwas darf nicht sein!

    Das Gleiche dachte sich sicher auch die Apothekerin. :-?

  5. 5 stadler 18. Januar 2011 um 16:23 Uhr

    Wer macht denn Abtreibungen oder Geburten ohne Methergin in der Schublade (oder Besseres)? Und was für ne schlimme Blutung soll das sein, wenn man noch ein Rezept einlösen ehen will?
    Da bastelt sich doch jemand ne Schlagzeile, mit Verlaub! Nicht das die Reaktion des Apothekers nachvollziehbar wäre, aber etwas kritischer sollte man schon sein, bevor man die Gefahr des Verblutens der PAtientin so in den Raum stellt!

  6. 6 leonie 27. Januar 2011 um 23:59 Uhr

    No Penalty For Pharmacist Who Refused Anti-Bleeding Drug To Woman

    Read more: http://jezebel.com/5744816/no-discipline-for-pharmacist-who-refused-anti+bleeding-drug-to-woman#ixzz1CH8YbSMZ

  7. 7 Pharmama 04. Februar 2011 um 21:42 Uhr

    Leider gibt es in Amerika diese erz- ich sag jetzt mal – religiöse Strömung, die sich bis in die Politik zieht und wo es das Gesetz (!) es den Apothekern dort auch tatsächlich erlaubt die Abgabe von Medikamente aus religiöser Überzeugung zu zu verweigern. Dazu gehören die Pille allgemein (und andere Verhütungsmethoden), die Pille danach … und offensichtlich auch das Methergin.
    Das ist bei uns nicht der Fall. Wir dürfen die Abgabe von Medikamenten zwar auch Verweigern, aber nur z.B. wenn ein Verdacht auf Missbrauch besteht oder aus medizinischen Gründen – z.B. wenn eindeutig das falsche Medikament verschrieben wurde.
    Eine Apothekerin, die hier so handeln würde wie die oben genannte, würde ihren Job nicht lange haben.

    Im übrigen fühle ich mich etwas – äh- unterschätzt, wenn man schreibt, ein Apotheker sei „keine medizinische Fachperson“. Doch, sind wir. 5 Jahre Studium über Krankheiten, Anatomie, Physiologie, Medikamente und ihre Anwendung machen uns zur medizinischen Fachperson – hört man ja auch in jeder doofen Medikamentenwerbung: Bitte lesen Sie die Packungsbeilage und fragen sie ihren Arzt oder Apotheker.

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